Island Tag 12 & 13 – 6,2 km in Reykjavik und Rückflug

Nach dem mega langen Tag gestern und vor dem bevorstehenden Rückflug morgen haben wir heute unseren übrigen Puffertag, falls wir irgendwo auf der Inselumrundung improvisieren hätten müssen. Was macht man nun mit dem Puffertag. Wir lassen es vor allem mal langsam angehen. Wecker um 8 Uhr. Frühstück bis 9:30 Uhr und dann erstmal nochmal in Ruhe hinsetzen. Irgendwann später ziehen wir dann zu Fuss los, die Hauptstadt Islands zu erkunden. Unser erster Stopp ist das Hard Rock Cafe welches ca. 500 Meter von unserem Hotel entfernt ist um eine Kleinigkeit für Freunde zu besorgen. Dann wandern wir zum Rathaus und bestaunen die Bilderausstellung in der Tourist Information. An einigen der ausgestellten Punkte waren wir auch in den letzten Tagen.

Dann geht es zur ältesten Kirche Reykjaviks der Kirstskirkja und zum alten Hafen, wo wir ein paar Schiffe begutachten und uns ein wenig in die Sonne setzen.

Die Harpa ist schon eine beachtliche architektonische Meisterleistung. Nach vielen Tagen Landschaftsfotografie tun wir uns beide schwer, hier in der Stadt Motive zu entdecken und den rechten Blickwinkel zu finden. Die Harpa, eine Konzerthalle und Konferenzzentrum, mit Ihrer vielfältigen Linienführung erleichtert das nicht gerade.

Nachdem wir sie umrundet haben beschließen wir weiter am Meer entlang zum Sólfar zu laufen. Im Deutschen ist die Skulptur unter dem Titel Sonnenfahrt bekannt. Sie wurde vom Künstler Jón Gunnar Árnason im Jahre 1986 geschaffen und zeigt zum Sonnenuntergang im Norden, wodurch sich der Name erklärt. Aus Edelstahl bestehend, stellt sie ein Wikingerschiff dar und gehört zu den meist fotografierten Kunstwerken in Reykjavík.

Nachdem wir dieses Kunstwerk auch auf den Sensor gebannt haben, wenden wir uns in Richtung des nächsten Monuments, der Hallgrímskirkja. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche der Isländischen Staatskirche ist das größte Kirchengebäude Islands und das zweithöchste Gebäude des Landes nach dem Smáratorg-Turm. Die Kirche ist das sechstgrößte Bauwerk des Landes. Wenn man vor Ihr steht ist sie ein ziemliches Bollwerk. Die helle Kirche erinnert durch Ihre weiße Farbe an Gletscher. Die Säulen an Ihrer Außenseite wurden Basaltsäulen nachempfunden, welche typisch für das Erscheinungsbild Islands sind. Im Inneren ist die Kirche sehr schlicht und auch sehr hell gehalten, was ihr ein sehr freundliches Wesen verleiht. Wir halten uns hier über eine Stunde auf und genießen auch die Wärme, welche hier im Inneren der Kirche herrscht.

Eigentlich sind wir nun durch mit den Punkten welche wir unbedingt sehen wollten und so beschließen wir noch ein wenig durch die Einkaufsstraßen zu schlendern, bevor wir den späten Nachmittag auf unserem Hotelzimmer verbringen und einfach noch ein wenig dümpeln. Unsere Köpfe brauchen Zeit das Gesehene zu verarbeiten. Vorher suchen wir aber noch die Bäckerei Braud & co auf. Einer Empfehlung zu Folge soll man hier „die besten“ Kanilsnudir bekommen… wir können das bestätigen, die Dinger sind absolut lecker.

Gegen 19 Uhr machen wir uns dann nochmal auf, um uns etwas Essbares zu jagen. Im Lemon finden wir Sandwiches und frisch gepresste Säfte, welche jetzt genau nach unserem Geschmack sind. Wir schlendern nochmal ein wenig durch die Einkaufsstrasse (glücklicherweise haben die meisten Läden bereits geschlossen – ich wäre ja sehr anfällig für den Fjällräven Shop gewesen), bevor wir uns wieder ins Hotel begeben. Noch schnell den Tagesbericht in die Tasten gehackt, damit man ein paar Tage nach dem Urlaub nochmal die Details nachlesen kann und schon ist es Zeit zu schlafen.

Unser letzter Tag auf Island ist lediglich vom Packen und der Abreise geprägt. Wir Frühstücken noch gemütlich bevor wir alles in den Koffern verstauen und diese zum Auto bringen. Dann fahren wir auf direktem Weg zum Flughafen nach Keflavik und geben den Mietwagen wieder ab. Der Flug nach Hause mit einem Zwischenstop in Frankfurt verlief dann auch unspektakulär.

Island Tag 11 – 317 km – Golden Circle bis nach Reykjavik

Heute steht eines der bekanntesten Gebiete Islands an, der Golden Circle. Noch dazu ist es Sonntag, wir dürfen uns also auf deutlich mehr Menschen an den Sehenswürdigkeiten einstellen. Es beginnt aber schon viel früher. Im Frühstücksraum des Hotels ist eine heuschreckenplagenähnliche Menschenansammlung am Werk. Das Personal schafft her was es tragen kann und das so schnell die Füße laufen. So eine hektische halbe Stunde haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Und auf einmal wird es ruhig in dem Raum. Alle sind weg. Alle bis auf uns, wir lassen uns Zeit.

Die ersten angedachten Punkte können uns nicht so richtig begeistern und wir fahren einfach nach einem kurzen Blick weiter. Wir beginnen dies zu erörtern und kommen zu dem Schluss, dass wir einfach satt sind. Der Speicher für Eindrücke ist voll und braucht eine Pause. Anja ging es gestern teils schon so, bei mir ist es heute definitiv soweit. Am Porufoss halten wir trotzdem und laufen ein paar Meter um diesen zu erkunden. Vielleicht liegt es auch daran dass wir ihn vom Auto aus nicht sehen können. Letztendlich sind wir an diesem Wasserfall aber auch fast alleine was für uns immer ein größerer Reiz ist, als wenn schon ein paar Busladungen Leute rumstehen.

Am Þingvellir Nationalpark halten wir auch kurz und laufen eine Runde. Hier ist die Hölle los… ach was… die ist erst im Sommer offen und spuckt Ihre Heerscharen aus. Aber für unsere Erfahrungen der letzten Tage befinden wir uns hier in einem Ameisenhaufen. Schnell wieder weg. Wobei die Geschichte dieses Ortes sehr Interessant ist. Hier fand vom 10. bis zum 18. Jahrhundert jährlich für 14-tage das Althing, das Parlament Islands statt. Hier wurde Gericht gesprochen und es wurden Gesetze verkündet.

Unser nächster Halt war einer meiner ganz großen Wunschwasserfälle. Der Bruarfoss ist laut einigen Quellen im Internet ab 2018 nicht mehr über die nahe gelegene Ferienhäusersiedlung zu erreichen, da diese abgesperrt sein soll. Dafür soll es einen Wanderweg direkt von der Hauptstrasse zum Wasserfall geben. Wir sehen direkt am Fluss einen Parkplatz der mit einem Schild „Official Parking Bruarfoss“ gekennzeichnet ist und halten dort an. Es gibt einen Wegweiser der in Richtung Wasserfall deutet und wir stapfen los. Uns ist bewusst dass wir ca. 3 km zu laufen haben, was uns auf diesen aber erwartet war uns nicht bewusst. Anfänglich noch ein geschotterter oder mit Hackschnitzeln gestreuter Weg, wurde es bald zu einem Sumpfloch und dann zu einem teilweise kaum erkennbaren Pfad im Busch. Wenn man die Leute dazu bewegen will, diesen Weg zu laufen sollte man ihn ein wenig besser herrichten. Die Folgen des Zustandes dieses Weges sah man sehr deutlich auf einer Breite von ca. 20 Metern. Nachdem wir nach über 1 Stunde Fussmarsch für 2,1 km am Ziel ankamen mussten wir enttäuscht feststellen, dass in 400 Meter Luftlinie eine Menge Autos nahe der Siedlung parkten. Die einen störten die Menschen indem sie mit dem Auto durch die Siedlung fuhren und die anderen, welche sich an den offiziellen Weg hielten störten die Natur… was ist nun besser?
Einen Vorteil hatte unsere Wegwahl allerdings. Wir kamen an zwei weiteren Wasserfällen vorbei. Am Burarfoss schauten wir dann 30 Minuten einer Gruppe halbwüchsiger zu, wie sie zum 1001sten Mal das gleiche Bild in der gleichen Pose mit dem Handy knipsten. Durch stete Wiederholung wird ein Bild weder besser noch anders… 5 Minuten nachdem die Jugendlichen weg waren hatten wir unsere 3 Bilder von verschiedenen Standorten auf der Speicherkarte und traten den Rückweg zum Auto an.

Der Hlauptungufoss hatte es uns so angetan dass wir hier mehr Bilder machten als vom eigentlichen Ziel dem Bruarfoss. Nach 3 Stunden und 4 Minuten waren wir dann wieder am Auto und unsere Tagesplanung damit obsolet.

Trotzdem legten wir einen Halt am Geysir Strokkur ein, da wir etwas derartiges noch nicht gesehen hatten. Auch hier waren wieder sehr viele Leute unterwegs. Ich möchte echt nicht in der Saison hier sein… Schon beachtlich, wie der Geysir alle ca. 8-12 Minuten eine Fontäne in die Höhe haut. Der Gullfoss bedeutet zwar nochmal ein paar km mehr in eine Sackgasse, aber die Bilder sahen vielversprechend aus, also fuhren wir auch dort noch hin. Großer Parkplatz, direkt eine Drohne über dem Auto und Menschenmassen. Wir liefen nur kurz ans Ende des Parkplatzes und drehten direkt wieder um. Ein paar km weiter ärgerten wir uns dann doch, dass wir uns aufgrund des Zeitmangels und der Menge Menschen nicht die Zeit genommen hatten anständig zu fotografieren.

Nur 21 km weiter hielten wir am Faxi Wasserfall an und freuten uns, dass wir alleine waren. Schon war die Motivation wieder da. Hier fanden wir allerdings keinen Blickwinkel der uns zufriedenstellte. Um kurz vor 18 Uhr kam uns dann eine Tankstelle gerade recht. Einmal volltanken, ein schneller Hot Dog und ein Stück Kuchen später waren wir wieder on the road. Der Vulkansee Kerid übte keinen Reiz mehr auf uns aus. Wir waren inzwischen auch noch ziemlich müde. Das lange Laufen in der Sonne, die angenehmen Temperaturen und die viele frische Luft hatten uns schläfrig gemacht. Die heißen Quellen Rjúpnabrekkur waren leider nicht erreichbar da wir überall auf „Privatgrundstück“ Schilder stießen. Also ab nach Reykjavik wo uns unser Hotel schon erwartet.
Einchecken, Essen kochen und schlafen, mehr war heute nicht mehr drin.

Hier noch der Track des heutigen Tages:

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Island Tag 10 – 237 km – Borgarnes

Wir hatten das Gästehaus mal wieder (fast) für uns alleine. Ein anderer Gast war noch da, der kam aber erst so um 23 Uhr und war um 7 Uhr schon wieder weg, wir haben ihn also fast komplett verschlafen. Gemütlich setzten wir uns in die Küche und frühstückten bevor wir – wiedermal – unser ganzes Zeug ins Auto schafften. Auto beladen geht irgendwie schneller als Mopped packen, dafür sieht es im Auto auch deutlich chaotischer aus. Um 9:30 Uhr starteten wir unsere Snæfellsnes Runde.

Die ersten drei Wasserfälle ließen wir gleich mal aus. Sjavarfoss, Svödufoss und Kerlingarfoss sagten uns irgendwie nicht zu oder waren nicht zugänglich. Sprich wir betrachteten sie aus der Ferne und hielten die Erinnerungen in unseren Köpfen fest, statt mit der Kamera. Am Hólahólar Krater legten wir dann den ersten bewussten Stop ein. Wir waren etwas verwundert, dass man mit dem Auto in den Krater fahren konnte und dieser als Parkplatz für die Besichtigung genutzt wird. Naja so ein weißer Skoda Octavia macht sich doch auch ganz gut auf dem Panorama.

Am Djúpalónssandur Strand legten wir eine kleine Pause ein, liessen uns auf einer Bank nieder und genossen die Ruhe. Auf dem Strand liegen die Trümmer eines englischen Fischkutters der 1948 vor der Küste verunglückt war. An der Vatnshellir Höhle hielten wir kurz an, stellten aber fest dass bereits über 20 Mann für die stündliche Führung bereitstanden. Das war uns zu viel Rummel, wir fuhren weiter. Immer wieder hielten wir heute direkt an der Küste um uns Klippenformationen anzuschauen. Wieder einmal war es sehr beachtlich was die Natur hier geschaffen hat. Zwei Kirchen liessen wir uns auf dem weiteren Weg nicht entgehen. Einmal die weiße Hellnakirkja und dann im Kontrast dazu die schwarze Budirkirkja.

Wir haben heute deutlich gemerkt dass nach 10 Tagen Sightseeing in einer atemberaubenden Natur so langsam aber sicher eine gewisse Sättigung eintritt. Jetzt wären mal zwei, drei Tage Pause gut, um die ganzen Eindrücke setzen zu lassen. Leider haben wir nur noch 2 Tage auf der Insel, so dass wir diese noch nutzen wollen.
Snæfellsnes hat es uns nicht so sehr angetan wie die Gegend um den Myvatn. Die Halbinsel ist für uns vergleichbar mit den Lofoten in Norwegen. Nicht ganz so wild wie der Rest des Landes. Alles ein bisschen gemäßigter. Die Berge nicht ganz so hoch, die Küsten nicht ganz so steil, die Berge nicht ganz so karg. Insgesamt ist Snæfellsnes farbiger – grüner als der Rest Islands. Ich glaube auch dass die Wahrnehmung eine andere ist, wenn man die Runde um die Insel in der anderen Richtung fährt und Snæfellsnes zuerst erkundet.
Morgen geht es noch den berühmten „Golden Circle“ angucken. Eine Rundfahrt welche eigentlich von Reykjavík aus startet, an vielen bekannten Spots vorbei.

Hier noch der GPX Track des Tages:

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Island Tag 8 – 370 km – Blönduos

So schön das lange Schlafen gestern war, so unsanft klingelte der Wecker heute. Es soll ja schließlich weitergehen. Bevor wir aber packen und ins Auto steigen, müssen wir nochmal ans Frühstücksbuffet. Die Option sich selber Waffeln zu machen finden wir genial und haben wir zum Abschluss des Frühstücks auch noch ausgiebig genutzt. Dann schnell die Koffer und Rucksäcke ins Auto gebracht und los geht es.
Der Godafoss, unser erstes Ziel heute, ist bereits nach einer guten halben Stunde erreicht. Er wird dank der guten Erreichbarkeit auch direkt von einer Schulklasse belagert. Wir sitzen diese im wahrsten Sinne des Wortes aus und genießen die Ruhe nachdem die pubertären Kids wieder weg sind. Ich habe keine Ahnung mehr wie viele Wasserfälle wir inzwischen gesehen und fotografiert haben, aber jeder ist auf seine Weise einzigartig und ein Wunder der Natur.

Das nächste Ziel kommt erst in 140 km, aber das ist noch lange kein Grund nicht immer wieder anzuhalten um das gute Wetter zu nutzen und die Küste festzuhalten. Wenig Wind, blauer Himmel und Sonne bei bis zu 12 Grad. So kann man es aushalten. In Akureyri durften wir einem Flieger von WOW Air dabei zusehen wie er immer wieder ansetzte um auf dem Flughafen zu landen, im letzten Moment aber wieder durchstartete. Der Sinn dieser Übung ist uns nicht klar geworden, dafür aber umso mehr die Spiegelung des landenden Flugzeuges im Wasser um die Landebahn.

Der nächste geplante Stopp Mígandi ist mal wieder, wie sollte es auch anders sein, ein Wasserfall. Dieser stürzt allerdings direkt ins Meer und ist somit wieder ganz anders als die bisher gesehenen. Man kann diesen nun auch nicht frontal festhalten da wir sonst irgendwie aufs Meer raus müssten. Eine interessante Herausforderung, welche wir mit den Teleobjektiven lösen.
Nun folgen einige Tunnel und wir wechseln von Fjord zu Fjord. Den folgenden Wasserfall (Leyningsfoss) lassen wir aus da wir keine Lust haben durch den tiefen Schnee zu stapfen. Stattdessen sehen wir uns das Skigebiet an welches auf knapp über 100 Höhenmeter beginnt. Sowas findet man in Deutschland auch nicht. Ein Skilift fast am Meer. In Hofsós steigen wir eine Treppe an die Küste hinab um uns die Basaltsäulen anzuschauen welche dort an der Küste entlang entstanden sind. Faszinierend was die Natur so alles für Formen hervorbringt. Warum nun erkaltende Lava zu 5- oder 6- eckigen Säulen erstarrt ist, uns immer noch nicht klar.

Schon ist der letzte Stopp für heute in erreichbarer Nähe. Zum Reykjafoss laufen wir über eine Pferdekoppel nachdem wir 5 verschiedene Wege ausprobiert hatten, bis wir den offiziellen Parkplatz gefunden haben. Wenn kein Schild an der Koppel gewesen wäre, wären wir wieder umgedreht. Aber hier ist es ausdrücklich erlaubt die Zäune zu öffnen und durchzugehen (selbstverständlich auch wieder zu schließen). Dieser Wasserfall war für uns nochmal ein echtes Highlight! Kein schmales Rinnsal sondern ein breiter mächtiger Fall über mehrere Stufen. Wir verbringen hier nochmal einige Zeit mit fotografieren, bevor wir den heutigen Endspurt antreten.

Als wir endlich in Blönduos ankommen, ist der Himmel wieder hinter einer dichten Wolkendecke versteckt und wir müssen feststellen dass der örtliche Supermarkt (trotz Öffnungszeit bis 19 Uhr) bereits um 18:30 geschlossen hat. Das Frühstück morgen wird nun etwas spärlicher ausfallen.

Hier noch der GPX Track des Tages:

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Island Tag 4 – 315 km – Egilsstaðir

Irgendwie wollte ich heute morgen nicht aufwachen. Nachdem Anja mich dann genötigt hatte wach zu werden, trabten wir erstmal in die Frühstückshalle des Hotels. Und das war endlich mal wieder ein Frühstücksbuffet, das es wert war BUFFET genannt zu werden. Teller voll – Teller leer gemacht – Magen voll gemacht – wieder müde…

Naja hilft ja alles nix, wir wollen ja auch was sehen, wenn wir schon in Island sind. Für unseren ersten Fotostopp des heutigen Tages hielten wir spontan an einer Bucht, in welcher sich wunderbar die umliegenden Bergketten spiegelten. Ein bisschen rumschlendern und knipsen. Die Zeit vergeht schnell. Weiter geht es zum ersten geplanten Stop, dem Vestrahorn. Nachdem wir 1600 ISK (ca. 13 EUR) für den „Naturschutz“ bezahlt haben, dürfen wir direkt bis zum perfekten Fotopunkt durchfahren. Was an dieser Gebühr Naturschutz ist, weiß ich zwar net, den unternehmerischen Profit Gedanken dahinter kann ich dafür umso mehr nachvollziehen. Wir parken und wandern durch die schwarzen Dünen an den Strand. Stative raus, Filter auf die Linse und los geht es. Verschiedene Standorte ausprobiert und dann ist es auch schon passiert… Der Schuh ist voll Wasser, weil man nach dem fünften Bild eben nicht mehr an die Wellen denkt, welche heranrollen. Aber egal, das trocknet wieder.

Wir trödeln rum und die Zeit vergeht wie im Flug. Noch ein paar Bilder mit den Dünen im Vordergrund und dann noch auf die andere Seite der Landzunge, mal gucken ob es außer Möwen noch andere Vögel gibt. Mit Robben rechnen wir nicht. Schnell mal das große Tele (150-600) an die Kamera geschraubt und kurz die Felsen abgesucht. Ein Schuss – nur Möwen, alles klar lass uns gehen… Abends am Computer hab ich dann FÜNF ja, ganze FÜNF Robben auf dem schnellen Testschuss entdeckt. Betriebsblind wie ich war hab ich die natürlich vor Ort nicht mal ansatzweise wahrgenommen.

Unser nächster geplanter Halt kam bereits nach 16 km. Der Skutafoss hat es uns auch sehr angetan. Wieder vertrödelten wir über eine Stunde beim Fotografieren von insgesamt 3 Wasserfallstufen. Als wir endlich wieder vorwärts kamen, war es bereits 14 Uhr. Ganze 72 km der geplanten 370 hatten wir bisher geschafft. So wird das heute nix. Die nächsten zwei angedachten Spots ließen wir mangels Inspiration ausfallen und so kamen wir endlich etwas voran

Heute war auch mal ein Tankstop fällig. Automatentankstelle, sogar mit deutscher Sprache. Easy! Ein anderer Kunde kam damit allerdings garnicht klar. Ich verstehe nicht was so schwer daran ist – Karte rein, Pin eingeben, Volltanken auswählen, Nummer der Zapfsäule drücken und das war es.

Nun kam lange Zeit nichts. Wobei, nichts ist die falsche Aussage. Absolut beeindruckende Natur konnten wir bestaunen. Alle 500 Meter hätten wir anhalten können, aber dann kämen wir in einem Jahr nicht um die Insel rum. Also ab zum nächsten Wasserfall. Der Sveinsstekksfoss ist super mit dem Auto zu erreichen. 2 Minuten zu Fuss vom Parkplatz bis zum Aussichtspunkt. Hier arbeiteten wir ausnahmsweise mal hochkonzentriert und effektiv. Nur 10 Minuten, dann waren die Bilder im Kasten…und es begann mal wieder zu Regnen. Vielleicht waren wir auch deshalb so zügig.

Die restlichen 140 km bis zur heutigen Unterkunft im Gästehaus Olga in Egilsstaðir vergingen dann wie im Fluge. Einen Halt legten wir noch ein als Anja eine Robbe in einem Fjord entdeckte.

Wir erreichten noch ungeahnte Höhen und fuhren von Schneebedeckten Gipfeln umgeben über einen Pass (keine Ahnung wie der hieß). Das Gästehaus haben wir vollkommen für uns allein, einer der Vorteile wenn man abseits der Saison unterwegs ist. Für morgen haben wir wieder ein paar km mehr geplant da wir eine nette Unterkunft am Arctic Henge gefunden haben. Mal sehen wie wir das mit dem Zeitmanagement hinkriegen.

Hier noch der GPX Track des Tages:

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Island Tag 3 – 260 km – Smyrlabjörk

Irgendwie ist unser Rhythmus immer noch nicht mit der Zeitverschiebung angeglichen. Um 7 Uhr sind wir hellwach und begeben uns so langsam in die Gemeinschaftsküche des Gästehauses um zu Frühstücken. Käsebrote und Tee, mehr gibt es heute nicht. Um 8:40 sitzen wir im Auto und erfreuen uns daran, dass es uns nicht vollregnet. Bei diesen Wetterbedingungen ist es doch ganz angenehm mal nicht mit dem Motorrad unterwegs zu sein.

In Vik legen wir am Strand den ersten Stop ein. Anja hätte den ganzen Tag nasse Schuhe gehabt, wenn ich sie nicht vor einer Welle gewarnt hätte. Aber so ist das, wenn man mit dem Foto beschäftigt ist… man vergisst alles um sich herum. Den schwarzen Strand verlassen wir relativ zügig wieder. Der waagrecht fallende Regen macht einfach keinen Spass.

Am Uxarafoss stellen wir fest, dass alles drum herum Privatgelände ist und man nicht ganz so einfach an diesen rankommt. Also „nur“ ein Erinnerungsfoto mit den Augen gemacht und weiter. Den nächsten POI sehen wir schon von Weitem. Laufskálavarða – hier findet man viele kleine und größere Steinhaufen, welche von Reisenden aufgetürmt wurden, um sich eine gute Reise zu sichern. Alle paar Kilometer verändert sich nun das Landschaftsbild. Von schwarz und gänzlich unbewachsen zu knubbeligen Lavafeldern welche vollständig grün bemoost sind oder gelbem Gras. Immer wieder gibt es etwas Neues zu sehen.

Am Stjórnarfoss legen wir wieder einen verregneten Fotostopp ein. Anja hat mit Ihren Schraubfiltern hier bessere Karten als ich mit meinem 150er Stecksystem. Ich packe mein Zeug garnicht erst aus, da die Regentropfen eh alles zu Nichte machen würden. Die Zwergenklippe – Dverghamrar war früher angeblich ein Wohnort für Zwerge. Wir finden hier leider keine mehr vor. Ein paar Bilder dieser beachtlichen Säulen halten wir aber trotzdem fest.

Am Lómagnúpur bekommen wir eine kurze Regen und Windpause, so dass wir die tolle Spiegelung dieses Berges in völlig stillem Wasser für ca. 10 Minuten genießen können, dann ist es auch schon wieder vorbei und sowohl Wind als auch Regen stören die Spiegelung.

Wir fahren weiter zu unserem größten Stop des heutigen Tages. Das war so nicht geplant, aber wir wandern hier einige Kilometer um den Svartifoss zu erreichen und so benötigen wir fast 2 Stunden bevor wir wieder im Auto sitzen. Nun folgt ein Gletscher auf den anderen. Am Fjallsárlón, einem Gletschersee an dessen Ufer Eisbrocken angeschwemmt werden, trotzen wir nochmal dem Regen. Während ein paar andere Touris mit einem Boot über den See gefahren werden, halten wir unsere Eindrücke vom Ufer aus fest. Unsere Kameras müssen heute gut was wegstecken. Eigentlich könnten wir sie auch gleich in einen See werfen. Viel Unterschied würde das nicht mehr machen.

Am Jökulsárlón – dem Diamantenstrand –  wollten wir eigentlich nicht mehr aussteigen. Lieber wollten wir morgen früh nochmals hierherkommen. ABER… der Regen hörte auf. Also nix wie raus und ab an den Strand. Hier begann dann das lustige Spiel, wer ist am schnellsten nach einer Welle an den Eisblöcken? Und wer ist der Letzte, der vor der nächsten Welle flüchtet. Lustig mit an zu schauen ist es schon. Wir nahmen aber lieber mit vollem Einsatz daran teil. Nachdem wir einige „Diamanten“ auf schwarzem Sand abgelichtet hatten, traten wir die letzten 30 km bis zur heutigen Unterkunft an. Ein ehemaliger Bauernhof welcher zu einem großen Hotel umgebaut wurde.

Zum Abendessen gab es heute Nudeln mit Pesto vom Gaskocher. Die Preise im Restaurant konnten wir nicht guten Gewissens hinnehmen, auch wenn es uns schon gereizt hätte. Für morgen haben wir nun die bisher längste Etappe mit mehr als 300 km geplant. Mal sehen, was das Wetter morgen für Überraschungen für uns hat.

Hier noch der GPX Track des Tages: