Balkantour 2018 – Tag 19 – 270 km – Postojna

Der Wecker reisst uns um 7 Uhr unsanft aus unseren Träumen. Es ist angenehm kühl was leider dazu geführt hat dass die gestern gewaschene Wäsche nicht trocken geworden ist. Dann muss ich das Zeugs halt feucht anziehen. Wir springen noch schnell unter die Dusche und sind pünktlich um 8 beim Frühstück. Boris und Gordana haben sich wieder ins Zeug gelegt. Diese Unterkunft (Apartment Ada) muss man definitiv weiterempfehlen. Boris verabschiedet uns herzlich und vor allem ehrlich.

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Wir fahren los in Richtung Velebit. Das Wetter ist durchwachsen, es ziehen viele dunkle Wolken und es ist sehr windig. Fast ein wenig frisch ist es heute. Im Hinterland ist weiterhin alles grün bewaldet und wir kommen auf der gut ausgebauten Straße zügig voran. Nach knapp 50 km legen wir einen Tankstopp ein und kaufen noch Wasser für die Trinkrucksäcke. Neben der Straße sehen wir auf einmal mehrere alte Flugzeuge. Das müssen wir uns etwas genauer ansehen.

Nachdem wir den Gebirgskamm überwunden haben der das Hinterland von der Küste trennt bekommen wir sehr deutlich die Bora zu spüren. Die kalte Luft im Hinterland kombiniert mit der warmen an der Küste sorgt für Fallwinde entlang der Gebirgszüge welche extrem böig sind und Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen können. Das Motorradfahren ist fast schon ein bisschen anstrengend bei diesen Bedingungen. Kurz nachdem wir die Küste erreicht haben machen wir halt an einer Bank mit schöner Aussicht. Wir Essen unsere Sachen vom Bäcker welche gestern Abend dank dem Essen von Gordana übrig geblieben sind. Danach noch ein kurzer Stopp an einer Tankstelle und schon geht es wieder gegen den Wind die Küstenstrasse entlang.

Der Weg durch Rijeka ist angenehmer als gedacht. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Die Temperaturen bewegen sich auch dank des Windes im angenehmen Bereich. Nach Rijeka geht es zügig zur Grenze wo wir einfach durchgewunken werden. Slowenien hatte es uns ja auch bereits auf früheren Reisen angetan. Dies war nicht ganz grundlos. Die Straßen sind kurvig und in einem guten Zustand. Die Landschaft lädt dazu ein den Blick schweifen zu lassen. Unser heutiges Ziel ist Postojna. Wir haben ein Hotel (Postojna Cave Rooms & Apartments Proteus) im Zentrum gebucht in welchem wir um 15:30 einchecken. Nachdem wir uns umgezogen haben gibt es noch einen kleinen Willkommensgruß in Form von Gebäck und hausgemachtem Eistee.

Wir laufen die gut 500 Meter zu der berühmten Tropfsteinhöhle und bezahlen den horrenden Eintrittspreis von 52 EUR für 2 Personen. Noch haben wir eigentlich keine Ahnung was uns dafür erwartet. Um 17 Uhr beginnt die Führung in Deutscher Sprache. Insgesamt sind in der deutschsprachigen Gruppe 8 Personen plus Höhlenführerin. Man wird mit einem Zug in die Höhle gefahren und dann beginnt der ca. 1,6 km lange Rundgang. Insgesamt dauert die Führung fast 2 Stunden. Wir lernen Begriffe wie Stalaktit, Stalakmit und Stalagnat und erfahren dass ein Stalaktit in ca. 10-40 Jahren nur EINEN Millimeter wächst. Die Führung ist kurzweilig und am Ende angelangt fühlen sich die 2 Stunden an wie 15 Minuten. Wir haben bereits mehrere Tropfsteinhöhlen besucht, aber keine war bisher so beeindruckend und groß wie die Höhle von Postojna. Ich glaube man könnte locker einen ganzen Tag mit dem Rundgang verbringen.

Zum Abschluss des Abends gönnen wir uns noch einen Döner. Wir wollen nicht schon wieder groß Essen gehen. Morgen wollen wir noch einen Abstecher zur Predjama Höhlenburg machen und dann mal wieder versuchen auf den Mangart zu fahren. Bisher hat uns immer das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Balkantour 2018 – Tag 18 – 348 km – Gradac

Da bei der Unterkunft kein Frühstück enthalten war brechen wir heute etwas früher auf. Es ist bewölkt und bei weitem nicht mehr so heiss wie gestern. Das Gewitter heute Nacht hat die ersehnte Abkühlung gebracht. Um 8:50 Uhr schieben wir die Motorräder aus der Garage und begeben uns noch zu einem Bäcker um etwas zu essen (natürlich Burek) für unterwegs mitzunehmen.

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Wir folgen bis Ploce der Küstenstrasse. Es ist angenehm zu fahren obwohl viel Verkehr ist. Der kurze Abstecher durch Bosnien Herzegowina ist ziemlich unspektakulär. Am ersten Grenzübergang schaut der Beamte wenigsten noch kurz den Reisepass an. Am zweiten werden wir direkt weitergewunken. Wozu setzt man dann überhaupt jemanden an die Grenze? Nachdem wir die Küste verlassen haben werden die Straßen erstmal wieder klein und kurvig. Wir fahren durch Weinfelder (Berge sind es nicht wirklich. Nennt man es dann Weinplantagen?) Die Wolken werden immer dunkler und vor uns braut sich was zusammen. Wir ziehen schonmal die Regenhauben über die Tankrucksäcke und machen unsere Klamotten dicht. Als dann zwei fette Blitze vor uns runtergehen und die Sintflut zu fallen beginnt drehen wir kurzentschlossen um und kehren in einem Cafe ein welches wir kurz davor passiert hatten. Wir trinken eine Cola und sitzen den Regen aus. Nicht ganz aber zumindest bis es nur noch ein tröpfeln ist.

Der weitere Tagesverlauf ist relativ unspektakulär. Die Straßen werden etwas größer und wir kommen flott voran. Die Landschaft ist hügelig bis bergig. Alles ist satt grün. Dank des zügigen vorankommens ist auch das fahren kurzweilig. Trotzdem merke ich heute das mir der Hintern vom sitzen weh tut. Ich glaube der Gegenverkehr amüsiert sich über meine Turnübungen auf dem Mopped. Die weiteren Unwetter streifen wir wenn dann nur kurz, so dass wir maximal ein paar Tropfen Regen abbekommen. Dank der Wolken und dem Regen ist es merklich heruntergekühlt was uns sehr entgegenkommt.

Unsere Unterkunft (Apartment Ada) finden wir heute erst auf den zweiten Anlauf und mit Hilfe der Handynavigation. Boris und Gordana haben ein mega schnuckeliges Grundstück. Sie halten selbst Schweine und Geflügel und versuchen sich weitestgehend selbst zu versorgen. Boris arbeitet als Fahrdienstleiter bei der kroatischen Bahn und Gordana bei Gericht. Aber die 4 Söhne sind entweder schon am studieren oder auf dem besten Weg dorthin und so müssen sie sich mit der Unterkunft etwas dazu verdienen. Sie bieten uns ein Abendessen an welches wir trotz unserer bereits gekauften Bureks annehmen. Gordana flitzt sofort in die Küche und fängt an zu werkeln. Die Bureks können wir auch morgen noch essen.

Auf Selbstgemachte Tomatensuppe mit Nudeln und Brot folgen Ofenkartoffeln, roter Krautsalat und panierte Geflügelschnitzel. In der Panade findet sich Sesam und das Essen ist einfach nur lecker! Wir bedanken uns nochmal und begeben uns in unsere Wohnung – Wir haben nicht nur ein Zimmer bekommen. Nein wir haben eine komplette Einliegerwohnung für uns zur Verfügung. Noch kurz den Laptop angeworfen und die Route für morgen klar gemacht. Dann geht es auch schon ab ins Bett.