About Tobias Seidel

Tobias Seidel wurde 1981 geboren und hat sein Hobby IT zum Beruf gemacht. In seiner Freizeit beschäftigt er sich viel mit den Themen Android, Motorräder, Geocaching, Fotografie und Tanzen (Standard).

Island Tag 1 – 136 km – Hveragerði

Der erste Tag einer Reise beginnt bei uns meistens recht früh. Heute klingelte der Wecker um 5 Uhr. Eine Freundin spielte für uns Taxi zum Flughafen nach Nürnberg, von wo wir mit einem kurzen Hopser nach Frankfurt befördert wurden. Nach 2 Stunden Aufenthalt ging es dann weiter nach Keflavik. Ein paar Minuten früher als geplant setzten wir bei leichtem Nieselregen auf der isländischen Landebahn auf und begaben uns zügig zum Hertz Schalter, um unseren Mietwagen entgegen zu nehmen. Ein Skoda Oktavia Kombi 4×4 wird uns die nächsten Tage zu Diensten sein. Das Fahrzeug steht aktuell noch auf Winterbereifung mit Spikes. Was in Deutschland verboten ist, gehört hier zur Standardausstattung. Direkt nach dem Verlassen des Flughafens suchten wir eine Tankstelle und einen Supermarkt auf, um uns erstmal mit einer Gaskartusche und einem Grundvorrat an Lebensmitteln und Wasser einzudecken. Fast nichts im Einkaufswagen und dann umgerechnet 52€. Das ist schon eine andere Hausnummer als in Deutschland.

Unser erster Fotostopp führte uns an den sogenannten Wizards Hat. Eine spitze Felsformation kurz vor der Küste, welche an das Aussehen eines Zauberhutes erinnert. Auf einem weiteren Felsen nebenan nisten unzählige Möwen. Der Regen hatte aufgehört und so konnten wir ungehindert die Auslöser klicken lassen. Direkt neben dem Wizards Hat gibt es heiße Quellen welche aus dem Boden sprudeln und weithin dank der Dampfentwicklung sichtbar sind. Früher stand das Haus eines Gärtners auf dem Areal der Quellen. Inzwischen ist der Boden zu heiß für ein Wohnhaus. Nicht weit von den Quellen befindet sich ein geothermisches Kraftwerk, welches die natürliche Wärme in Strom wandelt.

Der Troll Pool war heute fast nicht zu erkennen. Die Brandung tobte unglaublich, meterhoch spritzte das Wasser an der felsigen Küste.

Nun hatten wir erstmal ein paar Kilometer zu überwinden bis zum nächsten Spot. Neben der Straße zeigte sich ein teilweise recht ödes, andererseits aber auch recht farbenfrohes Island. Flechten, Moose, Gräßer, Sand oder auch harter Fels in den verschiedensten Farben ist schön anzusehen. Einen letzten Stopp am heutigen langen Tag legten wir noch an der Strandarkirkja ein. Dieses Kleinod hat eine lange Geschichte und nimmt den durchgefrorenen Islandreisenden in einen warmen Altarraum auf. Die letzten Kilometer bis zur heutigen Unterkunft verflogen nur so. Um ca. 19 Uhr fanden wir den Schlüssel für unser Apartment mit Tesa an die Tür der Rezeption geklebt vor.

Schnell raus aus den Klamotten und rein ins Dampfbad und danach in den Hot Pot. Genau das Richtige um sich aufzuwärmen. Im Apartment vesperten wir dann noch etwas und sicherten die ersten Bilder unserer Reise. Durch die Zeitverschiebung und das frühe Aufstehen ist der Tag heute extrem lang. Da es außerdem sehr bewölkt ist, kann ich beruhigt schlafen. Nordlichter dürften heute Nacht dank der Wolken nicht zu sehen sein.

Morgen begegnen wir dann den ersten Wasserfällen.

Hier noch der GPX Track des Tages:

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Sardinien 2017 – Tag 14 & 15 – Bürglein – 819 km

Die Nacht auf der Fähre war wieder sehr entspannend. Das Frühstück war genauso überteuert und das Geld nicht wert, wie auf der Hinfahrt nach Sardinien. Das sparen wir uns definitiv beim nächsten Mal. Da sind die Fähren in Richtung Skandinavien eine ganz andere Klasse. Das Verlassen der Fähre lief gut geordnet und wir ließen uns viel Zeit dabei. Macht ja keinen Sinn ewig fertig angezogen auf dem Mopped zu warten und meterweise vorwärts zu rücken. Als wir allerdings aus der Fähre draußen waren hieß es erstmal Stopp and … nicht  Go. Die Hafenausfahrt in Genua ist mal ne totale Fehlplanung. Wir haben es dann irgendwie geschafft uns mit den Moppeds durchzuschlängeln. Die einen Autofahrer ließen uns extra Lücken, die anderen Hupten uns an. Direkt vom Hafen aus ging es für uns dann auf die Autobahn.

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Aus Genua raus ist die Autobahn ne Wucht. Kurvig und ein schöner Ausblick. So macht das Spass. Wir kamen gut voran. Ab Novi Ligure wird es extrem öde, aber unser Ziel war es den gefrierenden Niesel, welcher für den Brenner gemeldet war, zu vermeiden. Piacenza flog an uns vorbei und wir näherten uns dem Lago di Garda. Ab hier wurde dann auch der Ausblick wieder angenehmer und es machte mehr Spass  zu fahren. Was in Italien aber definitiv keinen Spass macht, ist Maut bezahlen. Man darf sich beim Auffahren auf die Autobahn ein Ticket ziehen und wenn man sie wieder verlässt darf man pro gefahrenem Kilometer bezahlen. Das waren dann für unsere zwei Motorräder 70 Eur Maut!!! Und da meckern alle um uns rum, wenn man in Deutschland auch endlich eine Maut einführen will??? Warum müssen wir in jedem anderen Land bezahlen aber wenn hier das gleiche eingeführt werden soll dann meckern alle…

Dem Brenner konnten wir dann noch bei bestem Wetter überwinden und hatten einen wunderbaren Ausblick auf die Schneegrenze, zu der uns nicht mehr viel fehlte. Kaum bei den Österreichern angekommen wollten auch diese eine kleine Abgabe haben für das befahren der Brennerautobahn. Die Vignette vermieden wir, indem wir die Autobahn in Patsch verließen. Hier hatten wir uns mal wieder über Booking.com ein Hotel für die letzte Nacht auf unserer Reise gesucht. Der Bärenwirth erwies sich als ausgesprochen glückliche Wahl. Zum einen durften wir die Motorräder in einer Garage unterstellen und zum anderen hat der Bärenwirth eine ausgesprochen gute Küche. Wir schlemmten uns Abends durch die Karte. Als Vorspeise gab es Kürbiscremesuppe und Carpaccio vom Rind. Im Hauptgang vertilgte ich Spinat-Käseknödel und Anja ließ sich ein Filetsteak vom Weiderind schmecken. Das Dessert mussten wir uns dann allerdings teilen da wir eigentlich beide bereits gesättigt waren. Selbst gemachte Kirchtagskrapferl sprachen nochmal alle Genussrezeptoren an.

Die Entscheidung, zügig über den Brenner zu fahren erwies sich am nächsten Morgen als absolut richtig. Die Schneefallgrenze war nochmal deutlich gesunken und es hatte die Nacht durchgeregnet. Das Frühstück nahmen wir mit einem Panoramablick vom Feinsten zu uns, bevor wir uns schön warm einpackten, um uns auf die letzten Km zu machen. Durch Innsbruck ging es über Seefeld und Mittenwald nach Garmisch Partenkirchen. Die A95 führte uns nach München hinein. Der Stadtverkehr war erstaunlich erträglich und so ging es zügig auf die A9 und zurück nach Hause. Die Temperaturen hielten sich im erträglichen Rahmen, lediglich die Autofahrer auf den deutschen Autobahnen sind irgendwie immer deutlich unentspannter als im Ausland.

Insgesamt sind wir in den 15 Tagen 3516 km gefahren. Die Insel ist prinzipiell sehr geil zum Motorradfahren. Allerdings ist der Funke bei uns nicht vollständig übergesprungen. Sandstrände sind einfach nicht unser Ding und hier halt doch in der Überzahl. Außerdem müssen wir auch gestehen, dass wir immer wieder vergleiche mit der kroatischen Küste gezogen haben und hier gewinnt in unseren Augen eindeutig Kroatien. Sardinien hat definitiv von allem etwas. Sand-, aber auch Kies- und Felsenstrände, hohe Berge, tiefe Quellen, karge Landschaften, Ackerbau, nagelneue gut ausgebaute Straßen, kleine alte und wundervoll schlechte Straßen im Hinterland. Genau diese Vielfalt macht Sardinien aus. Auch wenn der Funke nicht endgültig übergesprungen ist, werden wir wahrscheinlich nochmal wiederkommen, um noch mehr vom Inland zu erkunden. Dies wird aber erst in ein paar Jahren geschehen.

Review Saal Digital Wandbilder – Acrylglass

Saal Digital als großer und bekannter Anbieter im Bereich der Druckerzeugnisse für Fotografen bietet immer wieder Testaktionen an. Ich spielte schon lange mit dem Gedanken mich auch einmal hierfür zu bewerben. Im November 2017 habe ich dies dann auch tatsächlich getan. Ich habe eine Anfrage für den Test der Wandbilder an den Support von Saal Digital gestellt. Nach nur einem Tag habe ich die positive Rückmeldung mit einem entsprechenden Gutschein erhalten.

Der erste Schritt war nun Bilder auszuwählen welche wir uns an die Wand hängen wollen. Nachdem wir unsere Küche neu gestrichen hatten und dafür den Farbton Blüte der Provence verwendet hatten waren Anja und ich uns schnell einig dass wir Bilder aus  Valensole in die Auswahl nehmen. Die Lavendelblüte sollte eine schönes Motiv für unsere neue Küche sein. Nun ging es um die Größe und die Anzahl der Bilder. Nach einer ersten Vorauswahl entschieden wir uns für 3 Motive in 13 x 18. Die Qual der Wahl hat man nun beim Material auf welches gedruckt werden soll. Alu Dibond war eigentlich mein ursprünglicher Wunsch. Dieses hat aber ein eher mattes Finish und wir wollten richtig glänzende Farben. Acrylglas sollte es daher werden.

Schnell noch die kostenlose Software von der Saal Digital Homepage heruntergeladen und installiert. Die 3 ausgewählten Bilder nochmal im passenden Zuschnitt aus Lightroom exportiert und nur 5 Minuten später waren die Bilder auch schon bestellt. Die Auswahl der Bilder, Materialen und Größen in der Software ist absolut selbsterklärend und einfach gestaltet. Nun hieß es warten.

Die Kommunikation von Saal Digital informiert einen über jeden Fertigungsschritt. Sobald die bestellten Artikel versandt sind erhält man eine Tracking ID und ist somit immer im Bilde wann man sich freuen darf.

Das Paket mit den Bildern war vorbildlich verpackt. Hier kann auf dem Versandweg nichts schief gehen. Nach dem auspacken und anbringen der Aufhänger an der Rückseite der Bilder kam dann der AHHHHH Effekte. Der Moment wenn man die Schutzfolie von der Vorderseite der Acrylglasplatte abzieht offenbart eine, brilliante Farben und eine herrliche Bildschärfe. Wir sind begeistert. Die Bilder hängen inzwischen in unserer Küche und erfreuen uns jeden Tag aufs neue.

Vielen Dank an Saal Digital für diese Testmöglichkeit. Wir werden sicherlich mehr Produkte von diesem Hersteller an unseren Wänden platzieren.

Sardinien 2017 – Tag 13 – Olbia (Fähre) – 233 km

Unsere letzte Nacht im Zelt endete für mich um 7:15, exakt 15 Minuten bevor der Wecker geklingelt hätte. Ich war wach und musste dringend mal raus. Also schnell angezogen, den Sonnenaufgang im Vorbeilaufen eines kurzen Blickes gewürdigt und schnell noch vor der Putzfrau rein ins Sanitärhaus. Danach hab ich gemütlich angefangen fürs letzte Frühstück im freien aufzubauen. Tisch aus den Koffern gebaut, Helinox Stühle rausgestellt, Saft, Gemüse, Semmeln, usw. hergeräumt. Das alles bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Für heute war nochmal eine leichte Runde durchs Landesinnere geplant. 180 km und dann frühzeitig unsere Ankunft in Olbia, so dass wir noch etwas essen können bevor wir auf die Fähre gehen. Um 10:30 waren wir dann endlich startklar.

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Erst noch eine kleine Runde an der Küste entlang und dann ab ins Hinterland. Bei Arzachena suchten wir einen Felsen der ausschauen soll wie ein Pilz. Daher trägt er auch den Namen Fungo. Wir wurden nicht fündig, bemühten uns aber auch nicht zu sehr. Dann ging es im munteren Kurvenrausch weiter nach Antonio di Gallura. Hier besichtigten wir noch die Kirche des Ortes und dann nahm das Drama seinen Lauf. Der nächste Haltepunkt sollten die Olivastri Millenari sein. Ein Garten von Olivenbäumen mit epischen Stammdurchmessern welche tausende Jahre alt sein sollen. Das klingt doch toll, oder? Wir folgten einem Wegweiser und fanden nichts, dann folgten wir meiner Planung und fanden nichts, dann fuhren wir wieder zurück und folgten dem Wegweiser weiter… und fanden nichts. Dann hatte ich die Faxen dicke und befragte Google Maps (EU Roaming sei dank). Der Wegweiser hatte uns genau in die entgegengesetzte Richtung geschickt als sie laut Google sein sollten. Also das Handy in den Tankrucksack und damit navigiert. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt standen wir dann endlich vor dem Kassenhäuschen. 2,50 Eur pro Person zahlten wir um dann insgesamt ZWEI Bäume anzuschauen… okay, die zwei sind wirklich imposant. Aber 5 EUR für 2 Bäume sind schon ne nette Rechnung.

Nun ging es weiter zum Monte Limbara. Moment sollte der nicht vor den Bäumen kommen? Warum navigiert das Garmin eigentlich so komisch? Hmm, da wir heute mehrer male unsere eigene Route kreuzten bin ich einfach einmal falsch abgebogen und wir fahren nun die größte Schleife rückwärts. Naja nicht so wild. Nur vernünftige Zeitangaben waren jetzt nicht mehr am Navi ersichtlich. Also erstmal den Monte Limbara erklimmen. Dieser ist über 1300 Meter hoch und die Strecke fühlt sich an wie die Nordrampe des Stilfser Jochs. Enge Spitzkehren die stakkato artig dicht aufeinander folgen. Das ist heute nicht meine Paradedisziplin. Als wir oben auf dem Berg ankommen müssen wir feststellen dass der weite Ausblick durch lauter Funkmasten versperrt ist. Also wieder ab nach unten. Auch abwärts sind Kehren heute einfach nicht mein Ding.

In angenehmeren Kurvenradien geht es dann weiter nach Tempio Pausania. Hier halten wir für einen kurzen Fotostopp am Bahnhof der Stadt. Ich konnte nicht wirklich eruieren ob dieser komplett stillgelegt ist, aber hier standen einige alte verrostete Loks und Waggons herum, welche perfekte Fotomotive waren. Kurze Erinnerungen an Canfranc Estacion kamen hier auf. Allerdings nur im ganz Kleinen.

Nun hieß es ein wenig Gas geben, schließlich wartet in Olbia eine Fähre auf uns. Der Rest des Weges ließ sich dann auch flott und flüssig fahren. Die Kurven waren nochmal eine Wucht! Erst kurz vor Olbia wurde der Verkehr dichter und die Geschwindigkeit langsamer. An einer Tankstelle tranken wir noch einen Cappuccino und eine Cola bevor wir dann in Olbia noch unsere Wasservorräte an einem Supermarkt auffüllten. Anja kaufte auch gleich noch etwas zu vespern für die Fähre. Der Hafen in Olbia ist gut organisiert und wir fuhren flott bis zu unserem Warteplatz an der Fähre. Zwei Schweizer hielten es nicht für nötig sich in der Schlange anzustellen und mussten sich an allen vorbei vordrängeln, was gleich dazu führte dass es noch zwei Regensburger nachmachen mussten. Und kaum sind sie dran haben sie die Tickets nicht bei der Hand… sowas hat man gerne. Das Warten auf die Verladung war eher öde und wir nutzten die Zeit schonmal um einen Rucksack mit unserem Zeug für die Kabine zu packen. Um Punkt 18:30 Uhr begann dann das muntere Schlichten.

Wir waren so ziemlich die ersten an der Rezeption und kaum waren wir auf der Kabine zogen wir uns auch schon um und suchten das Oberdeck auf um das Nachglühen des Sonnenuntergangs zu genießen. Wir schossen noch einige Fotos und begaben uns dann ca. 1 Stunde vor Auslaufen auf die Kabine um zu essen. Frisch gestärkt ging es noch unter die Dusche, dann noch Bilder gesichert, zwei Hotelvorschläge für morgen Abend rausgesucht und aufgrund der Wettermeldungen die Route festgelegt. Wir werden die Autobahn wählen auch wenn sie uns keinen Spass bereiten wird und Maut kostet. Aber wir wollen so bald wie möglich am Freitag über den Brenner fahren da die Wetterprognosen schlechter werden, je später es wird. Kurz vor Innsbruck wollen wir dann nochmal eine Nacht verbringen bevor es den letzten Sprung nach Hause geht.

Sardinien 2017 – Tag 11 & 12 – Arzachena – 240 km & 0 km

Heute hatten wir so gut geschlafen wie lange nicht mehr. Hier auf dem Platz ist es totenstill, was mit Sicherheit auch daher rührt dass er quasi fast leer ist. In der Hauptsaison möchte ich nicht hier sein. Überhaupt war unsere Entscheidung Ende September Anfang Oktober diesen Trip zu machen goldrichtig. Dem beginnenden Schmuddelwetter in Deutschland nochmal entfliehen und 25 Grad und mehr genießen. Nochmal im Meer Baden können kurz bevor der Winter uns einholt. Der Winter? Im Oktober? Ja richtig, wir müssen ja auch irgendwie wieder zurück nach Deutschland und da liegen ein paar Berge im Weg rum. Wie auch schon 2014 als wir vom Lago Como zurück fuhren soll es auch diesmal auf unserer Strecke wieder schneien. Wir lassen uns überraschen. Heute genießen wir erstmal Tomate Mozzarella zum Frühstück, das ganze garniert mit Meerblick und sonnigen 20 Grad um 8 Uhr. So kann man es aushalten.

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Der Highlightzettel sorgt auch heute wieder für einige Abstecher von der direkten Route und so beginnen wir garnicht erst in die Richtung zu fahren in welche wir eigentlich wollen. Erstmal geht es raus zum Capo Caccia. Auf dem Weg dorthin sticht mir ein Sarazenenturm ins Auge. Da ich eh mal noch zu so einem Ding hin wollte  und auch ein unbefestigter Weg dorthin zu führen scheint, schlagen wir diesen kurzerhand ein. Das Navi kennt den Weg nicht, also auf gut Glück einfach mal abgebogen. Der Weg wird gröber, steiler und ausgewaschener – ich halte kurz an und hole mir das okay von Anja hier weiterzufahren und wir setzen nochmal an. Leider führt der Weg nicht zu dem Turm sondern daran vorbei. Es ist auch am Turm direkt kein Weg zu sehen, so dass wir mit einem Fotostopp in relativ geringer Distanz vorlieb nehmen müssen. Wir erkunden auch noch kurz den weiteren Verlauf unseres Weges, welcher leider eine Sackgasse ist. Also umdrehen und zurück. Dann geht es zum Cap hinaus. Schon einige hundert Meter vor dem eigentlich Wendepunkt parken Autos. Wir fahren bis zum Ende der Sackgasse, sehen es uns im wenden an und fahren sofort weiter. Der Photospot auf dem Feldweg war schöner. Auf dem Rückweg von der Landspitze müssen wir dann aber doch nochmal stoppen da man auf einem kleinen Seitenweg wunderbar die andere Seite erkunden kann. Die Felsen hier gehen senkrecht hinab ins Meer und das liegt ganz schön weit unter uns.

Der nächste Höhepunkt auf meinem Zettel ist ein alter verfallener Verladehafen in Argentiera. Leider sieht man von dem Verladehafen nicht mehr wirklich etwas. Es ist hier eine schöne Badebucht, mehr Sehenswertes gibt es aber auch nicht. Wir drehen wieder um und machen uns auf nach Porto Torres. Wie in Caglieri ist auch hier viel Industrie angesiedelt. Allerdings sind auch viele Anlagen leerstehend und verfallen vor sich hin. Wir ziehen zügig weiter, haben wir heute doch ein paar km mehr zu bewältigen als gestern und schon ganz schön Zeit vertrödelt. Bis Castelsardo ist die Strecke ziemlich unspektakulär. Nett zu fahren. Die Kurven machen Laune, aber halt auch nix besonderes da es hier auf der Insel viele schöne Strecken gibt. Aber der Blick auf Castelsardo ist dann doch wieder ein Highlight. Wir stoppen am Yachthafen davor und nutzen die Gegebenheiten wieder für einen ausgiebigen Fotowalk bevor wir in Castelsardo an einem Cafe halt machen. Schokolade ist leider aus, so muss sich Anja mit Cola begnügen. Ich gönne mir einen Cappuccino und wir teilen uns ein Club Sandwich welches auf dem Bild besser aussah, aber doch nicht ganz schlecht schmeckt.

Nun geht es die Costa Paradiso entlang in Richtung Cappo Testa. Wir reißen noch einmal kurz aus um uns die Costa Paradiso direkt am Meer anzusehen. Beim wenden der Motorräder, um sie abzustellen fährt mir Anja dann einfach auf den Fuss. Als ich ihr äußerst deutlich zu verstehen gebe das ich Schmerzen habe fängt sie an zu lachen. Erst nach nochmaligem lautstarken energischem deutlich machen der Situation: DU STEHST MIT DEM VORDERRAD AUF MEINEM FUSS!!! rollt sie ein bisschen zurück. Ich gebe mich nun ganz dem Schmerz in meinem Fuss hin, klammere mich an einen Baum und schreie diesen an. Und Anja… sie sitzt auf dem Mopped und lacht aufgrund der komischen Situation. Als der Schmerz langsam nachlässt und ich endlich meinen Helm abnehmen kann sieht sie mich mit großen treudoofen Augen an und entschuldigt sich…aber ich hätte zu komisch gewirkt. Wir machen nun wieder getrennt unsere Spaziergänge, da wir die Moppeds mit Gepäck nicht alleine lassen wollen.

Das Cappo Testa ist ein ziemlich weit nördlich gelegener Leuchtturm. Ich habe ihn auf dem Zettel, also fahren wir auch hin. Parken kurz und drehen eine Runde mit dem Foto, heute ist aber irgendwie die Luft raus. wir packen relativ schnell wieder zusammen und suchen uns auf dem Weg in Richtung Campingplatz noch einen Supermarkt. Es wird Zeit für eine Pause. Wir checken für zwei Tage auf dem Platz ein und essen heute im Dunklen da es schon so spät ist. Auch dieser Platz ist eher spärlich belegt und einige Sanitärhäuser erfahren wohl keine Pflege mehr da sie nach Ansicht des Personals nicht mehr benötigt werden. Das Hauptsanitärhaus ist hier aber echter Luxus! Riesige Duschen, Wasserdruck vom feinsten und äußerst gepflegt. Wir waschen den Dreck des heutigen Tages von uns ab und legen uns bereits um 21 Uhr ins Zelt. Wir lesen noch ein wenig und schlafen dann bald.

Tag 12:
Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr – warum zum Teufel sollte der Wecker um die Ziet klingeln wenn wir heute doch Pause machen? Richtig, schnell die Stative und Kameras gepackt und los gehts zum Sonnenaufgang auf die andere Seite des Campingplatzes. Wir sind direkt am Meer und es glüht schon ein wenig rot. Bis kurz vor 8 Uhr vergnügen wir uns mit verschiedenen Bildkompositionen.

 

Zurück am Zelt wird dann der Kocher angeschürt und erstmal Tee, dann Spiegeleier gekocht. Heute ist Faulenzen angesagt und das merkt man schon beim Frühstück. Wir lassen und viel mehr Zeit als sonst. Danach gehe ich kurz in den Supermarkt des Campingplatzes während Anja ihre Hängematte belegt und liest. Nachmittags schreibe ich die letzten beiden Berichte nach und lass mir die Sonne auf den Rücken scheinen. Inzwischen ist es 15 Uhr, das Geschirr vom Frühstück steht immer noch rum und wir wollen erstmal noch baden gehen bevor wir uns diesem widmen. Es ist wunderbar ruhig hier während wir Windsurfern und Kitern zusehen. den letzten Abend auf der Insel wollen wir heute nochmal nutzen um Essen zu gehen bevor uns morgen nochmal eine Tour von ca. 180 km ins Landesinnere erwartet und wir dann Abends auf die Fähre zurück zum Festland müssen.

Sardinien 2017 – Tag 10 – Alghero – 165 km

Der Tag beginnt erstaunlich ruhig dafür dass gestern Abend gefühlt einhundert schreiende und spielende Kinder um uns herum wuselten. Scheinbar schlafen die alle noch. Wir brutzeln uns gemütlich Rühreier auf dem Kocher und lassen es ruhig angehen. Geplant für heute sind knapp 160 km. Ich schreibe einem Arbeitskollegen der mit dem Wohnmobil auf Sardinien unterwegs ist noch eine Whatsapp welchen Platz wir für heute Abend anstreben und bekomme prompt die Antwort dass sie den gleichen für heute Abend im Blick haben. Das wird lustig.

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Um 10 Uhr sind wir selbst etwas überrascht dass wir schon startklar sind, aber was solls, dann nutzen wir die Zeit eben zum Fahren. Anja hat mir wieder einen kleinen Zettel mit den heutigen Highlights geschrieben die ich nun an der Strecke entlang ausfindig machen darf. Die Strecke führt uns mal wieder von der Küste Weg in Richtung Santu Lussurgiu. Hier soll es eine besonders schöne Aussicht und Wasserfälle geben. Die Wasserfälle sollen in einem Tal vor der Stadt liegen. Wir sehen einen möglichen Haltepunkt von wo aus eine Treppe hinab geht, beschließen aber einfach weiterzufahren da es gerad so schön läuft. Die Kurven und der „flow“ beim fahren haben gerade mehr Reiz als in Moppedklamotten mit Fotoausrüstung in eine Schlucht hinabzusteigen und danach wieder hinauf. Highlight Nr. 1 erledigt 😉

Bei Macomer werden die Straßen größer und wir kommen flotter voran. Hier soll man gut an die Nuraghe Santa Barbara herankommen und ein Wegweiser deutet auch auf eine Necropoli hin, eine Totenstadt. Ich kann mir unter dem Begriff immer noch nicht so richtig etwas vorstellen, also biegen wir ab um uns das anzusehen. Die Nuraghe… naja der Rest der Nuraghe ist ein kümmerlicher Steinhaufen und von der Necropoli ist weit und breit nichts zu sehen. Aber ein Kassenhäuschen gibt es wo Eintritt für die fünf Steine kassiert wird. Wir schenken uns das, der Blick aus der Distanz genügt uns. Highlight Nr. 2 erledigt 😉

Wir bleiben noch ein Stück auf der SS131 und genießen den Fahtrwind bevor wir wieder in Richtung Küste abbiegen. Auf dem Weg dorthin liegt unser Highlight Nr. 3: die Stadt Bosa. Durch die Stadt fließt der Fluss Temo welcher als einziger auf Sardinien beschiffbar ist. Zwar auch nur auf einer Länge von ca. 2 km, aber das genügt dass hier eine stolze Ansammlung von kleinen Booten liegt. Wir fahren erstmal in die Stadt und suchen uns ein Cafe um etwas zu trinken. Danach drehen wir nochmal eine Runde zum Temo und fotografieren ein wenig. Der Weg aus der Stadt war dann gar nicht so einfach. Nach einem weiteren Stop um zu tanken verirre ich mich regelrecht in den Einbahnstraßen der Stadt. Es dauert eine Weile bis wir hier wieder herausfinden.

Über die SP49 kommen wir auf die SP105 welche direkt an der Küste entlang führt. Hier könnte man stellenweise fast meinen man ist auf der Jadranska Magistrale unterwegs. Dass uns das entgegenkommt und sehr gut gefällt könnt ihr euch ja sicher denken. Als wir um eine Kurve biegen passiert etwas völlig unerwartetes. Ein Platzregen ergisst sich auf uns. Schnell die Lüftungen an der Jacke zugemacht und die Hauben über die Tankrucksäcke mit den Kameras gemacht und schon geht es weiter. Nach 10 Minuten ist der Spuk auch schon wieder rum, aber die Wassermenge war nicht zu verachten. Im Fahrtwind trocknen wir aber sehr schnell wieder ab. Der Weg durch Alghero führt uns an einem Supermarkt vorbei welchen wir nutzen um uns wieder mit frischem Gemüse und Wasser einzudecken. Dann geht es auf den Campingplatz.

Das Personal an der Rezeption spricht hier perfekt deutsch und darf mir auch aus Datenschutzgründen nicht verraten auf welchem Platz mein Arbeitskollege steht (das ist auch ziemlich deutsch). Aber man kann mir zumindest sagen dass er da ist. Beim reinfahren entdecken wir auch sein Womo, dieses ist aber verlassen. Wir suchen uns einen Stellplatz in der hintersten Ecke aus und haben ein riesen Areal nur für uns. Der nächste einzelne Camper steht 4 Reihen weiter. Nach dem Zeltaufbau melde ich noch welche Parzelle wir gewählt haben und treffe prompt an der Rezeption auf Stephan. Wir verabreden uns direkt noch zum Abendessen dann geht erstmal jeder seiner Wege.

Um 19 Uhr setzen wir uns dann zusammen mit noch einem Schweitzer Paar im Restaurant des Campingplatzes zusammen und verbringen eine witzige Zeit bei gutem Essen. Anjas Dorade hätte etwas größer ausfallen können, aber so ein Fisch ist halt immer so wie er gewachsen ist. Wir krabbeln viel zu spät ins Zelt um noch einen Bericht zu schreiben und machen nur noch die nötigste Routenplanung um am nächsten Tag zum letzten anvisierten Campingplatz auf Sardinien zu kommen.

Sardinien 2017 – Tag 9 – Torre del Pozzo – 217 km

Die Vorfreude auf die bestellten frischen Panini trieb mich heute schon 10 Minuten vor dem Wecker aus dem Bett… naja okay, es war eher ein anderes Bedürfnis, aber ich blieb heute gleich mal auf und hab mich nicht nochmal hingelegt. Um Punkt 8 Uhr öffnete der Kiosk (damit hatte ich nicht wirklich gerechnet) und ich konnte die Paninis in Empfang nehmen. Schnell noch die Koffer zum Tisch umfunktioniert, die Helinoxen parat gestellt und den Kocher zusammengebaut, schon kann es losgehen mit Frühstück. Rühreier, Panini, Brotaufstrich, Käse, Honig und Orangensaft. Damit hatten wir mehr Frühstück als manche unserer Nachbarn welche mit VW Bussen oder noch größeren Wohnmobilen unterwegs sind. Immer wieder ernten wir erstaunte Blicke wenn wir da so dekadent beim Frühstück sitzen. Aber das Frühstück ist nunmal die wichtigste Mahlzeit am Tag! Das Packen ging heute gut von der Hand, um 10:20 Uhr waren wir startklar.