Kroatientour 2015 – Tag 21 – 334km – wieder daheim

Der letzte Tag brach an. Wenigstens tat er das mit blauem Himmel. Ein letztes Frühstück im Hotel. Ein letztes Mal die Rollen packen und auf den Motorrädern festschnallen. 21 Tage waren wir nun unterwegs. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, vor allem, weil wir nicht 21 Tage an einem Ort waren, sondern doch ein wenig herumgekommen sind. Um 20 nach 9 waren wir startklar und starteten in die letzte Etappe.

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Zuerst hieß es Salzburg zu durchqueren, da umfahren zu aufwändig wäre. Immer wieder hatten wir aha-Effekte und erinnerten uns zurück an unseren Adventstrip 2013. Die Oberleitungsbusse prägen das Stadtbild, Hohen Salzburg tront über der Stadt im Sonnenlicht und wir stehen im Stau. Am Grenzübergang nach Freilassing fanden lockere Kontrollen durch die Deutsche Bundespolizei statt, wir wurden wie alle anderen, die wir sehen auch einfach durchgewunken. Von der in den Medien groß propagierten Flüchtlingswelle haben wir auf unserer kompletten Reise nicht einen einzigen gesehen. Irgendwie finden wir das ein wenig komisch. Ein Stück geht es noch an der Grenze entlang bevor wir für ein ganzes Stück die B299 als Leitlinie hernahmen. Ab und an verließen wir die Bundesstrasse um ein paar Kurven drum herum mitzunehmen, aber im Großen und Ganzen wollten wir heute zügig vorankommen. Der Herbst hat Deutschland inzwischen fest im Griff, wir haben aber einen tollen Tag erwischt. Der Himmel ist weitestgehend blau, nur ab und an in einigen Niederungen durchquerten wir einige Nebelfelder. Die Strecke ist weitgehend unspektakulär, wir müssen erst wieder einen Blick für die eigene Heimat gewinnen. Unsere Köpfe sind noch voll mit wahnsinnig aufregenden Eindrücken aus Slowenien und Montenegro. Bei diesen Landschaften geht einem ein wenig der Blick für Deutschland verloren.

Eines fällt uns massiv auf. Das Sicherheitsgefühl auf deutschem Asphalt steigt unwahrscheinlich und damit auch die unbewusst gefahrene Geschwindigkeit. Man mümmelt sich bequem in den deutschen Schilderwald und verlässt sich darauf dass vor jedem Schlagloch gewarnt wird. Ein Stück Bundesstrasse, welche auf 80 beschränkt ist und mit einem Schild Strassenschäden gekennzeichnet ist, nehmen wir nicht einmal wahr. Ist doch bester Asphalt 😉

Gegen 16 Uhr kamen wir zu Hause an, aus der Ein Stop Strategie war doch wieder eine Drei Stop Stragie geworden, nachdem wir noch an einem Edeka das Nötigste für den ersten Tag mitgenommen haben. Einen Ausklang für den heutigen Tag liefert uns das A life divided Konzert in Nürnberg, für das wir bereits seit Monaten Karten haben.

3753 km in 21 Tagen klingt nicht so wahnsinnig viel, sind ja im Schnitt nur 178km pro Tag. Wenn man bedenkt dass wir auf dieser Reise allerdings vieles kombiniert haben. Motorradurlaub, 1 Woche Badeurlaub, 2 Tage Städtetrip dann relativiert sich das ganze wieder ein wenig. Bei 12 Fahrtagen sind es dann schon wieder 313km pro Tag die wir vorangekommen sind. Besonders angetan haben es uns die Schluchten in Montenegro. Dieses Land wollen wir definitiv noch intensiver erkunden, außerdem haben wir die Küstenregion komplett außen vor gelassen. Ein besonderes Erlebnis war auch der Regentag in Dubrovnik, welcher es uns ermöglicht hat, die Stadt weitestgehend ohne Kreuzfahrttouristen zu besichtigen. Eines ist uns auf dieser Reise aber wieder einmal besonders deutlich aufgefallen. Wie herzlich und vorbehaltlos die Menschen in den Balkanländern auf uns zugegangen sind. Wie bemüht wir als Gast behandelt wurden. Und wie entspannt das Fahren in anderen Ländern sein kann. Zurück in Deutschland (auch schon in Österreich) kehrt eine Hektik und ein Stressfaktor in den täglichen Umgang mit Menschen ein, welcher uns extrem ermüdend vorkam. Man muss nur in die Gesichter der Menschen blicken und vermisst das allgegenwärtige Lächeln. Die Menschen am Strassenrand welche von Ihrer Arbeit aufblicken und einem zuwinken und einem ihr lächeln schenken.

Eine kleine Besonderheit, die wir aus diesem Urlaub mitgenommen haben, lag unserer Rechnung im Restaurant Nishta in Dubrovnik bei. Eine Smilie Bean, die einen immer daran erinnern soll mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen:


Wir sagen „hvala“ (Danke) für das Erlebte und Danke fürs mitlesen/reisen.

Gesamtstrecke:

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Kroatientour 2015 – Tag 19/20 – 297km – Golling an der Salzach

Mittwoch morgen hatten wir uns den Wecker wesentlich später gestellt, da den ganzen Tag Regen gemeldet war. Wir standen erst um 9 auf und ließen uns beim Frühstück so richtig Zeit. Der Blick aus dem Fenster bestätigte unsere Befürchtung, wir „müssen“ einen faulen Tag einlegen 🙂 wie schrecklich. Es schüttete was runtergeht. Anja begab sich nach dem Frühstück mit dem ebook reader aufs Sofa und ich mich mit dem Laptop in den Sessel. So verbrachten wir nahezu den ganzen Tag. Wir haben es genossen nochmals einfach nichts zu tun. Abends gönnten wir uns nochmal was zu Essen im Restaurant unserer Unterkunft. Aus dem Mengenerlebnis von Dienstag Abend haben wir gelernt und bestellen wesentlich zaghafter. Diesmal konnten wir dann alles aufessen, so dass wir am Donnerstag wieder mehr Glück mit dem Wetter haben sollten. Nach dem Essen dann noch bissl zusammengepackt und ab ins Bett.

Donnerstag früh, der 20ste Tag unserer Reise begann mit dem Wecker um 7:30 Uhr. Um 8 saßen wir beim Frühstück und versuchten durchs Fenster zu erkennen ob es regnet, oder nicht. Die Strasse ist aufjedenfall noch nass. Der Wirt meint es gut mit uns. Weil es kalt war und wir heute ja fahren hat er uns eine Gemüsesuppe mit Kalbfleisch und geräucherter Wurst gekochte… zum Frühstück…zusätzlich zum normalen Frühstück… wir konnten die Massen mal wieder nicht aufessen. Aber wir gaben alles! Nach dem Essen schnell fertig gepackt und die Taschen runtergetragen. Wir gingen zur Tür raus und es fing an zu regnen. Naja gut, dann eben die Membranhandschuhe. Als ich die Motorräder aus der Garage geholt hatte, kam nochmal der Wirt und schenkte uns noch ein T-Shirt. Wir müssen hier nochmals eine Lanze für die Location brechen! Absolute Spitzenklasse!!! Wenn ihr mal Zeit in Slowenien verbringen wollt, unser Tipp: www.cerkno.com

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Bis wir dann tatsächlich endlich losgekommen sind, hatte es fast wieder aufgehört zu regnen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge brachen wir nun endgültig auf in Richtung Heimat. Der restliche Weg durch Slowenien führte uns erstmal wieder auf traumhaften, kleinen Strassen in Richtung Grenze. Der aufsteigende Nebel passte so richtig zur herbstlichen Stimmung. Immer wieder hielten wir an und ich packte die Kamera aus, um zu fotografieren. Die Grenze überquerten wir dann über den Loiblpass. Und direkt nach der Grenze wurden wir „sanft“ daran erinnert, dass wir uns jetzt wieder im „zivilisierten“ Westen befinden. 3 Wochen waren wir nun in Balkanländern unterwegs und hatten auf den Strassen immer eine entspannte Haltung erlebt. Durchweg freundliche Menschen die lächelten und teilweise sogar gewunken haben. Nicht mal 15 Minuten in Österreich und schon bedrängte uns von hinten eine BMW Fahrerin und nicht nur das. Die Gelegenheit vorbeizufahren, welche wir ihr boten, nahm sie nicht wahr, aber 3 Minuten später überholte sie Anja in einer Spitzkehre auf der Innenbahn… Die entspannte Grundhaltung war erstmal dahin. Am liebsten hätte ich der Dame die Tür eingetreten für diese Aktion, welche Anja zum Anhalten mitten in der Spitzkehre gezwungen hatte. Und zu allem Überfluss zeigte sie mir noch deutlich den Scheibenwischer, als ich sie passieren lies. Aber wie heisst es so schön, der klügere gibt nach. Ich beschloss erstmal nen Entspannungsabstecher zu machen und verließ die geplante Route, um noch den steinernen Golf in Reifnitz am Wörthersee zu besuchen. Hier legten wir einen kurzen Stopp ein und Anja fragte was wir hier jetzt wollen… Banause!


Also wieder ab auf die Moppeds und weiter. Den höchsten Punkt des heutigen Tages erreichten wir auf der Turracher Höhe mit 1795m. Hier spürte man deutlich, dass Innenfutter heute eventuell doch eine gute Wahl gewesen wäre. Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Mit 2 Grad Plus wurde es in Obertauern auf 1664m Höhe noch kälter als auf der Turracher Höhe und wenn es nicht nur noch ein paar km gewesen wären, hätte ich gehalten um das Futter in die Klamotten zu bauen. Die Abfahrt nach Golling an der Salzach, wo wir heute im Hotel Garni Ramsl unsere Unterkunft haben, wurde nur noch von einem Tankstopp unterbrochen. Als ich die Helmkamera am Hotel abnahm wunderte ich mich noch, dass 0% Speicher angezeigt wurde. Am Laptop klärte sich das Ganze dann in der Form, dass ich nach unserer Slowenien Runde die Videos nicht verschoben, sondern nur kopiert hatte. Da die Speicherkarte nun schon den halben Tag voll war, sind uns so einige Herbstbilder entgangen, welche ich eigentlich gemacht hatte. Aber wiedereinmal lerne ich etwas daraus. Ab sofort wird die Karte immer formatiert, wenn sie zurück in die Kamera kommt.

Morgen liegt noch ein letzter Grenzübertritt und 320 km vor uns, bis wir wieder daheim sind. Dann brauchen beide Motorräder dringend einen großen Kundendienst und einige Verschleißteile. Wie wir heute deutlich gemerkt haben, rückt der Winter näher und die eingeschränkte Zeit was Motorradfahren angeht kommt in großen Schritten auf uns zu. Wie gerne wären wir noch in Montenegro und würden bei sommerlichen Temperaturen die Schluchten intensiver erkunden…