Skandinavientour 2016 – Tag 20 – 22 – 1180 km – Bürglein

Wir wachen heute in Dänemark auf. Hier waren wir 2012 bereits für zwei Wochen mit dem Auto. Haben damals das Land von oben bis unten und von links nach rechts durchgemacht. Die Erinnerung an die langweiligen Straßen war wohl etwas verblasst als wir auf die Idee kamen durch Dänemark nach Hause zu fahren. Eine Fähre von Oslo nach Deutschland wäre wohl doch eine sehr gute Alternative gewesen. Das Interessanteste auf der Strecke war noch eine Fährüberfahrt. Ansonsten geht es mit sturen 80 km/h äußerst zäh durch dieses Land. Irgendwann hatten wir es dann geschafft. Die ersten km in Deutschland zaubern ein Lächeln auf unsere Lippen. Endlich wieder 100 km/h auf Landstrassen. An unserem zwanzigsten Reisetag rollen wir noch bis Friedrichstadt. Nach 346 km werden wir auf der Suche nach einem Campingplatz auf dem Eider & Treenecamp Nordfriesland fündig. Wir stellen das Zelt auf und kochen uns Nudeln.

Einmal mehr wird uns bewusst, wie gut ausgerüstet wir sind. Bequem sitzen wir in unseren Helinox Chair One an unserem Tisch aus Koffern vor dem Primus Benzinkocher mit unserem Trangiageschirr. Das Wasser kommt aus dem Ortlieb Wasserbeutel, das dreckige Geschirr kommt in die Ortlieb Faltschüssel. Bei Regen können wir im Vorzelt des Vaude Chaple L3p sitzen. Unsere Exped Matten sind saubequem und jeder hat zwei Kopfkissen dabei. Uns gegenüber das genaue Gegenteil. Ein älteres dänisches Pärchen, beide schon mit grauen Haaren. Sitzen am Boden, kochen auf einem Spirituskocher, essen direkt aus dem Topf und schlafen in einem uralten einfachen Igluzelt. Aber sie albern rum wie zwei 18-jährige. Liegen gemeinsam auf dem Bauch vor dem Zelt und lösen Kreuzworträtsel. Zwei Junge Kerle teilen sich neben uns ein – unserer Meinung nach – 1-Mann Zelt, essen die Ravioli kalt aus der Dose und ihre Isomatten sind gefühlt so voluminös wie unsere komplette Campingausrüstung. Da hat sich über die Jahre so einiges an Ausrüstung bei uns angesammelt. Und wir wollen auch nicht wirklich auf diesen Luxus beim Campen verzichten.

Die Nacht war trocken, aber unruhig. Der Platz liegt direkt an einer Hauptstrasse und Tankstelle, was für einen gewissen Lärmpegel sorgt. Wir müssen leider auch sagen, dass wir bereits deutlich ansprechendere Plätze gesehen haben. Die sanitären Einrichtungen sind schmutzig und werden auch während unserem Aufenthalt nicht einmal gereinigt. Der Platzwart ist bemüht und äußerst freundlich. Die Besitzerin unfreundlich und nicht wirklich kundenorientiert. Wir dürfen für 2 Zelte und 2 Autos bezahlen da wir ja zwei Motorräder dabei haben. Das soll mir mal einer erklären. Naja Schwamm drüber. Der nächste Platz wäre 50 km entfernt gewesen. Wir starten gemütlich um 10 Uhr in Tag 21. Das heutige Ziel heißt Königslutter am Elm. Die größten Hürden des Tages sind die Elbe und Hamburg. Der Tag beginnt mit Temperaturen um die 30 Grad. Wir schwitzen uns einen ab, während wir auf kleinsten Landstraßen in Richtung Hamburg fahren. Wiedermal setzen wir mit einer Fähre über. Und wir hatten gedacht, dass wir die letzte Schifffahrt für diese Reise längst hinter uns hatten. Wir kommen aufgrund der kleinen und kleinsten Strassen nur sehr langsam vorwärts und beschließen daher Hamburg per Autobahn zu umfahren.

Diese Idee ist auch mal wieder ein Zeichen dafür, dass wir unser Gedächtnis im Urlaub mit lauter frischen Erinnerungen gefüllt haben. Hätten wir ein wenig nachgedacht, wäre uns die Baustelle vor Hamburg auf der A7 in Erinnerung gekommen und wir hätten das bleiben lassen. Wir entkommen dem Stau über einen Rastplatz und fahren doch wieder die geplante Route. Leider habe ich nicht weit genug um Hamburg herum geplant. Es zieht sich wie Kaugummi. Bei Start hatte uns das Navi noch eine Ankunftszeit um kurz nach 15 Uhr prognostiziert. Als wir Hamburg endlich hinter uns lassen sieht es nach einer Ankunft gegen 19 Uhr aus. Kurz vor 17 Uhr gönnen wir uns eine Bockwurst und lassen das Navi die schnellste Route planen. Lüneburg umfahren wir und dann geht es zügig die B4 Richtung Königslutter. Der bisher warme sonnige Tag ändert seine Meinung und weicht uns so richtig ein. Die Landschaft gerät mal wieder in den Hintergrund. Um kurz vor 19 Uhr sind wir dann endlich in Königslutter. Noch schnell Abendessen einkaufen und dann geht es zur Unterkunft, der Alten Mühle. Wir waren hier schon für eine Nacht als wir 2013 die Ostroute der Motorradstrasse Deutschland gefahren sind. Frau Schön bietet uns einen Kellerraum an um die tropfenden Klamotten aufzuhängen, dann können wir aufs Zimmer. Zu Essen gibt es nur ein wenig vesper. Wir wollen den Kocher hier im Zimmer nicht anschüren. Den Tag lassen wir mit ein wenig TV Programm ausklingen.

Der Duft des Frühstücks weckt uns und wir genießen das mit viel Liebe zubereitete Essen. Einfach mal nichts selber machen müssen ist auch schön. Wir haben ja schließlich Urlaub. Die Sachen sind heute schnell gepackt und so sitzen wir schon bald auf den Motorrädern. Nun gilt es für uns nur noch zügig heimzukommen. Gefühlt ist der Trip bereits zuende. Zu gewohnt ist die Umgebung. Wir setzen uns auf die Autobahn und hoffen trocken bis nach Hause zu kommen. Ganz bleibt uns dieser Wunsch nicht gegönnt. Eine gute Stunde in strömendem Regen müssen wir noch durchstehen bevor es dann in Gollhofen von der BAB runtergeht und wir die letzten km wieder durch uns gut bekannte Kurven cruisen. Zuhause heisst es dann: Alles abpacken, Sachen trocknen, Eindrücke sacken lassen, Viel Erzählen und Pizza essen!

Hier noch die restlichen drei Tage auf der Karte und zum Download als gpx-Datei.

Download file: 20160723_Norwegen_Tag20-22.gpx

Noch ein paar Daten zur Tour:

Gesamtstrecke: 8532km (inkl. Fähren)
Fahrtage: 21
Pausentage: 1
Anzahl Fährverbindungen: 16
Gefahrene Reifen: Dl1000 – Mitas E07 / DL650 – Michelin Pilot Road 4 beide haben noch locker Reserve
Liter Benzin: DL1000 – 507 Liter / DL650 – 348 Liter
Ölverbrauch: DL 1000 – ca. 1 Liter / DL 650 – 0,0 Liter

 

 

Skandinavientour 2016 – Tag 1 – 696km – Kiel

Lange haben wir gefiebert, wenig haben wir vorbereitet – gut, da hat jeder ne andere Meinung dazu, ich hab meiner Meinung nach aber deutlich weniger getan, als vor anderen Urlauben. Die Campingausrüstung haben wir komplett überholt und getestet. Irgendwann im Januar haben wir uns mal damit beschäftigt, wie wir von Deutschland am besten „da hoch“ kommen. Gebucht haben wir dann eine Stenaline Fähre von Kiel nach Göteborg. Abfahrt 18:45 – Ankunft am Folgetag um 9 Uhr. Das bringt uns mal schlappe 400 km im Schlaf. Aber um die Fähre zu erreichen stehen uns am Starttag 700 km Strecke bevor. Das geht nur via Autobahn. Die frisch aufgezogenen Reifen hatten unser Mitleid bereits im Vorfeld sicher.

Download file: 20160702_Norwegen_Tag1.gpx

Nun war es also endlich soweit. Freitag 18 Uhr, die Motorräder stehen fertig gepackt in der Garage, wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und gehen bald ins Bett. Der Wecker sollte uns am Samstag um 5:30 aus dem Tiefschlaf reißen. Völlig im Eimer ging es nochmal schnell unter die Dusche, dann gab es noch Spiegeleier zum Frühstück und schon packten wir uns in die Motorradklamotten um zu starten. Unsere Familie erwartete uns auch schon zur großen Verabschiedungsrunde. Wir hatten ja nicht daran geglaubt, aber wir rollten tatsächlich um kurz vor 7 Uhr vom Hof. Das Navi zeigte zähe 700 km fast nur Autobahn und versprach eine Ankunft um ca. 13 Uhr in Kiel. Kurz überlegte ich ob ich nochmal ne Stunde ins Bett sollte. Aber wer weiß, was da noch so kommt. Auf den ersten Metern begann es ein wenig zu tröpfeln. Die nasse Fahrbahn, die nagelneuen Reifen und die vollgepackten Moppeds mahnten uns zur Ruhe. Wir cruisten also gemütlich in Richtung A7, welche wir dann bei Gollhofen enterten und für laaaange Zeit nicht mehr verließen.

Das Wetter blieb heute wechselhaft. Anfangs tröpfelte es, dann wurde es trocken. Den ersten Tankstopp zogen wir ein wenig vor, da es begann wie aus Eimern zu schütten. Die neuen Regenklamotten konnten dann gleich mal beweisen, dass sie 1. passen – ja ich hatte meine tatsächlich nicht einmal anprobiert – und 2. dicht sind. Beides konnten wir positiv beantworten. Nach gut 150 km im Dauerregen ließ auch dieser wieder nach und wir konnten die Regenkleidung im Fahrtwind trocknen, um sie beim nächsten Tankstopp wieder zu verpacken. 100 km vor Hamburg durften wir dann ein wenig im Stau stehen – und schon war das Navi nicht mehr so überzeugt davon, dass es uns 13 Uhr als Ankunftszeit genannt hatte. Die letzten km auf der A7 in Richtung Kiel zogen sich im Baustellen Stop and Go, bevor wir auf die A215 abbogen und nochmal kräftig am Gashahn ziehen konnten. Kurz nach 16 Uhr kamen wir in Kiel an und suchten uns erstmal wieder eine Tankstelle und einen Supermarkt, um noch etwas zum Abendessen auf der Fähre zu kaufen. Moppeds vollgetankt, Trinkrucksäcke aufgefüllt und Essen im Tankrucksack – so ausgestattet steuerten wir den Schwedenkai an und reihten uns in die Schlange der Wartenden. Die Verladung hatte bereits kurz vor 17 Uhr begonnen und so konnten wir nach kurzer Wartezeit unsere Kräder in den Bauch der Fähre lenken.

Schnell alles Nötige abgeladen und die Bikes verzurrt (1. Gang, Seitenständer, Spanngurt übern Sitz). Eine nette Dame erklärte uns, wie wir unsere Kabine finden und schon hatten wir unsere Dreier Luxuskabine mit Meerblick bezogen. Raus aus den Moppedklamotten, rein in was Leichtes, den Foto gepackt und ab aufs Sonnendeck. Überpünktlich um 18:40 Uhr machte die Stena Scandinavica die Leinen los und tuckerte im Rückwärtsgang aus dem Kieler Hafenbecken. Sah es, als wir auf die Fähre fuhren noch nach einem regnerischen Abend aus, überraschte uns das Wetter beim Ablegen mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Ich nutze das Wetter und die Gelegenheit für ein paar Spielereien mit der Kamera, bevor wir uns zum Essen auf die Kabine zurückzogen.

Den Sonnenuntergang erlebten wir dann bei einem kleinen Verdauungsspaziergang. Nun spielt Deutschland in der EM gegen Italien und ich nutze die Zeit den ersten Bericht zu schreiben. Wann und wie die weiteren Berichte online gehen, ist davon abhängig, wie wir Internetzugang und Lust haben. Diesmal soll das Reisen und Fotografieren im Vordergrund stehen. Daher bitte nicht böse sein falls die Berichte ein wenig auf sich warten lassen oder gar erst nach dem eigentlich Urlaub online gehen. So, und nachdem Deutschland nun nach Elfmeterkrimi weiter ist, gehts jetzt ins Bett.

3 Tage Hamburg – was lange währt…

…wird endlich gut. Ursprünglich wollten wir 2012 schon mal nach Hamburg, jetzt haben wir es endlich geschafft. Der Reiseführer von 2012 war jetzt auch nicht mehr topaktuell, aber wir sind zurechtgekommen.

Während Tobi gleich am Ankunftstag seine geführte Phototour bei Nacht hatte, habe ich versucht, die Sehenswürdigkeiten in 3 Tage zu packen und die Wege zu optimieren.

Eigentlich wollten wir uns zur Benutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel eine Hamburg-Card für 3 Tage holen. Unser erster Tag war in groben Zügen eine Runde beginnend in der Nähe unseres Hotels und dort auch wieder endend. Wir entschlossen uns daher die Hamburg Card auf den nächsten Tag zu verschieben und auf zwei Tage zu begrenzen. Nach so vielen Kilometern hat das auf der Karte gar nicht ausgesehen…

Wir starteten am Montag – etwas verschlafen, weil Tobi von der Fototour erst um halb 12 zurückkam und wir die Bilder noch ansehen wollten – mit dem Gang durch die Hamburger Altstadt.

Zuerst schlenderten wir vormittags durch die Mönckebergstraße. Unser erster Stopp war die Hauptkirche St. Jacobi. Darin befindet sich eine riesige Arp-Schnitger-Orgel mit über 4000 Pfeifen. Während wir uns in der Kirche aufhielten, durften wir dem Organisten bei seinen Proben zuhören; tiefe, einmalig intensive Töne füllten die Kirche bis in den letzten Winkel aus. Ein Orgelkonzert ist bestimmt hörenswert.
Weiter ging es an der ältesten Stadtkirche Hamburgs, der St. Petri, vorbei bis zum Rathaus. Wir überquerten die älteste Verbindung zwischen Altstadt und Neustadt, die Trostbrücke und standen einige Schritte weiter vor dem Mahnmal St. Nikolai. Die Kirche und der Turm sind 1943 komplett ab- bzw. ausgebrannt. Ein Wiederaufbau wurde aus Kostengründen nicht vorgenommen, nur der Turm steht noch und ist mit einem Aufzug ausgestattet, der den Ausblick von der Aussichtsplattform ermöglicht. Leider ist der rußgeschwärzte Kirchturm aktuell von oben bis unten eingerüstet und wird renoviert.

Der weitere Weg führte uns über den Alster- und Herrengrabenfleet bis zum Michel – einem der Wahrzeichen Hamburgs. Hier nahmen wir die Fahrt mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform mit. Gleich um die Ecke findet sich das letzte Beispiel für eine typische Wohnanlage aus dem 17. Jahrhundert. Hätte uns der Reiseführer nicht hierher gelotst, wir hätten es nicht gefunden. Von außen sieht man nur eine alte Tür, dahinter befindet sich aber noch eine winzige Gasse mit eng zusammenstehenden Fachwerkhäusern.

Bei den Landungsbrücken angekommen, gönnten wir uns erst mal eine Pause mit Currywurst und den Blick auf den Hafen.

Danach ging es in den alten Elbtunnel. Mir persönlich war dabei schon etwas mulmig zumute… So viel Wasser über mir… Wenn das runter kommt… Andererseits hält der Tunnel nun schon Hundert Jahre.

Nachdem Tobi die restliche Runde durch die Speicherstadt und Hafencity nochmal bei untergehender Sonne, bzw. zur Blauen Stunde ablaufen wollte, saßen wir erstmal ein bisschen planlos rum. Wir entschieden uns, Richtung Fischhalle und Altona loszulaufen.

Die Füße taten zu diesem Zeitpunkt schon weh und abends sollte uns das GPS die Erklärung geben: 23 km waren wir da gelaufen… Sah im Reiseführer gar nicht so weit aus.

Pünktlich wie von Tobi gewünscht streiften wir bei untergehender Sonne und zur blauen Stunde durch die Speicherstadt und Hafen-City. Das frieren, bis die Bilder fertig waren hat sich wieder mal gelohnt.

Am Nächsten Tag holten wir uns noch eine Hamburg-Card für die verbleibenden 2 Tage. Zuerst ging es mit der S-Bahn bis Blankenese ins Treppenviertel. Fast wie in südländischen Städten reiht sich ein kleines Häuschen ans andere, nur durch Treppen und kleine Gassen verbunden.
Definitiv einen Ausflug wert.

Von da aus zogen wir uns wieder Richtung Zentrum, benutzten die Hadag-Fähren, die in der Hamburg-Card inbegriffen sind und fanden uns an den Landungsbrücken wieder.

Eine typische Hafenrundfahrt stand natürlich auch noch auf dem Programm. Hätte ich ein bisschen darüber nachgedacht, hätten wir diese schon morgens gemacht. Nachmittags ist der Wasserstand zu niedrig, um in die Speicherstadt zu fahren. Zurück an den Landungsbrücken, setzten wir uns in die U-Bahn zum Stephansplatz und erkundeten den Jungfernstieg und die Umgebung.

Auf der Suche nach Alternativen zu den bekannten Huren-Touren (diese sind nur an gewissen Tagen in der Woche) wurden wir auf die Kiez Jungs aufmerksam. Das hörte sich auf jeden Fall interessant an. Gesagt – Getan, wir waren angemeldet und am Dienstagabend sollte es losgehen. Vorher nochmal ein Abstecher ins Hotel, alles bis auf die Kamera selbst loswerden und danach direkt auf den Kiez.

Wir hatten Glück, es kamen keine weiteren Teilnehmer, so dass wir eine Privattour mit Michael hatten. Es ging vom Millerntorplatz über die Reeperbahn durch die „Ritze“ ins ehemalige Etagenbordell bis zur Großen Freiheit. Unser Fazit: ein interessanter und lustiger Abend, der uns den Kiez von einer Seite gezeigt hat, die wir alleine nicht kennengelernt hätten.

Zurück am Ausgangspunkt Millerntorplatz schlenderten wir noch über den Hamburg Dom (Volksfest, welches dreimal jährlich stattfindet), während langsam alle Buden die Rollläden schlossen.

Auch an diesem Tag kamen wir nicht vor Mitternacht zum Schlafen. Dieser Trip brachte meinen Biorhythmus ganz schön durcheinander.

Am dritten Tag ließen wir es ein bisschen ruhiger angehen. Vormittags streiften wir durch das Schanzenviertel, hier könnte man definitiv etwas ausgefallenes zu Essen finden, alles ziemlich alternativ, kreativ und multikulti. Da hatten wir aber noch keinen Hunger…

Danach nahmen wir den vom Reiseführer vorgeschlagenen „Spaziergang“ in Angriff. Von Winterhude an der Außenalster entlang bis zum Jungfernstieg.

Gleich vorneweg: das muss man nicht gesehen haben! Wir latschten uns die Füße zwischen eingewachsenen und versteckten Villen Richtung Außenalster platt, dann standen wir endlich am Schiffsanlieger und haben diesen Kutter um 10 Minuten verpasst, der nächste würde erst in einer Stunde kommen und dann passierte auch noch das: ich hatte Hunger und es nicht gemerkt! Dafür Tobi umso mehr…
Der arme Kerl musste mich ertragen, bis wir mit dem Bus am Park Planten un Blomen waren und von dort aus das Heiligengeistfeld erreicht hatten.
Kaum, hatten wir uns einmal quer durch das Volksfest gegessen, war meine Laune schlagartig besser. Da sag nochmal einer, Essen würde nicht glücklich machen. 🙂

Unseren letzten Abend ließen wir im Musical „Der König der Löwen“ ausklingen. Absolut sehens- und hörenswert! Klingt kitschig, ist aber so.

Hamburg hat sich uns von seiner besten Seite gezeigt und wir haben endlich unsere eigenen Bilder und Erinnerungen an diese Stadt.

Hier noch die Ausbeute der geführten Phototour: Danke an Sven Jakobsen von der Fotoschule im Norden.

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 5 – 330km

Der letzte Tage begann, wie der Vorletzte endete. Mit der Kamera auf dem Stativ am See. Das erste Licht des Tages lockte mich direkt wieder ans Ufer des Thiersee, um die Ruhe hier zu genießen. Man soll nicht glauben, wie viele Jogger, Angler oder Familien mit Kinderwagen um kurz nach 6 Uhr an einem Mittwoch morgen am See unterwegs sind. Trotzdem war es hier noch herrlich ruhig. Die Bewegung brachte die Muskeln in Wallung und wärmte auf. Die Nacht war schon deutlich frischer als noch in Kroatien am Meer. Ich ignorierte die Absprache nichts vom Bäcker zu holen und hoffte, dass die Mädels sich über die frischen Semmeln freuen. Um kurz nach sieben begann ich Kocher & Co. aufzubauen und das Frühstück zu richten, als Sandra mich anguckte und sagte, dass ihr kalt ist. Im Scherz entgegnete ich: “lauf halt mal um den See, dann ist dir warm”. Eine gute Stunde später war sie wieder da und wir konnten frühstücken. Ich hätte nicht gedacht, dass sie tatsächlich um den See läuft. Immerhin hatte ich recht, jetzt war ihr nicht mehr kalt. Es gab Rührei, Semmeln, Tee und Marmelade, gepaart mit einem Ausblick auf den See. Die Sonne kam langsam raus und wir stellen fest, dass unsere Zelte komplett im Schatten standen. Das Thema Platzwahl fürs Zelt kann ich noch optimieren.

Wir kamen äußerst gemütlich in die Gänge. Es waren auch nur gute 300km geplant und in Deutschland sollten wir zügig vorankommen, so dass es keinen Grund zur Eile gab. Wir lüfteten die Zelte und ließen sie trocknen, packten gemütlich zusammen und unterhielten uns noch mit den Platznachbarn. Aber alles Verzögern half nichts, um 10:30 waren wir startklar und richteten die Moppeds gen Deutschland.

Download file: Pfingsten2016_Tag5.gpx

Der Weg über Landl und Bayrischzell zeigte noch mal ein wunderschönes Tal, mit kurviger Straßenführung. Bis zum Schliersee ging es noch durch die Berge, dann wurde es deutlich flacher. Am Tegernsee vorbei, zum Starnbergersee. Man könnte meinen wir machten eine Tour der Seen. Dem ist aber nicht so. Wir bekamen fast nichts von den Seen zu Gesicht. In Geretsried stellten wir kurz kreischend wie Groupies fest, dass A Life Divided (eine unserer Lieblingsbands) ja von hier kommen. Aber das bremste uns nicht aus, flott waren wir in Füstenfeldbruck, Augsburg umgingen wir östlich und fuhren ein ganzes Stück parallel zur B2, bevor wir auf diese wechselten. Die Heimat rückte näher, die Strecken werden bekannter und Baustellen zwangen uns, umzuplanen. Treuchtlingen, Weißenburg und Pleinfeld ließen wir hinter uns und den Brombachsee links liegen. Bei einer Pause verabredeten wir uns für den Abend zum Grillen. In Windsbach legten wir noch einen Stopp zum Einkaufen ein, um Material für den Grill zu haben. Nach fast 7 Stunden kammen wir kurz nach 17 Uhr wieder zu Hause an. Beim Auspacken mussten wir feststellen, dass Getränkedosen früher robuster waren – eine Dose Gösser Kracherl hatte sich in meinem Seitenkoffer verteilt.

Die ersten Geschichten wurden erzählt, während wir die Bikes abluden und begannen unsere Ausrüstung zu sortieren. Die Augen leuchteten nochmal, auf beim Gedanken zurück an die ersten Momente am Meer und die Erinnerungen festigten sich durch die Erzählung. Wir sind gespannt auf die gemachten Bilder und freuen uns schon auf den nächsten Trip. Der ursprüngliche Grund für diesen Trip – Camping Equipment für unsere Skandinavientour im Juli testen – ist auch nicht in Vergessenheit geraten. Das Vaude Chapel L3P Zelt, der Primus Omnilite Multifuel Kocher, das Trangia Geschirr und noch einige andere kleine Neuanschaffungen haben sich mit Bravour geschlagen. Die Tour war somit in jeglicher Hinsicht erfolgreich!

An vier Fahrtagen konnten wir 1454 km zurücklegen, drei tolle Campingplätze kennen lernen, kulinarische Genüsse erleben und das wichtigste: FLACHKÖPPER MACHEN!!!

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 1 – 426km

Da Ostern für uns krankheitsbedingt nicht ganz so ideal verlaufen war planten wir eine weitere Testtour für unsere runderneuerte Campingausrüstung. Pfingsten bot sich dank dem verlängerten Wochenende dafür an. Erste Ideen waren schnell erdacht und so wollten wir zu dritt für 5 Tage nach Österreich an den Thiersee fahren. Ein entscheidender Satz sollte diese Planung nochmals ein wenig ändern: “Ich hab noch nie das Meer gesehen.” Das kann man doch nicht so stehen lassen dachte ich mir und so kam mir spontan der 4. Werner Film – “Gekotzt wird später!”  in den Sinn und das Projekt „Flachköpper“ war geboren. Fünf Tage Zeit, zwei Motorräder, zwei Zelte und damit zu dritt mal schnell  für nen Tag ans Meer. Wo fährt man an Pfingsten hin wenn man auch im Meer baden will und nur begrenzt Zeit hat? Richtig: Kroatien!
Die Routenplanung konnte beginnen und es wurde der Campingplatz Finida Umag als Ziel am Meer auserkoren. Das ganze natürlich noch als Überraschung unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit.

Am Freitag vor Pfingsten versammelten wir dann alle Ausrüstungsgegenstände und uns selbst zum gemeinsamen Packen. Die Anspannung der letzten Wochen zeigte sich beim Taschen- und Koffertetris deutlich und führte dazu dass wir das Packen auf Samstag morgen vor der Abfahrt vertagten. Der Wecker holte uns viel zu früh aus dem dringend benötigten Schlaf, aber das Wetter stimmte uns versöhnlich. Die Vorhersagen schwankten in den Tagen vor der Abfahrt doch sehr bedenklich und so waren wir hocherfreut dass es trocken war und die Sonne uns begrüßte. Nach einem kräftigen Frühstück verstaute sich das Gepäck fast schon von alleine und wir konnten endlich aufbrechen um nach Österreich zu fahren (noch war das Endziel ja geheim).

Der erste Tag war, so wie die meisten ersten Tage einer Tour, von Bekanntem geprägt. Erstmal grob in Richtung Landshut und Strecke machen. Anvisiert hatten wir heute die Tauernschleuse zu schaffen. Ab Berching folgten wir wie schon häufiger auf dem Weg gen Süden der B299. Mit dem Motorrad eine angenehm zu fahrende Strecke um zügig voranzukommen ohne Autobahn zu fahren. Den Chiemsee ließen wir rechts liegen und überquerten die erste Landesgrenze bei Schneizlreuth. In Österreich folgten wir der Saalach bis Saalfelden. Das Wetter überrascht uns bisher mit angenehmen Temperaturen und wir kommen dem ersten Tagesziel flott näher. Wir wollen etwas neues versuchen. Bisher haben wir noch nie die Tauernschleuse genutzt um die Berge zu überwinden. Die Fahrzeuge werden auf einen Zug verladen und durch den 8.371m langen Tauerntunnel befördert. Dies hat mehrere Vorteile. Zum einen kommt man ohne Nutzung der Autobahn über die Berge, zum anderen meist ohne Stau (dieses Problem hätten wir an Pfingsten ohnehin nicht) ein weiterer Vorteil ist nicht höher als 1200 m.ü.A. fahren zu müssen und somit die noch winterlichen Witterungen zu meiden. An der Tauernschleuse angekommen waren wir überrascht wie wenig Fahrzeuge wir vorfanden obwohl der Zug in weniger als 15 Minuten fahren sollte. Die Verladung verlief unspektakulär – drauffahren – 1.Gang – Seitenständer – das Personal verzurrt die Bikes – wir setzen uns in den Personenwaggon.

12 Minuten nach Abfahrt kommen wir in Mallnitz an, wo die Entladung genauso easy erfolgt wie die Verladung. Nur noch wenige km trennen uns nach heute gut 400 gefahrenen Kilometern vom Aktiv-Sport-Erlebnis-Camp in Obervellach. Ein Naturcampingplatz mit relativ neuen Sanitäranlagen der idyllisch im Mölltal direkt am Flussufer gelegen ist. Hier schlagen wir zum ersten mal unsere Zelte auf, packen den Kocher aus und genießen ein Gösser Kracherl (alkoholfreies Naturradler). Der erste Tage klingt bei Nudeln aus und es wird Zeit das Geheimnis zu lüften. Auf die Frage warum wir hier nur eine Nacht bleiben folgt kurzes Staunen und dann unbändige Freude. Nach dem anstrengenden Tag liegen wir relativ bald in unseren Schlafsäcken und freuen uns schon auf die noch anstehenden Länder auf unserer kurzen Tour.

Track zum ersten Tag:

Download file: Pfingsten2016_Tag1.gpx

Bamberg – ein Tag zum Eingewöhnen

Der Straßburg-Trip ist lange her und es wird Zeit die letzten Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke einzulösen.
Wir starten unseren Städtetrip nach Hamburg in Bamberg.

Ohne viel Vorbereitung – weil es die Zeit in den letzten Wochen nicht hergegeben hat – fahren wir Samstag Vormittag nach Bamberg. Nur mit einem Plan der Altstadt, auf dem die Sehenswürdigkeiten verzeichnet sind, machen wir uns vom Park+Ride Heinrichsdamm aus auf.

Übrigens: Geniales Konzept!
In diesem Park+Ride steht das Auto sicher außerhalb der Stadt und für insgesamt 4,50 EUR kann man auch gleich noch den Bus 930 bis in die Altstadt nehmen. (Parkgebühr fürs Auto 1,20 EUR und Tagesticket für den Bus 1-5 Personen 3,30 EUR)

Nach den zwei Stationen, die dieser Bus anfährt, steht man mitten am ZOB  – Zentraler Omnibus Bahnhof (nach ein bisschen rätseln, für uns das „Zentrum of Bamberch“ – hört sich gleich nicht so spießig an und man steht wirklich in der Bamberger Altstadt)

Wir schlagen die nördliche Richtung über die Promenadenstraße in die Hauptwachstraße ein und finden uns mitten am Wochenmarkt wieder. Herrlich! Ich liebe es über solche Märkte zu schlendern, die frischen Waren und das regionale und oftmals individuelle Sortiment zu bestaunen.
Schon am Maximiliansplatz finden wir unser Mitbringsel aus Bamberg: einen Kochlöffel aus Olivenholz. A arch scheens Dingerla, wenn auch nicht typisch aus dieser Region.

Weiter geht es über den Grünen Markt und Obstmarkt bis zum Alten Rathaus. Von hier aus schlendern wir durch das Kleine Venedig am linken Regnitzarm entlang. Schnuckelige kleine Häuschen, schmale Gassen, aber alles stets sauber.

Von weitem sieht man das Kloster St. Michel auf dem Michelsberg. Das Wetter ist perfekt, wir gut gelaunt und schon finden wir den kleinen Fußweg, der durch eine alte Holztür von der unteren Sandstraße abzweigt. Auf der Rückseite des Hügels machen wir es uns zwischen blühenden Wiesen und Bäumen in der Sonne zum Picknicken gemütlich.
Auf der anderen Seite geht es über den Benediktinerweg flott wieder nach unten. Dort sind es nur ein paar Meter den nächsten Hügel rauf bis zum Dom.

Hier herrscht ein reges Kommen und Gehen, es ist laut, dunkel und kalt. Da ist man gerne wieder draußen in der Sonne.

Wir statten der Alten Hofhaltung mit ihrem romantischen Innenhof noch einen Besuch ab und laufen an der Neuen Residenz entlang Richtung St. Jakob. So sind wir schon auf dem nächsten der 7 Hügel von Bamberg. Die Pilgerstätte ist zwar hell, aber auch kalt und so verweilen wir gar nicht lange, sondern gehen über die Maternstraße mit Schwung auf den nächsten Hügel: den Kaulberg, auf dem das Karmelitenkloster steht. Eine einladende Kirche, in Gold- und Brauntönen gehalten, warm und ruhig. Die vielen Topfpflanzen und frischen Blumen machen es hier drin gemütlich, allerdings sieht man dem Gebäude den Renovierungsbedarf deutlich an.

Der Einfluss der Kirche ist in Bamberg nicht zu übersehen, es reiht sich Gotteshaus an Gotteshaus. Und doch sind wir es nicht müde, uns alle anzusehen. Es gleicht keines dem anderen.

Auf dem Weg zum Stephansberg machen wir noch Halt an der Oberen Pfarre. Schon außen funkelt sie in der Sonne. Innen kann sie sich fast mit einer Kirche in Rom messen. Alles glänzt golden, ist reich verziert und prunkvoll.

Unser letzter Stopp ist St. Stephan… was soll ich sagen… Wohl fühle ich mich da drin nicht, kalt und leer, fast schon befremdlich und skurril wirkt das Gebäude im Inneren.

Danach tun die Füße langsam weh und wir treten den Rückweg zu unserem Zentrum Of Bamberch an.
Das Wasserschloss Concordia ist noch in meinem Plan verzeichnet und mit einem kleinen Umweg zu erreichen. Es ist in Privatbesitz und die Sicht von außen auf dieses Gebäude hat von Tobi nur die Wertung „Der Hit“ bekommen… (Vorsicht! Ironie!)

Ein bisschen planlos biegen wir links und rechts ab, vorbei am Böttingerhaus bis wir wieder am Alten Rathaus stehen. Von da aus laufen wir zurück zum Grünen Markt und sehen noch die letzten Überreste des Marktes.
Ein bisschen Zeit haben wir noch und der Hunger meldet sich auch. Der Imbisswagen „Crepes mit Charme“ wird getestet. Für Süßes bin ich immer zu haben. Ich entschließe mich für einen „Valencia“ (mit Orangenmarmelade) und Tobi für einen herzhaften „Mykonos“ (Gefüllt mit einer Art Fetacreme und Knoblauch). Und das Ergebnis ist wow! Absolut lecker, abwechslungsreich gefüllt und es wird auch mit der Füllung nicht gespart.

Danach versorgen wir uns noch mit Lebensmitteln und fahren zu unserem Auto zurück.

Bamberg ist zwar von uns zu Hause nicht weit weg, trotzdem haben wir uns ein Hotel gebucht. Hier können wir uns entspannt für unseren Abend in der Brose Arena bei „Planet Erde“ fesch machen und haben danach nur eine 10-minütigen Fahrtzeit bis ins Bett.

Am Sonntag früh brechen wir gut gestärkt nach dem Frühstück Richtung Hamburg auf.
Tobi macht hier abends eine geführte Phototour durch die Speicherstadt bei Nacht, während ich einen kurzen Bericht über das bisher Erlebte schreibe.
Ich bin gespannt, was er erzählt und natürlich, auf die Bilder, die er mitbringt.

Hier noch ein kleiner Überblick über unsere Besichtigungstour:

Download file: Bamberg2016.gpx

Kurztrip: Pizzaessen am Reschenpass – 1120km

2015 war das Jahr mit unseren meisten Touren bisher. Genau aus diesem Grund hinke ich mit den Berichten ein wenig hinterher. 3 Wochenenden nacheinander unterwegs und dann eine drei Wochen Tour. Das genießen war mir dann doch wichtiger als das Bloggen *g* Überhaupt eine interessante Perspektive die Rolf Henniges in seinem Buch Endstation Abfahrt aufgreift. Ist das Posten tatsächlich wichtiger als das Erleben? Für mich ist das Posten eigentlich eine Art zu reflektieren und Erinnerungen zu bewahren. So eine Art Tagebuch an dem ich euch teilhaben lasse.
Pizzaessen – das kann man einfach beim Italiener um die Ecke, oder man kann es auf einer Tour mit Freunden weit weg tun. Der Begriff „Pizzaessen“ stand für einen Freund immer für eine Tour zur Pizzeria Hans am Reschenpass. Leider fanden wir nie die Zeit diese Tour mit ihm zu fahren. Dieses Jahr traten wir sie in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe aus seinen Freunden an. Nur einer fehlte. Er selbst. Wir hatten zu lange gewartet bis wir die Zeit fanden diese Tour zu fahren, er konnte uns leider nicht mehr begleiten.

Download file: Pizzaessen2015.gpx

 

Wir starteten am Freitag den 4.9.2015 um 13 Uhr in Richtung Reschenpass. Als Treffpunkt hatten wir die Aral Tankstelle in Merkendorf auserkoren. Hier trafen wir uns zu fünft, um über Donauwörth, Augsburg, Landsberg am Lech und Füssen zügig Deutschland hinter uns zu lassen. 3 Mann waren bereits unterwegs, mit Ihnen wollten wir uns dann am Reschenpass treffen. Das Wetter war uns hold. Wir hatten zwar keinen Sonnenschein, aber es blieb trocken. Seit langem führte ich mal eine Ausfahrt nicht an, sondern reihte mich brav hinter unserer perfekten Reiseleiterin Sandra ein. Der späte Start erforderte zügiges Vorankommen, trotzdem wollten wir nicht stur die schnellste Route fahren. Sie hatte dies perfekt berücksichtigt. In Österreich folgten wir erstmal dem Lechtal, um dieses dann übers Hahntennjoch in Richtung Imst zu verlassen.

Von Imst nach Landeck fuhren wir parallel zur Autobahn, um uns dann von der B180 über Prutz und Nauders bis zum Reschensee bringen zu lassen. Das Hallo im Hotel Garni Wallnöfer war dann groß, als wir zum einen auf die drei Vorangefahrenen trafen und zum anderen auf Wirtin Elisabeth. Jeder von unserer Gruppe war bereits mindestens einmal hier eingekehrt und daher bereits bekannt. Da es inzwischen 20 Uhr war, zogen wir uns nur noch schnell um und starteten auch gleich mit dem hoteleigenen Bus zur Pizzeria Hans am Reschen. Nach einem ausgelassenen Abendessen sammelten wir noch Ideen, was wir am Samstag so tun wollten.

Samstag morgen beim Frühstück kam dann die wettertechnische Ernüchterung. Es regnete und alle waren irgendwie träge. Nach einigem Hin und Her starteten dann Stelli, Michl, Bernd und ich um die Kaunertalergletscherstrasse zu fahren. Der Rest der Truppe blieb erstmal im Hotel um zu chillen. Stelli übernahm die Führung und so tauchten wir über Prutz ins Kaunertal ein. Hier empfing uns Nebel und immer wieder Kühe auf der Fahrbahn, da scheinbar gerade Almabtrieb war. Eine echt praktische Kombi – schlechte Sicht, extrem verschmutzte Fahrbahn, kombiniert mit einer hohen Anzahl an mobilen Hindernissen. Egal der Gletscher rief. Die letzten 300 Höhenmeter der insgesamt an diesem Tag erreichten 2750 Meter über Null, begleitete uns dann einsetzender Schneefall. In der Talstation der Gletscherbergbahn kehrten wir ein, um uns was warmes zu Trinken und einen kleinen Snack zu gönnen. Die Blicke hier waren göttlich. Weit und breit keiner zu sehen, außer uns vier Motorradfahrern. Für den Rückweg beschlossen wir, noch ins schweizerische Zollausschlussgebiet Samnaun zum Tanken zu fahren, bevor wir wieder in Richtung Hotel durchstarten wollten.

Hier erreichte uns eine Nachricht, dass unsere Mädels und Rainer inzwischen auch zu einer kleinen Runde über den Ofenpass aufgebrochen waren. Wir beschlossen, spontan entgegengesetzt Ihrer Route zu fahren. Das Wetter klarte auf und so konnten wir noch einige schöne km genießen. Tatsächlich begegneten wir auch unserer anderen Hälfte, was ein wenig zu Verwirrungen bei Ihnen führte. Kurz nach 18 Uhr endete dann die Tour des Tages wieder am Hotel und der Abblauf von Freitag Abend wiederholte sich. Duschen, umziehen, Taxibus zur Pizzeria, Essen, Route für den nächsten Tag planen, schlafen.

Den Sonntag begannen wir nach einem regionalen Frühstück und der Verabschiedung von Wirtin Elisabeth mit ein paar wenigen Kilometern zum Kirchturm im Reschensee. Hier nutzte jeder den Aufenthalt um einige Erinnerungen an unseren gemeinsamen Freund aufleben zu lassen. Es war nochmal eine Art Abschied zu nehmen. Nachdem wir heute keinen Zeitdruck hatten, sollte der Rückweg etwas gemütlicher ausfallen, als der Hinweg. Der Weg von Prutz nach Imst führte uns diesmal über die Pillerhöhe und den Gacher Blick.

Eigentlich hatten wir geplant, über den Fernpass in Richtung Garmisch zu fahren. Diese Idee hatten aber scheinbar einige Leute mehr als wir. Kurzerhand wichen wir über Mittenwald aus, ich übernahm für den ungeplanten Teil die Führung der Gruppe. Kurz vor der deutschen Grenze, um 13:56 nahm dann das Übel seinen Lauf. Bisher hatte ich den Mitas E07 immer für den Grip in jeder Lage und auf jedem Untergrund gelobt. Gusseiserner Gullideckel, im nassen Zustand, in Schräglage bringt auch diesen Reifen an seine Grenzen… oder darüber hinaus. So schnell ich dalag, stand ich auch schon wieder. Bisschen ungläubig, dass es mich – also ausgerechnet mich – gelegt hatte. Kurzer Check ob alles ok ist, Koffer wieder anhängen, mit Spanngurt sichern, Krönchen richten, und weiter gings. Ein bisschen zaghafter jetzt und mit mehr Vorsicht vor den Gullideckeln.

 

Ab Garmisch übernahm wieder unsere Reiseleiterin Sandra die Führung und brachte uns unspektakulär, bei aufklarendem Wetter, über angenehm geschmeidig zu fahrende Strecken nach Hause. Insgesamt ein echt schönes Wochenende mit einer saucoolen Truppe.

Ein Fazit bleibt:
Aus einem „bald“ sollte man viel öfter ein „jetzt“ machen, bevor daraus ein „Nie“ wird!

Kurztrip – Erzgebirge – 715km in zwei Tagen

Große Dinge geschahen 2015. Nunja so groß auch wieder nicht…aber was besonderes war es schon. Damals mit 18 war ich einer der wenigen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis der gleich den Motorradschein machte und sich auch ein Motorrad kaufte. Jahrelang war ich damit ziemlich alleine und dann machte einer nach dem anderen plötzlich auch seinen Schein und stattete sich dementsprechend aus. Trotzdem kam es nie zu einer größeren, gemeinsamen Tour. Hier mal ne Feierabendrunde, da mal ne Tagestour, aber nie mit allen sondern immer nur vereinzelt. Heuer hatte dann Frank aufgrund einer anderen für Ihn geplatzten Tour, die Aussage gemacht wir könnten doch nochmal wenigstens nen Tag oder so. Ich griff die Ansage auf und kramte zwei Touren raus, die wir in den letzten Jahren so ähnlich schon gefahren waren und hatte auch gleich noch eine Unterkunft parat. Also flugs ne kleine Whats App Gruppe gegründet, mal den ganzen Haufen reingeworfen und zwei Termine genannt. Das Hotel hätte an den Terminen auch noch 5 Doppelzimmer frei, also warten wir mal ab ob so 4-6 Mann gemeinsam starten. Und dann kam erstmal der Schreck… Zusage folgte auf Zusage. Ein zugegebenermaßen positiver Schreck, der aber eine hektische Anfrage beim Hotel auslöste, ob denn noch mehr Zimmer verfügbar wären. Nach einigen wenigen Tagen stand es dann fest: vom 22.08. auf den 23.8.2015 sollte die „Tour de Frank“ mit 14 Teilnehmern auf 11 Motorrädern stattfinden. Lediglich ein Motorradfahrer unserer Clique konnte nicht und zwei Partnerinnen nahmen Ihren Männern das Kinderhüten ab. WOW wer hätte damit gerechnet?

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Am Samstag den 22.08. trafen sich dann alle nicht Nürnberger um 9 Uhr bei uns zu Hause, um gemeinsam zum Treffpunkt an einem MC Donalds in Nürnberg zu fahren. Die erste große Stadt wollten wir so in zwei Gruppen durchqueren, um uns das Ganze ein wenig zu erleichtern. Einen letzten Tankstop legten wir noch ein, bevor wir um 9:45 auf die zweite Hälfte der Truppe stießen und mit einem großen Hallo begrüsst wurden. Noch schnell kleinere Raparaturen (H7 Birne an der F800GS wechseln), ein Kaffee und ein paar Zigaretten zur Stärkung, dann ging es pünktlich um 10 Uhr auch schon los. Ziel Nummer 1 für heute: das Land verlassen. Die geplante Route sollte uns heute ein schönes Stück durchs benachbarte Tschechien führen. Um zügig voran zu kommen, nutzten wir die B2 bis kurz vor Pegnitz. Meine Bedenken, wie das Fahren in der großen Gruppe wird, zerstreuten sich allmählich, wir harmonierten ziemlich gut für die bunte Mischung. Ein Stück vor der Grenze in Waldershof legten wir einen Stopp ein um zu besprechen, wie wir unsere Mittagspause gestalten. Einstimmig wurde entschieden, hier nur einen kurzen Stop mit Imbiss aus dem Tankrucksack einzulegen und dafür heute Abend ausgiebig zu schlemmen. Ein angrenzender Kinderspielplatz sorgte für einige erheiternde Fotos und schon ging es wieder weiter in Richtung Grenze.

Diese überquerten wir bei Schirnding und legten an der ersten Tankstelle in Tschechien gleich noch einen kurzen Halt ein. Die ersten km im Nachbarland fuhren wir auf der E48 und E49, bevor wir uns auf deutlich kleinere Straßen begaben. An der Tschechisch-Deutschen Grenze entlang ging es auf kleinsten Strässchen voran. Die Qualität des Asphalts ließ teilweise zu wünschen übrig, dies wurde aber durch den Ausblick kompensiert. Kleine Ortschaften wechselten sich mit Wäldern ab. Eine Hochebene öffnete sich nach einer Holperstrecke vor uns. Kurz vor Jeleni legten wir nochmals eine Pause ein. Es waren Raucher dabei, eine für uns eher ungewohnte Tatsache. Seit wir Trinkrucksäcke haben, fahren wir oftmals 250-300km am Stück zwischen unseren Pausen. Ich musste mich dazu anhalten, bewusst mehr Pausen einzulegen. Wir wollten ja auch nicht nur stur Mopped fahren, sondern auch quatschen. Sonst hätten wir diese Tour nicht zusammen antreten brauchen.

Nach einem weiteren Holperstück, auf dem mich so mancher ohne Reiseenduro für die Routenplanung ein wenig verfluchte, kam dann die Entschädigung für die Straßenmaschinen. Nagelneue Straßen, wunderschöne Kurven durch weite Wälder. Über den Fichtelberg geht es weiter an der Grenze entlang bevor wir endgültig wieder Richtung Norden zurück nach Deutschland abbogen. Ziemlich genau um 16 Uhr legten wir kurz vor der Grenze noch einen Tankstop ein, um den günstigen Spritpreis zu nutzen. Die letzten km nach Marienberg flogen nur so an uns vorbei. Herr Knab der Eigner vom Hotel Drei Brüder Höhe erwartete uns bereits. Während die einen erstmal ein Ankunftsbierchen schlürften, bezogen andere schonmal ihr Zimmer. Letztendlich fanden wir uns alle wieder im Garten zusammen, um realtiv früh zu Abend zu essen. Frisch gestärkt wollten wir heute noch die Bowlingbahnen des Hotels nutzen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Den Sonntag morgen begann ich mit dem Sonnenaufgang auf dem Aussichtsturm vorm Hotel. Alle anderen zeigten mir dafür den Vogel, *g* teilweise erntete ich Unverständnis. Aber der Ausblick bestätigte, dass es richtig war in Herrgottsfrüh auf den Turm zu steigen. Wir trafen uns alle beim Frühstückbuffet, welches es an nichts fehlen ließ. So gestärkt legten sich manche nochmal ins Bett, um die letzten Minuten des Aufenthaltes auszukosten, während andere bereits fertig angezogen bei den Motorrädern standen und mit den Hufen scharrten. Letztendlich starteten wir wie angedacht um 10 Uhr, auf den Weg an der Grenze entlang, gen Heimat. Heute allerdings auf der Deutschen Seite. Reini hatte noch die Idee geäußert, am Ehrenzipfel einen Stop einzulegen, falls es sich ergibt. Eine kleine Umleitung nötigte uns ein paar Extrakurven mitzunehmen, was nicht weiter tragisch war. Auch heute streiften wir den Fichtelberg und nach einer guten Stunde Fahrt legten wir unseren ersten Stop des Tages am Bikertreff Ehrenzipfel ein. Hier war auch gerade eine Gruppe mit ihren Simsons und ließ sich einen Kaffee schmecken.

Trotz des Frühstücks vor knapp 1,5 Stunden verspürten manche schon wieder Hunger und stillten diesen mit einer Breze. Ein Gruppenfoto wurde auch noch gemacht bevor es weiterging. Weiter mit Kurven satt und heute deutlich besserem Fahrbahnbelag als gestern. Von großen Städten hielten wir uns heute fern und genossen die Landstrassen. Die erste Hälfte des Tages ging es in Richtung Hof, bevor wir einen Schwenk nach Süden machten, um Bayreuth weiträumig zu umgehen und uns durchs Pegnitztal weiter gen Süden voranzuarbeiten. Bei Hersbruck trennten wir uns dann auf. Die Nürnberger Fraktion beschloss noch eine Pause am Happurger Stausee einzulegen und die Tour ausklingen zu lassen. Der Rest der Truppe fuhr wie geplant weiter bis zum Biergarten Pflugsmühle, um dort auf eine der zu Hause gebliebenen Ehefrauen zu treffen. Bei einer ausgiebigen Brotzeit ließen wir das Wochenende nochmals Revue passieren und freuten uns über das perfekte Wetter auf den gut 700 gefahrenen Kilometern.

Danke nochmal an meine Mitfahrer für die Geduld mit mir als Eurem Tourguide. Ich fand die Aktion aufjedenfall Megaklasse und würde mich freuen wenn wir das in ein paar Jahren mal wieder mit der GANZEN Truppe hinkriegen!

Kroatientour 2015 – Tag 21 – 334km – wieder daheim

Der letzte Tag brach an. Wenigstens tat er das mit blauem Himmel. Ein letztes Frühstück im Hotel. Ein letztes Mal die Rollen packen und auf den Motorrädern festschnallen. 21 Tage waren wir nun unterwegs. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, vor allem, weil wir nicht 21 Tage an einem Ort waren, sondern doch ein wenig herumgekommen sind. Um 20 nach 9 waren wir startklar und starteten in die letzte Etappe.

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Zuerst hieß es Salzburg zu durchqueren, da umfahren zu aufwändig wäre. Immer wieder hatten wir aha-Effekte und erinnerten uns zurück an unseren Adventstrip 2013. Die Oberleitungsbusse prägen das Stadtbild, Hohen Salzburg tront über der Stadt im Sonnenlicht und wir stehen im Stau. Am Grenzübergang nach Freilassing fanden lockere Kontrollen durch die Deutsche Bundespolizei statt, wir wurden wie alle anderen, die wir sehen auch einfach durchgewunken. Von der in den Medien groß propagierten Flüchtlingswelle haben wir auf unserer kompletten Reise nicht einen einzigen gesehen. Irgendwie finden wir das ein wenig komisch. Ein Stück geht es noch an der Grenze entlang bevor wir für ein ganzes Stück die B299 als Leitlinie hernahmen. Ab und an verließen wir die Bundesstrasse um ein paar Kurven drum herum mitzunehmen, aber im Großen und Ganzen wollten wir heute zügig vorankommen. Der Herbst hat Deutschland inzwischen fest im Griff, wir haben aber einen tollen Tag erwischt. Der Himmel ist weitestgehend blau, nur ab und an in einigen Niederungen durchquerten wir einige Nebelfelder. Die Strecke ist weitgehend unspektakulär, wir müssen erst wieder einen Blick für die eigene Heimat gewinnen. Unsere Köpfe sind noch voll mit wahnsinnig aufregenden Eindrücken aus Slowenien und Montenegro. Bei diesen Landschaften geht einem ein wenig der Blick für Deutschland verloren.

Eines fällt uns massiv auf. Das Sicherheitsgefühl auf deutschem Asphalt steigt unwahrscheinlich und damit auch die unbewusst gefahrene Geschwindigkeit. Man mümmelt sich bequem in den deutschen Schilderwald und verlässt sich darauf dass vor jedem Schlagloch gewarnt wird. Ein Stück Bundesstrasse, welche auf 80 beschränkt ist und mit einem Schild Strassenschäden gekennzeichnet ist, nehmen wir nicht einmal wahr. Ist doch bester Asphalt 😉

Gegen 16 Uhr kamen wir zu Hause an, aus der Ein Stop Strategie war doch wieder eine Drei Stop Stragie geworden, nachdem wir noch an einem Edeka das Nötigste für den ersten Tag mitgenommen haben. Einen Ausklang für den heutigen Tag liefert uns das A life divided Konzert in Nürnberg, für das wir bereits seit Monaten Karten haben.

3753 km in 21 Tagen klingt nicht so wahnsinnig viel, sind ja im Schnitt nur 178km pro Tag. Wenn man bedenkt dass wir auf dieser Reise allerdings vieles kombiniert haben. Motorradurlaub, 1 Woche Badeurlaub, 2 Tage Städtetrip dann relativiert sich das ganze wieder ein wenig. Bei 12 Fahrtagen sind es dann schon wieder 313km pro Tag die wir vorangekommen sind. Besonders angetan haben es uns die Schluchten in Montenegro. Dieses Land wollen wir definitiv noch intensiver erkunden, außerdem haben wir die Küstenregion komplett außen vor gelassen. Ein besonderes Erlebnis war auch der Regentag in Dubrovnik, welcher es uns ermöglicht hat, die Stadt weitestgehend ohne Kreuzfahrttouristen zu besichtigen. Eines ist uns auf dieser Reise aber wieder einmal besonders deutlich aufgefallen. Wie herzlich und vorbehaltlos die Menschen in den Balkanländern auf uns zugegangen sind. Wie bemüht wir als Gast behandelt wurden. Und wie entspannt das Fahren in anderen Ländern sein kann. Zurück in Deutschland (auch schon in Österreich) kehrt eine Hektik und ein Stressfaktor in den täglichen Umgang mit Menschen ein, welcher uns extrem ermüdend vorkam. Man muss nur in die Gesichter der Menschen blicken und vermisst das allgegenwärtige Lächeln. Die Menschen am Strassenrand welche von Ihrer Arbeit aufblicken und einem zuwinken und einem ihr lächeln schenken.

Eine kleine Besonderheit, die wir aus diesem Urlaub mitgenommen haben, lag unserer Rechnung im Restaurant Nishta in Dubrovnik bei. Eine Smilie Bean, die einen immer daran erinnern soll mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen:


Wir sagen „hvala“ (Danke) für das Erlebte und Danke fürs mitlesen/reisen.

Gesamtstrecke:

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Kroatientour 2015 – Tag 1 – 393km – Wels

Wochen, nein Monatelang geplant, immer wieder umgeplant und neu geplant und nun ist es endlich wieder soweit. Die große Tour steht an. Die letzten Tage hatten wir viel gebangt und doch immer wieder an unsere Idee geglaubt. Wir wollten über Österreich – Ungarn – Kroatien nach Serbien. Wer die Tagespresse ein wenig verfolgt – man kann sich der Berichterstattung ja quasi nicht entziehen – sollte mitbekommen haben, dass genau diese Idee momentan einige Hürden zu bieten hat. Als nun Kroatien beschlossen hat sieben von acht Grenzübergängen zu Serbien zu schließen, mussten wir unseren Plan nochmals ändern. Um den ungarischen Zaunbau zur kroatischen Grenze auch zu umgehen beschlossen wir in der Nacht vor der Abfahrt Ungarn und Serbien zu streichen. Unser erstes fixes Ziel ist Dubrovnik. Dort wollen wir am Mittwoch sein. Um 1 Uhr gestern Abend/heute morgen hatte ich dann unseren Plan B grob ins Navi gehackt. Also schnell schlafen dann geht es schnell los.
Um 7:30 klingelte der Wecker. Erstmal ein paar Eier in die Pfanne geschlagen, weil ohne Mampf kein Kampf! Dann noch die Packrolle mit den letzten Resten zugemacht und auf Elli geschnallt. Alles andere hatten wir Freitag Nachmittag schon gepackt und auf den Motorrädern verstaut. Wer nimmt eigentlich Flossen mit auf eine Motorradtour? Richtig! Wir! Alte Regel: Je mehr Platz, desto mehr Unsinn! Um 9:30 Uhr starteten wir nun ohne ein konkretes Tagesziel. Unser Ziel heute war quasi nur der Weg.

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Und der Weg lief heute super gut. Insgesamt eher als unspektakulär zu bezeichnen kamen wir aber super voran. 393km standen am Ende des Tages auf der Uhr und das bei einem Durchschnitt von 74km/h. Bundesstrassen waren heute unsere Wegweiser. Zügig und doch nicht langweilig kamen wir voran. Mit Spannung haben wir die Grenzkontrollen zu Österreich erwartet, aber auch diese waren gänzlich unspektakulär. Ganze zwei Polizisten kontrollierten lediglich die einreisenden Fahrzeuge an der Grenze bei Schärding. Wir sind schon gespannt, wie es morgen an der österreichisch – slowenischen Grenze wird. Als grobe Orientierung hatten wir uns heute ca. 350 km vorgenommen, also grob die Gegend um Wels. Wir lagen allerdings so gut in der Zeit, dass wir beschlossen ein bisschen mehr zu fahren.

In Sattledt machten wir an einem Spar Markt Halt, um uns noch mit Wasser und etwas zu Essen für den Abend einzudecken, bevor wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft machen wollten. Während Anja shoppen war, kam ich auf die Idee, nicht auf der Route zu suchen, sondern mit Hilfe von www.booking.com im Umfeld der Route zu suchen. Ich wurde ziemlich schnell fündig: Gasthaus Sandner Linde. Also das Gasthaus schnell ins Navi gehackt und kurvenreiche 36 km angezeigt bekommen. Ein bisschen mehr Fahrspass wollten wir uns heute nach den Bundesstrassen noch gönnen. Die 36km hatten es in sich. Kleinste Strässchen und viele Kurven. Das Garmin 590LM hatte einen hervorragenden Job gemacht. Dafür viel uns beim ersten Anblick des Gasthauses erstmal der Kinnladen runter. Die Bilder waren doch viel neuer, renovierter und irgendwie ansprechender. Naja erstmal anmelden und schon wurden wir direkt ins Nachbargebäude geführt. Hier wurde 2014 neu gebaut und hier wurden auch die Bilder gemacht. Alles nagelneu und perfekt! Die Motorräder fanden ihren Platz direkt vor der Tür.


Eigentlich wollten wir ja heute nicht essen gehen, die Saisonkarte des Gasthauses hatte es uns aber so angetan dass wir die gekauften Sachen auf morgen Mittag vertagten. Ein kurzes Fazit ohne Beachtung des Frühstücks, welches wir morgen früh bekommen werden. PERFEKT! Es ist hier einfach nur perfekt! Zimmer super, Ausblick super, Parkplatz super, absolut ruhig und das Essen war ein kulinarischer Orgasmus!

Blöd wenn man so etwas am ersten Tag einer Reise findet. Nun muss sich alles folgende daran messen lassen.
Heute Nacht soll es ein wenig regnen, aber pünktlich zur Abfahrt morgen soll die Sonne rauskommen. Wir sind gespannt was uns an den weiteren Grenzen erwartet.