Slowenien 2020 – Tag 09 – 357km – Schönau am Königssee

Der Blick nach draußen führt dazu dass ich gleich wieder ins Bett will. Dichter Nebel, man sieht die Hand vor Augen kaum. Das hilft aber alles nix, wir haben heute gute 350km vor uns. Um 7:30 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Noch ein letztes Mail slowenische Hausmannskost. Alles was auf dem Tisch steht ist entweder von der Hausherrin selbst oder zumindest aus dem Dorf. Verschiedene geräucherte Würste, Schinken, Käse, Paprika, Tomaten, Marmeladen, Kuchen, Brot und Holunderschorle. Wir schlemmen uns durch und sind total zufrieden. Mit unserer Gastgeberin unterhalten wir uns übers Reisen. Sie hat ein Wohnmobil und ist auch viel im Balkan unterwegs. Sie liebt Serbien und Kroatien. Das Essen in Bosnien hat es ihr besonders angetan. Wir sind uns einige, die Balkanstaaten sind einfach die besten Reiseziele! Um 9 Uhr sitzen wir dann wehmütig auf den Motorrädern und verschwinden im Nebel.

Ziemlich schnell stoppen wir noch an einem Spar Markt und decken uns mit Wasser ein. Es ist Sonntag und in Deutschland haben keine Geschäfte offen. Eine Bäckerei welche offen hat und Burek (fürs Abendessen heute) verkauft finden wir erst kurz vor der Grenze nach Österreich. Auf den letzten 60 km durch Slowenien zeigen die Strassen nochmal was dieses Land zu bieten hat. Kurven ohne Ende! Der Nebel hat sich bald verzogen und der blaue Himmel strahlt über uns. Das morgendliche Licht taucht alles in einen goldenen Glanz und die Natur tut ihr übriges zur tollen Stimmung – entweder leuchten die Blätter der Bäume oder z.B. die Äpfel in bunten Farben. Auf den Strassen ist nichts los und so können wir in vollen Zügen genießen. Die Drava führt uns dann irgendwann nach Österreich. Eigentlich wollen wir hier noch nicht weg, aber im Moment drängt sich diese Entscheidung leider auf. Die Grenze überqueren wir ohne Vorkommnisse.

In Österreich folgen wir immer mal wieder der Drau (hier heisst sie Drau, in Slowenien Drava). Die Strassen hier sind größer und unspektakulärer, das ist aber auch gut so da wir noch einiges an Kilometern vor uns haben. Die Hügel werden mehr zu Bergen und die Spitzen der Berge sind mit Schnee bedeckt. Unsere Entscheidung die Bahnverladung zu nutzen wird dadurch nur bestärkt. Solange wir in der Sonne fahren ist es angenehm, sobald man aber in den Schatten kommt fröstelt es uns. Bei einem Stopp an einer Tankstelle (Luftdruck prüfen und korrigieren, Tee und Kaffee trinken, Austreten) ziehe ich meine gefütterte Jacke unter die Moppedjacke. Anja hatte die Softshell bereits am Morgen druntergezogen. In Mallnitz landen wir auf dem Punkt! Um 13:50 Uhr geht der Zug. Wenn wir diesen verpasst hätten müssten wir eine Stunde warten. Wir sind um 13:36 da, genau zum Beginn der Verladung. Wir fahren als letzte auf den Zug und ein angestellter verzurrt unsere Moppeds. Sowohl dieser als auch der Ticketverkäufer fragen uns was wir hier wollen, es ist kalt und die Moppedsaison bereits vorbei. Dies können wir nicht so ganz nachvollziehen.

Letzter auf dem Zug zu sein hat den Vorteil dass man keinen Stress beim runterfahren hat. Moppedfahrer brauchen immer ein bisschen länger als Autofahrer da wir eben nicht nur einsteigen und losfahren müssen. Da ist es sehr angenehm dass kein ungeduldiges Auto hinter uns steht. Wir rollen gemütlich vom Zug und müssen feststellen dass die Entscheidung goldrichtig war mit diesem zu fahren. Selbst hier unten in Bad Gastein liegt Schnee! Wie hätte es erst auf 1700 Höhenmeter in Obertauern ausgesehen? Auf dem Weg zur Grenze legen wir noch einen Tankstopp ein und genießen die Sonne auf dem Rücken bei einer kurzen Pause. Dann geht es in Richtung Deutscher Grenze. Kurz vor dieser berichtet Anja dass Ari komisch kracht und der Lenker schlägt. Wir halten an und ich drehe eine kurze Testrunde. Erster Verdacht – Radlager vorne defekt. Da wir nur noch 15km bis zur Unterkunft haben beschließen wir langsam dorthin zu fahren. Wir überqueren die Grenze auf einer Ministrasse und rollen in den Hof unserer Unterkunft. Nach einer kurzen Führung durch die Gastwirtin schauen wir nochmal Anjas Mopped an. Die Diagnose Radlagerschaden verhärtet sich und wir überlegen wie wir das beste aus dieser Miesere machen. Also erstmal ein Radler aufgemacht und in den 28 Grad warmen Pool gesprungen.

Mit Blick auf die Schneebedeckten Berge überlegen wir uns zwei Pläne. Plan A: Freie Werkstatt in 5 km Entfernung – wenn diese am Montag morgen grünes Licht gibt bis Dienstag Mittag passende Lager zu haben und diese zu tauschen lassen wir das machen. Plan B: Wenn die Werkstatt das nicht schafft fahren wir auf Elli am Montag heim und direkt mit Auto und Hänger wieder her, laden Ari auf und fahren am Dienstag mit dem Gespann weiter in den bayrischen Wald.
Nach dem Baden geht es unter die heiße Dusche und dann gibt es die letzten Bureks zu essen. Wir sind noch gar nicht eingestellt auf deutsche Küche. Und die Herzlichkeit der Gastgeber in Slowenien vermissen wir auch schon. Das Land hat soviel zu bieten und wir konnten in dieser Woche nur einen Bruchteil davon erkunden. Trotzdem hatten wir viele tolle Erlebnisse und werden definitiv wieder kommen.

 

Slowenien 2020 – Tag 08 – 270km – Ogorevc

Nachdem wir eine Nacht über den ganzen Ideen geschlafen hatten und nochmal aktuelle Statistiken von Österreich gewälzt hatten. Stand die Entscheidung fest. Wir fahren nicht mehr über Cerkno, sondern wir fahren direkt von Ogorevc aus nach Deutschland. Wir legen auch keinen Zwischenstopp mehr in Österreich ein. Zu groß ist das Risiko dass wir in Quarantäne müssen. Wir suchen uns spontan ein Hotel in Berchtesgaden und buchen das für 2 Nächte um die Zeit bis zum Wellnesshotel zu überbrücken. Ich mach dazu noch ne quick’n’dirty Routenplanung um ne grobe Vorstellung von den Distanzen zu haben, dann gehen wir Frühstücken. Es regnet immer noch und so haben wir keine Eile loszukommen. Eine schöne Geste beim Auschecken ist das Lunchpaket welches wir bekommen – Apfel, Birne, 2 Flaschen Wasser. Um kurz nach 10 Uhr haben wir dann aufgepackt und der Regen hat auch aufgehört, so dass wir trocken vom Hof rollen.

In Maribor tanken wir noch und das Navi ist scheinbar der Meinung dass ich irgendwas mit eingeplant habe wofür wir eine Vignette brauchen. Ich nehme den mautfreien Alternativvorschlag für den Routenbeginn an und wir haben 22km zusätzlich gewonnen – warum das allerdings ein Plus von 50 Minuten bedeuten soll erschliesst sich mir noch nicht. Die Strecke welche das Garmin ausgesucht hat ist wunderschön. Kleinste Strassen und kurvenreich ohne Ende, so schrauben wir uns Höhenmeter um Höhenmeter empor. Dann habe ich plötzlich eine leicht hysterische Stimme im Helm – IST DAS SCHNEE??? Ja, auf 1200 Höhenmetern hat es scheinbar geschneit. Wir fahren durch eine gezuckerte Landschaft. Die Griffheizung wird angeworfen und wir sind froh dass die Lüftungen an den Kombis bereits zu waren. Es ist saukalt! Glücklicherweise bewegen wir uns nicht lange auf dieser Höhe und kommen alsbald wieder in wärmere und tiefer gelegene Gefilde. Die Zeit zu km Bilanz erklärte sich im Nachgang durch die Strecke. Man kam einfach nicht schneller voran.

Am ersten geplanten POI des Tages – einem Kloster – sehen wir ein Cafè welches Strudlij anbietet. Wir können nicht widerstehen und wollen außerdem etwas warmes zu trinken. Für Anja gibt es Tee, für mich Latte Macchiato und für jeden ein Stück Strudlij. Nach dem Essen fahren wir weiter in Richtung Süden. In Novo Mesto wollen wir dann umdrehen und in Richtung Tagesziel wieder nach Norden fahren. Der Weg „runter“ ist relativ unspektakulär. Zügig zu fahrende Strassen, meist herrscht Unklarheit wie schnell wir gerade legal fahren dürfen, also passen wir uns an die Slowenen an. Der Herbst ist definitiv da. Die Bäume verfärben sich und die Wälder beginnen zu leuchten. In Novo Mesto machen wir Bilder der Stadt wie sie sich in der Krka spiegelt. Dann folgen wir dem Fluss bis zum Grad Otocec. Eine Burg welche ein Luxushotel beherbergt. Die Burg ist aufgrund der Bewirtschaftung in einem super Zustand und auch hier machen wir einige Bilder. Sie liegt malerisch auf einer Insel in der Krka.

Der weitere Streckenverlauf ist der Hammer. Es geht an Flüssen entlang durch Täler. Der Strassenbelag ist super, die Wege sind nicht zu klein und nicht zu gross, es herrscht quasi kein Verkehr und wir kommen mal wieder so richtig in einen Flow. Es ist wie fliegen. So vergehen die letzten km recht flott und trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit macht das Fahren noch Laune. Kurz vor der Unterkunft tanken wir nochmal voll und beschließen nichts zu Essen zu kaufen. Wir sind mal wieder satt. Das geht uns im Balkan irgendwie immer so dass wir nach ein paar Tagen mal eine Essenspause brauchen. Die Hausherrin der Tourist Farm Artisek begrüsst uns mit einem Birnen und einem Honigschnaps und spendiert uns noch eine Kanne mit selbstgemachter Holunderlimonade. Einfach lecker! Wir sind die einzigen Gäste und haben das ganze Haus für uns. Die Zimmer sind der Hammer und die Lage des Hauses auf einem Bergkamm ist einfach genial. Schade dass wir nicht länger bleiben.

Ich schaue noch die Moppeds durch – Öl nachfüllen, Ketten spannen, sonst fällt mir nichts ungewöhnliches auf, dann sitzen wir gemütlich im Zimmer, trinken Tee und essen noch das Obst aus dem Lunchpaket. Die Route für morgen sollte uns über Obertauern (1700 Höhenmeter) führen. Aber nachdem wir heute schon auf 1200 Meter Höhe Schnee gefunden hatten konsultieren wir ein paar Webcams und planen nochmal um. Die Tauernschleuse sollte uns helfen unterhalb der Schneefallgrenze zu bleiben. Anja begrüsst diese Planung sehr. Sie hatte schon Angst dass sie erfrieren muss. Das Bett ist kuschelig und so schlafen wir zügig ein.

Slowenien 2020 – Tag 07 – Citywalk Maribor

Als wir ausgeschlafen aufwachen regnet es. Es hatte irgendwann heute Nacht begonnen und sollte heute den Tag über auch nur ab und an kurze Regenpause geben laut Vorhersage. Uns ist das egal da wir heute eh nicht fahren wollen. Wir gammeln noch etwas im Bett und gehen um 9 Uhr Frühstücken. Eier mit Speck, Wurst und Käseauswahl, Aufbacksemmeln und Brot – solide, aber nix Besonderes. Nachdem wir satt sind verkriechen wir uns nochmal ins Bett. Ein bisschen Planung für morgen und wie wir das neue Covid19-Risikogebiet in Slowenien auf dem Weg nach Piran umfahren. Wir wollen ja schließlich noch an die Küste und ein bisschen baden. Um 13:44 fahren wir dann mit dem Bus nach Maribor rein. Vormittags hat es relativ wenig geregnet, just als wir im Bus sitzen fängt es wieder an. Als wir am Glavni trg aus dem Bus aussteigen legt es so richtig los. Also erstmal die Jacken anziehen, die Regenhülle über den Rucksack und die Duschhauben – ja die Duschhauben! Das wichtigste Equipment des Fotografen! – über die Kameras gezogen. Dann legen wir los.

Wir schauen uns das Rathaus an und laufen durch die Fussgängerzone zur Drava (Drau). Hier liegt das Lent Viertel durch welches wir wieder in die andere Richtung zurück laufen. Das Haus der alten Rebe (die älteste noch Früchte tragende Weinrebe der Welt) steht auch hier im Lent Viertel. Wir bestaunen diese und machen ein paar Bilder, dann geht es weiter am Ufer entlang. Wir wenden uns wieder in Richtung Innenstadt und sind alsbald am Denkmal des nationalen Befreiungsschlages (Spomenik) welches von den Slowenen den Spitznamen „Kojak“ bekommen hat. Während ich ein paar Bilder mache schlägt Anjas Spürnase an – da ist ein Kaffeehaus (Moja Kavarna) und die haben Kuchen – Ich stelle sofort das Fotografieren ein – eine Frau die Kuchen gewittert hat darf man nicht warten lassen. Happy Wife – happy life! Wir setzen uns innen in eine Ecke und der Kellner präsentiert uns die Kuchenauswahl. Anja nimmt ganz unerwartet eine Torte mit Marzipan, ich wähle zwei Teile *g* eine Nutellatorte und ein Glas mit dreierlei Schokoladen. Die Kuchen sind ein Gedicht, Kaffee und Tee auch. Als wir das Kaffeehaus wieder verlassen hat es aufgehört zu regnen und wir wollen in die Franziskaner Kirche. Leider ist diese abgeschlossen und so suchen wir das Stadtschloss. Wir umrunden dieses einmal bevor wir realisieren dass wir es bereits gefunden haben.

Nun schlendern wir etwas planlos durch die Gassen und lassen uns einfach treiben. Immer wieder gibt es kurze Schauer. Wir kaufen ein neues leeres Notizbuch für Anjas Reiseaufzeichnungen. Die Kathedrale besichtigen wir auch noch und haben ehrlich gesagt beide am nächsten Tag bereits vergessen wie es innen ausgesehen hat. Lediglich an eines erinnere ich mich noch deutlich. Es gibt hier „neue“ Buntglasfenster. Sie wurden zum Besuch des Papstes 1999 eingesetzt. So etwas sieht man nicht so häufig in Kirchen. Meist sind die Fenster sehr alt. Da wir bereits den Bus um 20:30 erwischen wollen gehen wir früh Abendessen. Wir haben ein bosnisches Gasthaus rausgesucht und beginnen dort bereits um 17:30 mit einem Weißwein den Tag ausklingen zu lassen. Ich wähle eine Grillplatte mit Cevapcici, Rasnici, Hähnchen und Brot. Anja entscheidet sich für Kalb mit einer Pflaumen-Refosk-soße und Spinatreis. Als Nachtisch gibt es mit Walnüssen gefüllte Pflaumen in einer süßen Rotweinsoße. Das Fresskoma ist uns garantiert. Pünktlich zur blauen Stunde verlassen wir das Restaurant und ziehen nochmal durch die Stadt. Gut dass die Hot Spots sehr kompakt liegen. Am Schloss fängt es wieder an zu regnen, deshalb laufen wir zügig zur Bushaltestelle und stellen uns in einem Hauseingang unter. Leider sind wir etwas früh dran und müssen noch einige Zeit auf den Bus warten.

Die Zeit bis der Bus kommt nutzen wir für Brainstorming für die weitere Routenplanung. Das RKI hat Tirol zum Risikotgebiet erklärt. Und es scheint sich abzuzeichnen dass noch mehr Regionen in Österreich in den nächsten Tagen dazukommen könnten. Da wir irgendwie nach Deutschland zurückkommen wollen ohne ein Risikogebiet zu durchfahren, was dazu führen würde dass wir in Quarantäne müssten, beschließen wir den Slowenien Aufenthalt abzukürzen und nach Deutschland zurückzufahren. Nachdem uns der Bus zurückgebracht hatte rufen wir noch im Wellnesshotel Adams Bräu in Bodenmais an und buchen ein Zimmer ab kommenden Dienstag. Anjas Schwester ist dort und wir wollen sie überraschen. Sie hat am Mittwoch Geburtstag und so können wir gemeinsam feiern. Wie wir die Route bis Dienstag gestalten ist noch völlig offen. Wir wissen ledigich dass es morgen nach Ogorevc geht.

Slowenien 2020 – Tag 06 – 202km – Maribor

Heute schlafen wir mal aus. Kein Wecker für den Sonnenaufgang klingelt. Um Punkt 8 Uhr begeben wir uns zum Frühstück welches uns heute Nina – Markos Frau zubereitet. Wir unterhalten uns viel mit ihr über Slowenien und über unsere Reisen. Sie stammt ursprünglich direkt aus Maribor und erzählt uns ein bisschen über die Stadt. Als Gastgeberin meint sie es viel zu gut mit Essen. Sie will immer gleich nachfüllen kaum dass wir etwas gegessen haben. Wir erklären ihr dass die Kinder in Deutschland dazu erzogen wurden „aufzuessen“ und hier eine andere Mentalität herrscht als in Slowenien. Wir Deutschen lassen nichts übrig und wir Essen wie wir arbeiten, zügig und gründlich. Das muss man sich wirklich abgewöhnen! Gesund ist das nicht. Nachdem wir unsere Sachen verpackt haben (nicht ohne noch eine Flasche Chardonnay in den Klamotten zu verstecken) fahren wir um 9:45 vom Weingut.

Erst geht es noch durch die Weinberge, dann ziehen wir auf ein bisschen größeren Strassen nach Osten in Richtung kroatischer Grenze. Es läuft, wir sind mal wieder im Flow und die Strassen laden ein am Gashahn zu ziehen. An einem kleinen See stoppen wir und machen ein paar Bilder. Stress haben wir heute keinen, die Etappe ist überschaubar und morgen machen wir Pause in der Stadt.

Ich rolle gerade in einen kleinen Ort rein als ich plötzlich Polizisten vor mir sehe. Ich ahne böses. Wie schnell war ich am Ortsschild genau? Diese Frage wird mir alsbald exakt beantwortet. 76 km/h… exakt am Ortsschild. Das macht dann 2500 EUR… Glücklicherweise hat der Polizist noch eine zweite Messung vorgenommen welche ein paar Meter weiter widerspiegelt dass ich deutlich verzögert habe. 66 km/h ist die Geschwindigkeit für die ich abgestraft werde. Das macht dann 250 EUR für Slowenen und für Touristen 125 EUR. Erst glaube ich noch kurz an Nepp wegen dem direkt angebotenen Rabatt aber als dann am Laptop ganz offiziell ein Forumlar ausgefüllt wird, der Polizist noch mit dem Modelltyp des Motorades bei der Eingabe kämpft, ich digital unterschreiben muss und eine mehrseitige Quittung bekomme bin ich mir sicher das ist offiziell und korrekt. Die Frage ob ich Alkohol getrunken habe beantworte ich mit „Um diese Zeit doch noch nicht!“ und darf direkt auch noch einen Test machen. Glücklicherweise versuchen sie nicht auch noch für Anja zu kassieren die direkt hinter mir mit hereingerollt war. Ich verspreche noch ab sofort besser aufzupassen und wir zuckeln langsam weiter.

Der Fahrspass ist erstmal ein wenig gehemmt. Nicht weil ich mich so ärgere… sondern vielmehr weil wir erstmal nur noch auf die Geschwindigkeit achten. Penibel genau halten wir uns auf den nächsten Kilometern an jedes Schild. Die Slowenen hinter uns halten uns wahrscheinlich für bescheuert. Vor Ptuj legen wir nochmal einen Fotostopp ein, dann drehen wir eine kleine Runde durch die Hügel welche südlich von Ptuj liegen. Hier kommt dann auch wieder ein bisschen mehr Fahrspass auf und die Geschwindigkeiten werden wieder ein bisschen lockerer gehandhabt.

Zurück in Ptuj halten wir an der Altstadt und essen den restlichen Burek von gestern Abend, bevor wir uns noch einen Cappucino / Tee gönnen. Der Weg von Ptuj nach Maribor ist dann schön kurvig und kurzweilig. Es geht nochmal durch Weinberge und wir sehen hier fragmentierte Landwirtschaft mit Mini Maisäckern. Das sieht soviel schöner aus als die auf Effektivität getrimmten Landwirtschaftsflächen in manch anderen Gegenden. Bevor wir in unser Motel einchecken drehen wir noch eine kleine Runde in Maribor um einzukaufen. Am Lidl Parkplatz soll man fürs Parken bezahlen (Schranke), das sparen wir uns mit den Moppeds. Wir können über den Gehweg auf die Strasse rausfahren. Unser Motel (Schwarzer Baron) liegt ein bisschen außerhalb Maribors, bietet dafür aber einen großen Parkplatz. Für unseren Stadtbummel morgen gibt es eine Bushaltestelle direkt neben der Unterkunft. Wir checken ein und gammeln noch ein bisschen auf dem Zimmer. Wir waschen noch die Funktionsunterwäsche und begeben uns dann zu Wein und Pizza ins Restaurant. Vier Käse Pizza mit lokalem Slowenischem Käse. Hat nichts mit italienischer Pizza zu tun, war aber trotzdem sehr lecker! Der Hauswein (schon wieder ein Weisswein… wir sind hier einfach nicht in der Gegend für Rotwein) ist auch wieder lecker und so vergeht der Abend viel zu schnell und wir fallen mal wieder total erschöpft ins Bett.

Slowenien 2020 – Tag 05 – 241km – Rundtour wieder zur Vina Kauran irgendwo in den Weinbergen

Warum stellt Mann (Frau bleibt liegen) sich im Urlaub nen Wecker auf 6 Uhr? Richtig weil um 7 Uhr die Sonne aufgeht und man nichts verpassen will. Wir sind auf einem Hügel in den Weinbergen und wollen den Sonnenaufgang genießen und fotografieren. Schwer fällt es mir trotzdem aufzustehen. Heute beginnt hier auf dem Weingut außerdem die Weinlese und wir wollen den Anfang komplett miterleben. Also sitzen wir um 7:30 bereits vor dem Haus und warten auf die angekündigten Arbeiter.

Um 7:33 beginnt es, der erste kommt und es wird laut hier. Ein Geschnatter und lauter freudestrahlende Gesichter. Man hat den Eindruck die Leute hätten sich seit Jahren nicht gesehen und müssten sich ihre ganze Lebensgeschichte erzählen. Eine Ziehharmonika wird ausgepackt und zur Musik tanzen sogar einige. Während wir unser Frühstück inmitten der Arbeiter bekommen gibt es für diese Schnaps und Nussstrudel. Auch wir bekommen Schnaps angeboten, versuchen diesen abzulehnen mit dem Argument wir wollen ja dann noch Motorradfahren, dieses wird aber mit dem deftigen Frühstück entkräftet. Wir genießen die Zeit und lauschen als der Chef eine Ansprache macht. Dann spielt der Quetschenspieler die Arbeiter in den Weinberg und hier herrscht auf einmal wieder Stille. Wann ist diese Stimmung in Deutschland verloren gegangen? Sich zu treffen und zusammen Arbeit zu erledigen. Das ganze mit Freude zu tun. Daraus ein Fest zu machen? Bei uns muss alles immer 100% effektiv sein und die Kennzahlen müssen stimmen. Hier ist eines klar, wenn am Abend der Traubensaft in den Tanks ist und die Leute ein Fest hatten dann war der Tag gut. Ob das jetzt ein Liter mehr oder weniger ist spielt keine Rolle. Und wann ist in Deutschland die Offenheit gegenüber Fremden verloren gegangen? Wir fühlten uns zuerst wie zwei Fremdkörper inmitten der feiernden Arbeiter. Aber diese haben uns herzlich aufgenommen. Viele erkundigten sich woher wir kommen, wohin wir fahren, ob es uns hier gefällt und natürlich ob der Wein schmeckt den sie hier produzieren. In Deutschland würdest du früh vor der Arbeit höchstens ein „Geh weg“, „Lass mich in Ruhe“ oder ein „Kümmer dich um deinen eigenen Scheiß“ bekommen. Es muss sich wirklich etwas ändern an der Einstellung der Menschen!

 

Wir haben gestern spontan beschlossen noch eine Nacht hier zu verbringen und heute eine Rundtour zu fahren. Der Hausherr hat sich während dem Frühstück noch unsere Route angesehen und uns Tipps mit auf den Weg gegeben. Um kurz nach 10 Uhr fahren wir los durch die hügeligen Weinberge. Unser erster Halt führt uns ins Schloss Grad. Dieses soll so viele Zimmer haben wie das Jahr Tage hat. Einige davon kann man besichtigen und dank Audioguide müssen wir nicht einmal die Infotafeln lesen. Es ist fast nichts los und so sind wir in weniger als einer Stunde durch. Wir haben viele alte Handwerksgeräte gesehen und einiges über die Natur in der Umgebung gelernt. Unter anderem dass es hier viele Otter gibt. Das erklärt später auch ein Strassenschild „Warnung vor dem Otter“ welches Anja erst kurz als Minidino betitelt *g* bevor die Erinnerung an die Otter wieder kommt.

Die Landwirtschaft hier wird geprägt von Wein und Mais. Auf den Maisäckern ist auch gerade die Ernte in vollem Gange. Teilweise wird gedroschen, teilweise gehäckselt. Wir sehen nur einen Bauern der ganze Maiskolben erntet. In Dobrovnik fahren wir den ersten Tipp von Zlatko an: „Ocean Orchids“. Hier ist ein Tropenhaus und ein Orchideengroßhändler. Wir beschließen dann allerdings doch dies auszulassen. Bei dem guten Wetter wollen wir lieber noch mehr draußen unternehmen als uns unter Dach zu bewegen. Unser nächster Stopp liegt in Lendava. Das Vinarium ist ein Aussichtsturm im Vier-Ländereck. Das Wetter ist der Hammer und so haben wir auch den entsprechenden Weitblick von der Spitze. Ungarn, Kroatien, Österreich und Slowenien liegt uns hier zu Füssen. Außerdem gibt es am Fusse des Turmes Essensspezialitäten aus eben diesen Ländern. Der Kürtöskalacs-Stand hat leider geschlossen. Wir gönnen uns zwei ungarische Langos für mich mit Schmand, Knoblauch und Käse, für Anja mit Schmand, Kürbiskernen und Kürbiskernöl.

Die restliche Fahrstrecke wird nun etwas „langweiliger“ weil größere Strassen und weniger Kurven und Hügel. Aber so kommen wir auch etwas flotter voran. Ein letzter Sightseeingstop an einem alten schwimmend gelagerten Wasserrad welches eine Werkstatt angetrieben hat. Dann kaufen wir an einer Pekarna noch Burek und andere Leckereien für unser Abendessen. Der Verkäufer hier ist Kosovare (er stammt aus Prizren) und wir unterhalten uns ein wenig mit ihm über die Veränderung in den Ländern. Er hat aufgrund des Krieges in Albanien und in Deutschland (Berlin) gelebt. Nun ist seine neue Heimat Slowenien. Er freut sich als wir erzählen dass wir 2018 den Kosovo bereist haben und das Land toll fanden. Viel später als erwartet rollen wir um 17:45 wieder aufs Weingut. Die meisten Arbeiter sind für heute schon weg. Die Familie ist noch mit Aufräum- und Reinigungsarbeiten beschäftigt.

Wir genießen die Ruhe, sitzen noch ein bisschen draußen und schauen über die Weinberge. Um 19 Uhr sind die Arbeiten dann beendet und der Chef spendiert uns noch eine Flasche grünen Silvaner. Aber nicht ohne uns eine Führung durch die Weinkeller zu geben. Man sieht dass hier aktuell kein kommerzieller Betrieb stattfindet sondern Weinlese ist. Der Chef brennt für seine Arbeit und erzählt uns voll stolz von seinen Erfolgen mit den Weinen. Er sagt aber auch deutlich dass Weinbau sehr viel mit Glück zu tun hat und dass er sehr dankbar für dieses Glück ist. Wir probieren noch zwei verschiedene Traubensäfte welche heute erst frisch gepresst wurden. Die sind mal der Hammer!!! Am liebsten würden wir so einen Tank voll mitnehmen. Nach der Führung fahren dann auch Zlatko und seine Frau Zora nach Hause und das Weingut gehört uns wieder ganz alleine. Die Stille hier ist einfach fabelhaft. Wir genießen den Wein und essen zu Abend. Der perfekte Ausklang für diesen Tag.

Slowenien 2020 – Tag 04 – 250km – Vina Kauran irgendwo in den Weinbergen der Untersteiermark

Um kurz nach 8 Uhr saßen wir wieder vor der Speisekarte fürs Frühstück. Cappuccino, Tee, Orangensaft, eine Wurstplatte, pochierte Eier auf Bacon und Toast, ein Omelett, Käsekuchen, Müsli und eine Obstplatte haben wir verdrückt. War vielleicht ein bisschen viel, aber es war sooo lecker. Auf Moppedfahren hatten wir danach keine Lust… wir hätten uns lieber nochmal hingelegt. Aber die Unterkunft für heute Nacht war ausgesucht, die Route auf dem Navi und hier hätten wir jetzt erstmal zur Rezeption gehen müssen um die Buchung zu verlängern. Da es von der Rezeption bis zu den Moppeds nicht mehr weit war haben wir beschlossen doch einfach die Taschen zu ebenjenen zu tragen und weiter zu fahren.

 

Wir drehten nochmal eine Runde um den See, legten noch einen Fotostopp ein und verließen dann den Kessel um das Gewässer in Richtung Osten. Die DWD Wetterapp sagte voraus dass wir im Nordöstlichen Bereich von Slowenien bis Donnerstag trockenes Wetter haben. Erst am Freitag soll es dort auch mal regnen. Wir nutzen quasi wieder Max (Maxmoto aus dem Mimoto Reiseforum) sein Blue Sky Navi und „flüchten“ vor dem kommenden Regen. Weil wir grad beim Forum sind. Auf Facebook kommentiert Klaus Hübner (https://www.erlebnis-motorradreisen.com / https://www.klausmotorreise.com/) noch dass er auf nen Kaffee in Bled war… da hätte man sich ja mal treffen können. Aktuell ist er jetzt beim Bärenwirth in Masun. Diese Unterkunft wollten wir vielleicht wenn es sich ergibt auf dem Heimwärtsweg noch anfahren. Bis dahin ist Klaus allerdings auch schon wieder weiter.

Die Strecke ist heute kürzer, dafür sind die Strassen auch kleiner. Wir lassen fliegen und genießen die Kurven. Zuweilen geht es durch Hopfenanbaugebiet oder es säumen Maisäcker den Weg. Überhaupt ist der Herbst eine tolle Zeit um Unterwegs zu sein. Überall nimmt man tolle Gerüche auf. Die Erntemaschinen sind am werkeln und brechen den Boden auf. Die Natur lässt nochmal alle Farben raus und reizt unsere Sinne wo es nur geht. In Kamnik drehen wir eine kleine Runde durch den Ort und hätten fast an einem Cafè halt gemacht, aber unsere Mägen sind noch prall gefüllt vom Frühstück. So siegt die Vernunft und wir fahren nach der kleinen Sightseeingrunde wieder weiter.

In Gornij Grad schauen wir uns die Kirche an und nutzen die kostenlosen öffentlichen Toiletten. Ein imposanter Kirchenbau steht hier quasi im Nirgendwo. Wir kommen gut voran und die vielen Kurven lassen das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden. In Velenje wird das Grinsen dann an der Tankstelle noch breiter. Könnt ihr euch erinnern wann ihr zuletzt Super E5 für 1,000 EUR getankt habt? Wir uns ehrlich gesagt nicht! Beim Diesel kam das ja durchaus mal noch vor, aber Super Benzin… das ist sehr lange her. Nach Velenje ging es wieder etwas näher an die Grenze und wir kamen zurück zur Drau (Drava) dem viertlängsten Nebenfluss der Donau. Wir hatten die Drau ja schon in Österreich ein Stück begleitet, dort ist sie aber noch ein „Flüsschen“ im Vergleich zum Zustand hier. Der Fluss hat deutlich an Volumen gewonnen. Immer wieder wird er durch Staustufen für die Elektrizitätsgewinnung genutzt.

Wir sind nun im heutigen Zielgebiet der Spodnja Štajerska (Untersteiermark) angekommen, aber bis zum Ziel ist es trotzdem noch ein gutes Stück. Kurz vor Maribor wenden wir uns wieder nach Norden um noch ein bisschen Näher an die Grenze heranzufahren und in die Weinberge vorzudringen. Es sieht fast ein bisschen aus wie in der Toskana – naja die Bäume sind anders… aber es ist total hügelig und es wird einem beim Fahren fast schwindelig. Rechts, Links, Auf, Nieder, im steten Wechsel geht es so. Gegen Mittag haben wir Marko (unserem Gastgeber heute Abend) eine SMS geschrieben dass wir wohl so gegen 16:30 – 17:00 Uhr auf dem Weingut ankommen werden. Hier in den Weinbergen kommen wir aber immer langsamer voran. Die Straßen sind einspurig und teilweise in schlechtem Zustand, was uns sehr gut gefällt, aber halt auch die Fahrgeschwindigkeit senkt. In Sentilj halten wir noch an einer Bäckerei und einem Lebensmittelladen. Einen Burek, Käse, Wasser , Oliven und Brot kaufen wir fürs Abendessen ein, dann erreihen wir mit 10 Minuten Verspätung das Weingut Kauran (www.kauran.com).

Hier werden seit August diesen Jahres drei Zimmer vermietet (Zwei Doppel- und ein Viererzimmer). Marko empfängt uns mit einer Flasche Chardonnay und zeigt uns unser Zimmer. Er ist sehr beschäftigt da morgen die Weinlese beginnt und er, sein Vater und sein Bruder alles dafür vorbereiten. Scherzhalber bieten sie uns an dass wir bleiben und mithelfen können. Nachdem ich einmal mit dem Foto den Weinberg ein Stück hinab und wieder hinauf gelaufen bin lehne ich ab. Wir sind zum Urlaub machen hier, nicht zum arbeiten. Den Wein und unser Vesper lassen wir uns bei einem wundervollen Ausblick über die Hügellandschaft schmecken und genießen die Stille welche einkehrt als alle verschwunden sind. Wir sind ganz alleine hier auf dem Weingut. Erst morgen früh ab 7 Uhr kommen dann die Arbeiter um loszulegen. Wir ziehen uns bald auch zurück in unser Zimmer und planen noch den morgigen Tag. Spontan beschließen wir eine Rundtour zu fahren und noch eine Nacht hier zu verbringen. Morgen wird die Nordost Ecke Sloweniens erkundet, bevor es dann am Donnerstag in den Südosten geht.

 

Slowenien 2020 – Tag 02 & 03 – 339km & 10km zu Fuss – Bleder See

Nach 8 Stunden Schlaf darf man schonmal geweckt werden. Von selbst aufwachen muss man da noch nicht. Ist ja schließlich Urlaub. Anja hatte 10 Stunden Schlaf. Sie war gestern quasi direkt nach dem Essen ins Koma gefallen 😀
Um 8 Uhr sitzen wir beim Frühstück und lassen es uns schmecken. Um 9:15 Uhr sitzen wir auf den Moppeds und fahren los. Wir sind gespannt ob wir heute über den Predil Pass nach Slowenien rein dürfen. Laut offizieller Info sind nur wenige deutlich weiter im Süden gelegene Grenzübergänge für Deutsche gestattet. Wir glauben aber dass am Predil gar nicht kontrolliert wird. Wir werden sehen. Der Plan B sieht vor wieder zurück zu fahren und weiter östlich von Österreich nach Slowenien reinzufahren. Das heutige Tagesziel ist der Bleder See. Wir haben gestern noch ein Doppelzimmer für zwei Nächte im Hotel Triglav gebucht.

Entlang des Nationalparks Hohe Tauern fahren wir auf der alten Gerlos Strasse (Die Mautstrasse hatten wir 2015 bereits unter die Räder genommen) in Richtung Osten. Die alte Strasse wird gerade Abschnittweise saniert. Zuerst nagelneu und perfekter Asphalt, dann Baustelle und zum Ende hin alter rissiger Asphalt. Wo fühlen wir uns am wohlsten? Auf dem alten rissigen Asphalt natürlich. Für den Weg durch die Hohen Tauern wählen wir diesmal die Felbertauernstrasse mit dem Tunnel. Warum nicht den Großglockner? Es ist schließlich bestes Wetter! Es ist aber auch Sonntag und es dürfte aufgrund des super Wetters viele Tagesausflügler auf dem Großglockner geben und außerdem sind wir den schon gefahren. Die Felbertauernstrasse aber noch nicht. Der Weg hinauf zum Tunnel ist wunderbar zu fahren. Nach dem Tunnel wird es etwas langweiliger, aber die Berge links und rechts bieten einen tollen Ausblick.

Zuerst folgen wir der Isel und später ab Lienz dann der Drau. In Spittal an der Drau hatten wir 2016 auf unserem Flachköpper 5 Tage Kurztrip ans Meer in Kroatien auf dem Campingplatz übernachtet. Insofern steht auch hier fest wir wollen nicht über Spittal fahren sondern bereits vorher nach Italien abbiegen. Zwischen Hermagor und Tarvisio überqueren wir ohne Kontrolliert zu werden die Grenze nach Italien. Das soll aber nur ein kurzes Internezzo im Valentino-Rossi-Land werden. Wir wollen gleich weiter über den Passo Predil nach Slowenien. Auf dem Weg den Pass hinauf kommen uns viele Italiener und Slowenen entgegen, aber kein einziger Österreicher oder Deutscher. Sollte die Grenze wirklich kontrolliert werden? Wir haben nun doch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Man ist so etwas im Grenzkontrollfreien Europa einfach nicht mehr gewohnt. Zu jeder Zeit kann man überallhin.