Slowenien 2020 – Tag 11-13 – 249 km – Bodenmais

Wieder sitzen wir in der ersten Schicht um 7 Uhr beim Frühstück. Es ist so schön ruhig wenn alle anderen noch schlafen 😉 Hab ich schon erwähnt dass wir nicht so die Herdentiere sind? Wir lassen es heute gemütlich angehen. Nach dem Frühstück legen wir uns nochmal paar Minuten hin bevor wir anfangen zu packen. Um 10 Uhr müssen wir allerdings aus dem Zimmer raus sein, was wir dann auch gerade so schaffen. In Berchtesgaden halten wir gleich nochmal an einem Edeka und füllen die Trinkrucksäcke bevor es dann so richtig auf die vorletzte Etappe geht. Anja ist wieder richtig Happy jetzt wo Aris Vorderrad wieder so flüssig rollt.

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Irgendwie stehe ich heute mit dem Garmin auf Kriegsfuss. Wir wollten vermeiden nochmal durch Österreich zu fahren, trotz der Planung um Österreich rum routet mich das Navi allerdings rein. Wir wenden also und fahren halt nach Schildern – voll retro – und überhaupt nicht meine Disziplin. Was sich liebt das neckt sich und so nutzt Anja neuerdings immer wieder die Sena Headsets um mir Ohrwürmer einzupflanzen. Heute fragt sie mich einfach aus dem nichts welcher Ohrwurm der letzten Tage wohl gerade so dominiert… Die Gummibärenbande oder Aus Böhmen kommt die Musik??? Zack… schon kommen die Gummibären aus Böhmen! Habt ihr das auch manchmal dass ihr den ganzen Tag das gleiche Lied im Helm singt? Alleine am Verkehrsaufkommen merkt man schon dass man wieder in Deutschland ist. Es ist wesentlich mehr los auf den Strassen.

Der Weg heute führt uns (weil das Garmin das so will – geplant wars anders) auch durch die Heimatstadt von Bea & Helle mit denen ich gestern noch in Kontakt stand. Helle hatte gemeint wenn wir länger in der Gegend sind könnten wir ja mal ne Runde zusammen drehen. Aber so mitten unter der Woche um die Mittagszeit macht das wenig Sinn. Die beiden haben gerade keinen Urlaub und wir wollen ja in die Adam Bräu. Wir machen noch ein Bild von der Burg zu Burghausen. Diese liegt oberhalb der Altstadt der gleichnamigen Stadt und ist mit 1051 Metern die längste Burganlage Europas. Sie gilt seit einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als „längste Burg der Welt“. Nächster Stopp – Kaffee und Kuchen. Wir ignorieren Madame Garmin und finden in Simbach am Inn einen Bäcker. Die Pfirsich-Käse-Sahnetorte sah besser aus als sie geschmeckt hat. Anja’s Trüffeltorte war aber sehr lecker. Ich lösche noch die Route auf der Madame Garmin und plane nochmal neu – Kurvenreich Strecke.

Der weitere Verlauf auf unserem Weg ist dann auch endlich wieder schöner zu fahren. Das Umplanen hat sich gelohnt. Um 15:30 kommen wir in Bodenmais an der Adam Bräu an und beziehen unser Zimmer… äh unsere Familiensuite… ich glaub ich hätte da am Telefon bissl besser zuhören müssen. Vorteil der Suite ist unser reservierter Privatparkplatz direkt vor unserer Terrasse. Vielleicht haben wir uns ein klein wenig zuviel Dekadenz gegönnt 😉 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad, Toilette, Terasse und der reservierte Parkplatz… alleine drei 50 Zoll TVs haben wir in der Bude… naja wir wollen uns hier ja erholen, da ist das drum rum schon nicht ganz unwichtig. Wir setzen uns erstmal bei einem Ankunftsweizen und einem Prosecco vor die Rezeption und warten auf Anjas Schwester die eigentlich ja noch nichts davon weiß dass wir hier sind. Eigentlich… ich hab meine Technik nicht im Griff und bin zu exhibitionistisch im Social Media… zack schon hab ich meinen Standort geteilt und Sunny hats auch sofort gesehen. Das wars dann mit der Überraschung. Nachdem Sunny dann angekommen ist und ihr Zimmer bezogen hat geht es erstmal ne Runde Schwimmen und in die Sauna. Abends lassen wir uns dann das 6-Gänge Menü schmecken und fallen im Fresskoma ins Bett.

Am Mittwoch fallen wir extra bald aus dem Bett und quälen uns noch vor dem Frühstück ein bisschen auf dem Laufband. Das viele Essen muss ja auch irgendwie im Zaum gehalten werden. Sunnys Geburtstag verbringen wir mit Massageanwendungen, Schwimmen, Whirlpool, Slowenischen Chardonnay vom Weingut Kauran auf der Terasse und ein bisschen Wer-Bin-ich spielen. Die Zimmerer auf dem Hausdach neben unserem Hotel schauten ziemlich erstaunt als sie früh um 10 schon das erste Plopp einer Bierflasche vernahmen. Am Nachmittag prosteten sie uns vom Dach aus zu. Abends dann die gleiche „Quälerei“ wie am Vortag, es gab wieder 6 Gänge die es zu bezwingen galt.

Verzeiht dass es ein bisschen viel Essensbilder sind, aber wir haben quasi nix anderen gemacht außer essen, rumgammeln und schlafen. Am Donnerstag wollten wir eigentlich wandern gehen, aber uns verließ direkt nach dem Aufstehen die Lust. Also wieder eine Runde auf dem Laufband vor dem Frühstück und dann nochmal Massagen, Baden und rumgammeln. Nachmittags hievten wir unsere Hintern dann zumindest noch zu einem Cafè in Bodenmais. Aber auch nur um dort Kuchen zu essen 😉 Na was denkt ihr wohl was es abends gab? Richtig wieder 6-Gänge und ein Fresskoma. Insgesamt war der Aufenthalt in der Adam Bräu echt entspannt und schön.

Slowenien 2020 – Tag 10 – 27 km – Schönau am Königssee

Soderla, nachdem wir es uns gestern am Sonntag Abend gut gehen ließen erinnern wir uns beim frühstück wieder an die Probleme mit Aris Vorderrad. Wir sind direkt um 7 Uhr beim Frühstück (dieses wird in 2 Schichten dargeboten aufgrund der Covid 19 Regelungen). Anfangs sitzen wir alleine beim Essen, die anderen Gäste wollen wohl nicht so bald aus den Federn. Typisch Deutsch ist das Buffet nun wieder und wir vermissen Slowenien jetzt schon. Um 8 Uhr greife ich zum Telefon und rufe die erste Suzuki Werkstatt an ob sie die Radlager vorrätig haben. Leider hat er keine da und erzählt gleich noch dass Suzuki gerade Lieferschwierigkeiten hat weil sie ihr Lager umstrukturieren… beste Vorraussetzungen für uns. Zwei Markengebundene Werkstätten später habe ich weiterhin keine positive Info.
Um 8:45 sitzen wir dann auf den Motorrädern und fahren zu einer freien Werkstatt in 8 km Entfernung. Pünktlich zur Öffnung um 9 Uhr rollen wir auf den Hof des Motorrad Stadl Forler. Der Weg war für Anja nicht sonderlich angenehm. Das Lager kracht inzwischen ziemlich stark und wir sind extrem langsam und vorsichtig mit Warnblinkern ganz am Strassenrand gefahren um den Verkehr möglichst wenig zu behindern.

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Meister Forler trete ich als Bittsteller gegenüber und frage ihn ob er eine „schnelle Bezugsquelle“ für Radlager hat und uns evtl. beim Wechsel unterstützen kann. Er recherchiert kurz online und könnte mit Overnightexpress Lager bestellen. Aber erstmal will er wissen ob es wirklich die Lager sind. Die vorderen Bremsbeläge sind auch ziemlich an der Verschleissgrenze moniert er. (Ersatz liegt schon daheim und sollte direkt nach der Tour montiert werden). Also hängen wir Ari vorne auf und ich darf selbst das Rad ausbauen während er sich einen Kaffee gönnt und mit Anja schnakt. Die Diagnose am offenen Lager bestätigt dann – Totalschaden! Herr Forler schickt mich nun zu einem Elektrohändler ums Eck, ich soll dort mal fragen ob sie passende Lager da haben. Und tatsächlich Elektro-Mechanik Meisl hat passende 2RS Lager da. Ich könnt den Verkäufer knutschen! Nachdem Meister Forler bereits gemerkt hat dass ich viel selber schraube hat er den Einbau auch wieder mir überlassen und sich weiter mit Anja und Kaffee vergnügt. Er hatte aber ein Argusauge darauf dass ich nix falsch mach! VIELEN DANK HIER NOCHMAL AN HERRN FORLER für die unkomplizierte und schnelle Hilfe! Außerdem hatten wir eine sehr nette Unterhaltung auch über Reisen die er in jüngeren Jahren unternommen hatte. Wer hier mal vorbeikommt, das ist noch ein echter Meister der alten Schule der für Motorräder brennt und seine Arbeit aus Liebe macht!

Um ca. 11 Uhr starten wir dann bei Regen wieder und wissen noch nicht so recht was wir jetzt mit dem freien Tag anfangen sollen. Eigentlich wollte ich mit dem Boot über den Konigssee fahren und ein bisschen wandern. Aber es regnet und so haben wir darauf keine rechte Lust. Am Schaubergwerk in Berchtesgaden halten wir kurz an, nur um festzustellen dass der Parkplatz schon ziemlich voll ist und wir keine Lust auf Menschenansammlung haben (und das liegt jetzt nicht vorrangig an Corona sondern eher daran dass wir generell nicht so auf Menschenmengen stehen). Wir halten in Berchtesgaden noch an einem Supermarkt und decken uns mit Semmeln und Getränken ein. Ein Metzger und eine Käseladen liefern den Rest und so bepackt fahren wir wieder zurück zu unserer Unterkunft. Wir besinnen uns auf den eigentlichen Plan für diese Urlaubswochen und gammeln einfach den ganzen Nachmittag im Bett rum, das tut auch mal gut. Das Wetter bestätigt uns indem es einfach den ganzen Tag weiterregnet. Abends vespern wir noch die gekauften Sachen und freuen uns dass der Wetterbericht für den morgigen Fahrtag keinen Regen vorhersagt.

Slowenien 2020 – Tag 09 – 357km – Schönau am Königssee

Der Blick nach draußen führt dazu dass ich gleich wieder ins Bett will. Dichter Nebel, man sieht die Hand vor Augen kaum. Das hilft aber alles nix, wir haben heute gute 350km vor uns. Um 7:30 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Noch ein letztes Mail slowenische Hausmannskost. Alles was auf dem Tisch steht ist entweder von der Hausherrin selbst oder zumindest aus dem Dorf. Verschiedene geräucherte Würste, Schinken, Käse, Paprika, Tomaten, Marmeladen, Kuchen, Brot und Holunderschorle. Wir schlemmen uns durch und sind total zufrieden. Mit unserer Gastgeberin unterhalten wir uns übers Reisen. Sie hat ein Wohnmobil und ist auch viel im Balkan unterwegs. Sie liebt Serbien und Kroatien. Das Essen in Bosnien hat es ihr besonders angetan. Wir sind uns einige, die Balkanstaaten sind einfach die besten Reiseziele! Um 9 Uhr sitzen wir dann wehmütig auf den Motorrädern und verschwinden im Nebel.

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Ziemlich schnell stoppen wir noch an einem Spar Markt und decken uns mit Wasser ein. Es ist Sonntag und in Deutschland haben keine Geschäfte offen. Eine Bäckerei welche offen hat und Burek (fürs Abendessen heute) verkauft finden wir erst kurz vor der Grenze nach Österreich. Auf den letzten 60 km durch Slowenien zeigen die Strassen nochmal was dieses Land zu bieten hat. Kurven ohne Ende! Der Nebel hat sich bald verzogen und der blaue Himmel strahlt über uns. Das morgendliche Licht taucht alles in einen goldenen Glanz und die Natur tut ihr übriges zur tollen Stimmung – entweder leuchten die Blätter der Bäume oder z.B. die Äpfel in bunten Farben. Auf den Strassen ist nichts los und so können wir in vollen Zügen genießen. Die Drava führt uns dann irgendwann nach Österreich. Eigentlich wollen wir hier noch nicht weg, aber im Moment drängt sich diese Entscheidung leider auf. Die Grenze überqueren wir ohne Vorkommnisse.

In Österreich folgen wir immer mal wieder der Drau (hier heisst sie Drau, in Slowenien Drava). Die Strassen hier sind größer und unspektakulärer, das ist aber auch gut so da wir noch einiges an Kilometern vor uns haben. Die Hügel werden mehr zu Bergen und die Spitzen der Berge sind mit Schnee bedeckt. Unsere Entscheidung die Bahnverladung zu nutzen wird dadurch nur bestärkt. Solange wir in der Sonne fahren ist es angenehm, sobald man aber in den Schatten kommt fröstelt es uns. Bei einem Stopp an einer Tankstelle (Luftdruck prüfen und korrigieren, Tee und Kaffee trinken, Austreten) ziehe ich meine gefütterte Jacke unter die Moppedjacke. Anja hatte die Softshell bereits am Morgen druntergezogen. In Mallnitz landen wir auf dem Punkt! Um 13:50 Uhr geht der Zug. Wenn wir diesen verpasst hätten müssten wir eine Stunde warten. Wir sind um 13:36 da, genau zum Beginn der Verladung. Wir fahren als letzte auf den Zug und ein angestellter verzurrt unsere Moppeds. Sowohl dieser als auch der Ticketverkäufer fragen uns was wir hier wollen, es ist kalt und die Moppedsaison bereits vorbei. Dies können wir nicht so ganz nachvollziehen.

Letzter auf dem Zug zu sein hat den Vorteil dass man keinen Stress beim runterfahren hat. Moppedfahrer brauchen immer ein bisschen länger als Autofahrer da wir eben nicht nur einsteigen und losfahren müssen. Da ist es sehr angenehm dass kein ungeduldiges Auto hinter uns steht. Wir rollen gemütlich vom Zug und müssen feststellen dass die Entscheidung goldrichtig war mit diesem zu fahren. Selbst hier unten in Bad Gastein liegt Schnee! Wie hätte es erst auf 1700 Höhenmeter in Obertauern ausgesehen? Auf dem Weg zur Grenze legen wir noch einen Tankstopp ein und genießen die Sonne auf dem Rücken bei einer kurzen Pause. Dann geht es in Richtung Deutscher Grenze. Kurz vor dieser berichtet Anja dass Ari komisch kracht und der Lenker schlägt. Wir halten an und ich drehe eine kurze Testrunde. Erster Verdacht – Radlager vorne defekt. Da wir nur noch 15km bis zur Unterkunft haben beschließen wir langsam dorthin zu fahren. Wir überqueren die Grenze auf einer Ministrasse und rollen in den Hof unserer Unterkunft. Nach einer kurzen Führung durch die Gastwirtin schauen wir nochmal Anjas Mopped an. Die Diagnose Radlagerschaden verhärtet sich und wir überlegen wie wir das beste aus dieser Miesere machen. Also erstmal ein Radler aufgemacht und in den 28 Grad warmen Pool gesprungen.

Mit Blick auf die Schneebedeckten Berge überlegen wir uns zwei Pläne. Plan A: Freie Werkstatt in 5 km Entfernung – wenn diese am Montag morgen grünes Licht gibt bis Dienstag Mittag passende Lager zu haben und diese zu tauschen lassen wir das machen. Plan B: Wenn die Werkstatt das nicht schafft fahren wir auf Elli am Montag heim und direkt mit Auto und Hänger wieder her, laden Ari auf und fahren am Dienstag mit dem Gespann weiter in den bayrischen Wald.
Nach dem Baden geht es unter die heiße Dusche und dann gibt es die letzten Bureks zu essen. Wir sind noch gar nicht eingestellt auf deutsche Küche. Und die Herzlichkeit der Gastgeber in Slowenien vermissen wir auch schon. Das Land hat soviel zu bieten und wir konnten in dieser Woche nur einen Bruchteil davon erkunden. Trotzdem hatten wir viele tolle Erlebnisse und werden definitiv wieder kommen.

 

Slowenien 2020 – Tag 01 – 366km – Gerlos

Tag 01 einer Reise bedeutet immer dass die Vorfreude ein Ende hat und man endlich in die Vollen gehen kann! Grinsen bis zum Abwinken! Noch den kompletten Urlaub vor sich und einfach nur ne geniale Zeit haben. Außer… ja außer man ist im Corona Jahr 2020. Dann bedeutet es enttäuscht sein weil die geplante Reise (Kroatien – Region Split Dalmatien) storniert ist. Weil auch Plan B (Südnorwegen – 10 Tage Quarantäne bei Einreise) gestorben ist. Aber das Alphabet hat ja bekanntlich noch ein paar Buchstaben mehr und wirklich schlecht geht es uns mit diesem Luxusproblem ja auch nicht. Wenn man nun ein ganz klein wenig flexibel ist, dann bleibt die Freude. Man darf sogar noch ein bisschen Überraschung mit reinpacken… man weiß ja nicht wo einen die Flexibilität so hinführt. Bei uns wurde nun auf jeden Fall aus dem geplanten Erholungs-Strand-Bade-Ess-Urlaub auf der Insel Hvar in Kroatien noch eine 2-Wochen Moppedtour. Wohin ist die Frage die wir bis 2 Tage vor Abfahrt völlig offen gelassen hatten. Dann sitzen wir über den aktuellen Infos vom Auswärtigen Amt wo Risikogebiete sind oder Reisewarnungen bestehen.

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Wir buchen kurzerhand eine Unterkunft für eine Nacht in Gerlos. Und schon kann es an Tag 01 auch losgehen. Wir fahren mal nicht die schnellste Strecke (mit Autobahn vermeiden) sondern bauen bereits direkt nach der Haustür Kurven ohne Ende ein. So brauchen wir auch nicht nur 1,5 Stunden bis nach München sondern fast 4 Stunden. Wir haben auf dem Weg dahin aber auch Strecken gefunden die wir teilweise noch nie gefahren waren. München selbst umfahren wir auf der A99. Das geht doch flotter als durchzufahren. Noch ein Grund warum wir 4 Stunden bis München brauchen ist wohl dass wir bereits in Hiltpoltstein einen ausgiebigen Frühstücksstopp beim Bäcker Schmidt einlegen. Für Anja gibt es Bratkartoffeln mit Ei und Speck. Ich hau mir ne Käsebreze und ein Stück Käsekuchen ins Gesicht.

Nachdem wir München umfahren hatten ist die Landschaft gleich wieder anders. Wie würde Bernd Römmelt sagen… meine geliebten Bayerischen Alpen kommen in Reichweite und das Bayrische Alpenvorland ist sowieso die wundervollste Gegend auf der Welt. Naja, es ist schon schön hier. Und schön Moppedfahren lässt es sich auch. Und warum ein Bernd Römmelt hier gerne fotografiert, das sehen wir auch mit unseren eigenen Augen und legen selbst den einen oder anderen Fotostopp ein.

Schneller als erwartet haben wir Bad Tölz hinter uns gelassen und passieren den Sylvensteinspeicher und den Achensee. Der Weg hinab ins Inntal bietet auch wieder wundervolle Ausblicke. Wir beschließen für heute Abend irgendwo Käse zu kaufen und zu vespern. Irgendwie finden wir im Zillertal aber ewig keine Käserei. Erst als wir dann den Gerlospass hinauffahren ergibt sich die Gelegenheit zum Einkaufen. Vorher haben wir noch einen kurzen Tankstopp gemacht da nicht nur wir hungrig sind.
In der Hochzeller Käsealm will mich der Verkäufer einfach nicht verstehen und schneidet immer größere Stücke als ich ihm sage und murmelt was von „Da wirst doch niemals von satt!“ Mit Speck, Wildwurz, Almkäse mit Boxhornklee und würzigem Bergkäse versorgt nehmen wir die letzten Kilometer bis nach Gerlos in Angriff. Direkt in Gerlos stoppen wir noch am Spar Markt und holen Semmeln, Wasser und Gösser Naturradler.

In der Unterkunft angekommen gibt es erstmal ein Likörchen aufs Haus und schon sitzen wir im Zimmer und vespern die gekauften lokalen Sachen und Paprika, Tomaten und Gurken aus dem eigenen Garten daheim.
Wir gucken nochmal aufs „Blueskynavi“ (Insider aus dem Mimotoforum gell Max) und entscheiden uns nicht in Richtung Slowenischer Küste zu fahren da es dort in den nächsten Tagen beginnen soll zu regnen. Wir buchen ein Hotel in Bled für die kommenden zwei Nächte. Dieser Trip ist der Ersatz für einen 100%igen Gammelurlaub. Also wollen wir nicht nur fahren sondern auch ausgiebig Pausen einlegen. Die Erste gibt es bereits am Bleder See. Hier wollte ich schon ewig mal stoppen und in Ruhe fotografieren. Mal sehen ob wir zum Sonnenaufgang aus dem Bett kommen 😉 Aber jetzt heisst es erstmal satt und zufrieden ab ins Bett.

Route des Grandes Alpes – Tag 14 & 15 – Citywalk & 426km – Colmar & Heimweg

Es ist Samstag früh, wir sind in einem Hotel im Randgebiet von Colmar und wir haben alle Zeit der Welt, also gammeln wir nach dem Aufwachen noch ein bisschen im Bett und ich sortiere Bilder. Um 10:14 sitzen wir dann an der Bushaltestelle und warten auf den Bus, der uns den Fussweg in die Altstadt ersparen soll, doch der kommt nicht. Nun wird uns bewusst dass heute Maria Himmelfahrt ist – ein katholischer Feiertag. Also laufen wir los. Das Wetter ist super und unsere Laune auch, also ist das Laufen auch gar nicht schlimm.
Der erste Stopp gilt der Touristeninfo, wo wir für Anja eine Papierstadtkarte mit den wichtigsten Hotspots ergattern. Happy Wife, happy life!!! Wir beginnen uns durch die Stadt zu fotografieren als uns das Schaufenster eines Metzgers in seinen Bann zieht. Unser Magen signalisiert eindeutig – Hey, ihr habt das Frühstück ausgelassen! Also kaufen wir uns eine Pastete und inhalieren diese gleich vor dem Laden. Der Bäcker gegenüber wird noch um einen Eclair erleichtert und unsere Mägen sind vorerst befriedet.

Eine Orgelprobe in der Kirche St. Martin ruft uns wieder ins Gedächtnis dass permanente hohe Orgeltöne nicht angenehm sind und so verlassen wir diese relativ zügig wieder. Nun wollen wir ausgiebig durch die Markthalle flanieren und danach einen Flammkuchen zu Mittag genießen… aber da war was – es ist Feiertag – die Markthalle hat geschlossen. Nachdem es mit dem flanieren zwischen den Händlern nichts wird beschließen wir im gerade öffnenden Restaurant Fleur de Sel einen Tisch zu nehmen. Diese spontane und schnelle Entscheidung war Gold wert. Nicht nur sind die Flammkuchen (einer mit Munster und der andere mit Chevre, Ziegenkäse und Honig) und der halbe Liter Wein (Pinot Gris) ein Gedicht sondern sind auch alle Plätze im Restaurant 5 Minuten nach unserer Entscheidung belegt und die nächste Stunde wird auch keiner davon mehr frei. Wir sitzen also hier und genießen einfach die Zeit.

Irgendwann ziehen wir dann weiter und fotografieren uns so durch die Stadt. Klein Venedig und das Gerberviertel haben es uns angetan. Eine Bootsfahrt lassen wir aus da uns die Schlange zu lang und die Bootsfahrt zu kurz erscheint. Außerdem kann man eigentlich auch alles was man vom Boot aus sieht auch so erlaufen. Nachdem wir so wieder ein paar Straßen angeguckt hatten und eine zeitlang ein paar Strassenmusikern gelauscht hatten setzen wir uns in ein Cafè und bestellen den nächsten Wein. Diesmal gibt es einen Gewürztraminer und nachdem dazu gut ein Munster munden soll gönnen wir uns auch noch ein Stück(chen) von diesem.

Eigentlich haben wir in Colmar das gesehen was wir auf dem Schirm hatten, aber bis zum Abendessen ist noch viel Zeit und unser Hotel liegt ziemlich autark außerhalb. Anjas Idee loszuziehen und gezielt Fotoaufgaben „abzuarbeiten“ finde ich daher gut. Wir definieren diese noch und trennen uns für die nächste Stunde. So muss jeder selbst kreativ sein.

Aufgaben:
– Was grünes
– Was rundes
– Eine Struktur
– Ein Mensch
– Einen Sonnenstern
– Eine Tür
– Ein Schild

Hier Anjas Ergebnisse:

Und nun meine:

Die Aktion war ziemlich cool weil man einfach nochmal mit einem anderen Blick durch die Gegend läuft. Nachdem wir uns wieder getroffen haben setzen wir uns auf eine Bank und schauen die Ergebnisse gemeinsam auf den Kameradisplays durch. Nun haben wir auch genug Zeit rumgebracht und das Le Flory öffnet gerade als wir dort ankommen die Türen. Wir bekommen sofort einen Tisch. Ca. 15 Minuten später ist auch hier alles voll, genauso wie Mittags im Fleur de Sel. Wir bestellen erstmal wieder Wein. Ich einen Rosè, Anja einen Pinot Noir und dann schauen wir die deftigen Gerichte auf der Karte durch. Ich entscheide mich für Choucroute garnie(Hausmannskost: Würste, Fleisch und Sauerkraut) und Anja wählt Baeckeoffe ( ein Kartoffeleintopf mit Lamm, Rind und Schwein). Am Tisch neben uns gibt es für vier Personen eine große Pfanne Froschschenkel in Knoblauchsosse. Das ist uns zu viel gekiefe für das bisschen Fleisch.

Nach dem Essen nutzen wir noch die blaue Stunde für ein paar weitere Bilder bevor wir uns auf den Rückweg zum Hotel machen und dort erschöpft in den Schlaf fallen.

[B]Tag 15 – Heimweg[/B]

Um 7 Uhr klingelt der Wecker. Das packen geht flott. Frühstück hatten wir keines im Hotel, also kommen wir früh los. Um kurz nach 8 Uhr rollen wir vom Hof und fliegen in Richtung Grenze. Den Rhein überqueren wir ohne jegliche Kontrollen und freuen uns auf ein paar Kurven durch den Schwarzwald. Was soll man nun viel über den Heimweg schreiben. Irgendwie gehen mir beim letzten Tag immer ein wenig die Worte aus. Die Erinnerungen beherrschen die Gedanken, die Blicke zur Seite leiden darunter ein wenig und die Restkonzentration muss dafür herhalten die nächste Kurvenlinie nicht völlig zu versauen.

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Irgendwo halten wir an einer Bäckerei, frühstücken noch etwas und gönnen unseren Hintern ein paar Minuten anderes Sitzen. Dann geht es flott wieder weiter. 426 km Landstrasse brauchen ihre Zeit. Insgesamt sind wir 7 Stunden und 6 Minuten unterwegs, reine Fahrtzeit waren davon 6 Stunden und 6 Minuten. Wir haben also 1 Stunde für Frühstück, Tanken und 2 Toilettenpausen aufgewandt. So ein Fahrprofil wird nur dank unserer Trinkrucksäcke möglich, sonst müssten wir deutlich häufiger Pausen einlegen.

Um kurz nach 15 Uhr rollen wir in den heimischen Hof und beginnen mit dem Auspacken. Den Abend lassen wir dann mit meinen Eltern und meiner Oma bei Pizza ausklingen und geben die ersten Erinnerungen zum Besten.

Route des Grandes Alpes – Tag 02 – 206km – Belp

Wir haben gefühlt ewig geschlafen… um kurz nach 8 Uhr mache ich die Augen auf. Erster Check – es regnet nicht. Das ist gut. Ich mache mich gleich mal an die Vorbereitungen für das Frühstück. Anja kommt wenig später dazu und wir lassen es uns schmecken. Wir sind völlig gechillt unterwegs und unser Packfengshui passt auch noch nicht wirklich. So brauchen wir ewig bis wir endlich los kommen. Um kurz nach 11 Uhr verlassen wir den Platz. Aber noch geht es nicht richtig los. Wir wollen erst noch einkaufen. Da wir uns bei so Dingen wie Brot, Obst, Gemüse und Wasser die Schweizer Preise sparen wollen machen wir noch kurz halt an einem Penny. Nachdem die Einkäufe verstaut sind geht es dann endlich richtig los.

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Irgendwie bin ich heute ein wenig träumerisch unterwegs und verpasse eine Abzweigung nach der anderen. Bis wir an der Grenze sind musste ich schon dreimal wieder zurück zur Route suchen. Über die Grenze sind wir noch trocken gekommen, dann fängt es an zu tröpfeln. Wir waren uns ja bewusst dass Regen angesagt war, aber was heute noch kommen sollte stellte uns dennoch auf die Probe. Erstmal folgten nun aber die ersten „kleinen“ Pässe. Wenige Hundert Höhenmeter aber doch schon mit ein paar schönen Kurven gesegnet fuhren wir kleine und kleinste Strässchen durch die grünen Hügel. Weinberge und Kuhweiden säumten den Weg und wir legten den einen oder anderen kurzen Stopp für ein Foto ein. Die meiste Zeit quasselten wir auch entspannt über die Headsets und ich verpasste wieder eine Abzweigung nach der anderen.

Der Regen wurde mehr und mehr. Und hier hört auch die Beschreibung des weiteren Weges auf. Anja wollte nicht durch die Schweiz fahren da wir in der Schweiz bisher immer schlechtes Wetter hatten. Ich dagegen wollte durch die Schweiz fahren weil wir hier immer schlechtes Wetter hatten. Wir hatten nur beide unterschiedliche Gedanken wie dieser Aufenthalt laufen könnte. Anja behielt recht. Den Rest des Tages regnete es in Strömen. Die Schweiz hat echt schöne Strassen und Landschaften zu bieten, nur wenn man sie nicht sieht vor lauter Wolken und Wasser das vom Himmel fällt, dann hilft das nicht viel. Nach mehreren Stunden im Regen und in den Wolken fassten wir den Entschluss uns noch in einer Käserei mit lokalem Käse zu versorgen und dann ein Hotel anzusteuern. Die Lust aufs Zelten war im wahrsten Sinne des Wortes weggeschwemmt worden. Die Route wurde ein wenig korrigiert und im Speckgürtel von Bern fanden wir in Belp den QCM-Campus. Eigentlich ein Qualitätsmanagement Betrieb für die Flugbranche. Aber im Campus gibt es auch ein paar Zimmer für Tagungsteilnehmer oder eben spontane Gäste wie uns. Die Dame am Empfang sah mich ein wenig mitleidig an als ich so triefend nass vor ihr stand. Mir tat es leid dass ich eine Pfütze vor Ihren Tresen machte. Schnell waren die Details geklärt, die Kreditkarte machte den Rest und schon waren wir in einem warmen Zimmer mit großzügigem Balkon und bestem Ausblick auf das Regenwetter.

Zwei heisse Schokoladen und ein bisschen Tee später hatten wir uns dann auch akklimatisiert und ich versuchte die Kamera im Sena 10C Evo wieder zum Leben zu erwecken – „Keine SD-Karte gefunden“ ist die einzige Meldung die dem Gerät noch zu entlocken ist. Na toll, gerade erst gekauft und schon kaputt. Ich bin gespannt was Sena dazu sagt. Bilder und Videos während der Fahrt sind dann ab jetzt mal gestorben. Ein super Start in 2 Wochen Motorradreise.

Zum Abendessen gönnen wir uns Käse, Brot, Paprika, Gurke und Tomaten. Dann gibt es noch eine heisse Dusche und ich veröffentliche endlich den Bericht unserer Tour durch den Bayerischen Wald. Kurz vor 21 Uhr kommt dann doch noch ein bisschen die Sonne raus und der Ausblick vom Balkon ist sehenswert. Wir sind allerdings schon dabei uns fürs Bett fertig zu machen und lassen den Abend ausklingen. Morgen solle es dann endlich nach Frankreich gehen und wir wollen den ersten Pass der Route des Grandes Alpes erklimmen.

Route des Grandes Alpes – Tag 01 – 353km – Eberfingen

Eigentlich beginnt diese Reise mit Tag 0 – Und der Tag 0 ist Samstag der 01. August 2020. Eigentlich wollten wir an diesem besagten Samstag losfahren. Aber es kommt dieses Jahr (Jahr der Coronakrise 2020) alles anders als man denkt. Unsere bisherigen Pläne für 2020 wurden alle etwas durchkreuzt. Istanbul im März – gecancelt, der spontane Ersatztrip in den Harz genauso spontan wieder abgebrochen. Der Trip in den Hunsrück musste wegen Lichtmaschinenschaden an Anjas 650er etwas umgestaltet werden und die folgende Woche Erzgebirge gecancelt werden. Spontan waren wir dann noch ein verlängertes Wochenende im Bayrischen Wald. Danach hatte die 650er „Schluckauf“ was letztendlich nach dem Tausch des Benzinfilters (im Tank verbaut) auf einen Wackelkontakt an einem Stecker zur Zündung zurückgeführt werden konnte. Einmal auseinander und wieder zusammen und schon war der Schluckauf weg. Also die Steckverbindung noch mit einem Kabelbinder gesichert und seither läuft sie wieder tadellos. Aufgrund des Lima Schadens haben jetzt beide Moppeds ein Voltmeter bekommen damit wir sowas zukünftig frühzeitig erkennen können und nicht erst wenn die Batterie leer ist. An der Dicken wurden noch die Heizgriffe getauscht weil sie glatt wie ein Babypopo waren und keinerlei Grip mehr boten. Und dann könnte es ja eigentlich am Samstag den 01.August losgehen. Aber wir hatten die Rechnung ohne das Wetter gemacht. 37 Grad im Schatten und ausreichend Zeit für das was wir gesamtstreckenmässig ins Auge gefasst haben machte uns die Entscheidung leicht einen Tag später loszufahren. Für den Sonntag war zwar Regen gemeldet, aber dafür angenehme 20° – 25° Grad Celsius. Das Packen wurde dadurch auch etwas stressfreier weil es nicht am Freitag nach der Arbeit erledigt werden musste. So sattelten wir also die „Pferde“ am Sonntag morgen. Um 9:45 Uhr waren wir dann, wie immer einen gute Stunde später als geplant, startklar und verließen Bürglein auf wohlbekannten Wegen.

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Über Feuchtwangen ging es nach Dinkelsbühl wo wir massiven Gegenverkehr bekamen – da musste wohl ein Stau auf der Autobahn sein weil alle möglichen „nordischen“ KFZ-Kennzeichen plötzlich auf der typischen Ausweichstrecke unterwegs waren. In Dinkelsbühl ging dann im dahinrollen plötzlich Elli (die 1000er) aus. Nanu… was ist denn da los. Erstmal wieder auf den Anlasser gedrückt – sie springt an, stottert und geht wieder aus – wieder auf den Anlasser, direkt ein bisschen Gas und das gehalten – läuft – Gas weg – stottern, aus. Ich lege meinen Kopf auf den Tankrucksack und fühle mich einfach nur erschöpft. Jetzt ist die 650er wieder in Ordnung, da muss etz die große Anfangen zu zicken… Die zwei Diven machen es uns nicht leicht. Also nochmal anlassen und mit ordentlich Gas erstmal raus auf einen Parkplatz. Mal ein bisschen mit dem Gas gespielt und sie geht zumindest nicht mehr aus. Allerdings ist die Leerlaufdrehzahl gefühlt zu niedrig 800 – 1000 Umdrehungen. Naja bleib ich eben erstmal etwas mehr am Gas. An der Jet Tanke in Dinkelsbühl noch schnell die Fässer gefüllt und schon geht es weiter. Der angesagte Regen bleibt erstmal aus und wir erfreuen uns an den angenehmen Temperaturen.

Als wir durch Ellwangen fahren merkt Anja an dass sie Hunger bekommt und fragt ob wir nach Aalen reinfahren oder nur vorbei. Ich hab keine Ahnung was das Navi für uns bereithält und wir lassen uns an Aalen vorbei navigieren. Ein Bäcker wäre jetzt toll. So fahren wir noch bis nach Bartholomä. Der einsetzende Regen bekräftigt uns darin nach einem geöffnetem Cafè / Bäcker Ausschau zu halten. Aber es ist nichts zu sehen. Plötzlich der vehemente Hinweis über das Sena Headset: „Dreh um! Das Kind da hatte ne Bäckertüte in der Hand!“ Was tut man da wenn Frau Hunger hat? Richtig umdrehen und den Bäcker suchen. Dieser war ein Glücksgriff gute Kuchenauswahl und um kurz nach 12 Uhr auch noch bereit uns ein „Schwoba Frühstück“ zuzubereiten. Den Titel hat das Frühstück nicht umsonst. Preis Leistung stimmt. Schwäbisch niedriger Preis zu einer Scheibe Salami und einer Scheibe Käse. Der Schwabe spart nicht nur am Geld, nein auch am Essen 🙂 Wir schieben einfach noch einen russischen Zupfkuchen und eine Schokobanane hinterher.

Nach dem Essen zücke ich das Leatherman und stelle meine Leerlaufdrehzahl auf 1200-1300 Umdrehungen ein und schon geht Elli auch nicht mehr aus wenn man die Kupplung zieht und vergisst am Gas zu bleiben. Ich liebe einfache Lösungen. Der restliche Streckenverlauf war abwechslungsreich und schön zu fahren. Bundestrassen, kleine Strässchen, Umleitungen, hügelig und irgendwann sieht man dann schon fast was bergiges. Kleiner Wehmutstropfen dabei… die nun immer heftiger fallenden Regentropfen und der aufkommende Wind. Kurz vor dem Tagesziel halten wir nochmal zum Tanken an und Anja quatscht kurz mit einem anderen Moppedpärchen. Wir beschließen die Schweizer Grenze erst morgen zu überqueren und heute noch in Deutschland zu bleiben. In Eberfingen finden wir einen kleinen etwas in die Tage gekommenen Campingplatz auf dem wir bei Regen das Zelt aufstellen. Obwohl wir ein wenig aus der Übung sind gelingt es uns in Rekordzeit. Das lag bestimmt an der Super Absprache über die Headsets, da wir aufgrund des Regens während dem Aufbau die Helme aufgelassen haben. Neben uns benötigt ein holländisches Pärchen über eine Stunde zum Aufbau des Hauszeltes. Wir haben es uns derweil unter einem Pavillon gemütlich gemacht und lassen uns Banane, Apfel, Gurke, Eier, Brot und zwei Dosen Fisch schmecken – komische Kombi – nicht wenn man es nacheinander isst!
Morgen geht es dann ganz gemütlich in die Schweiz die ersten Pässe fahren.

Bayerischer Wald – noch eine Corona Alternative

Vorgeschichte:

Eigentlich wären wir im Mai 3,5 Wochen in Portugal gewesen. Und dann im August mal ne Woche in Deutschland unterwegs. Das Thema Corona Pandemie hat uns heuer aber ein paar Striche durch die Rechnung gemacht. Wir wollen uns aber nicht beschweren, schließlich geht es uns super gut! Spontan waren wir dann im Mai schon in Deutschland unterwegs, genauer gesagt im Hunsrück. Dabei hat dann die Lichtmaschine von Ari (die 650er) das Zeitliche gesegnet. So mussten wir das Erzgebirge in der zweiten Urlaubswoche ausfallen lassen. Der Stator an der 650er ist inzwischen getauscht und die Technik somit wieder einsatzbereit. Spontan zwei Gleittage bekommen und schon kann man ins verlängerte Wochenende starten. Sa – Di ab in den Bayerischen Wald.

Tag 1 – Anfahrt:

Die Route für die Anfahrt führte uns erstmal über Weißenburg in Richtung Süden. Wir querten das Altmühltal und die Donau, bevor es langsam in Richtung Osten ging. In Schweitenkirchen gab es dann einen kleinen, aber feinen Zwischenstopp. Hier residiert Stephan Jaspers mit seiner auf Africa Twins spezialisierten Motorradwerkstatt – African Queens. Moment was wollen denn die Suzuki V-Strom Freaks bei nem Honda Africa Twin Spezialisten? Die werden doch wohl nicht?
Nein, werden sie nicht! African Queens ist auch DER Klim (Motorradbekleidung) Fachhhändler im süddeutschen, wenn nicht sogar im gesamtdeutschen Raum. Nachdem meine Revit Poseidon Hose nicht mehr aus der Reklamation zurückkommt und ich den Neupreis erstattet bekommen habe soll es jetzt eine Klim Hose werden. Ich probiere eine Klim Badlands Pro Hose von 2019 und weil sie mir so gut gefällt teste ich spontan auch noch eine 2020er Badlands Pro Jacke dazu. Dem Geldbeutel tut’s kurz weh, mein Grinsen ist dafür für die nächsten Tage/Wochen gesichert. Fast, aber auch nur fast hätte ich auch noch einen neuen Helm mitgenommen…

Nun endlich wieder in regenfesten Klamotten unterwegs kann es weiter in Richtung Osten gehen. Der Himmel deutet auch schon an, dass wir die Klamotten brauchen könnten. In der Bäckerei Weinzierl in Ergoldsbach kehren wir ein und gönnen uns was kleines zu Mittag. Moppedfahren und shoppen macht schließlich hungrig. Falls jemand ein Rezept für eine Tegernseertorte hat – immer her damit, wir sind leider nicht fündig geworden. Aber die müssen wir definitiv mal nachbauen.

Wir kommen flott voran, die Kilometer fliegen nur so dahin. Die neuen Sena Headsets (10C Evo und 30K) funktionieren hervorragend und wir quasseln quasi die ganze Zeit. Das Fahren in Deutschland ist irgendwie so unkompliziert, unanstrengend, fast schon langweilig. Um den Straßenzustand muss man sich keine Gedanken machen, für alles gibt es klare Regeln und 99% der Leute halten sich auch daran. Wir sind anderes von unseren Reisen gewohnt. Es ist erfreulich wenig los auf den Straßen. Das mag am nicht ganz so guten Wetter liegen.
Bis wir dann den Naturpark Bayerischen Wald erreichen kommen wir tatsächlich noch unter ein paar Regenwolken durch. Fazit – Sowohl Anjas Klim Artemis als auch meine Klim Badlands Pro sind dicht. Und das ganz ohne Regenklamotten drüberzuziehen. So muss das sein! Im Naturpark geht es nun stetig auf und ab und es stehen dichte Wälder neben den Strassen. Wir stoppen noch an einem Aldi und decken uns mit Wasser für die nächsten Tage ein, bevor es endgültig nach Herzogsreut zum Landgasthof Zur Neuen Post geht. Wir hatten zwecks Planung einfach mal in Garmin Basecamp die Routen der letzten 10 Jahre übereinander gelegt und geschaut wo Lücken sind, dabei ist uns der Bayerische Wald ins Auge gestochen. Booking.com hat dann den Landgasthof ausgespuckt und wir haben dort reserviert.

Das Deluxe Zimmer ist eine ehemalige Ferienwohnung mit zwei Zimmern und einer kleinen Küche (keine Kochplatten, aber eine Microwelle). Der Balkon ist riesig und geht ums Hauseck, so dass wir den ganzen Tag Sonne hätten. Bevor wir uns zum Abendessen in den Gasthof im Haupthaus begeben laufen wir noch eine „kleine“ 5km Runde durch die Natur. Auch dabei geht es auf und ab. Hungrig vom fahren und wandern gönnen wir uns dann Brotsuppe, eine riesige Vesperplatte und Zwiebelrostbraten. Mit maximaler Ranzenspannung (MRS) liegen wir direkt danach im Fresskoma in unseren Betten und freuen uns schon auf den nächsten Tag.

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Tag 2 – Naturpark Bayerischer Wald:

Um Punkt 8 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Bedingt durch das aktuelle Hygienekonzept gibt es kein Buffet sondern alles steht am Tisch, bzw. wird auf Wunsch gebracht. Wurst, Käse, Obst, Gemüse, Brot, Semmeln, Käsekuchen, Müsli, Eier, Saft und Tee – es fehlt an nichts und wir schießen uns wieder ins Fresskoma. Nach dem Frühstück legen wir uns nochmal „kurz“ hin. Der Vorteil dabei war dann, dass wir quasi den ganzen Regen verschlafen haben. Der Vormittag war von Nässe geprägt und wir habens verpasst.

Um kurz nach 12 Uhr wachen wir wieder auf und überlegen ob wir nun noch die geplante Tour durch den Bayerischen Wald fahren wollen. Das Navi sagt wir schaffen es bis um 18:30 der Tisch reserviert ist, also starten wir durch. Es ist Sonntag und die Straßen sind wie leergefegt. Das lässt uns dahinfliegen und wir genießen die Hügel und Kurven. Überall sattes Grün und frische Luft. Der Regen hat die Luft quasi nochmal extra reingewaschen. Es ist kunterbunt an den Strassenrändern – man merkt, dass man in einem Naturpark unterwegs ist. Hier blüht es überall.
Wir legen einen kleinen Stop ein um unsere mitgenommenen Äpfel zu essen und dann kurz vor der Unterkunft noch einen zweiten zum Tanken. Ansonsten sind wir voll im Flow und fliegen die 250km quasi am Stück ab.

Auch heute gehen wir vor dem Essen noch eine Runde laufen und erkunden die Gegend um Herzogsreut ein wenig. Es ist schon schön da!
Die Speisekarte im Landgasthof wird scheinbar täglich ein wenig angepasst und so gibt es heute eine Fleischstrudelsuppe, Hirschkalbsbraten und Krustenschweinebraten. Das Essen war ein Gedicht! Gut gesättigt, ausgelaugt und zufrieden fallen wir wieder früh ins Bett. Morgen wollen wir ein paar km mehr im Nachbarland Tschechien fahren.

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Tag 3 – Böhmer Wald (CZ):

Wieder pünktlich um 8 Uhr gab es Frühstück. Heute mit frischen Semmeln vom Bäcker. Sonntags hat dieser scheinbar zu, daher gab es gestern Aufbacksemmeln. Wir sind begeistert und schlemmen nach Herzenslust um uns für den Tag zu stärken.

Heute legen wir uns nach dem Essen auch nicht wieder hin, sondern ziehen uns an und sitzen bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel alsbald auf den Motorrädern. Nach nicht einmal 10km haben wir bereits die Grenze überquert und meine Zweifel, zu große Straßen eingeplant zu haben zerstreuen sich auch sofort. Kaum ist man etwas östlicher unterwegs werden die vermeintlich als „Bundesstraßen“ in den Karten gekennzeichneten Strecken zu kleinen kurvigen Traumpassagen. Der Grenzübertritt war unspektakulär und ohne Kontrollen. Sobald die Straßenschilder nicht mehr Deutsch sind fühlen wir uns irgendwie wohler. Das Gras ist grüner, die Luft frischer und irgendwie beginnt hier erst so richtig der Kurztrip. Wir sind raus, wir haben die Freiheit noch, die uns Corona kurzzeitig eingeschränkt hatte.

Der Weg zum Lipno Stausee ist kürzer als wir dachten. Hier wollten wir schon seit Jahren immer mal vorbeischauen, aber irgendwie hat es nie gepasst. Jetzt sind wir hier und legen gleich mal ein paar Fotostopps ein. Rund um den See findet man Campingplätze und touristische Angebote. Es gibt tolle Fahrradwege was dafür sorgt, dass die Strassen frei befahrbar sind. Nachdem ich ja neuerdings auch unter die Radfahrer gegangen bin, freut mich das umso mehr. Der See war nicht nur schneller erreicht als gedacht, nein wir waren auch schneller als gedacht daran vorbei. Wir fliegen auch heute nur so dahin, ergeben uns ganz dem Flow und genießen es an Flüssen entlang zu fahren, Hügel hoch und runter, durch saftige Wiesen und tiefgrüne Wälder zu cruisen führt zu einem Dauergrinsen. Die Ortschaften sind dünn gesät und der Verkehr ebenso.

Irgendwann kommen wir in ein Skigebiet, ich habe eigentlich keine Ahnung wo genau wir sind, verlasse mich völlig aufs Navi und die geplante Route. Hier ist deutlich mehr los und wir freuen uns als wir wieder abwärts fahren und weniger Menschen unterwegs sind. Einen Tankstopp müssen wir noch einlegen bevor es wieder über die Grenze nach Deutschland geht und wir eigentlich viel zu früh um kurz vor 16 Uhr wieder an der Unterkunft ankommen.

Der fahrerische Teil des Tages war perfekt und wir haben noch massig Zeit bis zum Abendessen um 18:30 Uhr, deshalb beschließen wir wieder eine kleine Wanderung zu unternehmen. Laut Karte führt uns der „Große Rundwanderweg Nr. 5“ in Richtung Hinterschmiding. Wenn wir dann irgendwann von diesem auf den Wanderweg Nr. 2 wechseln, sollten wir wieder zurück nach Herzogsreut kommen. Gesehen, ausgesprochen und schon laufen wir los. Ich habe die Kamera dabei und immer wieder machen wir Halt, um diese auch zu nutzen. Die Wiesen hier blühen so schön bunt und im Wald ist eine solche Vielfalt an Pflanzen zu sehen – warum muss man dazu einen Naturpark ausrufen? Warum kann es nicht überall so sein? Wir laufen 3,5 km Bergab…und was dann kommt war eigentlich klar. Wir müssen auch wieder rauf. In dieser Natur macht aber selbst das Spaß!

Zurück in der Unterkunft geht es schnell noch unter die Dusche und dann kommt was kommen muss… wir bauen wieder MRS auf. Heute mit einem Grillteller und einem Ratsherrenteller (Lende überbacken mit Käse und Pilzrahmsosse). Den Abend lassen wir dann auf dem Zimmer ausklingen und liegen wieder früh im Bett. Morgen geht es ja leider schon wieder nach Hause.

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Tag 4 – Heimweg:

Man sollte den Bericht direkt an dem Tag schreiben über den er ist. Irgendwie ist mir das beim Heimweg aus dem Bayerischen Wald nicht gelungen, inzwischen sind wir schon unterwegs nach Frankreich und es ist August. Ich kann mich aber noch an viele Kurven, blauen Himmel genialen Fahrspass und Käsekuchen nach langer Suche nach einem Cafè erinnern. Der Ausflug in den Bayerischen Wald war aufjedenfall Bombe und wir hatten eine geniale Unterkunft mit super Essen! Das Fernweh ist wieder geweckt. Mal sehen was heuer noch möglich ist.

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Hunsrück und Eifel – Die Corona Alternative

Tag 1 – Anfahrt

Eigentlich sollten/wollten wir gerade 3,5 Wochen in Portugal sein… Aber man muss das Beste aus der Situation machen. Wir haben den Urlaub auf 2 Wochen verkürzt und wollten in der 2. Woche mit den Motorrädern ins Erzgebirge. Als ich an meinem ersten Urlaubstag gefragt werde, warum wir noch daheim sind, stelle ich mir diese Frage auch. Warum sind wir eigentlich noch da? Warum nicht einfach irgendwo hinfahren, Hauptsache weg.

Innerhalb kürzester Zeit war die Entscheidung fest, wir fahren für ein paar Tage ins Hotel Tannenheim im Hunsrück. Da waren wir auf unserer MSD Westtour 2015 schon mal eine Nacht. Das Hotel hat uns damals überzeugt und mit dem Hunsrück und der Eifel vor der Tür, sollten wir mit den Motorrädern viel Spaß haben.

Wir starten entspannt in den Tag, fahren Richtung Rothenburg und durch das Taubertal. Hier leuchtet an der Straße entlang der rote Klatschmohn, die Sonne scheint und es läuft einfach. Wir kommen gut voran und schon sind wir im Odenwald. In den Wäldern ist es kühl und ich bin den halben Tag mit den Lüftungsreißverschlüssen meiner neuen Klim Artemis Kombi beschäftigt.

Da schwingt man sich gerade noch durch die Kurven und hat saftige Hügel um sich und dann kommt da Darmstadt… das ist irgendwie immer im Weg, wenn man in die Richtung will; man kann nun mitten durch oder irgendwie durchs Randgebiet… Heute fahren wir mal durchs Randgebiet und es wird öde, alles flach, Acker an Acker, die Straßen kerzengerade dazwischen durch. Mein Lichtblick: hier werden neben Spargel auch Erdbeeren angebaut und gleich verkauft. Wir holen uns eine Schachtel Erdbeeren und verschlingen sie regelrecht an Ort und Stelle.

Über den Rhein setzen wir mit der Fähre nach Nierstein über. Als wir bei Bingen endlich wieder auf den Rhein treffen, finden wir auch wieder Kurven und bewegen uns viel durch Ortschaften, aber diese sind schön anzuschauen. Die Gegend des Oberen Mittelrheintals ist nicht umsonst als Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen worden. Den Rhein zu unserer Rechten, die schroffen Felsen links und rechts am Ufer, teilweise voller Bäume oder Wein, an noch so kleinen Stellen klammert sich ein Weinstock an den Fels, um uns pittoreske Städtchen mit Fachwerkhäusern, Türmen und darüber thronen Burgen – alles ist mit Schiefer gedeckt und aus grauen Steinen gebaut. Darüber leuchtet ein blauer Himmel mit fluffigen Wolken, was will man mehr?

Von Corona und Beschränkungen merkt man hier nicht viel, die Campingplätze am Rhein entlang sind fast bis auf den letzten Platz voll. Wir gehen in Boppard noch einkaufen und rollen um 18:30 Uhr auf den Hof des Hotels Tannenheim. Die Garage für die Motorräder steht schon offen, wir sind die ersten „Corona-Gäste“ und werden herzlich empfangen.

Um halb 8 lassen wir uns zwei Medium-Rare Rindersteaks im Restaurant des Hotels schmecken. Das Wetter passt und so können wir im Garten sitzen. Das Gefühl endlich wieder unterwegs und mit dem Hier und Jetzt zufrieden zu sein, stellt sich ein.

 

Tag 2 Eifeltour

Es erwartet uns am nächsten Tag ein ausgiebiges Frühstück mit frischen Semmeln und Croissant vom Bäcker, Metzgerswurst, Eier werden auf die gewünschte Art zubereitet, Joghurt, Früchte und hausgemachte Marmelade runden das Ganze ab. Danach ist man eigentlich wieder reif für eine Runde hinlegen und Bauchstreicheln. Wir starten unsere Tour durch die Eifel.

Unseren ersten Stopp legen wir zeitig an der Stiftskirche St. Martin und St. Severus in Münstermaifeld ein. Die riesige Kirche fällt von weitem auf; weil Feiertag ist, wird gerade ein Gottesdienst abgehalten und wir können Sie nur von außen ansehen.

Unser nächster – ungeplanter Halt – soll Burg Eltz werden. Nachdem schon am Parkplatz ein Kassenhäuschen steht und wir eigentlich nur einen kurzen Blick auf die Burg werfen wollen, drehen wir einfach wieder um und machen erst mal gut Kilometer. Je weiter wir uns von der Rheingegend entfernen umso weniger Burgen, Stadtmauern und Türme sind zu sehen. Auch die Häuser sind nur noch selten aus Fachwerk und dem grauen Stein gebaut oder mit Schiefer gedeckt.

Wir sind in der Rureifel und dem Nationalpark Eifel unterwegs… Die Idee hatten wir wohl nicht allein… Es ist die Hölle los, Motorradfahrer, Rennrad- und sonstige Fahrradfahrer und Autos mit ordentlich Leistung, die wohl dem Nürburgring einen Besuch abstatten. Manche von den kleinen Straßen durch die Wälder werden da schon fast zu klein.

Um die Mittagszeit finden wir eine Bank, setzen uns in die Sonne, schauen den wiegenden Gräsern im Wind zu und genießen den Tag. Allzu lang können wir hier aber nicht verweilen, wir haben uns ein Tagesziel von 350 km gesteckt. Nachmittags wird der Verkehr deutlich weniger, wir fahren durch die Vulkaneifel und an der Mosel entlang zurück in unser Hotel.

Mopedfahren in Deutschland ist irgendwie unkompliziert. Es kommt vor jeder Kurve und jedem Hindernis ein Schild – in der Eifel ist man ja sowieso umringt von 70 km/h-Schildern – es kommt nach einer Kurve kein WOW, es ist nichts so neu, dass man es noch nie gesehen hat, der Asphalt hört auch nicht einfach auf, sondern die ausgeschilderten Straßenschäden ruckeln halt ein bisschen, aber man fährt einfach weiter. Mir fehlt irgendwie die Herausforderung, nicht nur an das Können des Motorradfahrens sondern auch für alle Sinne. Für uns ist es ungewohnt geworden, abends in dieselbe Unterkunft zurückzukehren. Mir fehlt ein bisschen das Neue, das Unbekannte – zumal wir in dieser Unterkunft ja schon mal waren.

Ich bin ja nun nicht so der Weinkenner, trink aber einfach gerne ein Gläschen und wenn man sich schon mitten im Weinanbaugebiet befindet, wird da auch mal durchprobiert. Das Essen insgesamt war wieder ein Traum und da kann ich mich auch mal mit einem deutschen Weißwein anfreunden.

 

Tag 3 Hunsrück-Tour

Nach dem ausgiebigen Frühstück und nochmal einer Runde im Bett liegen, geht es um 10 Uhr los. Es ist leicht bewölkt, aber mild – perfektes Wetter um Motorrad zu fahren. Die Straßen sind kurvig und in gutem Zustand, außerdem ist wenig auf den Straßen los. Wir fliegen geradezu an Äckern vorbei, auf denen sich das Getreide wie Wellen im Wind bewegt, an Blumenwiesen und durch saftige Wälder. Mein Visier ist nie zu – die Gerüche die man so auffängt wecken Erinnerungen und mit einem Lächeln im Gesicht denke ich mir, das ist ein super Tag und ich könnte ewig so weiterfahren.

Ich unterhalte mich noch über unsere neuen Sena Headsets mit Tobi und habe in einem kurzen Anflug von Trägheit ausgesprochen, dass es schon auch schön war, hinten drauf mitzufahren… Hätte ich das mal für mich behalten… Fast augenblicklich fängt die orange Kontrollleuchte in meinem Cockpit wild zu leuchten an und ist mir mehr als suspekt. Als wir Anhalten und in einen Feldweg einbiegen, quält sich auch das Blinkerbirnchen und flackert nur noch. Moped aus, und sie gibt keinen Mucks mehr von sich.

Das Problem ist schnell erkannt: die Batterie ist leer.

Wir bauen die Batterie der Großen ein und schon springt sie wieder an. Wir versuchen die Dicke anzuschieben, geben aber nach dem 3. Mal auf und rufen einfach den ADAC zum überbrücken.

So war das nicht geplant. Wir müssen unsere schöne Tour abbrechen und fahren auf direktem Weg zurück zum Hotel. Während wir auf den ADAC gewartet haben, haben wir so den ein oder anderen Plan aufgestellt. Motorrad in der Unterkunft stehen lassen, zusammen Heim fahren und mit dem Hänger das Moped abholen, klang noch am besten. Nachdem wir alle Sicherungen, die nicht unbedingt notwendig waren gezogen hatten, war der Batteriestand am Hotel eigentlich noch ganz ok. Der Gedanke mein Schätzelein irgendwo zurück zu lassen gefällt mir nicht und wir haben uns dann doch entschieden sie morgen heimzufahren. Mal sehen wie weit wir kommen.

An dem gewonnenen Nachmittag laufen wir nach Buchholz, unterstützen die lokale Bäckerei und lassen uns Kaffee und Kuchen schmecken.

Die Zeit bis zum Abendessen verblödeln wir am Zimmer und nach einem Blick auf die Wettermeldungen entscheiden wir uns, morgen über die Autobahn heimzufahren. Vorher schlagen wir aber beim Abendessen nochmal richtig zu. Die Frische und Qualität, aber auch die Präsentation des Essens zeigt, dass hier gerne und mit Leidenschaft gekocht wird. Sowohl das Hotel, als auch das dazugehörige Restaurant kann man wärmstens empfehlen. Wenn wir wieder mal in dieser Richtung unterwegs sind, wissen wir schon, wo wir uns einquartieren können.

 

Tag 4 Heimfahrt

Als wir aufstehen regnet es, während wir frühstücken regnet es, nach ein bisschen Trödeln und Sachen packen, haben wir ein „Regenloch“ gefunden und fahren los.

So eine Heimfahrt über Autobahn ist immer langweilig und eine reine Pflichterfüllung. Nach 50 km fängt es an zu regnen und wir werden bis daheim auch nicht mehr trocken. Wir testen die Sena´s ausgiebig auf unserer öden Fahrt und spielen Stadt-Land-Fluss, damit ich mir Tobis Genörgel nicht anhören muss, weil ich mich nicht in einen Burger King setzen wollte um das nächste Regenloch abzuwarten… Nass waren wir sowieso schon und auch die neue Kombi wollte mal im Regen getestet werden.

Zumindest hat es Ari mit abgesteckten Scheinwerfern und ich mit kalten Händen, da ich die Griffheizung nicht benutzen wollte, bis daheim geschafft.

Beim Durchschauen daheim haben wir auch die Vermutung bestätigen können: der Stator meiner Lichtmaschine ist hinüber – Masseschluss. Damit ist auch unsere Tour durch das Erzgebirge erst mal erledigt. Wir reparieren jetzt und hoffen auf mehr Glück bei der nächsten Reise im August… wo auch immer diese uns hinführt…

 

Anbei noch die gefahrenen Strecken zum Download als GPX-File:

Anfahrt:

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Ausfahrt durch die Eifel:

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Abgebrochene Ausfahrt:

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Rückweg über die Autobahn:

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Rumänientour 2019 – Tag 19 & 20 – Steinbach an der Steyr & daheim – 290 km & 377 km

Tag 19 -Steinbach an der Steyr

Das alte Gemäuer war heute Nacht echt saukalt. Da will man gar nicht aus dem warmen Bett raus. Da wir aber so bald im Bett waren sind wir auch relativ bald wieder wach. Ab 8 Uhr gibt es Frühstück und wir packen vorher schon die ersten Sachen auf die Moppeds. Nach dem Essen dann den Rest und um 9:15 Uhr ging es dann los. Nochmal ein paar Kilometer durch Slowenien.

Download file: Rumaenien2019_Tag19_20190926.gpx

Unser Ziel heute liegt in Österreich: Steinbach an der Steyr (grob gesagt bei Linz). Die Strecke welche uns Basecamp vorschlägt sind wir so ähnlich 2018 schon gefahren, aber in die andere Richtung. Es ist echt interessant einen Weg den man schon gefahren ist mal in die andere Richtung zu fahren. Blickwinkel um 180° Grad gedreht und schon entdeckt man ganz neue Dinge. Zu Beginn der Strecke liegen noch ziemlich viele Ortschaften, aber auch kurvige Straßen, welche noch am abtrocknen von dem nächtlichen Regen sind. Im späteren Verlauf wurden die Ortschaften dann weniger.
Längere Zeit folgend wir der B115 welche auch als Eisenstraße bekannt ist. Sie führt uns am Erzberg vorbei wo alle zwei Jahre ein großes Enduro Rennen (Erzberg Rodeo) stattfindet. Geprägt ist die Landschaft hier vom Eisenerzabbau und den verarbeitenden Industrieanlagen. Diese ziehen sich durch ganze Täler. Allerdings sind hier auch viele alte verlassene Industrie Gebäude. Das kennt man aus Österreich eher weniger. Dann folgen wir der Enns. So ein Fluss der sich ein Tal gegraben hat, hat immer den Vorteil dass die Straße daneben in Kurven verläuft. Insgesamt war es heute einfach geschmeidig zu fahren.

Die heutige Unterkunft (Sandner Linde) ist uns bereits gut bekannt. 2015 haben wir hier unseren ersten Stopp auf dem Weg nach Montenegro eingelegt und 2018 unsere erste Nacht auf dem Weg nach Albanien verbracht. Diesmal ist es genau andersrum. Wir verbringen unsere letzte Nacht bevor wir heimkommen hier. Christian Finner der Hausherr und kreative Chef in der Küche erkennt mich wieder und freut sich dass wir zum dritten mal bei ihm nächtigen, wenn auch immer nur für eine Nacht.
Das Zimmer ist wie bisher auch schon immer perfekt und wir chillen ein wenig bis wir um 18 Uhr zum Abendessen gehen. Heute gibt es eine Rinderbrühe mit Kaspressknödel und dann rosagebratenen Gamsrücken an Gemüse, Serviettenkloß und Kroketten für Anja und Eierschwammerlgulasch mit Serviettenkloß für mich. Ein Gedicht! Wir liegen wieder bald im Bett und gucken noch eine Doku über Montenegro was auch ein wundervolles Land zum bereisen ist bevor wir einschlafen.

Tag 20 – daheim

Der letzte Tag beginnt mit einem wundervollen Sonnenaufgang in den Bergen. Da kann man die Seele nochmal baumeln lassen. Ich gehe vor dem Frühstück noch eine Runde spazieren und fotografieren. Beim Frühstück sind wir alleine und haben das ganze Buffet nur für uns. Ein letztes mal schlemmen. Christian macht uns noch frisches Rührei und das Wetter spendet noch einen Regenschauer welcher kurz vor Ende unseres Frühstücks endet. Beste Vorraussetzungen um in die letzten Kilometer zu starten. Die Moppeds sind schnell gepackt und schon geht es los.

Auch heute ist wieder relativ unspektakulär. Schnell sind wir zurück in Deutschland und bewegen uns auf Bundesstraßen zügig in Richtung Heimat. Zur Mittagszeit gibt es dann noch einen obligatorischen Stopp an einem MC Donalds und 9-er Chicken Nuggets. Irgendwie schaffen wir keinen Motorradtrip ohne einmal Nuggets. Wobei Schottland heuer haben wir ohne überstanden, da haben die Fish and Chips wohl das Bedürfnis nach fettig frittiert gedeckt. Auf den letzten Metern von Allersberg bis nach Hause spielte uns das Wetter dann noch einen Streich und wir wurden nochmal so richtig Nass. Aber wir wollen uns mal nicht beklagen. Insgesamt sind wir auf dieser Reise wettermäßig mal wieder super weggekommen. Den heutigen GPS Track gibt es dann noch nach den letzten Bildern.
Insgesamt sind wir 5808km in Gesamt 20 Tagen mit zwei Pausentagen gefahren. Rumänien werden wir wohl nicht zum letzten Mal besucht haben. Es gibt doch noch ein paar Regionen die wir nicht oder nicht ausführlich genug besucht haben.

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