Ein Güldenes Oktoberwochenende im Karwendel

Der wunderschöne Herbst dieses Jahr lud uns ein noch einen kleinen Ausflug in die Berge zu machen. Zu dritt sollte es auf den Weg gehen um ein (neudeutsch) “Microadventure” zu erleben.

Am Freitag dem 5.10. fuhren Anja, meine Omi und ich, mit einem kleinen Stop in der Schaukäserei in Ettal, mit dem Auto per Bundesstrassen nach Klais und quartierten uns im Berghaus Alpenland ein. Super Ferienwohnungen die alle (bis auf eine Stufe) ebenerdig sind. Schnell das Gepäck ausgeladen und dann nochmal auf einen Sprung los zum 5 Minuten entfernten Geroldsee (Wagenbrüchsee). Hier kann man zum einen gut parken und nach den 4 Stunden sitzen im Auto noch einen kleinen Spaziergang einlegen. Anja und ich haben dabei das eine oder andere Foto gemacht während wir zu dritt den Sonnenuntergang und das Alpenglühen genossen.

Den Abend schlossen wir dann mit dem Käse welchen wir gekauft hatten und einigen Runden Rummykub ab. Der Samstag Morgen trotzte den Wettermeldungen und begrüsste uns mit Kaiserwetter. Während dem reichhaltigen Frühstück in der Ferienwohnung lugten wir immer wieder aus dem Fenster und freuten uns über den Ausblick auf die Berge.

Nach dem Frühstück packten wir die Fotos und fuhren nach Mittenwald zur Karwendelbergbahn um uns auf 2244m zu begeben.  Nachdem wir den Ausblick von der Bergstation genossen (dieser ist allerdings finde ich recht beschränkt) und die Ausstellung angeschaut hatten standen wir dann vor dem Rundweg, welcher uns einen Blick auf die andere Seite in Richtung Österreich ermöglichen sollte.
Schritt für Schritt und immer wieder die Aussicht genießend arbeiteten wir uns dann zum Blick nach Österreich hoch.

Es gibt Momente im Leben die sind einfach unbezahlbar und das ist wenn du einem lieben Menschen ins Gesicht schaust und ihn einfach nur Strahlen siehst! Als wir auf ca. 2300 Metern endlich über den Karwendel hinweg nach Österreich blickten war meine Omi glaube ich der glücklichste Mensch der Welt und Megastolz dass sie das nochmal geschafft hat. Sie hätte das niemals geglaubt nochmal in die Berge zu kommen geschweige denn auf diese Höhe!

Den Nachmittag beschlossen wir dann nach einem kurzen Stopp am Walchensee mit einer entspannten und ruhigen Schifffahrt auf dem Kochelsee, bevor wir noch in Block’s Post in Krün zum Abendessen gingen. Der Tag hat hungrig gemacht. Schweinshaxen waren genau das richtige für uns nach der “Besteigung” (Befahrung) des Karwendel.

Nach den Anstrengungen des Samstags wollten wir auf dem Heimweg noch ein bisschen Entspannung einbauen. In Ettal machten wir nochmals halt um eine kleine Runde durchs Kloster zu drehen und uns mit Käse für zuhause einzudecken. Danach ging es nach Bad Wörrishofen in die Therme und wir enstpannten die Beine im warmen Wasser. Gegen 18 Uhr am Sonntag waren wir dann mit vielen frischen Erinnerungen von unserem “Microadventure” wieder daheim

Island Tag 12 & 13 – 6,2 km in Reykjavik und Rückflug

Nach dem mega langen Tag gestern und vor dem bevorstehenden Rückflug morgen haben wir heute unseren übrigen Puffertag, falls wir irgendwo auf der Inselumrundung improvisieren hätten müssen. Was macht man nun mit dem Puffertag. Wir lassen es vor allem mal langsam angehen. Wecker um 8 Uhr. Frühstück bis 9:30 Uhr und dann erstmal nochmal in Ruhe hinsetzen. Irgendwann später ziehen wir dann zu Fuss los, die Hauptstadt Islands zu erkunden. Unser erster Stopp ist das Hard Rock Cafe welches ca. 500 Meter von unserem Hotel entfernt ist um eine Kleinigkeit für Freunde zu besorgen. Dann wandern wir zum Rathaus und bestaunen die Bilderausstellung in der Tourist Information. An einigen der ausgestellten Punkte waren wir auch in den letzten Tagen.

Dann geht es zur ältesten Kirche Reykjaviks der Kirstskirkja und zum alten Hafen, wo wir ein paar Schiffe begutachten und uns ein wenig in die Sonne setzen.

Die Harpa ist schon eine beachtliche architektonische Meisterleistung. Nach vielen Tagen Landschaftsfotografie tun wir uns beide schwer, hier in der Stadt Motive zu entdecken und den rechten Blickwinkel zu finden. Die Harpa, eine Konzerthalle und Konferenzzentrum, mit Ihrer vielfältigen Linienführung erleichtert das nicht gerade.

Nachdem wir sie umrundet haben beschließen wir weiter am Meer entlang zum Sólfar zu laufen. Im Deutschen ist die Skulptur unter dem Titel Sonnenfahrt bekannt. Sie wurde vom Künstler Jón Gunnar Árnason im Jahre 1986 geschaffen und zeigt zum Sonnenuntergang im Norden, wodurch sich der Name erklärt. Aus Edelstahl bestehend, stellt sie ein Wikingerschiff dar und gehört zu den meist fotografierten Kunstwerken in Reykjavík.

Nachdem wir dieses Kunstwerk auch auf den Sensor gebannt haben, wenden wir uns in Richtung des nächsten Monuments, der Hallgrímskirkja. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche der Isländischen Staatskirche ist das größte Kirchengebäude Islands und das zweithöchste Gebäude des Landes nach dem Smáratorg-Turm. Die Kirche ist das sechstgrößte Bauwerk des Landes. Wenn man vor Ihr steht ist sie ein ziemliches Bollwerk. Die helle Kirche erinnert durch Ihre weiße Farbe an Gletscher. Die Säulen an Ihrer Außenseite wurden Basaltsäulen nachempfunden, welche typisch für das Erscheinungsbild Islands sind. Im Inneren ist die Kirche sehr schlicht und auch sehr hell gehalten, was ihr ein sehr freundliches Wesen verleiht. Wir halten uns hier über eine Stunde auf und genießen auch die Wärme, welche hier im Inneren der Kirche herrscht.

Eigentlich sind wir nun durch mit den Punkten welche wir unbedingt sehen wollten und so beschließen wir noch ein wenig durch die Einkaufsstraßen zu schlendern, bevor wir den späten Nachmittag auf unserem Hotelzimmer verbringen und einfach noch ein wenig dümpeln. Unsere Köpfe brauchen Zeit das Gesehene zu verarbeiten. Vorher suchen wir aber noch die Bäckerei Braud & co auf. Einer Empfehlung zu Folge soll man hier „die besten“ Kanilsnudir bekommen… wir können das bestätigen, die Dinger sind absolut lecker.

Gegen 19 Uhr machen wir uns dann nochmal auf, um uns etwas Essbares zu jagen. Im Lemon finden wir Sandwiches und frisch gepresste Säfte, welche jetzt genau nach unserem Geschmack sind. Wir schlendern nochmal ein wenig durch die Einkaufsstrasse (glücklicherweise haben die meisten Läden bereits geschlossen – ich wäre ja sehr anfällig für den Fjällräven Shop gewesen), bevor wir uns wieder ins Hotel begeben. Noch schnell den Tagesbericht in die Tasten gehackt, damit man ein paar Tage nach dem Urlaub nochmal die Details nachlesen kann und schon ist es Zeit zu schlafen.

Unser letzter Tag auf Island ist lediglich vom Packen und der Abreise geprägt. Wir Frühstücken noch gemütlich bevor wir alles in den Koffern verstauen und diese zum Auto bringen. Dann fahren wir auf direktem Weg zum Flughafen nach Keflavik und geben den Mietwagen wieder ab. Der Flug nach Hause mit einem Zwischenstop in Frankfurt verlief dann auch unspektakulär.

Island Tag 11 – 317 km – Golden Circle bis nach Reykjavik

Heute steht eines der bekanntesten Gebiete Islands an, der Golden Circle. Noch dazu ist es Sonntag, wir dürfen uns also auf deutlich mehr Menschen an den Sehenswürdigkeiten einstellen. Es beginnt aber schon viel früher. Im Frühstücksraum des Hotels ist eine heuschreckenplagenähnliche Menschenansammlung am Werk. Das Personal schafft her was es tragen kann und das so schnell die Füße laufen. So eine hektische halbe Stunde haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Und auf einmal wird es ruhig in dem Raum. Alle sind weg. Alle bis auf uns, wir lassen uns Zeit.

Die ersten angedachten Punkte können uns nicht so richtig begeistern und wir fahren einfach nach einem kurzen Blick weiter. Wir beginnen dies zu erörtern und kommen zu dem Schluss, dass wir einfach satt sind. Der Speicher für Eindrücke ist voll und braucht eine Pause. Anja ging es gestern teils schon so, bei mir ist es heute definitiv soweit. Am Porufoss halten wir trotzdem und laufen ein paar Meter um diesen zu erkunden. Vielleicht liegt es auch daran dass wir ihn vom Auto aus nicht sehen können. Letztendlich sind wir an diesem Wasserfall aber auch fast alleine was für uns immer ein größerer Reiz ist, als wenn schon ein paar Busladungen Leute rumstehen.

Am Þingvellir Nationalpark halten wir auch kurz und laufen eine Runde. Hier ist die Hölle los… ach was… die ist erst im Sommer offen und spuckt Ihre Heerscharen aus. Aber für unsere Erfahrungen der letzten Tage befinden wir uns hier in einem Ameisenhaufen. Schnell wieder weg. Wobei die Geschichte dieses Ortes sehr Interessant ist. Hier fand vom 10. bis zum 18. Jahrhundert jährlich für 14-tage das Althing, das Parlament Islands statt. Hier wurde Gericht gesprochen und es wurden Gesetze verkündet.

Unser nächster Halt war einer meiner ganz großen Wunschwasserfälle. Der Bruarfoss ist laut einigen Quellen im Internet ab 2018 nicht mehr über die nahe gelegene Ferienhäusersiedlung zu erreichen, da diese abgesperrt sein soll. Dafür soll es einen Wanderweg direkt von der Hauptstrasse zum Wasserfall geben. Wir sehen direkt am Fluss einen Parkplatz der mit einem Schild „Official Parking Bruarfoss“ gekennzeichnet ist und halten dort an. Es gibt einen Wegweiser der in Richtung Wasserfall deutet und wir stapfen los. Uns ist bewusst dass wir ca. 3 km zu laufen haben, was uns auf diesen aber erwartet war uns nicht bewusst. Anfänglich noch ein geschotterter oder mit Hackschnitzeln gestreuter Weg, wurde es bald zu einem Sumpfloch und dann zu einem teilweise kaum erkennbaren Pfad im Busch. Wenn man die Leute dazu bewegen will, diesen Weg zu laufen sollte man ihn ein wenig besser herrichten. Die Folgen des Zustandes dieses Weges sah man sehr deutlich auf einer Breite von ca. 20 Metern. Nachdem wir nach über 1 Stunde Fussmarsch für 2,1 km am Ziel ankamen mussten wir enttäuscht feststellen, dass in 400 Meter Luftlinie eine Menge Autos nahe der Siedlung parkten. Die einen störten die Menschen indem sie mit dem Auto durch die Siedlung fuhren und die anderen, welche sich an den offiziellen Weg hielten störten die Natur… was ist nun besser?
Einen Vorteil hatte unsere Wegwahl allerdings. Wir kamen an zwei weiteren Wasserfällen vorbei. Am Burarfoss schauten wir dann 30 Minuten einer Gruppe halbwüchsiger zu, wie sie zum 1001sten Mal das gleiche Bild in der gleichen Pose mit dem Handy knipsten. Durch stete Wiederholung wird ein Bild weder besser noch anders… 5 Minuten nachdem die Jugendlichen weg waren hatten wir unsere 3 Bilder von verschiedenen Standorten auf der Speicherkarte und traten den Rückweg zum Auto an.

Der Hlauptungufoss hatte es uns so angetan dass wir hier mehr Bilder machten als vom eigentlichen Ziel dem Bruarfoss. Nach 3 Stunden und 4 Minuten waren wir dann wieder am Auto und unsere Tagesplanung damit obsolet.

Trotzdem legten wir einen Halt am Geysir Strokkur ein, da wir etwas derartiges noch nicht gesehen hatten. Auch hier waren wieder sehr viele Leute unterwegs. Ich möchte echt nicht in der Saison hier sein… Schon beachtlich, wie der Geysir alle ca. 8-12 Minuten eine Fontäne in die Höhe haut. Der Gullfoss bedeutet zwar nochmal ein paar km mehr in eine Sackgasse, aber die Bilder sahen vielversprechend aus, also fuhren wir auch dort noch hin. Großer Parkplatz, direkt eine Drohne über dem Auto und Menschenmassen. Wir liefen nur kurz ans Ende des Parkplatzes und drehten direkt wieder um. Ein paar km weiter ärgerten wir uns dann doch, dass wir uns aufgrund des Zeitmangels und der Menge Menschen nicht die Zeit genommen hatten anständig zu fotografieren.

Nur 21 km weiter hielten wir am Faxi Wasserfall an und freuten uns, dass wir alleine waren. Schon war die Motivation wieder da. Hier fanden wir allerdings keinen Blickwinkel der uns zufriedenstellte. Um kurz vor 18 Uhr kam uns dann eine Tankstelle gerade recht. Einmal volltanken, ein schneller Hot Dog und ein Stück Kuchen später waren wir wieder on the road. Der Vulkansee Kerid übte keinen Reiz mehr auf uns aus. Wir waren inzwischen auch noch ziemlich müde. Das lange Laufen in der Sonne, die angenehmen Temperaturen und die viele frische Luft hatten uns schläfrig gemacht. Die heißen Quellen Rjúpnabrekkur waren leider nicht erreichbar da wir überall auf „Privatgrundstück“ Schilder stießen. Also ab nach Reykjavik wo uns unser Hotel schon erwartet.
Einchecken, Essen kochen und schlafen, mehr war heute nicht mehr drin.

Hier noch der Track des heutigen Tages:

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Island Tag 10 – 237 km – Borgarnes

Wir hatten das Gästehaus mal wieder (fast) für uns alleine. Ein anderer Gast war noch da, der kam aber erst so um 23 Uhr und war um 7 Uhr schon wieder weg, wir haben ihn also fast komplett verschlafen. Gemütlich setzten wir uns in die Küche und frühstückten bevor wir – wiedermal – unser ganzes Zeug ins Auto schafften. Auto beladen geht irgendwie schneller als Mopped packen, dafür sieht es im Auto auch deutlich chaotischer aus. Um 9:30 Uhr starteten wir unsere Snæfellsnes Runde.

Die ersten drei Wasserfälle ließen wir gleich mal aus. Sjavarfoss, Svödufoss und Kerlingarfoss sagten uns irgendwie nicht zu oder waren nicht zugänglich. Sprich wir betrachteten sie aus der Ferne und hielten die Erinnerungen in unseren Köpfen fest, statt mit der Kamera. Am Hólahólar Krater legten wir dann den ersten bewussten Stop ein. Wir waren etwas verwundert, dass man mit dem Auto in den Krater fahren konnte und dieser als Parkplatz für die Besichtigung genutzt wird. Naja so ein weißer Skoda Octavia macht sich doch auch ganz gut auf dem Panorama.

Am Djúpalónssandur Strand legten wir eine kleine Pause ein, liessen uns auf einer Bank nieder und genossen die Ruhe. Auf dem Strand liegen die Trümmer eines englischen Fischkutters der 1948 vor der Küste verunglückt war. An der Vatnshellir Höhle hielten wir kurz an, stellten aber fest dass bereits über 20 Mann für die stündliche Führung bereitstanden. Das war uns zu viel Rummel, wir fuhren weiter. Immer wieder hielten wir heute direkt an der Küste um uns Klippenformationen anzuschauen. Wieder einmal war es sehr beachtlich was die Natur hier geschaffen hat. Zwei Kirchen liessen wir uns auf dem weiteren Weg nicht entgehen. Einmal die weiße Hellnakirkja und dann im Kontrast dazu die schwarze Budirkirkja.

Wir haben heute deutlich gemerkt dass nach 10 Tagen Sightseeing in einer atemberaubenden Natur so langsam aber sicher eine gewisse Sättigung eintritt. Jetzt wären mal zwei, drei Tage Pause gut, um die ganzen Eindrücke setzen zu lassen. Leider haben wir nur noch 2 Tage auf der Insel, so dass wir diese noch nutzen wollen.
Snæfellsnes hat es uns nicht so sehr angetan wie die Gegend um den Myvatn. Die Halbinsel ist für uns vergleichbar mit den Lofoten in Norwegen. Nicht ganz so wild wie der Rest des Landes. Alles ein bisschen gemäßigter. Die Berge nicht ganz so hoch, die Küsten nicht ganz so steil, die Berge nicht ganz so karg. Insgesamt ist Snæfellsnes farbiger – grüner als der Rest Islands. Ich glaube auch dass die Wahrnehmung eine andere ist, wenn man die Runde um die Insel in der anderen Richtung fährt und Snæfellsnes zuerst erkundet.
Morgen geht es noch den berühmten „Golden Circle“ angucken. Eine Rundfahrt welche eigentlich von Reykjavík aus startet, an vielen bekannten Spots vorbei.

Hier noch der GPX Track des Tages:

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Island Tag 9 – 335 km – Grundarfjörður

Nachdem wir gestern Abend im Zimmer auf dem Gaskocher Nudeln mit einer Soße aus Knoblauch und einigen wenigen Tomaten (die war so fertig im Glas) gekocht hatten, war der erste Gedanke nach dem Aufwachen… boah geil Knobi! Naja oder so ähnlich. Wir frühstückten zügig unser letztes Brot, nachdem ich es ja gestern verbummelt hatte, rechtzeitig einkaufen zu gehen konnten wir unsere Vorräte nicht auffüllen. Dann hieß es ab in Richtung Snæfellsnes. Naja so grob, wir wollten ja noch ein paar Sehenswürdigkeiten mitnehmen.

Unser erster Stop führte uns zu einer kleinen Kirche und dem zugehörigen Friedhof. Die Hvítserkur Steinformation vor der Küste, wegen der wir eine ewig lange Schotterpiste fuhren, konnte uns nicht so sehr begeistern wie die Islandponys auf dem Rückweg zur Ringstrasse. Die Ponys wollten sich allerdings nicht mit Ihrem Modeldasein abfinden und ignorierten uns weitestgehend. Der Kolugjúfur Wasserfall hielt uns dann allerdings fast eine Stunde auf. War aber auch wirklich sehenswert.

Einen weiteren Abstecher von der Strasse Nr. 1 machten wir nach Hvammstangi um einkaufen zu gehen. Aus gestern hatten wir gelernt und deckten uns heute frühzeitig mit dem Nötigsten ein. Hmm, das Nötigste 🙂 da wir noch Kartoffeln hatten benötigten wir eine Beilage dazu. Und wir fanden hier ein schönes Stück Lachs, welches wir uns auch gönnten. Heute Abend sollten wir im Gästehaus eine Küche haben in der wir uns diesen in der Pfanne machen können.
Nun ging es erstmal lange dahin. Wir bogen von der 1 ab auf die 68 welche wieder eine Dirtroad ist. Wir fuhren heute bestimmt 1/3 auf Schotterpisten. Diese Straßen sind auf 80 km/h beschränkt und lassen sich deutlich besser fahren als ich im Vorfeld vermutet hätte. Nur ab und an muss man mal einem größeren Schlagloch ausweichen…oder verschläft das so wie ich und dann wackelt es halt mal kurz im Auto.

Endlich auf der Halbinsel Snæfellsnes angekommen wollen wir an der Küste ein Schiffswrack fotografieren, der Weg zu diesem wird uns aber durch einen Wassergraben versperrt, so dass wir leider umkehren müssen. Die Wiesen welche wir bis zu dem Graben überquert hatten waren sehr sumpfig und immer wieder von größeren Pfützen oder kleineren Seen durchzogen welche wir umgehen mussten. Auf diesen Pfützen war ein dicker Ölfilm erkennbar. Woher dieser hier kommen mag? Wieder zurück auf der Schotterpiste ging es dann zügig zum nächsten Wasserfall. Dieser hat eigentlich keinen offiziellen Namen und ist auch nicht wirklich touristisch erschlossen. ABER bisher ist er unser Favorit unter den Wasserfällen Islands. Er hat mehrere Stufen fällt in vielen Kaskaden und ist wunderschön in die grüne Landschaft eingebettet, Unterhalb des Falles mündet der Fluss in einen See, welcher neben einem Lavafeld liegt. Auch hier verbringen wir wieder über eine Stunde mit fotografieren. Das beste dabei ist, dass wir die komplette Zeit alleine sind.

Den Gundar- und den Kvernafoss lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und fahren direkt weiter zum Kirkjufell. Wiedermal haben wir keine Ahnung von Ebbe und Flut und somit auch keine Ahnung, wann es eine perfekte Spiegelung des Berges in der Bucht gibt. Aber manchmal braucht man einfach Glück, wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt da. In aller Ruhe machen wir unsere Fotos, am Wasserfall gegenüber steht noch ein Bus mit Asiaten. Als dieser dann abfährt begeben auch wir uns zum Kirkjufellfoss und bauen hier die Stative auf. Nachdem wir uns am Wasserfall ausgiebig ausgetobt haben fällt unser Blick wieder auf die Bucht vor dem Berg. Das Wasser steht nun deutlich höher und kräuselt sich in Wellen – an eine Spiegelung wäre im Traum nicht mehr zu denken. Man muss auch mal Glück haben! Ünerhaupt haben wir heute mit dem Wetter extrem Glück. Immer wieder blauer Himmel zwischen den Wolken, kein Regen und ab und an sogar ein wenig Sonne.

An unserer Unterkunft müssen wir noch einige Minuten auf die Hausherrin warten, die gerade mal kurz unterwegs ist. Die Küche ist super und wir freuen uns schon auf das Essen. Anja zaubert Kartoffeln mit in Butter gebratenem Lachs, dazu karamellisierte Zwiebeln. #foodporn Noch schnell die Planung für morgen erledigt und den Bericht getippt, das Fresskoma schlägt nämlich gnadenlos zu.

Hier der GPS Track zu Tag 9:

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