Balkantour 2018 – Tag 3 – 278 km – Backa Topola

Bad as Conny… halt nein, Badacsony heisst der Ort in dem wir genächtigt haben. Irgendwie krieg ich es nicht hin Badacsony zu sagen, es wird bei mir immer ein Bad as Conny. Wir haben mal wieder geschlafen wie Steine, Steine in einem traumhaften Bett. Unsere Unterkunft (Berkes Vendégház) ist genial und das Frühstück wurde noch viel genialer! Omelett mit Paprika, Zwiebeln, Tomaten, Käse und Schinken. Das macht satt! Eigentlich bräuchten wir nach dem Essen ein Verdauungsschläfchen. Wir müssen (eigentlich nicht… aber wir wollen) packen und heute bis nach Serbien fahren.

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Der Weg am Plattensee entlang zieht sich und ist utz langweilig! In Tyhany lösen wir unser Fährticket und 15 Minuten später setzen wir über den Plattensee. Auf der anderen Seite ist noch mehr Tourismus und die Strecke wird nicht reizvoller. Ich tanke noch bevor wir den See verlassen und wir füllen unsere Trinkrucksäcke mit kaltem Wasser auf. Dann geht es endlich weg aus dem Tourigebiet. Landwirtschaft umgibt uns. Ackerbau herrscht vor während wir uns in Richtung Kalocsa vorwärts schieben. Irgendwann kommen wir an die Donau und müssen feststellen dass hier nur eine Fähre zur Verfügung steht. Ca. 60km Umweg wäre es über die nächste Brücke. Die Fähre geht erst in einer Stunde um 14 Uhr wieder, also machen wir es uns auf einer Bank unter einem Baum bequem und chillen. Ich glaube ich hab auf keiner Reise in den letzten 3 Jahren soviel gelesen wie diesmal bereits während der ersten 3 Tage. Total entspannt. Die Donau plätschert vor sich hin, immer wieder kommen Frachter vorbei und es weht ein angenehmer Wind. Hach ist das Leben schön.

Um kurz vor 14 Uhr kommt dann Hektik auf. Die Fährleute sind aus der Mittagspause zurück und machen den Weg frei zum beladen. Kaum 5 Minuten später geht die Fahrt auch schon los. Der Kassierer auf dem Schiff fragt uns ob wir aus Ansbach kommen, er kennt das da er schon oft in Deutschland war. Wir halten einen kurzen Plausch und bezahlen in EUR – bisher haben wir noch keine Forint benötigt. Entweder wurde Kreditkarte oder Eur aktzeptiert. Der Schiffer meinte nur Geld ist Geld.

Nach dem überqueren der Donau fällt auf dass die Ortschaften verlassener werden. Immer mehr Häuser machen einen leerstehenden Eindruck. Riesige Industrieanlagen liegen brach. Es scheint die Jugend flüchtet von hier. Um Kalocsa ist das weltweit größte Anbaugebiet für Paprika. Wir sind ein wenig zu früh dran, die Paprikafelder zeigen nur einige wenige Blüten. Wäre ein Interessanter Vergleich zwischen den lila Lavendelfeldern der Provence (die wir letztes Jahr gesehen haben) und dem roten Paprika hier geworden, aber das sollte noch nicht sein.

Die Fahrt bis zur Grenze nach Serbien verläuft eher langweilig und unspektakulär. Der Straßenzustand wird schlechter, die Orte noch verlassener und um uns rum hat es immer noch Ackerbau soweit das Auge reicht. An der Grenze sticht einem dann sofort der Zaun ins Auge. Aufgrund der „Flüchtlingskrise“ wurde dieser gebaut um Ungarn abzuschotten. Irgendwie ein komisches Gefühl an einem Grenzzaun zu stehen. So etwas ist man heute einfach nicht mehr gewohnt. Die Kontrollen verlaufen auch nicht so locker wie bisher gewohnt. Der ungarische Grenzer inspiziert die Reisepässe und die KFZ Scheine ausführlich bevor er uns den Weg frei macht. An der serbischen Kontrollstelle nehmen sich die Papiere gleich drei Personen vor. Aber auch hier dürfen wir nach 10 Minuten ohne Beanstandungen passieren.

In Serbien wirken die Orte wieder belebter als in Ungarn. Der Ackerbau erinnert mehr an unsere fränkische Heimat. In Ungarn waren die Äcker riesig, hier in Serbien sind es wieder deutlich kleinere Äcker die wesentlich mehr Vielfalt bieten. Getreide, Olivenbäume, Paprika, Wiesen oder z.B. Mais wechseln sich hier ab. Von der Grenze bis zu unserer Unterkunft in Serbien ist es nur eine gute halbe Stunde. Das Hotel Kaštel liegt in einem Park und hinter der Haus befindet sich ein See. Absolut idyllisch. Nur leider ist die Tür verschlossen…sollte das Hotel geschlossen haben? Wir begeben uns zum Nachbarhaus, welches scheinbar auch ein Hotel mit Restaurant ist und bekommen dort unseren Schlüssel. Die beiden Häuser gehören zusammen und haben scheinbar nur in der Saison getrennte Rezeptionen. Das kleinere Haus in welchem wir die Nacht verbringen gehört uns komplett alleine! Wir sind scheinbar nach dem Winter die ersten Gäste hier im Haus. Erstmal lüften und das Wasser ein wenig laufen lassen da es doch sehr muffig riecht.

Den Abend verbringen wir im Restaurant des Nachbarhauses und genießen eine Fleischplatte für zwei. Für umgerechnet ca. 8 Eur haben wir 600gr Fleisch und Beilagen erhalten, da kann man nicht meckern. Nach dem Essen machen wir uns nochmal kurz über die Routenplanung nur um festzustellen dass wir zu müde dafür sind.

Balkantour 2018 – Tag 2 – 395 km – Badacsony

Wir haben geschlafen wie im Himmel. Das liegt bestimmt an der Feng Shui Ausrichtung der Zimmer in der Sandner Linde. Egal was es war, es war gut! Das Frühstück war ebenso gut wie der Schlaf und das beste, wir waren alleine beim Frühstücken. Das haben wir besonders gerne. Direkt danach bin ich zum benachbarten Landmaschinenschlosser gelaufen um nach einer Schraube zu fragen welche Elli sich abvibriert hatte. Sie konnten dankenswerter Weise aushelfen. Schnell noch gepackt und schon ging es um kurz nach 9 Uhr los.

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Erstmal durch die Berge. Die Steiermark und die Kalkalpen sind schon ein herrliches Fleckchen Erde. Keine geraden Straßen, klare Flüsse in welchen sich die Wälder und Berge spiegeln und super Strassen. Wir cruisen in einem angenehmen Reisetempo dahin und genießen den blauen Himmel. Wir folgen der Eisenstrasse und fahren auch durch Erzberg wo kommendes Wochenende wieder das Erzbergrodeo ein großes Endurorennen ausgetragen wird. Noch sieht der Ort eher aus als ob hier niemals was los sein könnte. Viele verlassene Häuser und total verschlafen.

Nach den Ausläufern der Alpen wirds eben und die Kurven werden weniger. Und dann ist es auch schon passiert. Wir sind in Ungarn. Keine Grenzkontrollen in unserer Fahrtrichtung und wir hätten es fast nicht mitbekommen, dass wir die Grenze passiert haben. Ein kurzer Stopp an einem Burger King, um die Toiletten zu nutzen, verführte uns dann doch noch zu King Nuggets und einer eiskalten Cola. Inzwischen ist es sehr warm geworden und die Cola weckt richtiggehend unsere Lebensgeister. Allerdings nicht für lang. In Ungarn ist das Landschaftsbild von Ackerbau und verlassenen Häusern geprägt. Dazwischen liegt schnurgerade die Strasse welche uns zum Balaton führt. Keine Kurven, nichts herausragend Interessantes am Wegesrand. Wir sitzen die 120 km von der Grenze bis zu unserer heutigen Unterkunft einfach ab.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben sind wir erstmal wie erschlagen. Man merkt dann doch die fast 800 km in zwei Tagen. Nach einer kurzen Ruhepause ziehen wir uns an und ziehen mit den Kameras los um uns etwas zu Essen zu jagen. Einige Fotomotive und gut 3,5 km später sitzen wir in einem Imbiss (fast alles andere hat noch geschlossen…wir sind scheinbar mal wieder außerhalb der Saison unterwegs) und trinken Gösser Naturradler zu Anjas Gulasch und meinem panierten Käse. Das wäre fast perfekt, wäre da nicht noch der Rückweg von 3,5 km bis zu unserer Unterkunft. Aber bevor wir den angehen schauen wir uns mal noch den Plattensee an. So richtig begeistern kann er uns nicht. Zum Baden gibt es halt einfach nix schöneres als die kroatische Adria! Auf dem Rückweg geht dann so langsam die Sonne unter und der Himmel zeigt sich äußerst fotogen. Lediglich wir sind mal wieder verpeilt und nicht am richtigen Ort. Aber was soll es, in diesem Urlaub liegt unsere Prio nicht auf dem Fotografieren wie auf unserem Island Trip. Diesmal geht es ums Mopped fahren und neue Länder erkunden.

Zurück im Zimmer haben wir dringend eine Dusche nötig und fallen danach fast direkt ins Bett. Nur der Bericht und das kopieren der Bilder hält noch kurz auf.