Slowenien 2020 – Tag 06 – 202km – Maribor

Heute schlafen wir mal aus. Kein Wecker für den Sonnenaufgang klingelt. Um Punkt 8 Uhr begeben wir uns zum Frühstück welches uns heute Nina – Markos Frau zubereitet. Wir unterhalten uns viel mit ihr über Slowenien und über unsere Reisen. Sie stammt ursprünglich direkt aus Maribor und erzählt uns ein bisschen über die Stadt. Als Gastgeberin meint sie es viel zu gut mit Essen. Sie will immer gleich nachfüllen kaum dass wir etwas gegessen haben. Wir erklären ihr dass die Kinder in Deutschland dazu erzogen wurden „aufzuessen“ und hier eine andere Mentalität herrscht als in Slowenien. Wir Deutschen lassen nichts übrig und wir Essen wie wir arbeiten, zügig und gründlich. Das muss man sich wirklich abgewöhnen! Gesund ist das nicht. Nachdem wir unsere Sachen verpackt haben (nicht ohne noch eine Flasche Chardonnay in den Klamotten zu verstecken) fahren wir um 9:45 vom Weingut.

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Erst geht es noch durch die Weinberge, dann ziehen wir auf ein bisschen größeren Strassen nach Osten in Richtung kroatischer Grenze. Es läuft, wir sind mal wieder im Flow und die Strassen laden ein am Gashahn zu ziehen. An einem kleinen See stoppen wir und machen ein paar Bilder. Stress haben wir heute keinen, die Etappe ist überschaubar und morgen machen wir Pause in der Stadt.

Ich rolle gerade in einen kleinen Ort rein als ich plötzlich Polizisten vor mir sehe. Ich ahne böses. Wie schnell war ich am Ortsschild genau? Diese Frage wird mir alsbald exakt beantwortet. 76 km/h… exakt am Ortsschild. Das macht dann 2500 EUR… Glücklicherweise hat der Polizist noch eine zweite Messung vorgenommen welche ein paar Meter weiter widerspiegelt dass ich deutlich verzögert habe. 66 km/h ist die Geschwindigkeit für die ich abgestraft werde. Das macht dann 250 EUR für Slowenen und für Touristen 125 EUR. Erst glaube ich noch kurz an Nepp wegen dem direkt angebotenen Rabatt aber als dann am Laptop ganz offiziell ein Forumlar ausgefüllt wird, der Polizist noch mit dem Modelltyp des Motorades bei der Eingabe kämpft, ich digital unterschreiben muss und eine mehrseitige Quittung bekomme bin ich mir sicher das ist offiziell und korrekt. Die Frage ob ich Alkohol getrunken habe beantworte ich mit „Um diese Zeit doch noch nicht!“ und darf direkt auch noch einen Test machen. Glücklicherweise versuchen sie nicht auch noch für Anja zu kassieren die direkt hinter mir mit hereingerollt war. Ich verspreche noch ab sofort besser aufzupassen und wir zuckeln langsam weiter.

Der Fahrspass ist erstmal ein wenig gehemmt. Nicht weil ich mich so ärgere… sondern vielmehr weil wir erstmal nur noch auf die Geschwindigkeit achten. Penibel genau halten wir uns auf den nächsten Kilometern an jedes Schild. Die Slowenen hinter uns halten uns wahrscheinlich für bescheuert. Vor Ptuj legen wir nochmal einen Fotostopp ein, dann drehen wir eine kleine Runde durch die Hügel welche südlich von Ptuj liegen. Hier kommt dann auch wieder ein bisschen mehr Fahrspass auf und die Geschwindigkeiten werden wieder ein bisschen lockerer gehandhabt.

Zurück in Ptuj halten wir an der Altstadt und essen den restlichen Burek von gestern Abend, bevor wir uns noch einen Cappucino / Tee gönnen. Der Weg von Ptuj nach Maribor ist dann schön kurvig und kurzweilig. Es geht nochmal durch Weinberge und wir sehen hier fragmentierte Landwirtschaft mit Mini Maisäckern. Das sieht soviel schöner aus als die auf Effektivität getrimmten Landwirtschaftsflächen in manch anderen Gegenden. Bevor wir in unser Motel einchecken drehen wir noch eine kleine Runde in Maribor um einzukaufen. Am Lidl Parkplatz soll man fürs Parken bezahlen (Schranke), das sparen wir uns mit den Moppeds. Wir können über den Gehweg auf die Strasse rausfahren. Unser Motel (Schwarzer Baron) liegt ein bisschen außerhalb Maribors, bietet dafür aber einen großen Parkplatz. Für unseren Stadtbummel morgen gibt es eine Bushaltestelle direkt neben der Unterkunft. Wir checken ein und gammeln noch ein bisschen auf dem Zimmer. Wir waschen noch die Funktionsunterwäsche und begeben uns dann zu Wein und Pizza ins Restaurant. Vier Käse Pizza mit lokalem Slowenischem Käse. Hat nichts mit italienischer Pizza zu tun, war aber trotzdem sehr lecker! Der Hauswein (schon wieder ein Weisswein… wir sind hier einfach nicht in der Gegend für Rotwein) ist auch wieder lecker und so vergeht der Abend viel zu schnell und wir fallen mal wieder total erschöpft ins Bett.