Balkantour 2018 – Tag 2 – 395 km – Badacsony

Wir haben geschlafen wie im Himmel. Das liegt bestimmt an der Feng Shui Ausrichtung der Zimmer in der Sandner Linde. Egal was es war, es war gut! Das Frühstück war ebenso gut wie der Schlaf und das beste, wir waren alleine beim Frühstücken. Das haben wir besonders gerne. Direkt danach bin ich zum benachbarten Landmaschinenschlosser gelaufen um nach einer Schraube zu fragen welche Elli sich abvibriert hatte. Sie konnten dankenswerter Weise aushelfen. Schnell noch gepackt und schon ging es um kurz nach 9 Uhr los.

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Erstmal durch die Berge. Die Steiermark und die Kalkalpen sind schon ein herrliches Fleckchen Erde. Keine geraden Straßen, klare Flüsse in welchen sich die Wälder und Berge spiegeln und super Strassen. Wir cruisen in einem angenehmen Reisetempo dahin und genießen den blauen Himmel. Wir folgen der Eisenstrasse und fahren auch durch Erzberg wo kommendes Wochenende wieder das Erzbergrodeo ein großes Endurorennen ausgetragen wird. Noch sieht der Ort eher aus als ob hier niemals was los sein könnte. Viele verlassene Häuser und total verschlafen.

Nach den Ausläufern der Alpen wirds eben und die Kurven werden weniger. Und dann ist es auch schon passiert. Wir sind in Ungarn. Keine Grenzkontrollen in unserer Fahrtrichtung und wir hätten es fast nicht mitbekommen, dass wir die Grenze passiert haben. Ein kurzer Stopp an einem Burger King, um die Toiletten zu nutzen, verführte uns dann doch noch zu King Nuggets und einer eiskalten Cola. Inzwischen ist es sehr warm geworden und die Cola weckt richtiggehend unsere Lebensgeister. Allerdings nicht für lang. In Ungarn ist das Landschaftsbild von Ackerbau und verlassenen Häusern geprägt. Dazwischen liegt schnurgerade die Strasse welche uns zum Balaton führt. Keine Kurven, nichts herausragend Interessantes am Wegesrand. Wir sitzen die 120 km von der Grenze bis zu unserer heutigen Unterkunft einfach ab.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben sind wir erstmal wie erschlagen. Man merkt dann doch die fast 800 km in zwei Tagen. Nach einer kurzen Ruhepause ziehen wir uns an und ziehen mit den Kameras los um uns etwas zu Essen zu jagen. Einige Fotomotive und gut 3,5 km später sitzen wir in einem Imbiss (fast alles andere hat noch geschlossen…wir sind scheinbar mal wieder außerhalb der Saison unterwegs) und trinken Gösser Naturradler zu Anjas Gulasch und meinem panierten Käse. Das wäre fast perfekt, wäre da nicht noch der Rückweg von 3,5 km bis zu unserer Unterkunft. Aber bevor wir den angehen schauen wir uns mal noch den Plattensee an. So richtig begeistern kann er uns nicht. Zum Baden gibt es halt einfach nix schöneres als die kroatische Adria! Auf dem Rückweg geht dann so langsam die Sonne unter und der Himmel zeigt sich äußerst fotogen. Lediglich wir sind mal wieder verpeilt und nicht am richtigen Ort. Aber was soll es, in diesem Urlaub liegt unsere Prio nicht auf dem Fotografieren wie auf unserem Island Trip. Diesmal geht es ums Mopped fahren und neue Länder erkunden.

Zurück im Zimmer haben wir dringend eine Dusche nötig und fallen danach fast direkt ins Bett. Nur der Bericht und das kopieren der Bilder hält noch kurz auf.

Balkantour 2018 – Tag 1 – 370km – Steinbach an der Steyr

Tag 1 einer Reise ist so wie Tag 1 einer Reise halt ist… langweilig. Zumindest ist das bei unseren Motorradreisen in der Regel so. Wir haben diesmal nicht den Samstag gewählt um loszufahren, sondern den Sonntag. Den Samstag haben wir damit verbracht in Ruhe zu packen, unsere Wohnung auf Vordermann zu bringen und nochmal ganz gemütlich mit der Familie zu grillen. Na gut, man hätte wenigstens am Samstag ein bisschen Routenplanung machen können. Routenplanung am Tag vor dem Trip? Sind wir krank? Nein! Aber wir sind so unvorbereitet wie noch nie. Ins Auge gefasst hatten wir eigentlich Rumänien, die Transfagarasan und dann ab ans Schwarze Meer. Zufällig hab ich dann gelesen dass die Transfagarasan noch gesperrt ist. Also tendieren wir jetzt mehr nach unten. Das war es aber auch schon an Planung. Das Campingzeug bleibt diesmal daheim. Wir wollen uns das auf und abbauen mal sparen.

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Am Sonntag früh schnell noch zwei Semmeln inhaliert und die gepackten Taschen in die Koffer gesteckt, schon geht es los. Was geht los? Ja genau die elende Fahrerei auf deutschen Bundesstrassen. Man kommt ja halbwegs zügig voran, aber der Spassfaktor ist auch nicht viel höher als auf der Autobahn. Mittags ein kurzer Stopp an einem Cafe. Ich kaufe mir nach dem Cappuccino Desaster in Island (ich hab ihn mir in den Schoß geschüttet) diesmal extra keinen Kaffee, sondern nur was zu essen. Doch auch dazu bin ich scheinbar nicht fähig. Ich will Anja eine Erdbeere meiner Plunder abgeben und kippe mir diese mitsamt dem Pudding der oben drauf ist in den Schoss. Ich rette was zu retten ist indem ich den Pudding mit der hohlen Hand aus meinem Schoss kratze und, wie ein Maurer den Verputz an die Wand, auf meine Plunder zurück klatsche. Um Anja ist es geschehen… Fast zehn Minuten Lachkrampf. Naja, wenigstens hat sie Spass.

Nachdem wir endlich die Grenze nach Österreich überquert haben wird es etwas kurviger und es kommt ein wenig Fahrfreude auf. Aber irgendwie ist meine Stimmung heute doof. Ich fühl mich sooo allein auf dem Mopped. Nach dem Roadtrip in Island, mit dem Mietwagen, während dem wir den ganzen Tag reden konnten ist es auf dem Motorrad ganz schön einsam. Aber das holen wir heute Abend nach. Die Unterkunft heute kennen wir bereits von unserem letzten Trip in diese Richtung. Das Hotel Sandner Linde in Steinbach an der Steyr hat uns damals schon vollends überzeugt, so dass wir dieses bereits für die erste Nacht gebucht haben.
Wir beziehen unser Zimmer und setzen uns an den Laptop um mal die nächsten 2-3 Tage zu planen. Morgen geht es an den Plattensee und dann weiter nach Serbien. Schnell auf booking.com noch eine Unterkunft am Plattensee klar gemacht und schon gehen wir zum Abendessen. Ein Carpaccio von Semmelknödeln mit Schweinebraten und Kraut später ist der erste Hunger bekämpft und wir können in Ruhe unsere Hauptspeisen genießen: Maibock Hascheeknödel mit Mostkraut und Braterdäpfel / Fiaker Gulasch vom Biorind mit Serviettenknödel, Würstel, Spiegelei und Gurkerl. Das Dessert lassen wir aus.

Zurück im Zimmer noch schnell die Route aufs Navi, den Bericht reingehackt und jetzt geht es ab ins Bett. Morgen haben wir nochmal 370km vor uns bevor wir dann ein wenig die Geschwindigkeit rausnehmen.

Sardinien 2017 – Tag 1 & 2 – Reschenpass & Lago d’Iseo – 678 km

Urlaubsplanung, das ist normalerweise ein Thema in dem wir fast schon Weltmeister sind. Anja liest Reiseführer, ich lese Foren und tüftle Routen aus. Wochen vor einem Trip haben wir dann meistens ziemlich genaue Vorstellungen was wir im Zielgebiet sehen wollen und wie die geplante Route grob aussehen soll. Hat das heuer in den Pyrenäen gerade noch so ganz gut geklappt, so ist es diesmal für unseren geplanten Sardinien Trip ganz anders. Anja hat den Reiseführer zwar gelesen, wir haben aber noch nicht ein Wort darüber gesprochen. Wir haben Fährtickets ab Genua nach Olbia und auch wieder zurück. Eine Route um nach Genua zu kommen war mit Basecamp schnell gestrickt. Augenmerk auf nicht zu hohe Pässe. Das Stilfser Joch z. B. liegt schon im Schnee. Ein obligatorischer Halt im Garni Wallnöfer am Reschensee bei Elisabeth bietet sich an. Also dort noch ein Zimmer für den ersten Abend klar gemacht. Und das war es dann auch schon. Weiter sind wir nicht mehr gekommen. Wir sind beide aktuell jobtechnisch so eingebunden dass wir abends (wenn wir mal daheim sind) einfach völlig platt umfallen. Gut, dann agieren wir diesmal eben spontaner.

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Pünktlich zum Start am 23.09.2017 hat Anja sich noch eine Grippe eingefangen und schnieft nur so vor sich hin. Die Motorräder packen wir Freitag Abends um 22 Uhr – früher hat das einfach nicht geklappt – und den Rest am Samstag morgen. Wir lassen es langsam angehen. Das Zimmer für den Abend ist gebucht und die 400km bis zum Reschen sitzen wir normalerweise auf einer Arschbacke ab. So läuft es dann auch. Um kurz vor 11 starten wir nachdem wir in einem Anflug von Aktionismus noch die Wohnung geputzt hatten. Die Strecke durch Deutschland und Österreich langweilt uns. Wir kennen sie quasi auswendig und der dichte Verkehr in Österreich trägt nicht dazu bei dass wir sie ansprechender finden. Über Füssen und den Fernpass geht es dem Tagesziel – Pizzaessen entgegen.

Kurz nach 18 Uhr rollen wir direkt in die Garage bei Elisabeth – dies führt direkt zu Verwirrung bei der Gruppe BMW Fahrer welche erstmal ein Ankunftsbier getrunken hat und nun die Motorräder nach uns in die Garage sortieren darf. Kurz umgezogen und schon sind wir dank Taxiservice auf dem Weg in die Pizzeria Hans direkt am Pass. Eine Suppe, Pizza für mich und Gnocchi für Anja später warten wir wieder auf den Fahrservice welcher um 20 Uhr die BMW Fahrer bringen sollte und uns mit zurück nehmen soll. Die Gruppe hatte wohl aber ein oder zwei Bierchen mehr und war 20 Minuten zu spät dran. Egal, wir sind im Urlaub und auf uns wartet heute eh nur noch das Bett. Anja kann den Schlaf gut gebrauchen um gegen die Grippe anzukämpfen.

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Um 7 Uhr klingelt der Wecker und schickt uns unter die Dusche. Gemütlich frühstücken und die paar Sachen welche wir ausgepackt hatten wieder verstauen. Um kurz nach 9 Uhr sitzen wir wieder im Sattel und starten in Richtung Meran. Endlose Apfelplantagen im Val Venosta und wieder sehr dichter Verkehr heben die Stimmung immer noch nicht wirklich an. Anjas Nase läuft schneller als wir fahren können. Ab Lana wird die Verkehrsdichte dann endlich besser. Wir fahren über den Passo delle Palade und den Passo del Tonale. Auf 1800 Meter kommen wir der Schneegrenze schon ziemlich nahe. Die Strecke wird jetzt noch langweiliger und die Straßen größer. Die letzten 50km bis zum Lage d’Iseo sind schon fast autobahnähnlich. Ich habe heute massive Probleme zu erkennen, wie schnell ich eigentlich fahren darf. Die Beschilderung ist sehr lückenhaft, nur aufs Garmin Navi will ich mich nicht verlassen und nach den Italienern kann man sich nicht mal ansatzweise richten. Der eine krabbelt mit 30 km/h dahin während der andere bei jeder Gelegenheit mit 100 km/h überholt. Wir sind froh als wir heute nach knapp 280 km auf den Campingplatz Covelo am Lago d’Iseo rollen.

Anja ist der Meinung dass die Temperaturen okay sind um mit Grippe die Nacht im Zelt zu verbringen. Ich kann auf dem Campingplatz irgendwie nix mit mir anfangen. Wir sind es nicht gewohnt um 15 Uhr schon Zelt aufzubauen und quasi noch den halben Tag Zeit zu haben. Meist nutzen wir die Tage um vorwärts zu kommen. Diesmal haben wir uns aber bewusst 3 Tage Zeit genommen für den Weg nach Genua, da wir nicht abschätzen konnten welche Wege uns eventuell der Schnee madig macht. Zum Sonnenuntergang bekommen wir noch die Gelegenheit die Kameras zum Einsatz zu bringen. Direkt danach legen wir uns ab.

Morgen haben wir nur 230km bis nach Genua, das sollte in guten 4 Stunden erledigt sein. Das heisst wir lassen uns früh auf jeden Fall viel Zeit. Unsere Fähre geht um 21:30 Uhr, so dass wir in diesem Urlaub definitiv entschleunigt unterwegs sein können. Wie wir nun Sardinien erkunden, lassen wir auf uns zukommen. Vielleicht haben wir ja auf der Fähre noch Lust auf ein wenig Routenplanung, sonst gehts einfach der Nase nach.

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 5 – 330km

Der letzte Tage begann, wie der Vorletzte endete. Mit der Kamera auf dem Stativ am See. Das erste Licht des Tages lockte mich direkt wieder ans Ufer des Thiersee, um die Ruhe hier zu genießen. Man soll nicht glauben, wie viele Jogger, Angler oder Familien mit Kinderwagen um kurz nach 6 Uhr an einem Mittwoch morgen am See unterwegs sind. Trotzdem war es hier noch herrlich ruhig. Die Bewegung brachte die Muskeln in Wallung und wärmte auf. Die Nacht war schon deutlich frischer als noch in Kroatien am Meer. Ich ignorierte die Absprache nichts vom Bäcker zu holen und hoffte, dass die Mädels sich über die frischen Semmeln freuen. Um kurz nach sieben begann ich Kocher & Co. aufzubauen und das Frühstück zu richten, als Sandra mich anguckte und sagte, dass ihr kalt ist. Im Scherz entgegnete ich: “lauf halt mal um den See, dann ist dir warm”. Eine gute Stunde später war sie wieder da und wir konnten frühstücken. Ich hätte nicht gedacht, dass sie tatsächlich um den See läuft. Immerhin hatte ich recht, jetzt war ihr nicht mehr kalt. Es gab Rührei, Semmeln, Tee und Marmelade, gepaart mit einem Ausblick auf den See. Die Sonne kam langsam raus und wir stellen fest, dass unsere Zelte komplett im Schatten standen. Das Thema Platzwahl fürs Zelt kann ich noch optimieren.

Wir kamen äußerst gemütlich in die Gänge. Es waren auch nur gute 300km geplant und in Deutschland sollten wir zügig vorankommen, so dass es keinen Grund zur Eile gab. Wir lüfteten die Zelte und ließen sie trocknen, packten gemütlich zusammen und unterhielten uns noch mit den Platznachbarn. Aber alles Verzögern half nichts, um 10:30 waren wir startklar und richteten die Moppeds gen Deutschland.

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Der Weg über Landl und Bayrischzell zeigte noch mal ein wunderschönes Tal, mit kurviger Straßenführung. Bis zum Schliersee ging es noch durch die Berge, dann wurde es deutlich flacher. Am Tegernsee vorbei, zum Starnbergersee. Man könnte meinen wir machten eine Tour der Seen. Dem ist aber nicht so. Wir bekamen fast nichts von den Seen zu Gesicht. In Geretsried stellten wir kurz kreischend wie Groupies fest, dass A Life Divided (eine unserer Lieblingsbands) ja von hier kommen. Aber das bremste uns nicht aus, flott waren wir in Füstenfeldbruck, Augsburg umgingen wir östlich und fuhren ein ganzes Stück parallel zur B2, bevor wir auf diese wechselten. Die Heimat rückte näher, die Strecken werden bekannter und Baustellen zwangen uns, umzuplanen. Treuchtlingen, Weißenburg und Pleinfeld ließen wir hinter uns und den Brombachsee links liegen. Bei einer Pause verabredeten wir uns für den Abend zum Grillen. In Windsbach legten wir noch einen Stopp zum Einkaufen ein, um Material für den Grill zu haben. Nach fast 7 Stunden kammen wir kurz nach 17 Uhr wieder zu Hause an. Beim Auspacken mussten wir feststellen, dass Getränkedosen früher robuster waren – eine Dose Gösser Kracherl hatte sich in meinem Seitenkoffer verteilt.

Die ersten Geschichten wurden erzählt, während wir die Bikes abluden und begannen unsere Ausrüstung zu sortieren. Die Augen leuchteten nochmal, auf beim Gedanken zurück an die ersten Momente am Meer und die Erinnerungen festigten sich durch die Erzählung. Wir sind gespannt auf die gemachten Bilder und freuen uns schon auf den nächsten Trip. Der ursprüngliche Grund für diesen Trip – Camping Equipment für unsere Skandinavientour im Juli testen – ist auch nicht in Vergessenheit geraten. Das Vaude Chapel L3P Zelt, der Primus Omnilite Multifuel Kocher, das Trangia Geschirr und noch einige andere kleine Neuanschaffungen haben sich mit Bravour geschlagen. Die Tour war somit in jeglicher Hinsicht erfolgreich!

An vier Fahrtagen konnten wir 1454 km zurücklegen, drei tolle Campingplätze kennen lernen, kulinarische Genüsse erleben und das wichtigste: FLACHKÖPPER MACHEN!!!

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 1 – 426km

Da Ostern für uns krankheitsbedingt nicht ganz so ideal verlaufen war planten wir eine weitere Testtour für unsere runderneuerte Campingausrüstung. Pfingsten bot sich dank dem verlängerten Wochenende dafür an. Erste Ideen waren schnell erdacht und so wollten wir zu dritt für 5 Tage nach Österreich an den Thiersee fahren. Ein entscheidender Satz sollte diese Planung nochmals ein wenig ändern: “Ich hab noch nie das Meer gesehen.” Das kann man doch nicht so stehen lassen dachte ich mir und so kam mir spontan der 4. Werner Film – “Gekotzt wird später!”  in den Sinn und das Projekt „Flachköpper“ war geboren. Fünf Tage Zeit, zwei Motorräder, zwei Zelte und damit zu dritt mal schnell  für nen Tag ans Meer. Wo fährt man an Pfingsten hin wenn man auch im Meer baden will und nur begrenzt Zeit hat? Richtig: Kroatien!
Die Routenplanung konnte beginnen und es wurde der Campingplatz Finida Umag als Ziel am Meer auserkoren. Das ganze natürlich noch als Überraschung unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit.

Am Freitag vor Pfingsten versammelten wir dann alle Ausrüstungsgegenstände und uns selbst zum gemeinsamen Packen. Die Anspannung der letzten Wochen zeigte sich beim Taschen- und Koffertetris deutlich und führte dazu dass wir das Packen auf Samstag morgen vor der Abfahrt vertagten. Der Wecker holte uns viel zu früh aus dem dringend benötigten Schlaf, aber das Wetter stimmte uns versöhnlich. Die Vorhersagen schwankten in den Tagen vor der Abfahrt doch sehr bedenklich und so waren wir hocherfreut dass es trocken war und die Sonne uns begrüßte. Nach einem kräftigen Frühstück verstaute sich das Gepäck fast schon von alleine und wir konnten endlich aufbrechen um nach Österreich zu fahren (noch war das Endziel ja geheim).

Der erste Tag war, so wie die meisten ersten Tage einer Tour, von Bekanntem geprägt. Erstmal grob in Richtung Landshut und Strecke machen. Anvisiert hatten wir heute die Tauernschleuse zu schaffen. Ab Berching folgten wir wie schon häufiger auf dem Weg gen Süden der B299. Mit dem Motorrad eine angenehm zu fahrende Strecke um zügig voranzukommen ohne Autobahn zu fahren. Den Chiemsee ließen wir rechts liegen und überquerten die erste Landesgrenze bei Schneizlreuth. In Österreich folgten wir der Saalach bis Saalfelden. Das Wetter überrascht uns bisher mit angenehmen Temperaturen und wir kommen dem ersten Tagesziel flott näher. Wir wollen etwas neues versuchen. Bisher haben wir noch nie die Tauernschleuse genutzt um die Berge zu überwinden. Die Fahrzeuge werden auf einen Zug verladen und durch den 8.371m langen Tauerntunnel befördert. Dies hat mehrere Vorteile. Zum einen kommt man ohne Nutzung der Autobahn über die Berge, zum anderen meist ohne Stau (dieses Problem hätten wir an Pfingsten ohnehin nicht) ein weiterer Vorteil ist nicht höher als 1200 m.ü.A. fahren zu müssen und somit die noch winterlichen Witterungen zu meiden. An der Tauernschleuse angekommen waren wir überrascht wie wenig Fahrzeuge wir vorfanden obwohl der Zug in weniger als 15 Minuten fahren sollte. Die Verladung verlief unspektakulär – drauffahren – 1.Gang – Seitenständer – das Personal verzurrt die Bikes – wir setzen uns in den Personenwaggon.

12 Minuten nach Abfahrt kommen wir in Mallnitz an, wo die Entladung genauso easy erfolgt wie die Verladung. Nur noch wenige km trennen uns nach heute gut 400 gefahrenen Kilometern vom Aktiv-Sport-Erlebnis-Camp in Obervellach. Ein Naturcampingplatz mit relativ neuen Sanitäranlagen der idyllisch im Mölltal direkt am Flussufer gelegen ist. Hier schlagen wir zum ersten mal unsere Zelte auf, packen den Kocher aus und genießen ein Gösser Kracherl (alkoholfreies Naturradler). Der erste Tage klingt bei Nudeln aus und es wird Zeit das Geheimnis zu lüften. Auf die Frage warum wir hier nur eine Nacht bleiben folgt kurzes Staunen und dann unbändige Freude. Nach dem anstrengenden Tag liegen wir relativ bald in unseren Schlafsäcken und freuen uns schon auf die noch anstehenden Länder auf unserer kurzen Tour.

Track zum ersten Tag:

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Kurztrip: Pizzaessen am Reschenpass – 1120km

2015 war das Jahr mit unseren meisten Touren bisher. Genau aus diesem Grund hinke ich mit den Berichten ein wenig hinterher. 3 Wochenenden nacheinander unterwegs und dann eine drei Wochen Tour. Das genießen war mir dann doch wichtiger als das Bloggen *g* Überhaupt eine interessante Perspektive die Rolf Henniges in seinem Buch Endstation Abfahrt aufgreift. Ist das Posten tatsächlich wichtiger als das Erleben? Für mich ist das Posten eigentlich eine Art zu reflektieren und Erinnerungen zu bewahren. So eine Art Tagebuch an dem ich euch teilhaben lasse.
Pizzaessen – das kann man einfach beim Italiener um die Ecke, oder man kann es auf einer Tour mit Freunden weit weg tun. Der Begriff „Pizzaessen“ stand für einen Freund immer für eine Tour zur Pizzeria Hans am Reschenpass. Leider fanden wir nie die Zeit diese Tour mit ihm zu fahren. Dieses Jahr traten wir sie in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe aus seinen Freunden an. Nur einer fehlte. Er selbst. Wir hatten zu lange gewartet bis wir die Zeit fanden diese Tour zu fahren, er konnte uns leider nicht mehr begleiten.