Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 4 – 385km

Der Tag der Abreise. Wenn man nur 5 Tage Zeit hat, um mal schnell ans Meer zu fahren, dann muss man leider nach nur einem Tag am Meer schon wieder den Rückweg antreten. Nach einer milden Nacht holte uns der Wecker um 7 Uhr aus dem Schlaf. So langsam hatte sich der Körper wieder an Schlafsack und Isomatte gewöhnt und heute hätten wir gefühlt noch 5 Stunden schlafen können. Die Bilder vom gestrigen Sonnenuntergang noch im Kopf kamen wir nicht so richtig in die Gänge. Wir wollten vor dem Frühstück schon einiges zusammenpacken und so legten wir los. Um 8 Uhr machte der Laden am Campingplatz auf und wir deckten uns nochmals mit Brot, Aufstrich und Salami ein. Die gewohnten Rühreier brutzelten auf dem Kocher und wir genossen die letzten ruhigen Minuten. Nochmal ein Bild auf die Webcams vom Felbertauern – was ist denn das? Nord und Südseite komplett weiß. Heute Nacht hatte es geschneit. Na da sind wir mal gespannt, wie es heute Nachmittag dort aussieht.

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Nach dem Essen das restliche Zeugs gepackt, noch kurz vom Meer verabschiedet und dann ab auf die Straße. Noch einige wenige Kilometer Kroatien, dann kurz mit Tankstop durch Slowenien. Eine Bäckerei durfte uns noch zwei Burek verkaufen. Und schon waren wir in Italien. Genauer gesagt in Triest. Und zwar mittendrin im italienischen Stadtverkehr. So als Deutscher der den Straßenverkehr im Heimatland gewohnt ist, wundert man sich immer wieder wie wenig hier eigentlich passiert. Scheinbar völlig chaotische Zustände (ja ich weiß aus Erzählungen dass es noch deutlich schlimmere Länder gibt) funktionieren hier einfach. Rote Ampel? Völlig egal, einfach drüber. Fahrspuren? Fehlanzeige, irgendwie kommt man schon durch. Nun ja, zu dritt auf zwei Motorrädern erforderte es ein wenig Gewöhnung und erhöhte Aufmerksamkeit hier unbeschadet durchzukommen.

Wir fuhren noch ein wenig am Golf von Triest entlang, bis kurz vor Monfalcone, dann bogen wir ab in Richtung Udine. Die Landschaft hier ist eher als langweilig zu bezeichnen. Das schönste war der Blick auf die Berge vor uns, denen wir uns unaufhörlich näherten. Dunkle Wolken hingen über Ihnen und verheißen nichts gutes. Noch aber hatten sie Zeit sich zu verziehen. Udine umfuhren wir großzügig und richteten uns nun nach Tolmezzo aus. An einer Tankstelle legten wir noch eine Pause ein, um die Burek zu verdrücken. So gestärkt querten  wir den Tagliamento und fuhren am Lago di Cavazzo entlang.

In Tolmezzo mussten wir einen Verkehrsunfall zweier Autos umgehen und folgten danach dem Fluss But. In den Bergen geben die Täler den Weg vor. Langsam ging es auch ein wenig höher. Der Plöckenpass / Passo di Monte Croce Carnico brachte uns auf einer Höhe von 1357m über die Grenze nach Österreich. Die dunklen Wolken hatten sich komplett verzogen und wir fuhren unter blauem Himmel dahin. Schnell ging es wieder einige Höhenmeter hinab und wir folgten erst der Drau und dann der Isel, um uns dem heute höchsten Punkt zu nähern, dem Felbertauerntunnel. Hier lag heute morgen noch frischer Schnee. Bei unserer Ankunft am Felbertauern gegen 17 Uhr war davon auf der Südseite nichts und auf der Nordseite fast nichts mehr zu sehen. Wir hätten noch einige Höhenmeter mehr überwinden müssen um eine geschlossene Schneedecke wie am Morgen vorzufinden.

Über Mittersil und Kitzbühel ging es vorbei am Skigebiet Wilder Kaiser im Brixental. Das Tagesziel rückte in greifbare Nähe. In Kufstein kauften wir in einem MPreis ein, um uns mit Gösser Kracherl und Ringo einzudecken. Die letzten Kilometer nach Vorderthiersee zum Campingplatz Hiasenhof zogen sich gefühlt nochmal ein wenig. Der See liegt ruhig in seinem Talkessel. Kurz nach Ankunft am Platz fing es an, ein wenig zu nieseln. Schnell stellten wir die Zelte auf, nur um festzustellen, dass es direkt nachdem sie standen aufhörte zu regnen. Der Abend war bereits fortgeschritten und es wurde zunehmend kühler. Erst recht, wenn man vom Mittelmeer kommt. Die Mädels bereiteten das Abendessen zu, während ich nochmals ein wenig mit den Graufilter vor der Kameralinse am See spielte. Das warme Essen tat gut nach diesem anstrengenden Tag. Die Nacht würde kühl werden und so kuschelten wir uns nach dem Essen schnell in die Schlafsäcke, um morgens fit für den endgültigen Heimweg zu sein.

 

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 2 & 3 – 313km

Die Kühle der Nacht noch in den Knochen begrüsste uns der zweite Tag unserer Reise wieder mit bomben Wetter! Blauer Himmel und Sonne lockten uns schnell aus dem Zelt und machten das Frühstück gleich viel angenehmer. Rührei vom Benzinkocher, dazu Toasties und Brioche mit Marmelade. So gestärkt packten wir die Zelte und starteten in die zweite Etappe. Heute standen Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien auf dem Programm. Und zum Tagesabschluss noch das Wichtigste: Unsere Ankunft am Meer.

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Wir folgten der Möll, welche in die Drau übergeht. Ein Fluss ist immer ein Garant für Kurven. So auch hier. Nach knapp 100 km Kurvenhatz in den Bergen, überquerten wir die erste Grenze des Tages. An Italien wollten wir uns aber erst gar nicht gewöhnen, verließen wir das Land doch direkt wieder über den Passo di Predil. Der größte Anteil des heutigen Tages sollte durch Slowenien gehen. Angefangen mit dem Triglav Nationalpark. Den Vrsic Pass hatten wir bewusst ausgelassen, da die Höhe noch Schnee versprach, welchen wir meiden wollten. Ein kurzer sehnsüchtiger Blick zum Mangart zeigte, dass dieser noch gesperrt ist. Später sollte ich noch lesen, dass er nach 4 km Fahrtstrecke tatsächlich unpassierbar für Kräder ist. Gut, dass wir es nicht versucht haben. Inzwischen zum dritten mal hier vorbeigefahren und das Wetter oder die Schneelage verhindern das befahren. Aber das werden wir irgendwann noch nachholen.

Den Triglav Nationalpark verlassen wir entlang der Soca. Ein Fluss, der uns immer wieder mit seiner Wasserfarbe in seinen Bann zieht. Schon einige Male folgten wir seinem Lauf, daher kamen uns die Straßen bereits wohlbekannt vor. Srpenica, Kobarid und Tolmin ließen wir zügig hinter uns und eilten gen Nova Gorica. Hier verabschiedeten wir uns von der Soca und drehten nochmal ab, um parallel zum Meer weiterzufahren. Triest und die Italienische Küste wollten wir uns für den Rückweg aufsparen. Der nächste Wendepunkt kam mit erreichen der A1. Entlang dieser nahmen wir nun endlich das Salzwasser ins Visier. In Koper, der einzigen Seehafenstadt Sloweniens, kam die Adria zum ersten mal in Sichtweite und führte zu unruhigem Zappeln auf meinem Soziusplatz. Ein paar wenige km galt es allerdings noch auszuhalten. Ein Stück unterhalb von Umag  kamen wir gegen 16:30 auf dem Campingplatz Finida Umag an. Bevor die Zelte aufgeschlagen wurden, musste erstmal das Meer angefasst werden. Ein moderner, sehr gepflegter Platz erwartete uns. 

Schnell beide Zelte aufgestellt und in Badesachen geworfen. Ja richtig, Mai – Pfingsten – Adria – Baden. Wenn man schon am Meer ist, dann muss man auch rein. Der erste Versuch direkt am Hauptstrand des Campingplatzes lies Ernüchterung aufkommen. Nicht wegen der Temperatur, die war überraschend angenehm, sondern wegen dem Untergrund. Dieser erinnerte eher an einen Badesee. So wanderten wir erstmal ein Stück und starteten einen zweiten erfolgreichen Versuch.

Glücklich und zufrieden futterten wir uns nach einer heißen Dusche durch unsere Vorräte. Experimentierfreudig wollten wir mal versuchen Thunfisch im Öl direkt in der Dose zu kochen. Verfeinert mit ein wenig Kräutern, Zwiebeln und Knoblauch überraschte uns das Experiment derartig, dass wir es zwei Tage später direkt wiederholten. Die Nacht gestaltete sich bei 12 Grad recht angenehm. Und unser Tag am Meer erlaubte uns am Montag in Ruhe auszuschlafen.

Der erste Weg führte uns noch vor dem Frühstück in den kleinen Markt des Campingplatzes, um uns mit frischen Eiern, Weißbrot, Linolada und Salami auszustatten. So konnte das Frühstück kommen. Den ruhigen Tag nutzten wir um die Bucht zu Fuss etwas mehr zu erkunden und das Fotoequipment rauszuholen. So kamen zum ersten Mal die neuen Graufilter zum Einsatz. Ich durfte mit der Technik spielen, die Mädels spielten im Meer und alle waren glücklich.

Mindestens einmal sollte man sich was gönnen und außerdem hat man ein Land erst wirklich bereist, wenn man landestypisch gegessen hat. Also wanderten wir zum Abendessen zur 1,3 km entfernten Gostionica More. Hier wählten wir landestypische Vorspeisenplatten und eine große Fischplatte. Die Bestellung führte dazu dass uns der Kellner aufforderte, an einen größeren Tisch zu wechseln. Wir hätten es ahnen sollen… Hungrig haben wir in Kroatien noch nie ein Lokal verlassen. Die Fischplatte für zwei kam und meine Mädels machten große Augen. 2 Doraden, 2 Wolfsbarsche, 4 Scampi, ein Berg Muscheln, Tintenfischtuben und dazu noch Salzkartoffeln und Mangold schienen unbezwingbar. Ich erbarmte mich und unterstütze sie nachdem ich meinen gemischten Tintenfisch (paniert, gegrillt, gefüllt) verdrückt hatte, nach Leibeskräften. Gemeinsam bezwangen wir den schier unendlichen Berg an Essen. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf, den Sonnenuntergang noch am Meer zu genießen, bevor es wieder ins Zelt ging. Morgen früh hieß es wieder packen und es geht ab zurück in die Kälte.

Kurztrip: Pizzaessen am Reschenpass – 1120km

2015 war das Jahr mit unseren meisten Touren bisher. Genau aus diesem Grund hinke ich mit den Berichten ein wenig hinterher. 3 Wochenenden nacheinander unterwegs und dann eine drei Wochen Tour. Das genießen war mir dann doch wichtiger als das Bloggen *g* Überhaupt eine interessante Perspektive die Rolf Henniges in seinem Buch Endstation Abfahrt aufgreift. Ist das Posten tatsächlich wichtiger als das Erleben? Für mich ist das Posten eigentlich eine Art zu reflektieren und Erinnerungen zu bewahren. So eine Art Tagebuch an dem ich euch teilhaben lasse.
Pizzaessen – das kann man einfach beim Italiener um die Ecke, oder man kann es auf einer Tour mit Freunden weit weg tun. Der Begriff „Pizzaessen“ stand für einen Freund immer für eine Tour zur Pizzeria Hans am Reschenpass. Leider fanden wir nie die Zeit diese Tour mit ihm zu fahren. Dieses Jahr traten wir sie in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe aus seinen Freunden an. Nur einer fehlte. Er selbst. Wir hatten zu lange gewartet bis wir die Zeit fanden diese Tour zu fahren, er konnte uns leider nicht mehr begleiten.

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Wir starteten am Freitag den 4.9.2015 um 13 Uhr in Richtung Reschenpass. Als Treffpunkt hatten wir die Aral Tankstelle in Merkendorf auserkoren. Hier trafen wir uns zu fünft, um über Donauwörth, Augsburg, Landsberg am Lech und Füssen zügig Deutschland hinter uns zu lassen. 3 Mann waren bereits unterwegs, mit Ihnen wollten wir uns dann am Reschenpass treffen. Das Wetter war uns hold. Wir hatten zwar keinen Sonnenschein, aber es blieb trocken. Seit langem führte ich mal eine Ausfahrt nicht an, sondern reihte mich brav hinter unserer perfekten Reiseleiterin Sandra ein. Der späte Start erforderte zügiges Vorankommen, trotzdem wollten wir nicht stur die schnellste Route fahren. Sie hatte dies perfekt berücksichtigt. In Österreich folgten wir erstmal dem Lechtal, um dieses dann übers Hahntennjoch in Richtung Imst zu verlassen.

Von Imst nach Landeck fuhren wir parallel zur Autobahn, um uns dann von der B180 über Prutz und Nauders bis zum Reschensee bringen zu lassen. Das Hallo im Hotel Garni Wallnöfer war dann groß, als wir zum einen auf die drei Vorangefahrenen trafen und zum anderen auf Wirtin Elisabeth. Jeder von unserer Gruppe war bereits mindestens einmal hier eingekehrt und daher bereits bekannt. Da es inzwischen 20 Uhr war, zogen wir uns nur noch schnell um und starteten auch gleich mit dem hoteleigenen Bus zur Pizzeria Hans am Reschen. Nach einem ausgelassenen Abendessen sammelten wir noch Ideen, was wir am Samstag so tun wollten.

Samstag morgen beim Frühstück kam dann die wettertechnische Ernüchterung. Es regnete und alle waren irgendwie träge. Nach einigem Hin und Her starteten dann Stelli, Michl, Bernd und ich um die Kaunertalergletscherstrasse zu fahren. Der Rest der Truppe blieb erstmal im Hotel um zu chillen. Stelli übernahm die Führung und so tauchten wir über Prutz ins Kaunertal ein. Hier empfing uns Nebel und immer wieder Kühe auf der Fahrbahn, da scheinbar gerade Almabtrieb war. Eine echt praktische Kombi – schlechte Sicht, extrem verschmutzte Fahrbahn, kombiniert mit einer hohen Anzahl an mobilen Hindernissen. Egal der Gletscher rief. Die letzten 300 Höhenmeter der insgesamt an diesem Tag erreichten 2750 Meter über Null, begleitete uns dann einsetzender Schneefall. In der Talstation der Gletscherbergbahn kehrten wir ein, um uns was warmes zu Trinken und einen kleinen Snack zu gönnen. Die Blicke hier waren göttlich. Weit und breit keiner zu sehen, außer uns vier Motorradfahrern. Für den Rückweg beschlossen wir, noch ins schweizerische Zollausschlussgebiet Samnaun zum Tanken zu fahren, bevor wir wieder in Richtung Hotel durchstarten wollten.

Hier erreichte uns eine Nachricht, dass unsere Mädels und Rainer inzwischen auch zu einer kleinen Runde über den Ofenpass aufgebrochen waren. Wir beschlossen, spontan entgegengesetzt Ihrer Route zu fahren. Das Wetter klarte auf und so konnten wir noch einige schöne km genießen. Tatsächlich begegneten wir auch unserer anderen Hälfte, was ein wenig zu Verwirrungen bei Ihnen führte. Kurz nach 18 Uhr endete dann die Tour des Tages wieder am Hotel und der Abblauf von Freitag Abend wiederholte sich. Duschen, umziehen, Taxibus zur Pizzeria, Essen, Route für den nächsten Tag planen, schlafen.

Den Sonntag begannen wir nach einem regionalen Frühstück und der Verabschiedung von Wirtin Elisabeth mit ein paar wenigen Kilometern zum Kirchturm im Reschensee. Hier nutzte jeder den Aufenthalt um einige Erinnerungen an unseren gemeinsamen Freund aufleben zu lassen. Es war nochmal eine Art Abschied zu nehmen. Nachdem wir heute keinen Zeitdruck hatten, sollte der Rückweg etwas gemütlicher ausfallen, als der Hinweg. Der Weg von Prutz nach Imst führte uns diesmal über die Pillerhöhe und den Gacher Blick.

Eigentlich hatten wir geplant, über den Fernpass in Richtung Garmisch zu fahren. Diese Idee hatten aber scheinbar einige Leute mehr als wir. Kurzerhand wichen wir über Mittenwald aus, ich übernahm für den ungeplanten Teil die Führung der Gruppe. Kurz vor der deutschen Grenze, um 13:56 nahm dann das Übel seinen Lauf. Bisher hatte ich den Mitas E07 immer für den Grip in jeder Lage und auf jedem Untergrund gelobt. Gusseiserner Gullideckel, im nassen Zustand, in Schräglage bringt auch diesen Reifen an seine Grenzen… oder darüber hinaus. So schnell ich dalag, stand ich auch schon wieder. Bisschen ungläubig, dass es mich – also ausgerechnet mich – gelegt hatte. Kurzer Check ob alles ok ist, Koffer wieder anhängen, mit Spanngurt sichern, Krönchen richten, und weiter gings. Ein bisschen zaghafter jetzt und mit mehr Vorsicht vor den Gullideckeln.

 

Ab Garmisch übernahm wieder unsere Reiseleiterin Sandra die Führung und brachte uns unspektakulär, bei aufklarendem Wetter, über angenehm geschmeidig zu fahrende Strecken nach Hause. Insgesamt ein echt schönes Wochenende mit einer saucoolen Truppe.

Ein Fazit bleibt:
Aus einem „bald“ sollte man viel öfter ein „jetzt“ machen, bevor daraus ein „Nie“ wird!

Roma – die ewige Stadt

Der Urlaub ist nun schon eine ganze Zeit her, jedoch scheint Tobi nicht so recht die richtigen Worte zu finden… Deshalb versuche ich heute mal mein Glück und hoffe das Erlebte irgendwie in Worte fassen zu können.

Tobi ist ja schon ein erfahrener Rom-Urlauber und machte mir diese Stadt schon lange schmackhaft. Da im November 2014 noch Urlaub zur freien Verfügung stand, wollten wir diesen Städtetrip in Angriff nehmen. Das Wetter ist im November eigentlich ideal um Rom zu besuchen, es ist nicht mehr heiß, aber immer noch warm genug, um im T-Shirt mit einem Eis in der Hand die Sonne genießen zu können.

Viele Eindrücke aus Erzählungen geisterten durch meinen Kopf und ließen mich anfangs mit gemischten Gefühlen in die Planung mit einsteigen… Anfahrt mit dem Bus, Taschendiebe an jeder Ecke, mächtige Bauwerke und entsprechend viele Touris, keine öffentlichen Toiletten, und unglaublich viel zu laufen…

Eines stand für mich fest: ich würde mich keine 15 Stunden in einen Reisebus setzen!
Damit war das Flugzeug unsere erste Wahl. Wir buchten über Lufthansa mit Abflug und Ankunft in Nürnberg. Da keine Direktflüge möglich sind, starteten wir unsere 7-tägige Reise am Samstagmorgen um 06:50 Uhr mit dem Flug nach Düsseldorf bei aufgehender Sonne, stiegen in Düsseldorf um, überquerten bei strahlendblauem Himmel die Alpen und landeten planmäßig um 13:25 Uhr in Rom.

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Vorher haben wir uns – soweit möglich – mit den vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel und den passenden Tarifen für uns vertraut gemacht. Wir kauften Tickets für den Leonardo Express, der uns innerhalb einer halben Stunde, ohne Stopps vom Flughafen zum zentral gelegenen Bahnhof Termini brachte. Mein erster Eindruck, der sich während der Zugfahrt entwickelte, bestätigte sich, als sich die Türen des Zugs öffneten und uns eine Wolke nicht sehr angenehmer Gerüche umfing. Großstadt gepaart mit südlichen, schwülen Temperaturen…

Unsere Unterkunft für diese Woche – das Hotel Milton Roma liegt nur ca. 10 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Nachdem kein Plan zu finden war, der uns einen annähernd guten Überblick über die Haltestellen der Öffentlichen Verkehrsmittel gibt, beschlossen wir das Hotel zu Fuß zu suchen.

Also Koffer gepackt und raus aus der Bahnhofshalle… 1. Lektion: Bloß nicht stehen bleiben! Vor dem Bahnhof lungern viele Taschendiebe, man wird von oben bis unten gemustert und wenn sich was leicht Abzugreifendes findet angesprochen, abgelenkt und … bestohlen. Aber! Wir waren vorbereitet, kein schickes Handtäschchen, Karten und Geld in speziellen Beuteln IN der Hose und gut erzogen: „Kind, red mit keinem Fremden!“
Je weiter wir uns vom Bahnhof entfernten, desto weniger Leute lungerten auf den Straßen herum. Wir erreichten unser Hotel und checkten erst mal ein. Das Hotel liegt super an einer U-Bahn-Station, einer Tram und Bushaltestelle.

Nachdem es schon auf Abend zuging, wollten wir uns nur noch ein bisschen die Füße vertreten und was zum Abendessen suchen.
Die erste – von unzähligen – Kirchen, die wir uns ansahen war San Giovanni in Laterano. Auf dem Rückweg stoppten wir bei einem kleinen Imbiss und holten uns ein paar Stücke Pizza. Eingedeckt mit Wasser und Keksen verschwanden wir aufs Zimmer und planten den nächsten Tag.

 

Im Vorfeld hatten wir schon geklärt, dass uns der Romapass (Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Ermäßigung bei verschiedenen Eintritten) nicht zusagt. Das Ticket hat nur 3 Tage Gültigkeit und wir bräuchten damit 4 Stück. Das macht einen Betrag von 144 EUR. Dem entgegen steht das CIS Ticket: 6 Tage gültig, alle Verkehrsmittel inbegriffen und kostet nur 24 EUR pro Person.

 

Also stiegen wir am nächsten Tag nach einem ausgiebigen Frühstück erst mal in die Metro. Wir starteten im Norden mit der Grünanlage Villa Borghese, schlenderten einmal quer durch den Park und verließen ihn über die Piazza Flaminio. Weiter ging es über die Piazza del Popolo in kleine Gassen voller Künstler. Und dann fanden wir sie: die Piazza di Spagna.. und damit die Touristen. Wir ließen uns auf der Spanischen Treppe nieder und  machten erst mal ein Päuschen.

Die ständigen Angebote doch einen „Selfie-Stick“, Rosen oder Knetgummifiguren zu kaufen, scheuchten uns wieder auf und wir machten uns, vorbei an der Fontana del Tritone, auf den Weg Richtung Fontana di Trevi.
Der Trevibrunnen wurde mir als ein Highlight immer wieder nahegelegt, den müsse man mal gesehen haben und dann das: Kein Wasser, von unten bis oben eingerüstet und von Touris umringt, so dass es schwer war, auf das bisschen Unverhüllte einen Blick werfen zu können.
Ein wenig enttäuscht ließen wir uns durch die Gassen treiben, wir überquerten die Piazza Colonna und Piazza di Montecitorio und standen vor dem Pantheon.
Die Atmosphäre im Pantheon hat nicht viel mit einer Kirche gemein. Immer wieder müssen die Leute in den verschiedensten Sprachen daran erinnert werden, dass sie eigentlich in einer Kirche stehen und sich auch entsprechend verhalten sollen.

Von da aus strebten wir auf die Piazza Navona zu. Hier angekommen, ließen wir uns erst mal nieder und genossen die Eindrücke… Straßenkünstler, geschäftiges Treiben, Leute aus aller Welt.

Die Mittagszeit war schon lange um und so langsam meldete sich der Hunger.
Der Campo de Fiori war schnell erreicht und nach einem Gang durch die Marktstände entschieden wir uns, in der Hosteria Romanesca etwas zu essen.

Ein sympathisches kleines Restaurant, nicht aufdringliches, nettes Personal und absolut leckere Nudeln!

Für den ersten Tag war unser Bedarf an Sehenswürdigkeiten eigentlich gedeckt… Der Rückweg zum Hotel dauerte aber länger als gedacht. Nachdem es unmöglich ist, einen Busplan und noch dazu Abfahrtszeiten zu finden, stiegen wir einfach mal ein und landeten am Piazza Vittorio. Nach einem Fotostopp bei dem wir die golden schimmernden Bauten bei untergehender Sonne einfingen, landeten wir mit Bus und U-Bahn am Colosseum. Und, welch „dummer Zufall“, genau zur blauen Stunde. Die Chance musste ergriffen werden.

 

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des Vatikans. Tobis Erfahrung ließ uns bei Zeiten loskommen. Das Ziel: spätestens um 10 Uhr am Petersplatz zu sein.
Von allen Seiten strömten die Menschen auf den Platz. Um nicht so viel Zeit zu verlieren, stellten wir uns gleich mit in die Schlange, welche schon drei Viertel des Petersplatzes umfasste.
Es ging schneller als gedacht und nach einer guten halben Stunde standen wir auch schon an, um auf die Kuppel zu gelangen. Der Aufstieg ist nichts für Klaustrophobiker. Enge, schräge!! Gänge schlängeln sich an der Kuppelinnenseite nach oben. Aber der Ausblick entschädigt.

Wieder unten angekommen, standen wir im Petersdom und obwohl gerade ein Teil auf Grund eines Gottesdienstes nicht zugänglich war,  ist dieses Gebäude riesig.

Zum Petersdom gehört auch die Engelsburg, hier wollten wir den Nachmittag verbringen…. Und standen vor verschlossenen Türen. Die Engelsburg kann an Montagen nicht besichtigt werden.

Etwas planlos wandern wir am Tiber entlang und überlegen, was wir mit den restlichen Stunden anfangen. Der Marco Polo Reiseführer schlug einen Stadtspaziergang über den Gianicolo bis Trastevere vor. Gesagt – Getan – also eigentlich: Gelesen – Gelaufen! Das Wetter war herrlich und wir ließen uns Zeit. Der Gianicolo ist üppig grün, was eine schöne Abwechslung zur sonst so zugebauten Stadt darstellt. Unten angekommen finden wir uns in Trastevere wieder.

So stellt man sich Rom vor. Kleinste Gassen, Blumentöpfe und Ranken an jedem Balkon, Restauranttische vor den Häusern, Wäscheleinen dazwischen und Rollerfahrer, die einem die Füße platt fahren…. Herrlich!
Die Zeit verging wie im Flug und schon waren wir wieder auf dem Weg zum Hotel.

 

Tag 4 war definitiv der dreckigste Tag! Wir begannen am Colosseum und gingen danach direkt ins Forum Romanum und auf den Palatin. Steine über Steine und es ist kaum vorstellbar, was zu damaliger Zeit bautechnisch schon möglich gemacht wurde.