Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 4 – 385km

Der Tag der Abreise. Wenn man nur 5 Tage Zeit hat, um mal schnell ans Meer zu fahren, dann muss man leider nach nur einem Tag am Meer schon wieder den Rückweg antreten. Nach einer milden Nacht holte uns der Wecker um 7 Uhr aus dem Schlaf. So langsam hatte sich der Körper wieder an Schlafsack und Isomatte gewöhnt und heute hätten wir gefühlt noch 5 Stunden schlafen können. Die Bilder vom gestrigen Sonnenuntergang noch im Kopf kamen wir nicht so richtig in die Gänge. Wir wollten vor dem Frühstück schon einiges zusammenpacken und so legten wir los. Um 8 Uhr machte der Laden am Campingplatz auf und wir deckten uns nochmals mit Brot, Aufstrich und Salami ein. Die gewohnten Rühreier brutzelten auf dem Kocher und wir genossen die letzten ruhigen Minuten. Nochmal ein Bild auf die Webcams vom Felbertauern – was ist denn das? Nord und Südseite komplett weiß. Heute Nacht hatte es geschneit. Na da sind wir mal gespannt, wie es heute Nachmittag dort aussieht.

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Nach dem Essen das restliche Zeugs gepackt, noch kurz vom Meer verabschiedet und dann ab auf die Straße. Noch einige wenige Kilometer Kroatien, dann kurz mit Tankstop durch Slowenien. Eine Bäckerei durfte uns noch zwei Burek verkaufen. Und schon waren wir in Italien. Genauer gesagt in Triest. Und zwar mittendrin im italienischen Stadtverkehr. So als Deutscher der den Straßenverkehr im Heimatland gewohnt ist, wundert man sich immer wieder wie wenig hier eigentlich passiert. Scheinbar völlig chaotische Zustände (ja ich weiß aus Erzählungen dass es noch deutlich schlimmere Länder gibt) funktionieren hier einfach. Rote Ampel? Völlig egal, einfach drüber. Fahrspuren? Fehlanzeige, irgendwie kommt man schon durch. Nun ja, zu dritt auf zwei Motorrädern erforderte es ein wenig Gewöhnung und erhöhte Aufmerksamkeit hier unbeschadet durchzukommen.

Wir fuhren noch ein wenig am Golf von Triest entlang, bis kurz vor Monfalcone, dann bogen wir ab in Richtung Udine. Die Landschaft hier ist eher als langweilig zu bezeichnen. Das schönste war der Blick auf die Berge vor uns, denen wir uns unaufhörlich näherten. Dunkle Wolken hingen über Ihnen und verheißen nichts gutes. Noch aber hatten sie Zeit sich zu verziehen. Udine umfuhren wir großzügig und richteten uns nun nach Tolmezzo aus. An einer Tankstelle legten wir noch eine Pause ein, um die Burek zu verdrücken. So gestärkt querten  wir den Tagliamento und fuhren am Lago di Cavazzo entlang.

In Tolmezzo mussten wir einen Verkehrsunfall zweier Autos umgehen und folgten danach dem Fluss But. In den Bergen geben die Täler den Weg vor. Langsam ging es auch ein wenig höher. Der Plöckenpass / Passo di Monte Croce Carnico brachte uns auf einer Höhe von 1357m über die Grenze nach Österreich. Die dunklen Wolken hatten sich komplett verzogen und wir fuhren unter blauem Himmel dahin. Schnell ging es wieder einige Höhenmeter hinab und wir folgten erst der Drau und dann der Isel, um uns dem heute höchsten Punkt zu nähern, dem Felbertauerntunnel. Hier lag heute morgen noch frischer Schnee. Bei unserer Ankunft am Felbertauern gegen 17 Uhr war davon auf der Südseite nichts und auf der Nordseite fast nichts mehr zu sehen. Wir hätten noch einige Höhenmeter mehr überwinden müssen um eine geschlossene Schneedecke wie am Morgen vorzufinden.

Über Mittersil und Kitzbühel ging es vorbei am Skigebiet Wilder Kaiser im Brixental. Das Tagesziel rückte in greifbare Nähe. In Kufstein kauften wir in einem MPreis ein, um uns mit Gösser Kracherl und Ringo einzudecken. Die letzten Kilometer nach Vorderthiersee zum Campingplatz Hiasenhof zogen sich gefühlt nochmal ein wenig. Der See liegt ruhig in seinem Talkessel. Kurz nach Ankunft am Platz fing es an, ein wenig zu nieseln. Schnell stellten wir die Zelte auf, nur um festzustellen, dass es direkt nachdem sie standen aufhörte zu regnen. Der Abend war bereits fortgeschritten und es wurde zunehmend kühler. Erst recht, wenn man vom Mittelmeer kommt. Die Mädels bereiteten das Abendessen zu, während ich nochmals ein wenig mit den Graufilter vor der Kameralinse am See spielte. Das warme Essen tat gut nach diesem anstrengenden Tag. Die Nacht würde kühl werden und so kuschelten wir uns nach dem Essen schnell in die Schlafsäcke, um morgens fit für den endgültigen Heimweg zu sein.

 

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 2 & 3 – 313km

Die Kühle der Nacht noch in den Knochen begrüsste uns der zweite Tag unserer Reise wieder mit bomben Wetter! Blauer Himmel und Sonne lockten uns schnell aus dem Zelt und machten das Frühstück gleich viel angenehmer. Rührei vom Benzinkocher, dazu Toasties und Brioche mit Marmelade. So gestärkt packten wir die Zelte und starteten in die zweite Etappe. Heute standen Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien auf dem Programm. Und zum Tagesabschluss noch das Wichtigste: Unsere Ankunft am Meer.

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Wir folgten der Möll, welche in die Drau übergeht. Ein Fluss ist immer ein Garant für Kurven. So auch hier. Nach knapp 100 km Kurvenhatz in den Bergen, überquerten wir die erste Grenze des Tages. An Italien wollten wir uns aber erst gar nicht gewöhnen, verließen wir das Land doch direkt wieder über den Passo di Predil. Der größte Anteil des heutigen Tages sollte durch Slowenien gehen. Angefangen mit dem Triglav Nationalpark. Den Vrsic Pass hatten wir bewusst ausgelassen, da die Höhe noch Schnee versprach, welchen wir meiden wollten. Ein kurzer sehnsüchtiger Blick zum Mangart zeigte, dass dieser noch gesperrt ist. Später sollte ich noch lesen, dass er nach 4 km Fahrtstrecke tatsächlich unpassierbar für Kräder ist. Gut, dass wir es nicht versucht haben. Inzwischen zum dritten mal hier vorbeigefahren und das Wetter oder die Schneelage verhindern das befahren. Aber das werden wir irgendwann noch nachholen.

Den Triglav Nationalpark verlassen wir entlang der Soca. Ein Fluss, der uns immer wieder mit seiner Wasserfarbe in seinen Bann zieht. Schon einige Male folgten wir seinem Lauf, daher kamen uns die Straßen bereits wohlbekannt vor. Srpenica, Kobarid und Tolmin ließen wir zügig hinter uns und eilten gen Nova Gorica. Hier verabschiedeten wir uns von der Soca und drehten nochmal ab, um parallel zum Meer weiterzufahren. Triest und die Italienische Küste wollten wir uns für den Rückweg aufsparen. Der nächste Wendepunkt kam mit erreichen der A1. Entlang dieser nahmen wir nun endlich das Salzwasser ins Visier. In Koper, der einzigen Seehafenstadt Sloweniens, kam die Adria zum ersten mal in Sichtweite und führte zu unruhigem Zappeln auf meinem Soziusplatz. Ein paar wenige km galt es allerdings noch auszuhalten. Ein Stück unterhalb von Umag  kamen wir gegen 16:30 auf dem Campingplatz Finida Umag an. Bevor die Zelte aufgeschlagen wurden, musste erstmal das Meer angefasst werden. Ein moderner, sehr gepflegter Platz erwartete uns. 

Schnell beide Zelte aufgestellt und in Badesachen geworfen. Ja richtig, Mai – Pfingsten – Adria – Baden. Wenn man schon am Meer ist, dann muss man auch rein. Der erste Versuch direkt am Hauptstrand des Campingplatzes lies Ernüchterung aufkommen. Nicht wegen der Temperatur, die war überraschend angenehm, sondern wegen dem Untergrund. Dieser erinnerte eher an einen Badesee. So wanderten wir erstmal ein Stück und starteten einen zweiten erfolgreichen Versuch.

Glücklich und zufrieden futterten wir uns nach einer heißen Dusche durch unsere Vorräte. Experimentierfreudig wollten wir mal versuchen Thunfisch im Öl direkt in der Dose zu kochen. Verfeinert mit ein wenig Kräutern, Zwiebeln und Knoblauch überraschte uns das Experiment derartig, dass wir es zwei Tage später direkt wiederholten. Die Nacht gestaltete sich bei 12 Grad recht angenehm. Und unser Tag am Meer erlaubte uns am Montag in Ruhe auszuschlafen.

Der erste Weg führte uns noch vor dem Frühstück in den kleinen Markt des Campingplatzes, um uns mit frischen Eiern, Weißbrot, Linolada und Salami auszustatten. So konnte das Frühstück kommen. Den ruhigen Tag nutzten wir um die Bucht zu Fuss etwas mehr zu erkunden und das Fotoequipment rauszuholen. So kamen zum ersten Mal die neuen Graufilter zum Einsatz. Ich durfte mit der Technik spielen, die Mädels spielten im Meer und alle waren glücklich.

Mindestens einmal sollte man sich was gönnen und außerdem hat man ein Land erst wirklich bereist, wenn man landestypisch gegessen hat. Also wanderten wir zum Abendessen zur 1,3 km entfernten Gostionica More. Hier wählten wir landestypische Vorspeisenplatten und eine große Fischplatte. Die Bestellung führte dazu dass uns der Kellner aufforderte, an einen größeren Tisch zu wechseln. Wir hätten es ahnen sollen… Hungrig haben wir in Kroatien noch nie ein Lokal verlassen. Die Fischplatte für zwei kam und meine Mädels machten große Augen. 2 Doraden, 2 Wolfsbarsche, 4 Scampi, ein Berg Muscheln, Tintenfischtuben und dazu noch Salzkartoffeln und Mangold schienen unbezwingbar. Ich erbarmte mich und unterstütze sie nachdem ich meinen gemischten Tintenfisch (paniert, gegrillt, gefüllt) verdrückt hatte, nach Leibeskräften. Gemeinsam bezwangen wir den schier unendlichen Berg an Essen. Glücklich und zufrieden machten wir uns auf, den Sonnenuntergang noch am Meer zu genießen, bevor es wieder ins Zelt ging. Morgen früh hieß es wieder packen und es geht ab zurück in die Kälte.

Projekt Flachköpper: Mal schnell nen Tag ans Meer – Tag 1 – 426km

Da Ostern für uns krankheitsbedingt nicht ganz so ideal verlaufen war planten wir eine weitere Testtour für unsere runderneuerte Campingausrüstung. Pfingsten bot sich dank dem verlängerten Wochenende dafür an. Erste Ideen waren schnell erdacht und so wollten wir zu dritt für 5 Tage nach Österreich an den Thiersee fahren. Ein entscheidender Satz sollte diese Planung nochmals ein wenig ändern: “Ich hab noch nie das Meer gesehen.” Das kann man doch nicht so stehen lassen dachte ich mir und so kam mir spontan der 4. Werner Film – “Gekotzt wird später!”  in den Sinn und das Projekt „Flachköpper“ war geboren. Fünf Tage Zeit, zwei Motorräder, zwei Zelte und damit zu dritt mal schnell  für nen Tag ans Meer. Wo fährt man an Pfingsten hin wenn man auch im Meer baden will und nur begrenzt Zeit hat? Richtig: Kroatien!
Die Routenplanung konnte beginnen und es wurde der Campingplatz Finida Umag als Ziel am Meer auserkoren. Das ganze natürlich noch als Überraschung unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit.

Am Freitag vor Pfingsten versammelten wir dann alle Ausrüstungsgegenstände und uns selbst zum gemeinsamen Packen. Die Anspannung der letzten Wochen zeigte sich beim Taschen- und Koffertetris deutlich und führte dazu dass wir das Packen auf Samstag morgen vor der Abfahrt vertagten. Der Wecker holte uns viel zu früh aus dem dringend benötigten Schlaf, aber das Wetter stimmte uns versöhnlich. Die Vorhersagen schwankten in den Tagen vor der Abfahrt doch sehr bedenklich und so waren wir hocherfreut dass es trocken war und die Sonne uns begrüßte. Nach einem kräftigen Frühstück verstaute sich das Gepäck fast schon von alleine und wir konnten endlich aufbrechen um nach Österreich zu fahren (noch war das Endziel ja geheim).

Der erste Tag war, so wie die meisten ersten Tage einer Tour, von Bekanntem geprägt. Erstmal grob in Richtung Landshut und Strecke machen. Anvisiert hatten wir heute die Tauernschleuse zu schaffen. Ab Berching folgten wir wie schon häufiger auf dem Weg gen Süden der B299. Mit dem Motorrad eine angenehm zu fahrende Strecke um zügig voranzukommen ohne Autobahn zu fahren. Den Chiemsee ließen wir rechts liegen und überquerten die erste Landesgrenze bei Schneizlreuth. In Österreich folgten wir der Saalach bis Saalfelden. Das Wetter überrascht uns bisher mit angenehmen Temperaturen und wir kommen dem ersten Tagesziel flott näher. Wir wollen etwas neues versuchen. Bisher haben wir noch nie die Tauernschleuse genutzt um die Berge zu überwinden. Die Fahrzeuge werden auf einen Zug verladen und durch den 8.371m langen Tauerntunnel befördert. Dies hat mehrere Vorteile. Zum einen kommt man ohne Nutzung der Autobahn über die Berge, zum anderen meist ohne Stau (dieses Problem hätten wir an Pfingsten ohnehin nicht) ein weiterer Vorteil ist nicht höher als 1200 m.ü.A. fahren zu müssen und somit die noch winterlichen Witterungen zu meiden. An der Tauernschleuse angekommen waren wir überrascht wie wenig Fahrzeuge wir vorfanden obwohl der Zug in weniger als 15 Minuten fahren sollte. Die Verladung verlief unspektakulär – drauffahren – 1.Gang – Seitenständer – das Personal verzurrt die Bikes – wir setzen uns in den Personenwaggon.

12 Minuten nach Abfahrt kommen wir in Mallnitz an, wo die Entladung genauso easy erfolgt wie die Verladung. Nur noch wenige km trennen uns nach heute gut 400 gefahrenen Kilometern vom Aktiv-Sport-Erlebnis-Camp in Obervellach. Ein Naturcampingplatz mit relativ neuen Sanitäranlagen der idyllisch im Mölltal direkt am Flussufer gelegen ist. Hier schlagen wir zum ersten mal unsere Zelte auf, packen den Kocher aus und genießen ein Gösser Kracherl (alkoholfreies Naturradler). Der erste Tage klingt bei Nudeln aus und es wird Zeit das Geheimnis zu lüften. Auf die Frage warum wir hier nur eine Nacht bleiben folgt kurzes Staunen und dann unbändige Freude. Nach dem anstrengenden Tag liegen wir relativ bald in unseren Schlafsäcken und freuen uns schon auf die noch anstehenden Länder auf unserer kurzen Tour.

Track zum ersten Tag:

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Bamberg – ein Tag zum Eingewöhnen

Der Straßburg-Trip ist lange her und es wird Zeit die letzten Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke einzulösen.
Wir starten unseren Städtetrip nach Hamburg in Bamberg.

Ohne viel Vorbereitung – weil es die Zeit in den letzten Wochen nicht hergegeben hat – fahren wir Samstag Vormittag nach Bamberg. Nur mit einem Plan der Altstadt, auf dem die Sehenswürdigkeiten verzeichnet sind, machen wir uns vom Park+Ride Heinrichsdamm aus auf.

Übrigens: Geniales Konzept!
In diesem Park+Ride steht das Auto sicher außerhalb der Stadt und für insgesamt 4,50 EUR kann man auch gleich noch den Bus 930 bis in die Altstadt nehmen. (Parkgebühr fürs Auto 1,20 EUR und Tagesticket für den Bus 1-5 Personen 3,30 EUR)

Nach den zwei Stationen, die dieser Bus anfährt, steht man mitten am ZOB  – Zentraler Omnibus Bahnhof (nach ein bisschen rätseln, für uns das „Zentrum of Bamberch“ – hört sich gleich nicht so spießig an und man steht wirklich in der Bamberger Altstadt)

Wir schlagen die nördliche Richtung über die Promenadenstraße in die Hauptwachstraße ein und finden uns mitten am Wochenmarkt wieder. Herrlich! Ich liebe es über solche Märkte zu schlendern, die frischen Waren und das regionale und oftmals individuelle Sortiment zu bestaunen.
Schon am Maximiliansplatz finden wir unser Mitbringsel aus Bamberg: einen Kochlöffel aus Olivenholz. A arch scheens Dingerla, wenn auch nicht typisch aus dieser Region.

Weiter geht es über den Grünen Markt und Obstmarkt bis zum Alten Rathaus. Von hier aus schlendern wir durch das Kleine Venedig am linken Regnitzarm entlang. Schnuckelige kleine Häuschen, schmale Gassen, aber alles stets sauber.

Von weitem sieht man das Kloster St. Michel auf dem Michelsberg. Das Wetter ist perfekt, wir gut gelaunt und schon finden wir den kleinen Fußweg, der durch eine alte Holztür von der unteren Sandstraße abzweigt. Auf der Rückseite des Hügels machen wir es uns zwischen blühenden Wiesen und Bäumen in der Sonne zum Picknicken gemütlich.
Auf der anderen Seite geht es über den Benediktinerweg flott wieder nach unten. Dort sind es nur ein paar Meter den nächsten Hügel rauf bis zum Dom.

Hier herrscht ein reges Kommen und Gehen, es ist laut, dunkel und kalt. Da ist man gerne wieder draußen in der Sonne.

Wir statten der Alten Hofhaltung mit ihrem romantischen Innenhof noch einen Besuch ab und laufen an der Neuen Residenz entlang Richtung St. Jakob. So sind wir schon auf dem nächsten der 7 Hügel von Bamberg. Die Pilgerstätte ist zwar hell, aber auch kalt und so verweilen wir gar nicht lange, sondern gehen über die Maternstraße mit Schwung auf den nächsten Hügel: den Kaulberg, auf dem das Karmelitenkloster steht. Eine einladende Kirche, in Gold- und Brauntönen gehalten, warm und ruhig. Die vielen Topfpflanzen und frischen Blumen machen es hier drin gemütlich, allerdings sieht man dem Gebäude den Renovierungsbedarf deutlich an.

Der Einfluss der Kirche ist in Bamberg nicht zu übersehen, es reiht sich Gotteshaus an Gotteshaus. Und doch sind wir es nicht müde, uns alle anzusehen. Es gleicht keines dem anderen.

Auf dem Weg zum Stephansberg machen wir noch Halt an der Oberen Pfarre. Schon außen funkelt sie in der Sonne. Innen kann sie sich fast mit einer Kirche in Rom messen. Alles glänzt golden, ist reich verziert und prunkvoll.

Unser letzter Stopp ist St. Stephan… was soll ich sagen… Wohl fühle ich mich da drin nicht, kalt und leer, fast schon befremdlich und skurril wirkt das Gebäude im Inneren.

Danach tun die Füße langsam weh und wir treten den Rückweg zu unserem Zentrum Of Bamberch an.
Das Wasserschloss Concordia ist noch in meinem Plan verzeichnet und mit einem kleinen Umweg zu erreichen. Es ist in Privatbesitz und die Sicht von außen auf dieses Gebäude hat von Tobi nur die Wertung „Der Hit“ bekommen… (Vorsicht! Ironie!)

Ein bisschen planlos biegen wir links und rechts ab, vorbei am Böttingerhaus bis wir wieder am Alten Rathaus stehen. Von da aus laufen wir zurück zum Grünen Markt und sehen noch die letzten Überreste des Marktes.
Ein bisschen Zeit haben wir noch und der Hunger meldet sich auch. Der Imbisswagen „Crepes mit Charme“ wird getestet. Für Süßes bin ich immer zu haben. Ich entschließe mich für einen „Valencia“ (mit Orangenmarmelade) und Tobi für einen herzhaften „Mykonos“ (Gefüllt mit einer Art Fetacreme und Knoblauch). Und das Ergebnis ist wow! Absolut lecker, abwechslungsreich gefüllt und es wird auch mit der Füllung nicht gespart.

Danach versorgen wir uns noch mit Lebensmitteln und fahren zu unserem Auto zurück.

Bamberg ist zwar von uns zu Hause nicht weit weg, trotzdem haben wir uns ein Hotel gebucht. Hier können wir uns entspannt für unseren Abend in der Brose Arena bei „Planet Erde“ fesch machen und haben danach nur eine 10-minütigen Fahrtzeit bis ins Bett.

Am Sonntag früh brechen wir gut gestärkt nach dem Frühstück Richtung Hamburg auf.
Tobi macht hier abends eine geführte Phototour durch die Speicherstadt bei Nacht, während ich einen kurzen Bericht über das bisher Erlebte schreibe.
Ich bin gespannt, was er erzählt und natürlich, auf die Bilder, die er mitbringt.

Hier noch ein kleiner Überblick über unsere Besichtigungstour:

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Kroatientour 2015 – Tag 21 – 334km – wieder daheim

Der letzte Tag brach an. Wenigstens tat er das mit blauem Himmel. Ein letztes Frühstück im Hotel. Ein letztes Mal die Rollen packen und auf den Motorrädern festschnallen. 21 Tage waren wir nun unterwegs. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, vor allem, weil wir nicht 21 Tage an einem Ort waren, sondern doch ein wenig herumgekommen sind. Um 20 nach 9 waren wir startklar und starteten in die letzte Etappe.

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Zuerst hieß es Salzburg zu durchqueren, da umfahren zu aufwändig wäre. Immer wieder hatten wir aha-Effekte und erinnerten uns zurück an unseren Adventstrip 2013. Die Oberleitungsbusse prägen das Stadtbild, Hohen Salzburg tront über der Stadt im Sonnenlicht und wir stehen im Stau. Am Grenzübergang nach Freilassing fanden lockere Kontrollen durch die Deutsche Bundespolizei statt, wir wurden wie alle anderen, die wir sehen auch einfach durchgewunken. Von der in den Medien groß propagierten Flüchtlingswelle haben wir auf unserer kompletten Reise nicht einen einzigen gesehen. Irgendwie finden wir das ein wenig komisch. Ein Stück geht es noch an der Grenze entlang bevor wir für ein ganzes Stück die B299 als Leitlinie hernahmen. Ab und an verließen wir die Bundesstrasse um ein paar Kurven drum herum mitzunehmen, aber im Großen und Ganzen wollten wir heute zügig vorankommen. Der Herbst hat Deutschland inzwischen fest im Griff, wir haben aber einen tollen Tag erwischt. Der Himmel ist weitestgehend blau, nur ab und an in einigen Niederungen durchquerten wir einige Nebelfelder. Die Strecke ist weitgehend unspektakulär, wir müssen erst wieder einen Blick für die eigene Heimat gewinnen. Unsere Köpfe sind noch voll mit wahnsinnig aufregenden Eindrücken aus Slowenien und Montenegro. Bei diesen Landschaften geht einem ein wenig der Blick für Deutschland verloren.

Eines fällt uns massiv auf. Das Sicherheitsgefühl auf deutschem Asphalt steigt unwahrscheinlich und damit auch die unbewusst gefahrene Geschwindigkeit. Man mümmelt sich bequem in den deutschen Schilderwald und verlässt sich darauf dass vor jedem Schlagloch gewarnt wird. Ein Stück Bundesstrasse, welche auf 80 beschränkt ist und mit einem Schild Strassenschäden gekennzeichnet ist, nehmen wir nicht einmal wahr. Ist doch bester Asphalt 😉

Gegen 16 Uhr kamen wir zu Hause an, aus der Ein Stop Strategie war doch wieder eine Drei Stop Stragie geworden, nachdem wir noch an einem Edeka das Nötigste für den ersten Tag mitgenommen haben. Einen Ausklang für den heutigen Tag liefert uns das A life divided Konzert in Nürnberg, für das wir bereits seit Monaten Karten haben.

3753 km in 21 Tagen klingt nicht so wahnsinnig viel, sind ja im Schnitt nur 178km pro Tag. Wenn man bedenkt dass wir auf dieser Reise allerdings vieles kombiniert haben. Motorradurlaub, 1 Woche Badeurlaub, 2 Tage Städtetrip dann relativiert sich das ganze wieder ein wenig. Bei 12 Fahrtagen sind es dann schon wieder 313km pro Tag die wir vorangekommen sind. Besonders angetan haben es uns die Schluchten in Montenegro. Dieses Land wollen wir definitiv noch intensiver erkunden, außerdem haben wir die Küstenregion komplett außen vor gelassen. Ein besonderes Erlebnis war auch der Regentag in Dubrovnik, welcher es uns ermöglicht hat, die Stadt weitestgehend ohne Kreuzfahrttouristen zu besichtigen. Eines ist uns auf dieser Reise aber wieder einmal besonders deutlich aufgefallen. Wie herzlich und vorbehaltlos die Menschen in den Balkanländern auf uns zugegangen sind. Wie bemüht wir als Gast behandelt wurden. Und wie entspannt das Fahren in anderen Ländern sein kann. Zurück in Deutschland (auch schon in Österreich) kehrt eine Hektik und ein Stressfaktor in den täglichen Umgang mit Menschen ein, welcher uns extrem ermüdend vorkam. Man muss nur in die Gesichter der Menschen blicken und vermisst das allgegenwärtige Lächeln. Die Menschen am Strassenrand welche von Ihrer Arbeit aufblicken und einem zuwinken und einem ihr lächeln schenken.

Eine kleine Besonderheit, die wir aus diesem Urlaub mitgenommen haben, lag unserer Rechnung im Restaurant Nishta in Dubrovnik bei. Eine Smilie Bean, die einen immer daran erinnern soll mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen:


Wir sagen „hvala“ (Danke) für das Erlebte und Danke fürs mitlesen/reisen.

Gesamtstrecke:

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Kroatientour 2015 – Tag 19/20 – 297km – Golling an der Salzach

Mittwoch morgen hatten wir uns den Wecker wesentlich später gestellt, da den ganzen Tag Regen gemeldet war. Wir standen erst um 9 auf und ließen uns beim Frühstück so richtig Zeit. Der Blick aus dem Fenster bestätigte unsere Befürchtung, wir „müssen“ einen faulen Tag einlegen 🙂 wie schrecklich. Es schüttete was runtergeht. Anja begab sich nach dem Frühstück mit dem ebook reader aufs Sofa und ich mich mit dem Laptop in den Sessel. So verbrachten wir nahezu den ganzen Tag. Wir haben es genossen nochmals einfach nichts zu tun. Abends gönnten wir uns nochmal was zu Essen im Restaurant unserer Unterkunft. Aus dem Mengenerlebnis von Dienstag Abend haben wir gelernt und bestellen wesentlich zaghafter. Diesmal konnten wir dann alles aufessen, so dass wir am Donnerstag wieder mehr Glück mit dem Wetter haben sollten. Nach dem Essen dann noch bissl zusammengepackt und ab ins Bett.

Donnerstag früh, der 20ste Tag unserer Reise begann mit dem Wecker um 7:30 Uhr. Um 8 saßen wir beim Frühstück und versuchten durchs Fenster zu erkennen ob es regnet, oder nicht. Die Strasse ist aufjedenfall noch nass. Der Wirt meint es gut mit uns. Weil es kalt war und wir heute ja fahren hat er uns eine Gemüsesuppe mit Kalbfleisch und geräucherter Wurst gekochte… zum Frühstück…zusätzlich zum normalen Frühstück… wir konnten die Massen mal wieder nicht aufessen. Aber wir gaben alles! Nach dem Essen schnell fertig gepackt und die Taschen runtergetragen. Wir gingen zur Tür raus und es fing an zu regnen. Naja gut, dann eben die Membranhandschuhe. Als ich die Motorräder aus der Garage geholt hatte, kam nochmal der Wirt und schenkte uns noch ein T-Shirt. Wir müssen hier nochmals eine Lanze für die Location brechen! Absolute Spitzenklasse!!! Wenn ihr mal Zeit in Slowenien verbringen wollt, unser Tipp: www.cerkno.com

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Bis wir dann tatsächlich endlich losgekommen sind, hatte es fast wieder aufgehört zu regnen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge brachen wir nun endgültig auf in Richtung Heimat. Der restliche Weg durch Slowenien führte uns erstmal wieder auf traumhaften, kleinen Strassen in Richtung Grenze. Der aufsteigende Nebel passte so richtig zur herbstlichen Stimmung. Immer wieder hielten wir an und ich packte die Kamera aus, um zu fotografieren. Die Grenze überquerten wir dann über den Loiblpass. Und direkt nach der Grenze wurden wir „sanft“ daran erinnert, dass wir uns jetzt wieder im „zivilisierten“ Westen befinden. 3 Wochen waren wir nun in Balkanländern unterwegs und hatten auf den Strassen immer eine entspannte Haltung erlebt. Durchweg freundliche Menschen die lächelten und teilweise sogar gewunken haben. Nicht mal 15 Minuten in Österreich und schon bedrängte uns von hinten eine BMW Fahrerin und nicht nur das. Die Gelegenheit vorbeizufahren, welche wir ihr boten, nahm sie nicht wahr, aber 3 Minuten später überholte sie Anja in einer Spitzkehre auf der Innenbahn… Die entspannte Grundhaltung war erstmal dahin. Am liebsten hätte ich der Dame die Tür eingetreten für diese Aktion, welche Anja zum Anhalten mitten in der Spitzkehre gezwungen hatte. Und zu allem Überfluss zeigte sie mir noch deutlich den Scheibenwischer, als ich sie passieren lies. Aber wie heisst es so schön, der klügere gibt nach. Ich beschloss erstmal nen Entspannungsabstecher zu machen und verließ die geplante Route, um noch den steinernen Golf in Reifnitz am Wörthersee zu besuchen. Hier legten wir einen kurzen Stopp ein und Anja fragte was wir hier jetzt wollen… Banause!


Also wieder ab auf die Moppeds und weiter. Den höchsten Punkt des heutigen Tages erreichten wir auf der Turracher Höhe mit 1795m. Hier spürte man deutlich, dass Innenfutter heute eventuell doch eine gute Wahl gewesen wäre. Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Mit 2 Grad Plus wurde es in Obertauern auf 1664m Höhe noch kälter als auf der Turracher Höhe und wenn es nicht nur noch ein paar km gewesen wären, hätte ich gehalten um das Futter in die Klamotten zu bauen. Die Abfahrt nach Golling an der Salzach, wo wir heute im Hotel Garni Ramsl unsere Unterkunft haben, wurde nur noch von einem Tankstopp unterbrochen. Als ich die Helmkamera am Hotel abnahm wunderte ich mich noch, dass 0% Speicher angezeigt wurde. Am Laptop klärte sich das Ganze dann in der Form, dass ich nach unserer Slowenien Runde die Videos nicht verschoben, sondern nur kopiert hatte. Da die Speicherkarte nun schon den halben Tag voll war, sind uns so einige Herbstbilder entgangen, welche ich eigentlich gemacht hatte. Aber wiedereinmal lerne ich etwas daraus. Ab sofort wird die Karte immer formatiert, wenn sie zurück in die Kamera kommt.

Morgen liegt noch ein letzter Grenzübertritt und 320 km vor uns, bis wir wieder daheim sind. Dann brauchen beide Motorräder dringend einen großen Kundendienst und einige Verschleißteile. Wie wir heute deutlich gemerkt haben, rückt der Winter näher und die eingeschränkte Zeit was Motorradfahren angeht kommt in großen Schritten auf uns zu. Wie gerne wären wir noch in Montenegro und würden bei sommerlichen Temperaturen die Schluchten intensiver erkunden…

Kroatientour 2015 – Tag 18 – 236km – Slowenienrundtour

Nach dem Aufwachen ging heute der erste Blick sofort zum Fenster raus. Noch ists trocken. Der Wetterbericht verspracht für heute Regen. Der Himmel schaute nach Regen aus und die Bedienung beim Frühstück weist uns auch unaufgefordert darauf hin, dass es heute regnen wird. Ein schlechtes Omen? Ist die Wirkung meiner Huldigung vorbei? Haben wir in den letzten Tagen irgendwann einmal nicht aufgegessen? Nunja wir werden sehen, ob es Regen gibt. Angedacht war für heute eine Runde von ca. 320 km, welche uns auch auf den Mangart führen sollte. Einen Plan B mit einer verkürzten Route hatten wir in der Hinterhand. Das Frühstück haute uns dann erstmal vom Hocker. Frischgebackenes, heisses Brot aus dem Holzofen, Käse und Wurst aus eigener Produktion, sogar der Saft ist hausgemacht. Damit hätten wir nicht gerechnet. Wer hier zu portioniert verpackter Marmelade oder Nutella greift ist selbst Schuld! Allerdings konnten wir der Menge nicht Herr werden und so wird es wohl tatsächlich regnen da wir nicht aufgegessen hatten.

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Wir starteten um kurz vor 10 Uhr, nachdem wir unsere Seitenkoffer abgeschnallt hatten. Auf den kleinen Straßen sind die Koffer bei Gegenverkehr eher hinderlich und wir brauchen den Inhalt (Strandtücher, Schnorchelzeugs, Campingstuhl,…) ja unterwegs nicht. Moppeds raus, Garage zu und schon ging es los. Von Cerkno aus starteten wir in Richtung Bled. Immer wieder kamen ein paar vereinzelte Tropfen vom Himmel, aber insgesamt blieb es vorerst trocken. Die Straßen sind klein und kurvenreich. Einige Fotostops ließen die Zeit schnell vergehen, während wir am Triglav Nationalpark entlang fuhren. Schneller als gedacht waren wir in Bled und immer noch trocken. Hier legten wir eine längere Pause ein, um die kleine Insel im See auf uns wirken zu lassen und einige Fotos zu machen.

Über Jesenice fuhren wir nach Kranjska Gora, wo uns der einsetzende Regen dann zu einem Stop zwang. Im Schutz einer Tankstelle machten wir uns „Wasserdicht“. Andere Handschuhe, noch eine Weste unter die Jacke und alle Lüftungen schließen. Wir wendeten uns gen Süden und drangen in den Triglav Nationalpark vor. Meine Idee den Vrsic Pass zu überqueren, hinterfrage ich als die ersten Kehren mit Kopfsteinpflaster in Sicht kamen. Das macht bei diesem Wetter (es schüttete inzwischen was runtergeht) nicht wirklich Laune. Wenigstens waren wir in der angenehmeren Richtung unterwegs und fuhren die Nordrampe mit dem Kopfsteinpflaster hinauf. Auf der Passhöhe (1611m N.N.) sah das Wetter nicht besser aus, weshalb wir direkt durchziehen und uns so gut es geht beeilten wieder hinab zu kommen. Als wir die 50 Kehren endlich geschafft hatten und im Socatal am Fluss entlangcruisten, ließ auch der Regen wieder nach und wir legten erstmal einen kurzen Stopp an einem Dixie ein und schießen ein paar Fotos von der Soca. Direkt neben unserem Pausenplatz war auch eine der vielen Hängebrücken, die in Slowenien über die Flüsse gespannt sind. Ich bin gestern schon der Versuchung erlegen eine dieser Brücken zu überqueren. Heute kann ich aufgrund der nassen und rutschigen Holzdielen auf diese unnötige Querung verzichten.

Mangart fahren oder nicht, das war keine Frage bei diesem Wetter. Wir hatten beide bereits auf der Passhöhe des Vrsic entschieden dass wir Plan B, die verkürzte Tour wählen. Wir sind nicht mehr in einem Alter in dem wir uns etwas beweisen müssen und über den fehlenden Ausblick wollen wir uns erst garnicht ärgern. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Vielleicht klappt es ja irgendwann im dritten Anlauf dann endlich, mit uns und der höchsten Straße Sloweniens.

Tolmin umfuhren wir unterhalb um dann bei Postaja links abzubiegen und nicht den bequemsten Weg (die 102 an der Idrijca entlang welche wir letztes Jahr bereits gefahren sind) zu wählen. Bei Grahovo ob Baci führte uns das Kartenmaterial von Garmin auf eine „kleinste“ befestigte Strasse, welche sich auf einen Berg hinauf windet. Verkehr gibt es hier quasi keinen mehr, aber immer wieder stehen links oder rechts bewohnte Häuser. Langsam aber sicher meldete sich auch mein Tank und hätte gerne Nachschub. Aber laut Navi war es nicht mehr weit bis Cerkno zu unserer Unterkunft. Wir kamen allerdings nur sehr langsam voran und so zogen sich die letzten 15km gefühlt ewig dahin. Als es endlich bergab auf Cerkno zuging, wunderte ich mich schon warum Elli so pfopfert. Als ich dann die Kupplung ziehen musste ist es vorbei, sie stirbt ab. Gut, dass der Ersatzkanister an den Koffern hängt, die wir zurückgelassen haben. Aber es ging ja Gott sei Dank steil bergab, also konnte ich rollen lassen. Als wir dann endlich auf Höhe Cerknos angekommen waren und Elli wieder gerade stand, sprang sie auch wieder an. Noch drei Kilometer bis zu unserer Unterkunft, aber wo ist die nächste Tankstelle. Das Garmin Zumo 590 konnte weiterhelfen. 2 km in die Gegenrichtung. Also flux zur Tanke und 21 Liter ins 22 Liter Fass gekippt. Der Rest welcher noch im Tank war kam bei der starken Bergabfahrt nicht mehr an die Pumpe, deshalb war Schicht im Schacht. Die letzten 20 km war der Regen wieder stärker geworden, so dass unsere Klamotten nun doch eine gewisse „Feuchte“ inne hatten. Wir durften sie zum trocknen auf dem Kachelofen in der Gaststube unserer Unterkunft platzieren. Hier nahmen wir heute auch unser Abendessen ein. Allerdings muss man sagen, dass die Küche wohl vorhatte uns zu töten. Völlerei ist eine Sünde! Und wir hätten heute viel zu beichten! Zwei Suppen und eine Platte für 2 waren bestellt. Insgesamt ergab das 8 Teller Suppe und vier volle Hauptgerichte. Wir drohten zu platzen. Die Bedienung lächelte amüsiert und kommentierte: „We know we have big portions.“

Das Essen war qualitativ ein absolutes Highlight. Wie schon zum Frühstück gab es frisches, selbstgebackenes Brot zu der Knoblauchsuppe und der Rinderbrühe mit Nudeln. Ein Wildgulasch mit gefüllten Teigtaschen, zwei mit Käse überbackene panierte Putenschnitzel und langsam geschmortes Schweinefleisch garniert mit Polenta und Kartoffeln. Dazu noch ein gemischter Salat. Direkt nach dem Essen befanden wir uns im glückseligen Fresskoma, die MRS (Maximale Ranzen Spannung) war erreicht. Wir teilten der Bedienung noch mit, dass wir morgen eine Stunde später frühstücken. Wir werden aufgrund der bescheidenen Wetteraussichten und des tollen Zimmers einfach noch einen faulen Tag einlegen, bevor wir wieder weiterziehen.

Kroatientour 2015 – Tag 17 – 276km – Cerkno

Eine lange Nacht lag hinter mir als, heute morgen der Wecker klingelte. Zuerst der Besuch bei Franjo und als wir wieder in unserer Unterkunft waren, noch das Schreiben des Berichts. Trotzdem fühlte ich mich relativ frisch und erholt. Die Auszeit zeigt so langsam, wozu sie gut ist. Schnell noch den Korrektur gelesenen Bericht online gestellt und schon gings ab zum Frühstück. Seit wir 2011 hier waren, wurde massiv gebaut. Zwei Bungalows und ein eigenes Gebäude nur fürs Frühstück, mit extra Küche und Toiletten… und das für 3 Gästezimmer und zwei Bungalows. Nachdem wir das Essen verdrückt hatten, packten wir mal wieder die Moppeds auf, inzwischen geht das quasi Blind. Um 10 Uhr konnte es dann losgehen. Die Straßen waren noch nass, der Himmel war grau in grau und es sah nach Regen aus. Tagesziel heute: Cerkno in Slowenien. Dort wollen wir nochmals ein paar Tage bleiben, um in Slowenien noch die eine oder andere Runde zu drehen.

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Die Gegend in der wir heute starteten ist uns bereits von unseren Flitterwochen bekannt. Diverse Werbetafeln am Strassenrand wecken unsere Erinnerungen wie z.B. die Tropfsteinhöhlen von Baraceve Spilje oder auch der Ort Slunj Rastoke. Beides sollte man mal gesehen haben, wenn man die Plitvicer Seen besichtigt. Aber heute war kein Sightseeing angesagt, sondern Motorradfahren. Wir hatten letztes Jahr einen super Eindruck von Slowenien gewonnen, den wir nun weiter ausbauen wollen. Direkt nach Slunj verließen wir die gut ausgebaute Strasse und biegen in Richtung Ogulin auf kleinste Sträßchen ab. Kurve reihte sich an Kurve. Der Himmel war nach wie vor grau, die Fahrbahn immer wieder gut nass, so dass wir es eher gemütlich angehen ließen. Wir befanden uns in einer von Wäldern geprägten Gegend (was sich heute nicht großartig ändern sollte) und so langsam aber sicher zeigte sich endlich der Herbst in seiner Farbenpracht. Auf der aktuellen Strasse legten wir einen kurzen Fotostopp ein und konnten gerade so vor einem 40 Tonner wieder starten. Einige km weiter konnten wir nicht mehr glauben, dass der LKW hier entlangfahren will. Engste Kurven und eine minimale Fahrbahnbreite werden dem Fahrer mit Sicherheit einige graue Haare verpassen.

Nachdem wir Ogulin hinter uns gelassen haben, nähern wir uns schon der Grenze, noch aber wollten wir sie nicht überqueren, sondern auf der kroatischen Seite noch ein wenig die genialen Strassen genießen. Geniale Strassen? Zu meiner Freude ist das Kartenmaterial von Garmin nicht sonderlich deutlich wenn es um den Begriff befestigte Strasse geht. Auch heute landeten wir wieder auf einem Weg, der wie gemacht für unsere Motorräder ist. Inzwischen brachen immer wieder Sonnenstrahlen durch die Blätter und die Feuchtigkeit verdampfte auf dem Asphalt. Eine geniale Lichtstimmung, die für super Laune bei uns sorgte. Zwei besondere Leckerbissen lagen noch auf dem Weg innerhalb Kroatiens. Zuerst der Nationalpark Risnjak, in dem wir uns aber nur kurz befanden. Hier begann bereits der Wunsch in mir zu reifen, ein anderes Motorrad unter mir zu haben. Er sollte sich ins Unermessliche steigern. Ich liebe meine Elli, aber auf einer Bergrennstrecke ist eine vollbepackte Reiseenduro mit Mitas E07 einfach nicht das, was man sich in diesem Moment wünscht.

Richtig gelesen in Smrecje findet alljährlich ein Lauf zur kroatischen Bergmeisterschaft statt und die Strecke hat es in sich. Im normalen Alltag erkennt man sie nur an den rot-weißen Markierungen der Bordsteine. Man hat das Gefühl den Berg hinauf zu fliegen. Hier mal ein kleiner Eindruck, wenn auch aus einem Auto bei einem der Rennen.

Hier wäre eine Supermoto genau das richtig *g* Aber man kann nicht alles haben, also freuten wir uns einfach, dass uns niemand in die Quere kam und wir die Strecke so genießen konnten. Der folgende Grenzübertritt gestaltete sich wiedermal völlig unspektakulär und schon waren wir in Slowenien. Nur einige km weiter legten wir eine kurze Kaffeepause an einer Tankstelle ein und machten gleich noch die Motorräder voll. Uns fiel eine 1200er GS auf, welche in vollem Touratech Ornat in die Tankstelle gefahren kam. Der Fahrer selbst hatte nagelneue Bekleidung von Touratech an, die noch keine einzige Fliege gesehen hatte und sprach uns direkt an wo wir denn herkommen würden. Er selbst stand gerade am Anfang seines 14-tägigen Urlaubes und wusste eigentlich nur, dass er nach Kroatien will. Wir gaben ihm noch den Tipp mit der Bergrennstrecke und schon zog der Schweizer wieder von dannen. Er hätte wunderbar auf einen Messestand des besagten Ausrüsters gepasst, lediglich das Glänzen der gesamten Ausrüstung erschien irgendwie unwirklich. Bei mir sieht nach drei Tagen Fahren irgendwie schon immer alles aus wie Sau…

Anja übernahm nun die Führung auf dem Weg durch Cerknica ins Tal des Flusses Idrijca. Bei Straza wichen wir vom Lauf des Flusses wieder ab und folgten seinem Zufluss der Cerknica bis zu unserem heutigen Tagesziel in Cerkno. Unsere Unterkunft haben wir aufgrund einer Empfehlung in Mikemotos Reiseforum ausgewählt und können diese nach unserem ersten Eidnruck sehr gut nachvollziehen. Falls ihr auch mal etwas hier in der Gegend sucht, findet ihr mehr Infos unter http://www.cerkno.com. Wir werden hier für drei Nächte verweilen und je nach Wetterlage Slowenien erkunden bevor es wieder weiter in Richtung Heimat geht.

Kroatientour 2015 – Tag 15 – 171km – Mostar

Jeder Urlaub hat mal ein Ende… naja außer man ist dekadent und verbindet Urlaub mit Reisen, so wie wir. Also unsere Woche Urlaub auf Hvar ist zwar zu Ende, aber unsere Reise noch lange nicht. Da die Fähren inzwischen auf Winterfahrplan umgestellt haben (wir waren auch die letzen beiden Tage alleine in unserer Unterkunft, ein echt romantisches Erlebnis) gilt es die geplante Fähre auf jedenfall zu erwischen, da man sonst mehrere Stunden warten muss. Der Wecker klingelte daher heute zur absolut unmenschlichen Uhrzeit: 6:00 Uhr. Ein eindeutiges Zeichen, dass der Urlaub vorbei ist. Beim Motorräder packen hatte ich mich dann erstmal aus unserer Unterkunft ausgesperrt. Half alles nix, nach einer halben Stunde kam endlich die Dame, welche das Frühstück zubereitet und ließ mich wieder rein. Anja hatte mich noch nichtmal vermisst… mir würde immer noch was einfallen… schnell noch den Öler checken, oder Lenker anders einstellen oder Kupplungsflüssigkeit wechseln. Bin ich wirklich so schlimm??? Pünktlich wie vereinbart um 7:15 Uhr saßen wir dann beim Essen und wie angepeilt um 8:15 auf den Motorrädern. Die geplanten Gesamtkilometer heute sind eher niedlich, dafür folgte nochmal ein wenig Sightseeing in Mostar.

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57km quer über die Insel Hvar, damit wir um 9:45 die Fähre von Sucuraj nach Drvenik erwischten. Vorteil für uns, die Motorräder dürfen immer zuerst auf die Fähre, wir mussten uns also keine Gedanken um die Schlange machen. Die Fähre fasst nur ca. 30 Autos und die nächste würde erst um 13:45 Uhr gehen. Also 4 Stunden Wartezeit. Die neu gemachten Straßen auf Hvar lassen einen wahnsinns Fahrspass aufkommen, wenn da nicht ständig die Beschränkungen wären. Naja wir nahmens so halbwegs ziemlich bisschen genau. Um 9:14 Uhr rollten wir im Hafen von Sucuraj an einer mindestens 50 Fahrezeuge langen Schlange vorbei und verspürten ein wenig Mitleid mit denjenigen, die 30 Minuten vor Abfahrt der Fähre schon wissen dass sie nochmal 4 Stunden warten dürfen. Die Fähre kam dann auch fast pünktlich und spuckte erstmal 4 Reisebusse und 200 Passagiere dazu aus. Der erste Bus entlockte uns ein Lächeln. Wellhöfer – Windsbacher Knabenchor Bus aus dem Landkreis Ansbach. Die Welt ist klein. Beim Vollschlichten der Fähre stand direkt hinter uns ein VW Bus mit dem Kennzeichen V – W 1, ich konnte mir nicht verkneifen den Fahrer anzuquatschen, wieviel er für das Kennzeichen gelöhnt hat. So stellten wir fest, dass er bereits mehrfach beim MC Gunzendorf auf Motorradtreffen war, ebenso wie wir. Und wieder ist die Welt ein Dorf.

Nach einer unspektakulären Überfahrt bogen wir ungewohnterweise nicht in Richtung Split (Richtung Deutschland) ab, sondern Richtung Dubrovnik. Es ist ein tolles Gefühl, wenn der Urlaub mit Reisen endet und nicht mit heimkommen. Die Jadranska Magistrale (Küstenstrasse) hatte uns wieder. Bis Bacina folgten wir ihr und genossen den Ausblick aufs Meer. Dann bogen wir ab in Richtung heutigem Tagesziel: Mostar! Vor uns tauchte ein Einschnitt in der Landschaft auf. Es ist immer wieder imposant was Kroatien mit dem Bau der A1 leistet. Volles Verständnis haben wir für die auf der Autobahn kassierte Mautgebühr. Außerhalb der Urlaubszeit ist die Autobahn komplett leer. Allerdings wollten wir diese mit den Motorrädern natürlich nicht nutzen, sondern eher die kleineren Stässchen. Zur besten Mittagszeit legten wir einen Tankstop ein und berieten, wie wir weitermachen. Zum aktuellen Stand würden wir um 12:30 Uhr in Mostar ankommen. Viel zu früh. Ich hatte noch ein Derwisch Kloster im Kopf, welches in der Nähe von Mostar liegen soll. Also kurz das kostenlose, freie Wlan an der Tankstelle (sowas gibts in Deutschland nicht… warum nur? War da nicht was mit Störerhaftung? Wann wacht unsere Regierung endlich auf. Es wird Zeit dass sich hier etwas tut.) genutzt um die Infos aufzufrischen. Neues Ziel ins Navi gehackt und auf ging es nach Blagaj zur Quelle der Buna. Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr Touris fielen uns auf. Die Anzahl der Reisebusse stieg und unsere Lust auf das Ziel sank. Nachdem wir schon da waren, ignorierten wir die ersten Parkplätze und fuhren direkt bis zum Kloster. Da wir die Bikes nicht sicher abstellen konnten, blieb einer beim Gepäck und der andere sah sich um, dann wechselten wir. Der Ansturm am Kloster ließ uns nach 10 Minuten den Rückzug antreten.

Eine halbe Stunde später waren wir an unserem Hotel (Vila Milas) in Mostar angekommen. Zwar immer noch zu früh, aber ein early checkin war kein Problem für das megafreundliche Personal. Allerdings wurden wir gebeten, die Koffer von den Motorrädern abzunehmen und im Zimmer unterzubringen. Ist Mostar wirklich so unsicher? Wir zogen uns zügig um und gingen los und die Altstadt, die Neue Stadt und natürlich die Alte Brücke zu erkunden. Zum Ende des Abends waren wir dann gute 7km gelaufen und haben nochmal einige Fotos auf Speicherkarte. Der Bereich um die Alte Brücke ist vollkommen den Touristen gewidmet. Verkaufsstände ohne Ende. Restaurants ohne Ende und teilweise penetrante Schlepper die einen in die Etablissements locken wollen. Zwischendrin sitzen immer wieder Bettler. Vor allem junge Frauen mit Baby. Die Alte Stadt kann uns auf Anhieb nicht so richtig begeistern. Erst nach 18 Uhr als die Reisebusse ihre Ladungen wieder aufgenommen haben und es deutlich ruhiger wurde, gewinnt der Bereich um die Brücke an Charme. Wenn man die Alte Stadt verlässt und sich in Richtung neues Zentrum wagt, oder auf der anderen Seite der Neretva die Straßen erkundet dann ist der Krieg wieder präsent. Hier gibt es noch viele leerstehende Ruinen mit Einschusslöchern zwischen nagelneuen Bauten, andere Häuser sind teilsaniert. Aber was uns immer wieder auffiel, ist die Anzahl an Überwachungskameras an neueren Häusern. Nochmals stellt sich uns die Frage ist Mostar so unsicher? Das Gefühl hatten wir auch in den kleinen Gassen eigentlich nicht.

Zur blauen Stunde wollten auch wir das Standardbild der Brücke schießen, also begaben wir uns, nachdem wir unser Abendessen aus einer Pekarna verdrückt hatten zum Fluss unterhalb der Brücke. Eine halbe Stunde später packten wir zusammen und machten uns auf den Weg zurück zum Hotel, um den Tag mit Duschen und Bericht schreiben ausklingen zu lassen. Morgen wollen wir einen Freund besuchen, den wir in unseren Flitterwochen kennengelernt haben. Dazu werden wir morgen nach Smoljanac in der Nähe der Plitvicer Seens fahren.

Kroatientour 2015 – Tag 9 bis 14 – 20 km – Zavala

Urlaub! Einfach mal alle fünfe Grade sein lassen. Pause machen vom Reisen. Am Strand rumdümpeln, viel lesen, ein super Hotel haben, einen genialen Koch in der Küche. Das haben wir die Tage gemacht bevor es mit unserer Reise weiterging.