Motorradstrasse Deutschland Ostroute Tag 8 – 356km

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7:30 Uhr der Wecker klingelt. Wir beide haben die Augen schon offen um es ihm zu geben! Die Sau will uns aufwecken, aber wir sind früher dran!!! Er kann nicht einmal fertig klingeln bevor wir auf ihn einschlagen. In Anbetracht dessen, dass heute nur 350km geplant sind wollen wir es langsam angehen lassen. Als wir den Blick zum Fenster wenden beschließen wir es noch viel langsamer angehen zu lassen! Es regnet und nicht gerade wenig. Wir drehen uns noch einmal herum. Um 8 Uhr gibt es Frühstück. Wir haben noch Zeit. Während dem Frühstück wird unsere Hoffnung erfüllt. Es wird zunehmend blauer am Himmel und die Sonne kommt raus. Zu doof dass die Fenster des Frühstücksraumes nicht in unsere Fahrtrichtung gehen. Wir lassen uns heute wirklich viel Zeit. Um 10 Uhr sitzen wir auf dem Motorrad und beginnen das heutige Wettrennen. Welches Wettrennen? Das mit dem Wetter! Immer das Blau im Rücken und das Grau vor uns. Gerade so dass man aus dem Augenwinkel immer ein wenig blau sieht und sich ärgert.

Wir sind noch nicht weit gefahren als wir in Schöningen zu einem ersten größeren Fotostop anhalten. Die Kirche in Schöningen ist schon ein riesen Ding, aber der Garten in welchem sie liegt ist noch viel faszinierender. Rund um die Kirche wurde ein Bibelgarten angelegt mit 100 Pflanzen welche in der Bibel erwähnt werden. Wir kommen mit dem örtlichen Pfarrer ins Gespräch. Er stellt fest dass er zu klein für die VStrom ist, dass wir ein GPS haben und dass im Ortskern noch eine Kirche ist welche wir uns unbedingt anschauen sollten. Seine Beschreibung fpü die Kirche: „Das is ein geiles Ding!“ Wir bedanken uns, müssen den gut gemeinten Tipp aber ignorieren. Irgendwie drängt sich uns das Gefühl auf dass wir schon reichlich spät dran sind auch wenn es heute ja nur 350km sind.

In Jerxheim fällt uns ein regionaler Brauch auf. Die Schützenkönigsscheiben werden am Haus des Königs aufgehängt. Bei uns in Franken hängen die Königsscheiben in der Regel in den Schützenhäusern. Hier wird offen zur Schau gestellt wer denn schon einmal ein König war.

Kurz nach Jerxheim finden wir etwas wieder was wir in den letzten Tagen vermisst hatten. KURVEN!!! Auf kerzengerader Strecke hat ein Straßenplaner ein einsehen und baut einfach mal drei Spitzkehren mit ein. Dies sollte uns schonmal auf den kommenden Harz vorbereiten. Endlich wieder kleine Straßen, herbstliche Mischwälder, Schmalspurbahnen, Kurven und echte Steigungen und Gefälle. Der Harz zeigt sich von seiner besten Seite, nur das Wetter nicht. Wir besichtigen das Pumpspeicherbecken Wendefurth und beeilen uns weiterzukommen, da inzwischen der blaue Himmel vor uns und der Graue hinter uns liegt.

Ein paar Orte weiter entdecken wir ein Nachttopf und Mausefallen Museum. Alleine das Haus ist schon so urig dass wir es festhalten müssen. Die Führung am heutigen Tage um 11 Uhr haben wir leider verpasst. Es ist bereits 13 Uhr und wir haben erst 125km geschafft.

Nun sind wir so richtig im Harz. Die Blätter fallen um uns herab, als wir durch den Wald rauschen. Hier und dort gibt es Schaubergwerke. Die Dörfer werden kleiner. Die Kurven spitzer. Die Straßen holpriger. Immer wieder queren wir kleine Flüsse und Schienen von Schmalspurbahnen. Ach könnte es nur ewig so weitergehen. Das allseits beliebte Kopfsteinpflaster sucht uns auch immer wieder heim.

Kurz vor dem Kyffhäuser gehen wir einkaufen, suchen noch ein öffentliches aber sehr privates Örtchen auf und dann sind wir angekommen. Nicht an unserem Tagesziel aber an einem ganz besonderen Stückchen der heutigen Strecke. Ein 4,1km langes Stück der B85 mit insgesamt 36 Doppelkurven. Ein echtes Sahnestück für jeden Motorradfahrer. Wir haben es sehr genossen. Auf Bilder haben wir verzichtet und lieber die Eindrücke in unserer Erinnerung gespeichert. Ich bette hier mal ein Youtube Video der Strecke mit ein.

Am Ende der Strecke haben wir uns eine Bank gesucht und erstmal Mittag gemacht. Mittag… naja es war inzwischen 15 Uhr und wir hatten immer noch gut 170km vor uns. Irgendwie klappte das mit dem Zeitmanagement heute nicht so richtig. Also jetzt aber ranhalten. Unterwegs nochmal zwei Fotostops einmal um die Aussicht und das Wetter zu dokumentieren das andere mal an einem kleinen Brücklein.

Gegen Ende habe ich den Blick für die Umgebung verloren. Erst kämpften wir mit einer schlecht beschilderten Umleitung in Arnstadt, dann war die L1046 vollgesperrt und mir erschien nicht sofort eine Alternative auf der Karte, also haben wir versucht ob wir durch die Baustelle fahren können. Es ging und wir freuten uns, dass uns dieses Stückchen Straße nicht entgangen war. Viele Kurven einige Bachquerungen und kein Verkehr, da eigentlich vollgesperrt. Die Uhr rückte immer weiter vor. Es war inzwischen 17:45 und immer noch trennten uns gut 35km vom Tagesziel. Der Rest des Weges verlief dann unspektakulär und wir konnten um 18:15 Uhr in der Pension Felsenthal in Tabarz einchecken. Nach einem gut bürgerlichen Abendessen sitzen wir nun auf dem Sofa und widmen uns dem Erfahrungsbericht für heute. Ironischerweise sagt der Wetterbericht für heute Nacht leichten Schneefall vorher. Heute begleiteten uns Etappenweise die Straße der Romantik, die Deutsche Fachwerkstrasse und die Deutsche Ferienstrasse Alpen/Ostsee.

Motorradstrasse Deutschland Ostroute Tag 7 – 358km

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Wir hatten heute eine unruhige Nacht. Wir fühlten uns in dem gebuchten Hotel nicht wirklich wohl. Die Federkernmatratzen waren auch nicht das Wahre. So waren wir beide mehrfach wach und sahen am morgen nicht wirklich fit aus. Also zügig hier weg lautete der Plan. Sachen Packen, Topcase einräumen, kurz zum See geschaut und ein paar Bilder gemacht.

Wenigstens das Wetter sieht halbwegs brauchbar aus. Dann noch schnell gefrühstückt und ausgecheckt. Es gibt keine Quittung? Hmmm… das bestätigt nur den Eindruck vom Hotel. Wir sitzen um kurz nach 9 Uhr auf dem Bock und fahren los. Schwerin lassen wir zügig hinter uns. Wir stellten gestern schon fest dass die Gegend unspektakulärer wird. Heute möchte ich nach einem neuen Begriff suchen. Langweilig ist das falsche Wort da selbst eine jeden Tag gefahrene Strecke nicht langweilig ist. Eintönig geht in die richtige Richtung. Die einzigen Highlights am Vormittag sind Kirchen oder andere Bauten. Die ab und an in Ortschaften zu sehen sind.

Achja und die Windräder. Thema Energiewende. Uns fällt schon seit Tagen auf dass uns eigentlich nichts auffällt. Also keine Solarplattenfelder von mehreren Quadratkilometern Größe. Keine Monokulturen auf den Feldern um in jedem Ort eine Biogasanlage zu befeuern. Das einzige was auffällt sind die allgegenwärtigen Windräder. Heute hatten wir eine extreme Anhäufung gesehen. Anja hörte bei ca. 50 auf, zu zählen. Direkt dazwischen Häuser, Industrie und so weiter. Aber die Windräder werden bei weitem nicht so störend empfunden wir die Solarplatten. Auch auf den Hausdächern findet man keine Solarplatten. Dafür findet man etwas anderes hier in der Gegend. Das Ampelmännchen. Es kommt aus dem Osten und ist eigentlich viel schöner als die anderen Fussgängerampeln. Wir wollen Ampelmännchen für alle!!!

In Havelberg kreuzen wir zuerst die Havel über eine Brücke und danach die Elbe mit der Gierfähre Räbel. (Infos was eine Gierfähre ist). Ich persönlich mag diese Fähren welche nur mit der Kraft der Strömung betrieben werden. Man kann die Überfahrt bei völliger Stille genießen. Nur das plätschern des Wassers. Den Weg zur Fähre bestreiten wir mal wieder auf Kopfsteinpflaster. Ein Schild teilt uns mit dass wir uns auf der Straße der Romantik befinden. Was hat Kopfsteinpflaster mit Romantik zu tun fragen sich meine Arme.

Die Elbe begleitet uns bis Tangermünde wo wir eine Tankstelle suchen um unsere Vorräte aufzufüllen. Benzin, Wasser und Bockwurst! Auf dem Weg zur ehemaligen Innerdeutschen Grenze stechen nur ein paar Kirchen und Landsitze aus dem immer gleichen Bild der Landschaft welches uns hier begleitet hervor.

Kurz vor unserem Tagesziel dem Hotel Alte Wassermühle am Elm in Königslutter erwischt uns dann doch noch ein bisschen Regen. Insgesamt hat uns das Wetter heute keine Freude bereitet. Es war durchgängig stark bewölkt und auch relativ kalt. Eine Temperaturanzeige wollte uns vorgaukeln dass es 15°C Grad hätte, wir glauben das nicht. Gefühlt waren es maximal 9,5°C!!! Ich bin immer wieder froh über meine Heizgriffe und muss zu meinem Entsetzen feststellen dass meine Handschuhe beginnen sich aufzulösen. Anja fängt jedesmal wenn wir anhalten an Kreise ums Motorrad zu laufen um sich aufzuwärmen. Auf den letzten Kilometern, nur noch die heisse Dusche im Kopf sehe ich auf einmal einen braunen Wegweiser zu einem „Geopunkt“. Ich werfe Anker und biege rechts auf einen kleinen Parkplatz ein. Anja fragt mehr oder weniger unentspannt was denn jetzt noch sei so kurz vor dem Ziel. Wir steigen nochmal ab, machen ein paar Bilder und lesen die Infotafeln über eine Quarzsandgrube und einen Findling. Ich schalte kurz das Handy an und schaue ob hier zufällig ein Geocache liegt. Bingo, ein Earthcache: Uhry und die Weißen Sande. Bei dem Versuch den Umfang des Findlings zu bestimmen kommen wir beide richtig ins Lachen. Später sollte sich noch herausstellen dass Anja mit Ihrer Messmethode Recht behalten sollte.

Vom Lachen ein wenig aufgewärmt nehmen wir die letzten 10km in Angriff. Noch ein kurzer Stop an einem Supermarkt um Abendessen zu jagen. Das Männchen beschützt das Transportmittel. Das Weibchen erlegt das Futter. Noch 900m zum Hotel. Hoffentlich nicht wieder so eine Kaschemme wie gestern. Der erste Blick aufs Hotel ist vielversprechend. Eine Alte Mühle, liebevoll restauriert. Die Besitzerin führt uns sogleich in unser Zimmer und wir sind erstmal sprachlos. Viel Platz, absolut sauber und einfach zum wohlfühlen. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch den wunderschön angelegten Garten und begeben uns aufs Zimmer um Abend zu essen und diesen Bericht zu verfassen.

Motorradstrasse Deutschland Ostroute Tag 1 – 426km

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Heute war es endlich soweit. Alle Vorbereitungen abgeschlossen. Die Sachen gepackt. Noch einmal im eigenen Bett geschlafen. Augen auf, der Blick zum Dachfenster … kein Regen. So wie es aussieht dürfen wir im Trockenen starten. Beim Verstauen der Taschen in den Koffern kommt sogar die Sonne raus. Besser könnte es gar nicht sein. Um kurz nach 9 Uhr ging es dann los. Erstmal ein wenig Distanz machen, quasi eine Anreise ins Zielgebiet. Landstrasse bis Schwabach. Der neue Conti Trail Attack 2 fühlt sich gut an. Dann ab auf die A6 weiter auf die A9 bis Pegnitz. Irgendwie um Nürnberg rum. Der neue Conti hat Shimmy. AB 130km/h auf der Autobahn deutlich zu spüren. Mehr als 160km/h gehen nicht. Naja wir fahren ja nicht mehr Autobahn.

Nachdem wir diese in Pegnitz verlassen haben heisst es nun ab in Richtung Landesgrenze.

In Waldsassen suchen wir nach einer Tankstelle und finden die Bundespolizei. Die freundlichen Herren wollen von uns wissen ob wir im Nachbarland zum shoppen waren. Wir verneinen und dürfen weiterfahren. Scheinbar waren wir glaubwürdig. Das Kofferauspacken durften wir uns sparen.

Nun geht es über Selb und Rehau ins Vogtland. In Posseck beschließen wir Mittag zu machen. Es gibt eine überdachte und windgeschützte Bushaltestelle in der Ortsmitte. Kaum haben wir unsere Tomaten, Gurken und Semmeln ausgepackt kommen mehrere Dorfbewohner um auf den Bus zu warten. Wir sitzen nun zwischen den Wartenden und genießen unser Vesper. In Posseck stand regelrecht noch das Wasser auf der Strasse als wir Halt machten. Wir wurden bisher vom Regen verschont und hatten scheinbar das Glück in Schlangenlinien um die Wolken herumzufahren.

Nach einer unerwarteten Passüberquerung mit 849 Höhenmetern legten wir einen Zwischenstop am Museumsbahnhof Schönheide Süd ein. 1994 war dieser Bahnhof stillgelegt worden. Die Regelspurstrecke blieb erhalten. Das Schmalspurstreckengelände wurde zu einem Lagerplatz umfunktioniert. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde der Bahnhof als Museumsbahnhof wieder aktiviert. Wir konnten hier einige schöne alte Loks und Waggons bestaunen.

Einen weiteren Pass später konnten wir dann den für heute höchsten Punkt erobern. Den ehemaligen Grenzübergang nach Tschechien auf dem Fichtelberg mit 1113 Höhenmetern. Der Fichtelberg ist mit 1214 Höhenmetern der höchste Berg Sachens.

Ab hier war Endspurt für heute angesagt. Über Annaberg und Wolkenstein ging es zum heutigen Tagesziel. Das Hotel Drei Brüder Höhe in Marienberg. Hier lassen wir den Tag mit einem wundervollen Ausblick vom Aussichtsturm des Hotels ausklingen.

Der Continental Trail Attack 2 fährt sich auf der Landstraße super. Die Autobahn mag er überhaupt nicht. Das Wetter ist uns bisher wohlgesonnen und die Vorfreude auf morgen ist schon riesig.

Unsere Tourplanung fand in Anlehnung an die Motorradstrasse Deutschland statt. Im Laufe des ersten Tages entdeckten wir dass wir uns teilweise auf der Deutschen Alleenstrasse, der Silberstrasse und der Porzellanstrasse bewegten. Habt ihr auch schon eine dieser Strassen bereist? Welche derartige Strassen kennt ihr noch? Ich freue mich über jeden Kommentar mit Informationen hierzu.

Tourvorbereitungen Motorradstraße Deutschland Ostroute September 2013

Die Vorbereitungen für unsere Tour laufen inzwischen seit einiger Zeit und wir befinden uns nun zwei Tage vor der Abfahrt in den letzten Zügen.  Aber worum geht es hier eigentlich?

Es geht darum Deutschland etwas mehr zu „erfahren“. Mit dieser Idee im Hinterkopf und dem fahrbaren Untersatz in Form der Suzuki V-Strom suchten wir dann nach Anreizen was genau wir „erfahren“ wollen. Dabei kam mir die Motorradstraße Deutschland wieder ins Gedächtnis und so war die Idee geboren. Wir lehnen uns bei der Tourplanung an die Ostroute der MSD an.

Nach einigen Terminverschiebungen stand fest es soll am 19.09. losgehen und wir nehmen uns 9 Tage Zeit für die ca. 3000km. Die Suche nach GPX Dateien mit Routen oder Tracks zur MSD gestaltete sich nicht ganz so einfach, wie zuerst bei einer so offensichtlich beworbenen Strecke gedacht. Dank einem Tipp im VStromforum wurde ich im Naviboard.de fündig (Link leider nur mit Anmeldung zugänglich).  Also mit Hilfe dieser GPX Dateien und den Road Concept Motorrad Powerkarten  erstmal die Ostroute in den Motoplaner übertragen. Dann grob in Tagesetappen unterteilt und passende Unterkünfte gesucht.

Hierbei wollte ich mir die Tourenfahrer Partnerhotels zu Nutzen machen musste allerdings ziemlich schnell feststellen dass der Osten und Norden Deutschlands quasi eine leere Zeile in der Datenbank darstellen. Nach dem wälzen vieler lokaler Touristeninformationen konnte ich insgesamt 7 Hotels ausmachen und diese auch erfolgreich buchen.

Es ergeben sich nun in der Feinplanung Tagesetappen zwischen 330 und 415 km und eine Gesamtstrecke von 2805 km. Dies sollte uns ein wenig Luft lassen um die Gegend zu genießen und schöne Eindrücke zu sammeln. Hier nun die Route wie sie geplant ist.

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Der Wetterbericht verspricht inzwischen auch positives – ein goldener Herbst soll uns ab Freitag auf der Tour begleiten. Auf Rügen wollen wir einen Tag Pause einlegen um uns die Insel ein wenig anzusehen und den einen oder anderen Geocache zu suchen. Im Anschluss an die Tour soll es dann noch für einen Kurztrip in die Schweiz gehen, hierzu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Ab heute Abend geht es ans packen. Die Vorfreude ist riesig. Die neuen Continental  Trail Attack 2 auf der VStrom warten darauf ihr Profil an die Straße abzugeben.

Einen Interessanten Bericht über eine weitere Tourenstrecke in Deutschland (Die Alleenstraße) hat Sascha in seinem Blog geschrieben: Link

Feierabendrunde ins Fränkische Seenland mit kleinem Schotter Ausflug

Ich habe heute mal den Arbeitstag etwas früher ausklingen lassen um ein wenig das Fränkische Seenland zu erkunden. Leider hat mir der Verkehr in Nürnberg erstmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich habe fast eine Stunde benötigt um Nürnberg zu verlassen. Über Schwabach und Georgensgmünd habe ich mich Pleinfeld und damit dem Großen Brombachsee angenähert. Unterhalb der beiden Brombachseen vorbei in Richtung Altmühlsee, welchen ich eigentlich umrunden wollte ging es weiter. Aber heute war ja Tag der Strassensperren, Unfälle und Baustellen. Planänderung und direkt nach Muhr am See weiter. Der Sinn der Fahrt war ja ein paar km zu machen also noch zwei drei Schleifen eingebaut und wieder zurück auf die andere Seite des kleinen Brombachsees. Hier dann ein wenig den Ausblick über Enderndorf genossen und ein paar Bilder gemacht:

Nach der kurzen Pause dann von Enderndorf nach Spalt die Kurven ohne störende Autos genießen dürfen. Nun ab in die Pflugsmühle in den Biergarten und eine deftige Brotzeit genossen. Gut gestärkt ging es nach der Vesper auf den Heimweg.

Da der Weg von Wassermungenau nach Windsbach momentan auch gesperrt ist nochmal eine kleine Ecke reingefahren. Den Weg von Aich nach Weißenbronn habe ich mir dann zum Tagesabschluss noch auf Schotter gegönnt. Und schon waren 145 km und fast 5 Stunden vorbei. Schade dass mich Nürnberg soviel Zeit gekostet hatte.

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Tagestour mit dem Ziel Hersbrucker Schweiz

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Heute ging es einige Kilometer durch die Hersbrucker Schweiz. Den Einstieg machten wir über die alte Bergrennstrecke bei Happurg. In Königstein kehrten wir zum Mittagessen im Hotel Wilder Mann ein. Sehr schön am Marktplatz gelegen und definitiv zu Empfehlen!

Auf dem Rückweg genossen wir die alten stählernen Eisenbahnbrücken im oberen Pegnitztal. Die Deutsche Bahn plant diese abzureißen und durch moderne Betonbrücken zu ersetzen. Es gibt eine Bürgerinitiative zum Erhalt und der Sanierung der alten Brücken.

Anbei ein Video der Bürgerinitiative:

Paracord Diamond Knot

Der Diamant Knoten verfolgt mich schon seit Anbeginn. Perfekt um Reste zu verarbeiten da man keine langen Stücke Paracord benötigt. Die kleinen Anhänger kann man fast überall anbringen und sehen echt gut aus. Ich habe mir zum Diamant Knoten schon die verschiedensten Anleitungen auf You Tube angeschaut und versucht nachzubauen. Allerdings finde ich bei diesem Knoten ein statisches Bild mit den Schritten besser als ein Video. Mal ist das Video schneller als man selbst, mal muss man warten, mal muss man zurückspulen und das alles während man den Knoten festhält. Ich habe nach längerem Suchen im Forum der DLRG Jugend im Bezirk Oberhausen e.V. die für mich perfekte Anleitung gefunden. Und so langsam aber sicher klappt auch dieser Knoten halbwegs zügig. Um Ihn gänzlich zu verinnerlichen dürften aber noch einige Wiederholungen nötig sein.

Update 17.03.2015:

Dieses Video zeigt eine einfachere Technik:

Anbei wie immer Bilder des fertigen Knotens:

Paracord Shark Jaw Bone

Auf Anfrage eines Kumpels nach einem Schlüsselanhänger fürs Motorrad habe ich mal eben wieder was probiert. Die Farbwahl war vorgegeben, und der Wunsch dass es ein relativ Steifer Anhänger werden sollte. Ich habe bereits vor längerer Zeit einmal ein Armband mit dem Shark Jaw Bone geknüpft und so wurde dieser hier meine erste Wahl. Die Anleitung hierfür habe ich mal wieder von  J.D. Lenzen:

Ich hoffe der Knoten wird dem neuen Besitzer gefallen, hier schonmal zwei Bilder:

Shark Jaw Bone Shark Jaw Bone

 

Routenplanung und Navigation für Motorradtouren

Es gibt zwei Arten eine Tour zu fahren. Einfach drauf los und irgendwann mal schauen wie man wieder heimkommt. Oder man weiß genau was man will und plant vorher.

Je nachdem welche der beiden Arten man angeht nutzt man seine kleinen Helferlein (Karten, GPS,…) anders.

Bei Touren die ich spontan fahre kommen die Road Concept Motorrad Powerkarten in den Tankrucksack damit ich mich grob orientieren kann. Das GPS nutze ich um zu dokumentieren wo wir unterwegs waren. Um dies so bequem wie möglich zu tun habe ich mir schon frühzeitig (anno 2004) einen Fujitsu Siemens Pocket Loox und eine GPS Maus gekauft um Motorradtouren aufzuzeichnen. Dieses System wurde im Laufe der Zeit durch ein Garmin GPS 60 ausgetauscht. Mit diesem Gerät starteten wir dann auch unsere ersten Versuche beim geocaching. Allmählich stieg das Verlangen nach einem elektronischen Kompass und Kartenanzeige im Gerät und so wurde das GPS 60 im Jahre 2013 durch ein Garmin GPSmap 62s ausgetauscht. Für das Tracking der Motorradtouren waren alle drei Geräte immer wunderbar geeignet. So lässt sich immer nachvollziehen wo man die schönsten Kurven oder auch das beste Essen spontan gefunden hatte.

Um das GPSmap 62s diebstahlgehemmt (Sicher gibts nicht!), vibrationsgedämpft und gut ablesbar am Motorrad zu positionieren setze ich auf eine absperrbare Halterung der Firma Touratech welche wiederum mit Hilfe eines Wunderlich Multipods am Lenker befestigt ist. Der Multipod ist ähnlich dem Rammount System, kann aber ohne Flügelmuttern verwendet werden und ist damit diebstahlhemmend. Die Stromversorgung des GPS stelle ich mit Sanyo Eneloop XX sicher. Diese halten bei ausgeschalteter Beleuchtung bis zu 3 Tage Motorradfahren durch. Notfalls kann das GPS auch per USB mit Strom versorgt werden. Ich bin allerdings der Meinung dass der USB Anschluss an dem Gerät nicht für eine dauerhafte Stromversorgung auf einem Motorrad geeignet ist. Das Kartenmaterial für das Garmin beziehe ich vom OpenStreetMap Projekt. Der Anbieter Raumbezug stellt für Garmin Geräte aufbereitete und regelmäßig aktualisierte routingfähige Karten auf OSM Basis zum Download bereit. Eine Besonderheit der Raumbezug Karten die ich sehr schätze ist dass auch ein Version der Karten für Garmin Mapsource und Basecamp zur Verfügung steht.

Nun aber zu den geplanten Touren. Es gibt einen genial einfachen und vor allem kostenlosen online Tourenplaner: MOTOPLANER.DE Mann kann einfach einen Start und Zielpunkt angeben, noch die Option Autobahnen vermeiden anhaken und schon hat man einen ersten Entwurf. Nun einfach die Stellen der Tour mit der Maus packen die einem noch nicht gefallen und auf die Straßen der eigenen Wahl ziehen. Und nun kommt das beste. Nach Abschluss der Streckenplanung kann diese in allen erdenklichen Formaten (Navigon, Tom Tom, Becker, Garmin, GPX, kml, uvm.) exportiert werden. Möchtet ihr gemeinsam an einer Tour planen oder diese an andere Teilnehmer ohne Navi weitergeben so genügt es auf den Button weitergeben zu klicken und danach die URL (Adresse) zu kopieren und diese weiterzugeben. Bei dem Klick auf Weitergeben werden sämtliche erstellte Wegpunkte in die URL geschrieben. Ebenso einfach könnt ihr euch die Route dann als Favorit im Browser speichern.

Ich speichere die so geplante Strecke als Track in einer GPX Datei ab und übertrage diese auf das Garmin GPS 62s. Sollten in genau diese GPX Datei noch weitere Punkte (Hotel, Geocache, OVIs, usw.) integriert werden nutze ich hierfür die kostenlose Software Basecamp von Garmin. Nun kann die Ausfahrt starten. Es ist natürlich nie verkehrt eine Backup Lösung in Form von Stromunabhängigen Papierkarten dabei zu haben. Einen Überblick über eine Route wird man auch niemals auf dem kleinen Display eines GPS Gerätes bekommen. Die Motorrad Powerkarten sind laminiert und damit auch einem Regenschauer gewachsen. Auch kann man mit wasserlöslichen Folienstiften Markierungen einzeichnen.

Das wichtigste sollte man aber bei der ganzen Tourplanung nicht vergessen -> Der Weg ist das Ziel!

Hier noch ein Link zu Sascha von Unterwegens.de mit ein paar Infos und seiner Sichtweise zum Garmin GPSMAP 62s.

Welche Scheibe an die V-Strom?

Bei Kauf unserer V-Strom war bereits eine Zubehörscheibe von Puig anstelle der Standard Scheibe montiert. Diese war wesentlich höher als die originale Scheibe von Suzuki. Im ersten Anlauf dachte ich dass dies schon perfekt sei. Leider schlug die Windabrisskante genau oberhalb meines Visieres am Helm ein. Ein Fahren mit offenem Visier war damit undenkbar. Das rüttelte und schüttelte. Nun stellte sich die Frage was tun. An der Körpergröße (186cm) lässt sich nicht viel drehen. An der Sitzposition leider durch das Topcase und die Tatsache dass wir zu 95% zu zweit unterwegs sind auch nicht. Der Helm (Schuberth S1) sollte auch kein Krawallbruder sein. Also muss im ersten Schritt so ein kleiner Spoiler her. Es wurde dann der Puig Universal-Aufsatz, gerade, klar.

Hier ein paar Bilder und Maße der Puig Scheibe:

k-2013-04-06 18.06.00 k-2013-04-06 18.06.36 k-2013-04-06 18.07.03 k-2013-04-15 17.05.37 k-2013-04-15 17.05.42 k-2013-04-15 17.06.49

Dank dem Puig Spoiler konnte die Abrisskante nach oben verlagert werden so dass endlich ein Fahren ohne Kopfschütteln möglich war. Allerdings musste ich jetzt neben dem perfekten Wetterschutz bei Regen auch feststellen dass hinter der Scheibe völlige Windstille herrscht und man mit geschlossenem Visier fast erstickt. Der S1 ist extrem dicht und hat eine ausgeklügelte Belüftung welche ab geringem Fahrtwind auch perfekt funktioniert, aber Fahrtwind kam jetzt gar keiner mehr an. Fazit für die Lösung –> nicht gut!

Ich hatte vom Vorbesitzer auch die original Suzuki Scheibe mitbekommen also erstmal diese angebaut. Siehe da Man sitzt fast voll im Wind, die Turbulenzen welche durch die Scheibe erzeugt werden sind deutlich angenehmer als ersticken. ABER von einer perfekten Lösung war das noch weit entfernt.

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Nun kam die Zeit des googelns, des lesens und der Ratschläge aus dem V-Stromforum.

Fazit: Man kann es nur erfahren was richtig ist und was passt. Durch die verschiedenen Körpergrößen, die unterschiedlichen Helme, die Körperhaltung und nicht zuletzt das eigene Empfinden gibt es keine perfekte Lösung. Auch nicht wenn jemand anders die gleichen Körpermaße besitzt und evtl. sogar noch den gleichen Helm, so wird das Ergebnis doch anders empfunden.

Nach vielem Hin und her habe ich mich nun für eine flexible Lösung entschieden, welche in einem begrenzten Maße an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden kann: Die MRA Variotouringscreen VT

Durch den in sieben Stufen verstellbaren Spoiler kann man je nach Temperaturen den Wind ableiten oder auch nicht. In den letzten Wochen bei über 30° Grad war der Spoiler immer komplett unten und ich konnte mich nie beklagen dass ich zu wenig Frischluft bekommen. Bei längeren Autobahnetappen wurde der Spoiler hochgeklappt und schon spürte man eine deutliche Entlastung vom Winddruck. Ich habe hier eine für mich fast perfekte Lösung gefunden. Ein wenig Turbulenzen gibt es noch, aber man hört es auch munkeln dass die Original Spiegel der V-Strom daran nicht ganz unbeteiligt sein sollen.

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Weitere Mögliche bei der Suche nach meiner Lösung ins Auge gefasste Scheiben bzw. nachrüstbare Verstellmechanismen:

CEEBAILEYS Scheibe – Scheibe in verschiedenen Größen mit einem festen kleinen Spoiler an der Oberkante und mit einem Loch zur Hinterströmung versehen.

– MADSTAD Robobracket System – Scheibe mit Verstellmechanismus für die DL1000 vor 2004.

– Original Suzuki Touringscheibe – Etwas höhere Scheibe