Schottland 2019 – Tag 4 – 259 km – Sandhead Bay

Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßten uns, als wir um kurz vor 7 Uhr aus dem Zelt krabbelten. Jetzt galt es wieder einen Rhythmus zu finden. Frühstück machen und Sachen packen. Wir brutzelten uns Rühreier auf dem Kocher und tranken warmen Tee. Dann musste das ganze Zeugs wieder auf die Moppeds. Unsere Platznachbarn staunen nicht schlecht wie klein mancher Gegenstand (z.B. die Helinox Stühle) verpackbar ist. Schnell noch Zähne geputzt und dann waren wir um 10:30 Uhr auch schon startklar…. 3,5 Stunden für wach werden, Frühstück und packen… da muss noch bisschen Öl ins Getriebe.

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Wir fuhren auch heute wieder kleine und kleinste Straßen. Ich hab gestern ganz vergessen zu erwähnen, dass wir schon das erste „Castle“ gesehen haben. Die Eintritte für einen alten Steinhaufen sind ganz schön ordentlich und würden sich gewaltig aufsummieren wenn wir in alle alten Festungen oder Schlösser rein wollten. So werden wir die meisten wohl nur von außen bestaunen. Heute stand das Drumlanrig Castle als erster Poi auf dem Plan. Die Zufahrt zum Schloss ist schonmal imposant. Allerdings wurde uns auch gleich erklärt, dass das Gebäude heute geschlossen ist und nur die Gärten besichtigt werden können. Das schenkten wir uns und suchten uns lieber im Wegfahren noch einen anderen interessanten Blickwinkel aufs Gebäude.

Mit Dumfries hatten wir auch heute wieder eine größere Stadt zu durchqueren. Der Linksverkehr lief inzwischen schon viel besser, aber in Städten erforderte es immer noch 110% Aufmerksamkeit, um keinen Fehler zu machen. Wir fuhren an einer Bäckerei vorbei und dachten uns später, dass wir hätten halten sollen um zu gucken was es hier so an Auswahl gibt. Zu spät…
Der nächste Poi war Caerlaverock Castle, die Ruine einer ehemaligen Wasserburg. Vom Wasser sieht man nichts mehr und der Anblick vom Parkplatz aus regte uns nicht dazu an, Eintritt zu bezahlen und so ging es nach einem Müsliriegel gleich wieder weiter. Erstmal zurück nach Dumfries um uns dann wieder mit einem Schwenk an die Küste in Richtung Westen zu bewegen.
In New Abbey stoppten wir spontan an der Ruine der Sweetheart Abbey und nutzten den kostenlosen Zugang, um uns diese ein wenig anzugucken. Im Souvenirshop und Imbiss nebenan erstand ich zwei lokale Süßwaren… beim Biss in das erste Stück meinte ich, ein überdimensionales Aftereight mit Haferflocken im Mund zu haben… Gut ist was anderes… aber wenigstens war das zweite Teil (Chocolate & Fudge) nach unserem Geschmack. Im Weiteren Straßenverlauf habe ich bei der Planung wohl ein glückliches Händchen gehabt. Zahlreiche andere Motorradfahrer bestätigten, dass es sich wohl um eine sehr beliebte Strecke handeln muss. Kurve an Kurve fuhren wir uns in eine Art Rausch und nahmen fast nichts mehr neben der Strecke wahr.

In Newton Stewart tankten wir die Motorräder auf und deckten uns in einem Coop mit Lebensmitteln und Getränken für den Abend ein. Nun ging es noch ein Stück auf der A75, einer Mainroad, relativ zügig und gerade dahin, bis wir in der Sandhead Bay einen 5-Sterne Campingplatz (Sands of Luce) sahen, wo wir uns für die Nacht einquartierten. Man sollte sich den Platz aber vorher doch mal ansehen. Die 5 Sterne bezogen sich wohl eher auf die in schier unendlicher Anzahl vorhandenen Mobilehomes. Das „Wild-Camping“ Areal am letzten Ende des Platzes ist nicht sehr einladend. Aber wir waren hier in Sichtweite zum Meer, hörten das Rauschen der Brandung und wir waren komplett alleine!
Also doch nicht so schlecht wie auf den ersten Blick.

Nachdem wir uns einen Couscous Salat mit Thunfisch gemacht und vertilgt hatten, gingen wir noch eine Runde am Strand spazieren. Punktgenau als wir uns ins Zelt zurückzogen setzte der angekündigte Regen ein und uns wiegte das Trommeln der Tropfen auf der Zeltplane, gepaart mit dem Rauschen der Brandung in den Schlaf.