Motorradstrasse Deutschland Ostroute Tag 7 – 358km

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Wir hatten heute eine unruhige Nacht. Wir fühlten uns in dem gebuchten Hotel nicht wirklich wohl. Die Federkernmatratzen waren auch nicht das Wahre. So waren wir beide mehrfach wach und sahen am morgen nicht wirklich fit aus. Also zügig hier weg lautete der Plan. Sachen Packen, Topcase einräumen, kurz zum See geschaut und ein paar Bilder gemacht.

Wenigstens das Wetter sieht halbwegs brauchbar aus. Dann noch schnell gefrühstückt und ausgecheckt. Es gibt keine Quittung? Hmmm… das bestätigt nur den Eindruck vom Hotel. Wir sitzen um kurz nach 9 Uhr auf dem Bock und fahren los. Schwerin lassen wir zügig hinter uns. Wir stellten gestern schon fest dass die Gegend unspektakulärer wird. Heute möchte ich nach einem neuen Begriff suchen. Langweilig ist das falsche Wort da selbst eine jeden Tag gefahrene Strecke nicht langweilig ist. Eintönig geht in die richtige Richtung. Die einzigen Highlights am Vormittag sind Kirchen oder andere Bauten. Die ab und an in Ortschaften zu sehen sind.

Achja und die Windräder. Thema Energiewende. Uns fällt schon seit Tagen auf dass uns eigentlich nichts auffällt. Also keine Solarplattenfelder von mehreren Quadratkilometern Größe. Keine Monokulturen auf den Feldern um in jedem Ort eine Biogasanlage zu befeuern. Das einzige was auffällt sind die allgegenwärtigen Windräder. Heute hatten wir eine extreme Anhäufung gesehen. Anja hörte bei ca. 50 auf, zu zählen. Direkt dazwischen Häuser, Industrie und so weiter. Aber die Windräder werden bei weitem nicht so störend empfunden wir die Solarplatten. Auch auf den Hausdächern findet man keine Solarplatten. Dafür findet man etwas anderes hier in der Gegend. Das Ampelmännchen. Es kommt aus dem Osten und ist eigentlich viel schöner als die anderen Fussgängerampeln. Wir wollen Ampelmännchen für alle!!!

In Havelberg kreuzen wir zuerst die Havel über eine Brücke und danach die Elbe mit der Gierfähre Räbel. (Infos was eine Gierfähre ist). Ich persönlich mag diese Fähren welche nur mit der Kraft der Strömung betrieben werden. Man kann die Überfahrt bei völliger Stille genießen. Nur das plätschern des Wassers. Den Weg zur Fähre bestreiten wir mal wieder auf Kopfsteinpflaster. Ein Schild teilt uns mit dass wir uns auf der Straße der Romantik befinden. Was hat Kopfsteinpflaster mit Romantik zu tun fragen sich meine Arme.

Die Elbe begleitet uns bis Tangermünde wo wir eine Tankstelle suchen um unsere Vorräte aufzufüllen. Benzin, Wasser und Bockwurst! Auf dem Weg zur ehemaligen Innerdeutschen Grenze stechen nur ein paar Kirchen und Landsitze aus dem immer gleichen Bild der Landschaft welches uns hier begleitet hervor.

Kurz vor unserem Tagesziel dem Hotel Alte Wassermühle am Elm in Königslutter erwischt uns dann doch noch ein bisschen Regen. Insgesamt hat uns das Wetter heute keine Freude bereitet. Es war durchgängig stark bewölkt und auch relativ kalt. Eine Temperaturanzeige wollte uns vorgaukeln dass es 15°C Grad hätte, wir glauben das nicht. Gefühlt waren es maximal 9,5°C!!! Ich bin immer wieder froh über meine Heizgriffe und muss zu meinem Entsetzen feststellen dass meine Handschuhe beginnen sich aufzulösen. Anja fängt jedesmal wenn wir anhalten an Kreise ums Motorrad zu laufen um sich aufzuwärmen. Auf den letzten Kilometern, nur noch die heisse Dusche im Kopf sehe ich auf einmal einen braunen Wegweiser zu einem „Geopunkt“. Ich werfe Anker und biege rechts auf einen kleinen Parkplatz ein. Anja fragt mehr oder weniger unentspannt was denn jetzt noch sei so kurz vor dem Ziel. Wir steigen nochmal ab, machen ein paar Bilder und lesen die Infotafeln über eine Quarzsandgrube und einen Findling. Ich schalte kurz das Handy an und schaue ob hier zufällig ein Geocache liegt. Bingo, ein Earthcache: Uhry und die Weißen Sande. Bei dem Versuch den Umfang des Findlings zu bestimmen kommen wir beide richtig ins Lachen. Später sollte sich noch herausstellen dass Anja mit Ihrer Messmethode Recht behalten sollte.

Vom Lachen ein wenig aufgewärmt nehmen wir die letzten 10km in Angriff. Noch ein kurzer Stop an einem Supermarkt um Abendessen zu jagen. Das Männchen beschützt das Transportmittel. Das Weibchen erlegt das Futter. Noch 900m zum Hotel. Hoffentlich nicht wieder so eine Kaschemme wie gestern. Der erste Blick aufs Hotel ist vielversprechend. Eine Alte Mühle, liebevoll restauriert. Die Besitzerin führt uns sogleich in unser Zimmer und wir sind erstmal sprachlos. Viel Platz, absolut sauber und einfach zum wohlfühlen. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch den wunderschön angelegten Garten und begeben uns aufs Zimmer um Abend zu essen und diesen Bericht zu verfassen.

About Tobias Seidel

Tobias Seidel wurde 1981 geboren und hat sein Hobby IT zum Beruf gemacht. In seiner Freizeit beschäftigt er sich viel mit den Themen Android, Motorräder, Geocaching, Fotografie und Tanzen (Standard).

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