About Tobias Seidel

Tobias Seidel wurde 1981 geboren und hat sein Hobby IT zum Beruf gemacht. In seiner Freizeit beschäftigt er sich viel mit den Themen Android, Motorräder, Geocaching, Fotografie und Tanzen (Standard).

Schottland 2019 – Tag 5 – 190 km – Kilwinning

Wir hatten eine unruhige Nacht, es hat gestürmt und viel geregnet. Zweimal bin ich aufgewacht und habe die Abspannungen des Zeltes geprüft (na gut, ich hab es nur per Gehör getan…aber immerhin). Um kurz vor 7 Uhr waren wir beide wach. Anja ging duschen und ich baute fürs Frühstück auf. Direkt vor unserem Zelt, neben ein paar Sträuchern fielen sofort hunderte kleine Mücken über mich her. Also stellte ich Tisch und Stühle mitten auf dem Platz auf. Hier wehte ein wenig Wind und schon waren deutlich weniger Mücken da. Zum Frühstück gab es wieder Rühreier, Gurke, Brot und Brioche. Nachdem wir gut gesättigt waren, begannen wir zu packen. Wir wurden durch einen kurzen Regenschauer unterbrochen und fluchten weil nun alles wieder nass war. Aber auch das nahm ein Ende und so waren wir um 10:30 startklar.

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Unser Weg führte uns erstmal noch ein Stück gen Süden nach Port Logan. Eine kleine Hafenstadt mit einigen wenigen Booten die bei Ebbe auf dem Sand liegen. Wir schnappten uns die Kameras aus und gingen ein bisschen knipsen. Nach gut 30 Minuten packten wir wieder zusammen und machten uns auf den Weg in Richtung Norden. Es gab heute keine nennenswerten Pois, welche wir gezielt anfahren wollten. Wir ließen uns einfach so treiben und genossen die kleinen Straßen mit unzähligen Kurven. Und immer noch sind die Straßen zu den Äckern und Grundstücken mit Zäunen, Mauern oder einer Hecke begrenzt. Dies hat zur Folge, dass die Straßen oftmals zwischen Zweien dieser Begrenzungen verlaufen. Wenn man nun im Auto sitzt sieht man kilometerlang nur die Mauer an der man gerade entlangfährt, da sind wir auf dem Motorrad schon flexibler und haben einfach den schöneren Ausblick.

Außerdem ging mir heute ein Licht auf, was die Straßenbezeichnungen angeht. Es gibt A und B Straßen welche dann etweder durch 2,3 oder 4-stellige Zahlen ergänzt werden. A = Hauptstrassen, B= Nebenstraßen; je mehr Stellen die Zahl hat, desto kleiner die Straße -> z.B. B6365 einspurige Nebenstraße; A75 teilweise zweispurige Hauptverbindungsstrecke.
Wir drehten immer wieder ab von der Küste, um dann in einem Bogen doch wieder an selbige zu fahren. In Girvan machten wir am Hafen einen Fotostopp, nutzten gleich noch die öffentlichen Toiletten und legten noch einen Stopp an einem Fish & Chips Imbiss ein. Wir bestellen Double Fish & Chips with Garlic Mayo und bereuten, dass wir die „double“ Portion genommen haben. Die normale hätte locker gereicht. Aber was bezahlt ist, wird auch gegessen. Während wir im Imbiss saßen, begann es zu Regnen. Nach dem Essen starteten wir vorerst noch ohne Regenzeugs überzuziehen. Ein paar Kilometer weiter korrigierten wir das und warfen uns in Schale. So dick eingepackt machte das Fahren aber nur noch begrenzt Spass und der Regen wurde auch nicht weniger. Wir entschieden uns kurz vor Kilmarnock dazu, den Tag zu beenden und eine feste Unterkunft zu suchen.

In ganz Kilmarnock fand ich aber kein Bed and Breakfeast. Also stoppten wir kurz, um mit dem Smartphone auf Booking.com etwas zu suchen.
5 Minuten später hatten wir uns ein nettes Zimmer im Nethermains House in Kilwinning reserviert und fuhren auf direktem Weg dorthin.
Die Hausdame war sichtlich erfreut darüber, Motorradfahrer beherbergen zu dürfen, sie erzählte uns auch sogleich, dass sie in jüngeren Jahren mit dem Motorrad in ganz Europa unterwegs war. Wir nahmen ihren Tipp für eine gute Location zum Abendessen dankbar an und sie reservierte für uns einen Tisch im The Corner House.
Nach einem kurzen Fussmarsch waren wir um 19 Uhr dann dort und konnten uns fast nicht entscheiden was wir essen sollten. Als Vorspeise nahmen wir gemeinsam fritiertes Haggis. Diese schottische Spezialität sollte man mal probiert haben. Unser Fazit war einstimmig -> sehr lecker!!!
Anja entschied sich für Steakfleisch welches Gulasch-ähnlich zubereitet als Pie kam und ich blieb bei einem Burger mit Zwiebelringen und Pommes.

Nachdem wir dann mit MRS (Maximale Ranzen Spannung) ausgestattet den Rückweg gemeistert hatten, musste noch die Kette an Anjas Motorrad nachgespannt werden. Diese schien ihr Lebensende nun unerfreulich schnell zu erreichen. Hatten wir sie doch erst vor 1200km gespannt. Vielleicht hätten wir sie doch noch vor der Reise wechseln sollen.
Gut gesättigt begaben wir uns um kurz vor 22 Uhr ins Bett und freuten uns aufs hoffentlich bessere Wetter morgen.

Schottland 2019 – Tag 4 – 259 km – Sandhead Bay

Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßten uns, als wir um kurz vor 7 Uhr aus dem Zelt krabbelten. Jetzt galt es wieder einen Rhythmus zu finden. Frühstück machen und Sachen packen. Wir brutzelten uns Rühreier auf dem Kocher und tranken warmen Tee. Dann musste das ganze Zeugs wieder auf die Moppeds. Unsere Platznachbarn staunen nicht schlecht wie klein mancher Gegenstand (z.B. die Helinox Stühle) verpackbar ist. Schnell noch Zähne geputzt und dann waren wir um 10:30 Uhr auch schon startklar…. 3,5 Stunden für wach werden, Frühstück und packen… da muss noch bisschen Öl ins Getriebe.

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Wir fuhren auch heute wieder kleine und kleinste Straßen. Ich hab gestern ganz vergessen zu erwähnen, dass wir schon das erste „Castle“ gesehen haben. Die Eintritte für einen alten Steinhaufen sind ganz schön ordentlich und würden sich gewaltig aufsummieren wenn wir in alle alten Festungen oder Schlösser rein wollten. So werden wir die meisten wohl nur von außen bestaunen. Heute stand das Drumlanrig Castle als erster Poi auf dem Plan. Die Zufahrt zum Schloss ist schonmal imposant. Allerdings wurde uns auch gleich erklärt, dass das Gebäude heute geschlossen ist und nur die Gärten besichtigt werden können. Das schenkten wir uns und suchten uns lieber im Wegfahren noch einen anderen interessanten Blickwinkel aufs Gebäude.

Mit Dumfries hatten wir auch heute wieder eine größere Stadt zu durchqueren. Der Linksverkehr lief inzwischen schon viel besser, aber in Städten erforderte es immer noch 110% Aufmerksamkeit, um keinen Fehler zu machen. Wir fuhren an einer Bäckerei vorbei und dachten uns später, dass wir hätten halten sollen um zu gucken was es hier so an Auswahl gibt. Zu spät…
Der nächste Poi war Caerlaverock Castle, die Ruine einer ehemaligen Wasserburg. Vom Wasser sieht man nichts mehr und der Anblick vom Parkplatz aus regte uns nicht dazu an, Eintritt zu bezahlen und so ging es nach einem Müsliriegel gleich wieder weiter. Erstmal zurück nach Dumfries um uns dann wieder mit einem Schwenk an die Küste in Richtung Westen zu bewegen.
In New Abbey stoppten wir spontan an der Ruine der Sweetheart Abbey und nutzten den kostenlosen Zugang, um uns diese ein wenig anzugucken. Im Souvenirshop und Imbiss nebenan erstand ich zwei lokale Süßwaren… beim Biss in das erste Stück meinte ich, ein überdimensionales Aftereight mit Haferflocken im Mund zu haben… Gut ist was anderes… aber wenigstens war das zweite Teil (Chocolate & Fudge) nach unserem Geschmack. Im Weiteren Straßenverlauf habe ich bei der Planung wohl ein glückliches Händchen gehabt. Zahlreiche andere Motorradfahrer bestätigten, dass es sich wohl um eine sehr beliebte Strecke handeln muss. Kurve an Kurve fuhren wir uns in eine Art Rausch und nahmen fast nichts mehr neben der Strecke wahr.

In Newton Stewart tankten wir die Motorräder auf und deckten uns in einem Coop mit Lebensmitteln und Getränken für den Abend ein. Nun ging es noch ein Stück auf der A75, einer Mainroad, relativ zügig und gerade dahin, bis wir in der Sandhead Bay einen 5-Sterne Campingplatz (Sands of Luce) sahen, wo wir uns für die Nacht einquartierten. Man sollte sich den Platz aber vorher doch mal ansehen. Die 5 Sterne bezogen sich wohl eher auf die in schier unendlicher Anzahl vorhandenen Mobilehomes. Das „Wild-Camping“ Areal am letzten Ende des Platzes ist nicht sehr einladend. Aber wir waren hier in Sichtweite zum Meer, hörten das Rauschen der Brandung und wir waren komplett alleine!
Also doch nicht so schlecht wie auf den ersten Blick.

Nachdem wir uns einen Couscous Salat mit Thunfisch gemacht und vertilgt hatten, gingen wir noch eine Runde am Strand spazieren. Punktgenau als wir uns ins Zelt zurückzogen setzte der angekündigte Regen ein und uns wiegte das Trommeln der Tropfen auf der Zeltplane, gepaart mit dem Rauschen der Brandung in den Schlaf.

Schottland 2019 – Tag 1-3 – 665km, 21km, 254km – Amsterdam, Fähre, Moffat

Es geht mal wieder los. Dran geglaubt hab ich die letzten Wochen nicht immer. Hat uns doch meine 1000er ein bisschen Sorgen bereitet. Sämtliche Lager der Federbeinumlenkung hinten waren defekt, das Federbein selbst verliert Öl und bei den Reparaturarbeiten ging dann auch noch so einiges schief. Aber just in time wurde alles fertig bis auf das neue Wilbers Federbein, das wird erst nach dem Urlaub verbaut. Falls sich mal jemand überlegt die Nadellager der Federbeinumlenkung selbst zu wechseln… das ist die Nerven nicht wert! Die Lager haben den neuen Lagerinnenausziehern von Kuko standgehalten und erst eine völlige Zerstörung der Lagerschalen mit Hilfe des Dremels führte zum Erfolg!
Donnerstag der 20.06. ist in Bayern ein Feiertag was uns sehr zu Gute kam, da wir diesen und den Brückentag zum Urlaub addieren konnten und so etwas mehr Luft hatten. Ich hab dann spontan am Mittwoch auch noch frei bekommen, so dass ich in Ruhe schonmal alles zusammensuchen und die Bude in Ordnung bringen konnte, während Anja noch auf der Arbeit saß.

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Donnerstag früh um kurz nach 9 Uhr ging es dann los. Bis Würzburg über Land und dann ab auf die Autobahn nach Amsterdam. Langweilig ist das Gegurke ja schon. Aber was will man machen? Zwei Tage alleine schon für die Anfahrt zur Fähre opfern? Nein danke. Wir hatten uns über Booking.com eine Unterkunft in Laufreichweite zur Zaanse Schans gesucht. Ein historisches Freilichtmuseum welches durch die Grachten (Kanäle) und Windmühlen geprägt ist. Hier wollten wir ein wenig fotografieren und uns auf die Reise einstimmen. Unsere Unterkunft (Bed and Breakfast De mallemolen) war so ein richtiges „Tiny House“ ganze drei Räume gibt es in dem Gebäude. Zwei Gästezimmer und eine Gemeinschaftsküche. Wir teilten uns die Unterkunft mit einem anderen deutschen Pärchen. Den Abend verbrachten wir mit Essen gehen und fotografieren. Die Spiegelungen der Windmühlen und die Ruhige Stimmung hatten es nicht nur uns angetan. Man merkte auch sofort dass wir in Holland sind. Die Gruppe italienischer Fotografen neben uns chillte beim „knipsen“ bei einem Joint.

Den Wecker um 3:55 Uhr machten wir aus und beschlossen den Sonnenaufgang nicht zum Fotografieren zu nutzen. Wir sind schließlich im Urlaub. Dafür gab es dann noch ein bisschen lokale Schokolade auf dem Weg zur Fähre. Die Kakao Fabrik neben unserer Unterkunft hatte uns mit dem angenehmen Duft schon lange genug gequält. Um 12 Uhr kamen wir am Fährterminal an und reihten uns in die Wartenden ein. 13 Uhr Check-in und um kurz nach 14 Uhr begann das beladen. Bei DFDS Seaways bekommt man einen Satz Spanngurte pro Motorrad geschenkt, sprich man darf diese nach der Überfahrt behalten. Das hat gleichzeitig den Charme, dass man nagelneue Spanngurte bekommt und keine uralten, dreckigen benutzen muss. Die Moppeds waren schnell verzurrt und wir in der Kabine erstmal duschen. Dann ab aufs Deck und noch bisschen in der Sonne hocken bis wir ablegten. Sobald wir den Hafen verlassen hatten (kurz nach 18 Uhr) begaben wir uns wieder in die Kabine und machten uns endlich mal über ein wenig Routenplanung. Eine Stunde später fielen mir dann beim Lesen die Augen zu und Anja drehte nochmal eine Runde über Deck bevor auch sie früh zu Bett ging. Die Nacht verlief ruhig und wir wachten gut ausgeruht aber mit Rückenschmerzen (verfluchte Matratze auf der Fähre) um kurz nach 6 Uhr auf. Zum Frühstückbuffet waren wir dann die ersten und konnten die Ruhe vor dem großen Ansturm noch etwas genießen.
Im Vergleich mit der Mobyline Fähre vorletztes Jahr (Sardinien – 2 Stunden auf dem Gepäck im Treppenhaus sitzen!) war die DFDS Seaways genial organisiert. Es kam der Aufruf dass Deck 3 zu den Fahrzeugen soll und wir konnten direkt mit dem Gepäck durchgehen, aufpacken und die Fähre verlassen.

Jetzt begann das Abenteuer LINKSVERKEHR!!! Unglaublich was der Mensch doch für ein Gewohnheitstier ist. Die Fahrt durch Newcastle war die Hölle. Jeder Ablauf an einer Kreuzung ist so ganz anders! Man muss höllisch aufpassen was man tut und wo man hinfährt, da blieb nicht viel Zeit sich umzusehen. Noch schnell an einem ATM gestoppt und ein paar Pfund gezogen – ich kam mir vor wie ein Bankräuber – lauter kleine unsortierte Scheine. Sobald wir Newcastle hinter uns gelassen hatten wurde es einfacher mit dem Verkehr. Lediglich in Kurven gab es manchmal noch Schreckmomente wenn plötzlich auf der rechten Fahrbahn ein Fahrzeug entgegenkommt. Man selbst braucht einen Moment um zu begreifen, dass man ja nicht auf Kollisionskurs ist, da man links fährt.

Der erste Tag lieferte genau das Bild von Schottland was wir erwartet hatten. Grün, hügelig, Wiesen wechseln mit Wäldern, einsame große Landhäuser, viele Schafe und wenig Verkehr. Am Anfang noch viel gerade aus, im Verlauf des Tages immer kurvigere Strecken. Was uns auffiel, in Schottland ist alles entweder von einer Mauer oder einem Zaun umgeben. Das Anhalten auf den schmalen, oft nur einspurigen Sträßchen war schwierig und so machten wir nur wenige Fotostopps. Wir kamen schon an einigen „Löchern“ (Seen) vorbei und sahen immer wieder Leute beim Wildcampen. Das Wetter war super, auch wenn die Temperaturen relativ frisch waren. Wir kamen gefühlt etwas langsamer voran als wir gedacht hatten und so suchten wir uns gegen 16:30 in Moffat nach dem Tanken eine Einkaufsmöglichkeit und steuerten dann den großen Campingplatz an.

Hier fanden wir ein Plätzchen auf feinstem „englischen“ Rasen und schlossen sofort Freundschaft mit einem schottischen Pärchen, welches fasziniert war was man so alles auf einem Motorrad transportieren kann. „Lovely“ wird mein neues Lieblingswort. Überhaupt bin ich mal wieder begeistert von der „politeness“ der Nativespeaker hier. Apropos Politeness: Wir hatten heute auf einem Parkplatz ein Auto gesehen welches keinen Parkschein hatte. Überall auf der Welte würde man wohl einen Strafzettel bekommen oder gar abgeschleppt werden. Nicht so hier, es hing ein Hinweis am Fahrzeug:
„Reminder to pay for parking notice. Thank you for visiting Kielder Water & Forest Park, we hope you have enjoyed your time with us. We are sorry to notice that you haven’t paid your car parking fee and would aks that you purchase a parking ticket.“
Ich liebe diese Umgangsformen!!!

dav

Nachdem wir uns auf dem Kocher Nudeln mit Spargel, Champignons und Tomaten in einer Frischkäsesoße gebrutzelt hatten, ließen wir den Tag im Campingstuhl ausklingen und freuen uns schon morgen an die Westküste Schottlands zu kommen. Mal sehen ob wir dort auch wieder so einen netten Campground finden.

Ein Güldenes Oktoberwochenende im Karwendel

Der wunderschöne Herbst dieses Jahr lud uns ein noch einen kleinen Ausflug in die Berge zu machen. Zu dritt sollte es auf den Weg gehen um ein (neudeutsch) “Microadventure” zu erleben.

Am Freitag dem 5.10. fuhren Anja, meine Omi und ich, mit einem kleinen Stop in der Schaukäserei in Ettal, mit dem Auto per Bundesstrassen nach Klais und quartierten uns im Berghaus Alpenland ein. Super Ferienwohnungen die alle (bis auf eine Stufe) ebenerdig sind. Schnell das Gepäck ausgeladen und dann nochmal auf einen Sprung los zum 5 Minuten entfernten Geroldsee (Wagenbrüchsee). Hier kann man zum einen gut parken und nach den 4 Stunden sitzen im Auto noch einen kleinen Spaziergang einlegen. Anja und ich haben dabei das eine oder andere Foto gemacht während wir zu dritt den Sonnenuntergang und das Alpenglühen genossen.

Den Abend schlossen wir dann mit dem Käse welchen wir gekauft hatten und einigen Runden Rummykub ab. Der Samstag Morgen trotzte den Wettermeldungen und begrüsste uns mit Kaiserwetter. Während dem reichhaltigen Frühstück in der Ferienwohnung lugten wir immer wieder aus dem Fenster und freuten uns über den Ausblick auf die Berge.

Nach dem Frühstück packten wir die Fotos und fuhren nach Mittenwald zur Karwendelbergbahn um uns auf 2244m zu begeben.  Nachdem wir den Ausblick von der Bergstation genossen (dieser ist allerdings finde ich recht beschränkt) und die Ausstellung angeschaut hatten standen wir dann vor dem Rundweg, welcher uns einen Blick auf die andere Seite in Richtung Österreich ermöglichen sollte.
Schritt für Schritt und immer wieder die Aussicht genießend arbeiteten wir uns dann zum Blick nach Österreich hoch.

Es gibt Momente im Leben die sind einfach unbezahlbar und das ist wenn du einem lieben Menschen ins Gesicht schaust und ihn einfach nur Strahlen siehst! Als wir auf ca. 2300 Metern endlich über den Karwendel hinweg nach Österreich blickten war meine Omi glaube ich der glücklichste Mensch der Welt und Megastolz dass sie das nochmal geschafft hat. Sie hätte das niemals geglaubt nochmal in die Berge zu kommen geschweige denn auf diese Höhe!

Den Nachmittag beschlossen wir dann nach einem kurzen Stopp am Walchensee mit einer entspannten und ruhigen Schifffahrt auf dem Kochelsee, bevor wir noch in Block’s Post in Krün zum Abendessen gingen. Der Tag hat hungrig gemacht. Schweinshaxen waren genau das richtige für uns nach der “Besteigung” (Befahrung) des Karwendel.

Nach den Anstrengungen des Samstags wollten wir auf dem Heimweg noch ein bisschen Entspannung einbauen. In Ettal machten wir nochmals halt um eine kleine Runde durchs Kloster zu drehen und uns mit Käse für zuhause einzudecken. Danach ging es nach Bad Wörrishofen in die Therme und wir enstpannten die Beine im warmen Wasser. Gegen 18 Uhr am Sonntag waren wir dann mit vielen frischen Erinnerungen von unserem “Microadventure” wieder daheim

Outdoor Lesertest – Primus Kuchoma Grill Event mit Markus Sämmer

Am 03. August lud die Zeitschrift Outdoor und der Kocherhersteller Primus zu einem besonderen Event ein. Der neue Gasgrill Kuchoma sollte unter Anleitung von Spitzenkoch Markus Sämmer (The Great Outdoors) auf Herz und Nieren getestet werden. Markus Sämmer welcher selbst ein begeisterter Outdoor Koch ist kommt aus der Münchner Spitzengastronomie und betreibt inzwischen ein Catering Unternehmen. Er hat zwischenzeitlich bereits zwei Kochbücher veröffentlicht, welche sich ganz klar dem Kochen draußen außerhalb von beschränkenden Küchenmauern widmen.

Nachdem alle Teilnehmer am Brombachsee eingetroffen waren und sich mit kalten Getränken und einem kleinen Happen gestärkt hatten startete das Event mit einer kurzen Begrüßungsrunde. Gerald (Vertrieb Primus Deutschland) stellte kurz die Produktpalette von Primus von Kochern über Thermoskannen bis hin zu Besteck und allem was die Outdoorküche so braucht vor. Karsten (Zeitschrift Outdoor) gab einen kurzen Abriss über die Auswahl, welche der Motor Presse Stuttgart Verlag im Repertoire hat, bevor dann Markus die Regie übernahm und uns kurz das Menü vorstellte. Dieses sollten wir dann in drei Gruppen (Vor-, Haupt- und Nachspeise) aufgeteilt zubereiten.

  • Vorspeise: auf Eichenholzplanken geräucherter Lachs an einem Melonen Feta Salat
  • Hauptgang: Dry Aged Entrecote als Tagliata an einem Ratatouille und Rosmarin Kartoffeln
  • Nachspeise: Pfirsichhälften mit Amarettini Füllung und Eis

Ich durfte mich an der Zubereitung des Hauptganges beteiligen. Wir schnappten uns Messer, Schneidbretter, Töpfe und unsere Kochzutaten und gingen direkt daran die Vorbereitungen zu treffen. Alles schneiden und anrichten so dass wir später zügig zubereiten können. Zwischendurch ergaben sich auch kurze Pausen so dass wir die Stand Up Paddle Boards des benachbarten Verleihstandes testen konnten. In Kochschürze auf dem See unterwegs sieht auch ganz witzig aus.

Nachdem die Vorbereitungen beendet waren wurde der Lachs für die Vorspeise auf gewässerten Eichenholz Planken im Primus Kuchoma für 12 Minuten geräuchert. Nach dem Anrichten war dann Genießen angesagt. Eigentlich  hätte ich keinen weiteren Gang mehr gebraucht. Der Lachs in Kombination mit dem leichten Sommersalat hatte meine Geschmacksknospen bereits vollständig befriedigt.

Bei der Zubereitung für den Hauptgang gab es dann einiges an Infos von Markus was man falsch bzw. wie man es richtig machen kann. Das Ratatouille war bereits soweit fertig. Die Kartoffeln hatten wir bereits vorgekocht so dass sie nur noch im Ölivenöl und Rosmarin geschwenkt geschwenkt werden musste. Das Entrecote verbannten wir zum anbraten auf den Grill. Dieser blieb geschlossen und wurde nur zum Wenden kurz geöffnet. Dann die Flamme aus und noch nachziehen lassen. In Streifen aufgeschnitten und mit Zitrone, Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt wurde das Fleisch auf dem Ratatouille gebettet serviert. Die Geschmacksnerven wurden aufs neue gefordert und vollständig befriedigt. Es war einfach nur #Foodporn

Die Nachspeise in Form der gegrillten Pfirsichhälften mit Füllung und dem Eis dazu rundeten das Geschmackserlebnis dann endgültig ab. Eine Kleinigkeit hätte ich nun fast vergessen. Für einen anwesenden Vegetarier wurde zwischendurch schnell noch ein Pfifferling Risotto gezaubert, welches manche Teilnehmer als Zwischengang genossen.

Der eigentliche Star der Veranstaltung sollte ja der Primus Kuchoma sein. Er geriet allerdings bei dem wundervollen Essen ein wenig in den Hintergrund. Ein Gasgrill mit kleinem Packmass, beschichtetem Grillrost aus Aludruckguss, einer super regelbaren Temperatur und der Möglichkeit sowohl kleine Schraubkartuschen als auch große Gasflaschen anzuschließen. Für den Outdoorkoch ist er meiner Meinung nach nur geeignet wenn er eine entsprechende Transportmöglichkeit hat. Auf dem Motorrad mal für einen Nachmittag am See würde er ins Topcase passen. Mit dem VW Bus beim Campen ist er perfekt. Zum Wandern oder auf die große Motorradtour wird ihn niemand mitnehmen. Außerdem wäre noch die Möglichkeit gut Zutaten fürs Grillen zu Kühlen. Die Handhabung des Gerätes ist total easy, genauso wie die Reinigung nach dem Grillen. Gerald hat uns auch noch den Tipp gegeben dass demnächst die Beschichtung der Aludruckgussgrillplatte noch höherwertiger wird. Es soll dann eine Keramikbeschichtung aufgebracht werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei der Zeitschrift Outdoor, Primus und Markus Sämmer für den lustigen und lehrreichen Nachmittag bedanken, es hat riesen Spass gemacht in dieser Gruppe zu Grillen.

Hier nun auch noch der Artikel der Zeitschrift Outdoor: outdoor-Leser testen den neuen Primus-Grill Kuchoma

Balkantour 2018 – Tag 21 – 437 km – Daheim und Fazit

Der letzte Tag des Urlaubs steht an. Das Aufstehen ist zäh, aber das Frühstück entschädigt dafür. Das Gasthaus Jägerhof ist absolut ruhig am Rand von Mallnitz gelegen. Nur ab und an hört man mal einen Zug vorbeifahren. Wir lassen uns das Frühstück ganz in Ruhe schmecken und packen noch viel ruhiger unsere Sachen zusammen. Knapp 400km Bundesstraßen stehen heute an um nach Hause zu kommen.

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Aber bevor wir Gas geben können steht die Bahnverladung in Mallnitz an. Wir fahren pünktlich zum Bahnhof und dürfen als erste auf den Zug. Das Personal verzurrt die Motorräder während wir uns in den Waggon setzen. Nur wenige Minuten später fahren wir auf der anderen Bergseite in den Bahnhof in Böckstein ein und fahren die Motorräder wieder vom Zug. Bei Schneizlreuth überqueren wir die Grenze nach Deutschland und unsere Laune lässt immer mehr nach. Irgendwie geht es uns jedesmal gleich wenn wir von einer Reise nach Deutschland zurück kommen. Der Verkehr in der Heimat nervt! Man freut sich dass man endlich wieder 100km/h fahren darf und vom Fahrbahnzustand her auch könnte, aber der Verkehr in Deutschland ist einfach nur Krieg. Kurz vor Traunstein schauen wir uns beide an und entscheiden dass wir für den restlichen Heimweg die Autobahn nehmen. Hier kann man sich noch halbwegs in den Verkehrsfluss einordnen und mitschwimmen. Der restliche Weg ist dann unspektakulär.

Nach 5700km durch 13 Länder rollen wir wieder durchs Gartentor und werden von unserer Familie mit einem angeschürten Grill erwartet. Der Kopf ist wiedermal voll mit Eindrücken und wir haben einige tolle Leute kennengelernt. Unsere Meinungen über manche Länder wurden durch Wissen ersetzt und wir wurden einigemale echt überrascht. Alle Unterkünfte welche wir uns in der Regel mit 24 Stunden Vorlaufzeit über Booking.com gesucht hatten waren Klasse und wir können sie definitiv weiterempfehlen.

Hier noch eine Auflistung der Unterkünfte in der Reihenfolge in der wir sie besucht hatten:

Noch ein paar kurze Worte zur Reiseroute. Der Weg über Österreich nach Ungarn an den Balaton war für uns nur Anreise. Bis Österreich war uns die Strecke bereits bekannt. Der Plattensee ist in unseren Augen kein lohnenswertes Ziel. Der Weg vom Balaton nach Serbien rein ist auch noch relativ öde. Ab der Strecke an der Donau entlang in Serbien war es dann echt reizvoll! Die Vila Dunavski Raj ist un seine extra Empfehlung wert da Mina und Ihre Eltern sich hier unwahrscheinlich um ihre Gäste bemühen.  Serbien an der Donau entlang und dann weiter im östlichen Teil in Richtung Süden zu fahren war definitiv eine gute Entscheidung. Die Landschaft hier ist einfach der Hammer. Unser Abstecher in den Kosovo hat uns davon überzeugt wieder zu kommen! Hier müssen wir definitiv noch mehr Zeit verbringen. Mazedonien hat uns ebenfalls in seinen Bann ziehen können und auch hier gibt es eine besondere Empfehlung für das Hotel Korab Trnica. Perfekte Lage und super Essen! Griechenland werden wir wohl mal mit der Fähre angehen müssen um etwas mehr Zeit zu haben. Auf dieser Reise war hier unser Wendepunkt. Hier haben wir die einsamsten Strecken auf der Reise gefunden. Das Hotel Kristal in der nähe von Ksamil in Albanien war eine goldrichtige Wahl um einen Tag Pause zu machen. Ein kleiner Familienbetrieb der viel Wert auf Qualität legt und das etwas abseits vom Trubel in Ksamil. Die Streckenwahl um in den Norden Albaniens zu kommen würden wir evtl ein wenig anders machen. Der Weg nach Durres war etwas eintönig. Der Weg von Durres zum Komanstausee allerdings war erste Sahne uns wir würden ihn wieder exakt genau so fahren. Auch die Überfahrt über den Komansee empfehlen wir klar in dieser Richtung. Es war einfach entspannt vom Hotel zur Fähre in 20 Minuten zu fahren und dann den Rest des Tages in Shkodra zur Verfügung zu haben. Wenn man die Runde andersrum fährt und die Trageti Alpin als Fähre wählt. Dann kommt man erst so gegen 16 Uhr in Fierza an. Maxmoto war etwas früher im Jahr auf dieser Strecke unterwegs. Bei ihm fuhr die Trageti Alpin noch früh ab Komani und Nachmittags ab Fierza. Das Red Bricks in Shkodra ist ein Muss wenn man in dieser Stadt verweilt! Montenegro hat unsere Erinnerungen an 2015 perfekt aufgefrischt und den Drang geweckt wieder zu kommen. Vielleicht dach einmal mit leichteren Maschinen und noch ein wenig mehr Offroad 😉 Unser kurzer Abstecher nach Dubrovnik hätte nicht sein müssen, aber wenn man schonmal Jahrestag hat und die Frau Geburtstag hat dann muss es auch was besonderes sein und da war das Restaurant Horizont . Wir waren ja 2015 bereits ausführlich hier, aber dieser Kurzbesuch hat definitiv auch Spass gemacht. Der eigentliche Heimweg hat uns dann ein wenig ins Hinterland Kroatiens geführt, so dass wir Boris und Gordana im Apartment Ada kennenlernen durften. Die beiden sind alleine schon ein Grund hier mal wieder vorbeizufahren! Eine super Unterkunft! Die Tropfsteinhöhle in Postojna hat uns im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet. Es ist unglaublich was unsere Natur zu bieten hat. Den Mangart werden wir irgendwann auch noch bezwingen und der Rest des Weges war dann mehr oder weniger nur noch absitzen. Wir würden es zu 98% wieder so machen. Manche Plätze erfordern einfach mehr Zeit und Ruhe um sie intensiver zu erkunden.

Balkantour 2018 – Tag 20 – 287 km – Mallnitz

Das Frühstücksbuffet des Hotels hätte uns fast wieder in ein Fresskoma gestürzt. Wir haben super geschlafen, es ist nicht zu warm heute morgen, aber die Sonne scheint. Der blaue Himmel weckt die Lust zu fahren. Just in time um 10:00 Uhr checken wir aus und begeben uns auf den Weg zur Predjama Höhlenburg.

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Der Weg dorthin hat schon die ersten schönen Kurven für uns parat. An der Burg ist großes Geschrei angesagt. Eine Schulklasse und eine Kindergartengruppe wetteifern wer mehr Lärm machen kann. Wir suchen uns schnell zwei – drei schöne Blickwinkel und dann fahren wir wieder. Das ist uns zu Laut und hektisch hier.

Ein paar km geht es wieder zurück bevor wir abbiegen und uns wieder an Flüssen orientieren. Zuerst an der Idrijca entlang und später an der Soca. Slowenien ist uns gut bekannt und wir lassen es fliegen. Naja fast – einige Baustellen bremsen uns aus. Die Flusstäler sind einfach schön. Ich hab allerdings Probleme mit den Gedanken den Moment einzufangen. Immer wieder schweif ich ab und bin schon zu Hause und plane was die nächsten Tage passieren muss. Noch bin ich aber in Slowenien und sollte die Zeit hier genießen.