Schottland 2019 – Tag 9 – km – Ullapool

Der kleine Campingplatz war genau die richtige Wahl. Fast nix los und extrem ruhig war unsere Nacht. Das Wetter ist für Schottland eigentlich viel zu gut, aber wir wollen uns ja mal nicht beklagen. Beim Frühstück schwitzen wir schon bei über 20 Grad und die Sonne brennt runter. Wir haben beide trotz der kühlen letzten Tage Sonnenbrand im Gesicht. Man nimmt die Sonneneinstrahlung nicht so wahr wenn immer ein kühlender Wind bläst. Heute nehmen wir die Sonne deutlich wahr!

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Dick im Gesicht mit Sonnenschutz eingecremt verlassen wir um kurz nach 10 Uhr den Platz und umrunden erstmal Loch Garron. Wir befinden uns auf der North Coast 500 und an der Tankstelle bekomme ich sogar einen Aufkleber für meine Koffer mit Schottland Flagge und NC500 Schriftzug. Die North Coast 500 ist eine touristische Route welche den Norden Schottlands umrundet. An dieser haben wir unsere Route grob orientiert. Andere Inspirationen kamen z.B. noch von Bea und Helle von timetoride.de. Die Straßen heute wechseln zwischen flott dahingleiten und schmale Straße mit schlechtem Belage und ständigen anhalten an „Passing places“. Die Engländer/Schotten sind unglaublich aufmerksam und lassen uns zügig an derartigen Ausweichbuchten überholen wenn wir hinter ihnen auftauchen. Das würde in Deutschland so nicht passieren. Da gilt meist: Du kannst vielleicht schneller fahren als ich, aber ICH fahre vor DIR!!!

Wir treffen immer wieder ein deutsche Paar auf zwei Motorrädern die wir bereits an der Talisker Destilery getroffen hatten. Auf einem Berg beschließen Peter und ich gemeinsam den Weg zu einem Fotopunkt anzutreten. Bei einem kleinen Schwätzchen ist der Weg gleich nicht mehr so weit. Die Gegend hier erinnert mich spontan an den Durmitor Nationalpark in Montenegro, nur dass es hier halt keine 2000 Höhenmeter hat. Aber die Weite ist vergleichbar. In Applecross biegen wir ab in eine Sackgasse, man kann nicht immer nur im Kreis rum fahren sondern muss auch mal wo reinfahren wo es nicht weitergeht. Nach dem Upper Loch Torridon kommt ein im Reisführer als besonder schön beschriebenes Loch – das Loch Maree. Leider sieht man von diesem nicht sonderlich viel da es drumherum sehr bewaldet ist. Manchmal müsste man eben wandern gehen…aber das verträgt sich nicht so mit dem Moppedfahren.
Überhaupt liegt der Fokus dieser Reise auf dem Fahren. Auch das Fotografieren muss sich hier deutlich unterordnen. Aber man kann nicht alles gleichzeitig tun.

Nach Loch Maree geht es erstmal an der Küste entlang. Alles ist grün. Irgendwie sieht alles mit der Zeit gleich aus. Hügel, Berge, Löcher, Meer, Grün, Braun, alles gleich…und doch alles individuell anders. Es ist schön hier und es gefällt uns. Als unser Tagesziel in Reichweite kommt fahren wir mal wieder an Peter und seiner Frau vorbei, die an einem Wasserfall einen Fotostopp eingelegt haben. Wir lassen diesen aus da wir heute auf dem Campingplatz in Ullapool noch Wäsche waschen wollen. Kurz vor Schließung der Rezeption kommen wir an ebendiesem an und checken ein. Ein Platz in der zweiten Reihe mit Blick aufs Meer hat es uns angetan und so bauen wir schnell das Zelt auf. Nachdem die Wäsche durch ist und zum trocknen im Wind flattert gehen wir noch im Tesco einkaufen und verarbeiten die frischen Champignons zusammen mit Spätzle.

Gut gesättigt geht es dann mit den Kameras bewaffnet noch eine Runde flanieren in Ullapool. Aus den Pubs dröhnt Musik (teilweise live) und die Besucher singen lautstark mit. Am Hafen sortieren Krabbenfischer Ihren Fang und Touris (wir auch) sehen ihnen dabei zu. Den Sonnenuntergang verbringen wir dann am Strand vor dem Zelt bevor es noch schnell unter die Dusche und ab in den Schlafsack geht. Morgen wollen wir 300km fahren bis John o Groats, dem nordwestlichsten Punkt der Insel.

Schottland 2019 – Tag 8 – 241 km – Eilean Donan Castle

Warum geht man mit nem Ferrari zelten? Hmmm na gut, warum geht man mit nem Mopped zelten… das wird sich zumindest der Ferrari Fahrer welcher sein Zelt neben unserem stehen hatte fragen. Wie so oft gab es heute auch wieder Rührei – ist halt gleich mal was warmes im Magen und lässt sich gut ungekühlt transportieren. Und irgendwie sind wir jeden Tag die langsamsten im Zusammenpacken. Um 10:15 verließen wir dann auch endlich den Campingplatz und steuerten erstmal den Neist Point Leuchtturm an. Eigentlich wollten wir hier gestern noch vorbeischauen, aber wir waren etwas spät dran wegen der späteren Fähre.

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Am Neist Point Lighthouse ist auch schon wieder so einiges los und die Parkmöglichkeiten sind relativ knapp. Aber zwei Moppeds bringt man immer irgendwie unter. Wir ziehen mit den Kameras los und kommen beide zu unseren Wunschbildern von der Traumkulisse. Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg und so kommen wir nach 2 Stunden wieder am Campingplatz vorbei. Wir sind gefühlt schon ewig unterwegs und noch keinen Meter vorwärts gekommen. Der nächste Stopp folgt sogleich. Das Dunvegan Castle muss natürlich auch noch für ein Foto herhalten. Wir sind erstmal direkt am Parkplatz vorbeigefahren da das Castle selbst von einem Wald umgeben ist. Erst einige Hundert Meter nach dem Schloss halten wir an und haben von hier einen guten Blick auf ebendieses ohne Eintritt zu bezahlen. In den feuchten Gebieten am Meer entlang beginnt so langsam alles zu blühen. In ein paar Tagen / Wochen wird hier alles bunt leuchten.

Weiter geht es am Meer entlang um die Insel Skye herum. Wir fahren gleich nochmal eine Sackgasse um eine weitere Landzunge zu erkunden. Die Weite der Landschaft ist schwer zu beschreiben. So langsam verändert sich die Landschaft, es wird schroffer und felsiger. Die sanften Küsten gehen über in Steilküsten welche teilweise aus Basaltsäulen bestehen. So z.B. am Kilt Rock Wasserfall. Kurz nach diesem Stopp müssen wir nochmal anhalten weil die Landschaft einfach nur genial ist. Hier treffen wir einen Californier der auf seiner Harley durch Europa tourt. Ein komischer Zufall, haben wir doch heute morgen beim tanken schon einen Texaner mit seiner Triumph getroffen.

Am Oldman of Storr fahren wir einfach vorbei, das Getummel ist uns direkt am Wanderweg zu groß. Auch hier halten wir erst ein ganzes Stück später um noch ein paar Fotos zu machen. Die Straße ist hier von kleinen Hügeln geprägt. Wir werden von einem Opel Astra überholt der bei jedem dritten dieser Hügel mit allen 4 Rädern den Bodenkontakt verliert. Der Fahrer hat sichtlich Spass an den kurzen Flugeinlagen. In Portree legen wir einen kurzen Stopp bei einer Backery ein und naschen etwas Süßkram. Dann kommt es zu einer Überschneidung mit unserem Hinweg auf die Isle of Skye. Die Landschaft sieht ganz anders aus wenn man nur in die entgegengesetzte Richtung fährt.
Bei Kyle verlassen wir die Isle of Skye über eine imposante Brücke und suchen den lokalen Coop auf um uns mit Abendessen zu versorgen. Heute gibt es Filetsteak an gegrillten grünen Spargelspitzen dazu einen gemischten Blattsalat und geröstetes Brot. Sag nochmal einer man kann es sich nicht gut gehen lassen wenn man mit dem Zelt auf dem Mopped unterwegs ist.

Wir halten an einem kleinen Campingplatz (Camping Ardelve) direkt am Eilean Donan Castle. Wir hatten eigentlich einen Platz 7 Meilen weiter angepeilt, aber dieser hier liegt so günstig dass wir nicht widerstehen konnten.
Nachdem wir uns den Ranzen vollgehauen hatten packten wir die Fotoausrüstung in den Rucksack und machten uns an der Küste entlang auf zum Castle. Die Goldene Stunde haben wir voll ausgenutzt und waren fast 2 Stunden zum fotografieren unterwegs. Es ist schön wenn mal Ort und Licht zusammenpassen. Auf einem solchen Roadtrip hat man leider selten die Möglichkeit jede Location im perfekten Licht zu besuchen. Heute ist uns das ausnahmsweise mal gelungen.
Zurück am Platz setzen wir uns noch ein bisschen ins Vorzelt und planen die Route für morgen. Ulapool wird unser morgiges Tagesziel.

Schottland 2019 – Tag 7 – 149 km – Glenvegan (Isle of Skye)

Der Tag begann mit einem längeren Telefonat mit der Fährgesellschaft die uns auf die Isle of Skye bringen sollte. Ich bin ja der Meinung, dass mein Englisch nicht sooo schlecht ist, aber der Dialekt von dem Typen an der Hotline hat mich echt vor ne Herausforderung gestellt. Er hat sich aber auch nach fast jedem Satz für den Dialekt entschuldigt. Nach 20 Minuten hatten wir dann immerhin zwei Tickets die bei GMX im Spamfilter landeten. Ungünstigerweise war inzwischen auch die 12 Uhr Fähre ausgebucht, welche gestern Abend noch verfügbar war, als die Onlinebuchung streikte. Wir hatten nun viel Zeit, da die Fähre erst um 13:30 in nur 11 km Distanz zum Campingplatz abfuhr. Erstmal gemütlich Frühstück machen. Es ging wieder ein ordentlicher Wind was unserem Benzinkocher alles abverlangte um die Rühreier durchzubrutzeln. Aber auch das war irgendwann geschafft und jeder der an uns vorbeiging schaute fast schon ein wenig neidisch auf unseren gedeckten Tisch. Dabei haben die im Wohnwagen oder Wohnmobil doch sogar nen Kühlschrank. Wir sind dagegen immer auf Sachen angewiesen, die keine Kühlung benötigen. Um Punkt 11 Uhr waren wir dann startklar und verließen den Campingplatz in Richtung Mallaig.

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Der kleine Hafen in Mallaig war laut Infotafel mal das Zentrum der Welt, so liest sich die Selbstbeweihräucherung zumindest. Die vom Fischfang geprägte Stadt hat wohl ihre Glanzzeiten hinter sich und lebt inzwischen weitestgehend von den Touristen, die auf die Isle of Skye wollen. Auch wir mussten hier irgendwie die Zeit totschlagen, bis wir auf die Fähre konnten. Wir fanden eine Bank, Anja schnappte sich ein Buch und fing an zu lesen – in voller Moppedmontur weil ihr aufgrund des anhaltenden Windes kalt ist. Ich zog mit dem Foto los und begutachtete unter anderem die Werft. Dann fand ich noch ein Bakehouse und schlug voll zu. Gefülltes Croissant (mit Käse und Champignons), ein Cheesecone, irgendein Hefegebäck mit Zuckerguss und Chocolate Fudge. Mit letzterem kann ich bei Anja strahlende Augen auslösen. Um 12:30 Uhr checkten wir dann fürs „Boarding“ ein und stellen uns in die Warteschlange. Die Motorräder dürfen als erste auf die Fähre und werden vom Personal mit Spanngurten gesichert. Wir gingen aufs Oberdeck und genossen den Ausblick während der 45 minütigen Überfahrt.

In Armadale ging es dann direkt nach nur einem Camper an zweiter Position von der Fähre. Diesen Vorteil verspielten wir aber nach wenigen Kilometern bereits mit einem Fotostopp an einem Strand und einem Leuchtturm. Anja wartete geduldig auf dem Motorrad, bis ich alle Einstellungen im Kasten hatte. Die Landschaft auf der Isle of Skye erinnert ein wenig an die Lofoten, es ist nur nicht ganz so schroff, so hoch, so extrem. Auch die Isle of Skye ist eher hügelig wie das restliche Schottland. Alles ist grün, mal helleres Grün, mal dunkleres, aber immer Grün. Bei einem weiteren Fotostopp an einer alten Brücke bogen wir auf unsere erste Sackgasse heute ein. Wir wollten zu den Fairy Pools und zur Talisker Destillery. Die Straße wird eine kleine Singleroad und das wiederholte Anhalten an den Ausweichstellen war auf dem Weg bis zum Parkplatz der Fairy Pools fast schon ein bisschen nervig. Als wir sahen wieviel an den Fairy Pools los war, beschlossen wir – genau wie gestern in Glenfinnan – die Wanderung nicht anzutreten, sondern lieber weiter zu fahren bis wir in Glenbrittle ankamen. Das ist ein Campingplatz direkt am Meer. Wir überlegten kurz, ob wir bereits hier bleiben sollten oder doch noch bis zum geplanten Platz in Dunvegan weiterfahren sollten. Das Wetter war gut, die Temperaturen angenehmen und so wollten wir wenigstens noch ein paar mehr Kilometer machen. Die Talisker Destillery wollten wir uns aber nicht entgehen lassen. So traten wir den Rückweg aus unserer Sackgasse an. Am Besuchercenter der Whiskeymanufaktur konnten wir gut parken und drehten eine kurze Runde. Für eine Führung waren wir um 16:45 Uhr leider schon zu spät dran, sie schließen hier bereits um 17 Uhr.

Ich nutzte noch kurz das Handy um auf dem angepeilten Campingplatz online einzuchecken, nicht dass dieser voll ist wenn wir dort ankommen. Den restlichen Weg nach Dunvegan legten wir ohne großen weiteren Stopp zurück. Bevor wir auf den Platz fuhren deckten wir uns noch im lokalen Tante Emma Laden mit Nahrungsmitteln ein. Dann hieß es Zelt aufstellen, richtig abspannen weil es wie immer windig ist und die Sonne und den blauen Himmel genießen. Wir vesperten lokalen Käse und Brot und drehten nochmal eine Runde über den Platz, bevor wir den Abend im Vorzelt ausklingen ließen. Unser Nachbar brachte uns zum schmunzeln. Man kann auch mit einem Ferrari in einem einfachen kleinen Zelt campen gehen.

Auch heute waren wir wieder langsamer vorangekommen als gedacht. Bis jetzt sah es nicht so aus, als ob wir uns noch einen Sightseeingtag in Edinburgh herausfahren können. Aber das sollte dann vielleicht einfach mal ein anderen Trip werden.

Schottland 2019 – Tag 6 – 286 km – kurz vor Mallaig

Wir haben uns nicht zu früh gefreut. Das Wetter war heute besser! Blauer Himmel begrüsste uns durchs Fenster. Achja, wir waren ja in einem Bed & Breakfast. Das hieß auch, wir mussten uns kein Frühstück machen, sondern bekamen eines. Toast, Croissants, Schokocroissants, Müsli, Marmelade, Nutella, Erdnussbutter, Saft und Tee. Das genügte um die MRS von gestern aufzufrischen. Die Dame des Hauses war äußerst bemüht um uns und einen weiteren Gast, welcher auch aus Deutschland kam. Aufgrund des super Wetters entschieden wir uns an die Küste zu fahren und einen Halbkreis nach und um Glasgow zu fahren. Wir packten noch zügig unsere Sachen zusammen, das Feng Shui funktionierte wieder, alles hatte seinen Platz gefunden. Dann ging es um kurz vor 9 Uhr los.

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Als erstes mussten wir noch eine Tankstelle ansteuern. Hier justierten wir nochmals Anjas Kette nach, war gestern wohl ein wenig zu viel des Guten und sie lief zu straff. Jetzt passte aber wieder alles und der Weg an der Küste entlang – eine „A“ Straße – ließ sich wunderbar fahren. Wir kamen gut voran und die Ausblicke waren schön, aber nicht wirklich sensationell, so dass wir auch keine großartigen Fotostopps einlegten. An Glasgow schmuggelten wir uns links vorbei, Stadttouren mit dem Mopped machten nicht wirklich Sinn. Dann kam das erste Highlight des heutigen Tages in Sicht: Loch Lomond. Warum nennen die Schotten ihre Seen eigentlich Loch? Wir haben keine Ahnung. Am Loch Lomond führt eine Straße entlang, die leider im ersten Teil nur wenige Blicke auf den See zulässt, zu dicht ist das Ufer mit Bäumen bewachsen. Wir legten an einem von Touris (jaja, wir sind ja auch Touris) überlaufenen Bootsanleger einen Halt ein und besichtigten noch eine kleine Kirche, bevor es etwas direkter am Ufer, mit Blick aufs Wasser und die umliegenden Hügel weiter ging.

Das zweite Highlight heute war endlich ein erster Abstecher in die Highlands und dann gleich noch ins Glencoe Valley. Eine imposante und absolut beeindruckende Landschaft! Verschiedenste Grüntöne auf sanft geschwungenen Hügeln – Norwegen im Vergleich dazu war eher schroff. Wir hielten nicht nur einmal an, um Bilder zu machen und unsere Geschwindigkeit reduzierte sich merklich.
Bald darauf erreichten wir Loch Linnhe und folgten diesem. In Fort William gingen wir einkaufen und tanken. Während Anja gerade im Lidl unser Abendessen jagte, startete im nahe gelegenen Bahnhof der „Hogwarts-Express“ – Jacobite Steam Train. Ein von einer Dampflok gezogener Zug, welcher über das aus den Harry Potter Filmen bekannte Glenfinnan Viadukt fährt.

Wir wollten, falls es zeitlich zusammenpasst, den Zug auf dem Viadukt fotografieren. Allerdings waren wir dafür ca. 1 Stunde zu spät dran. Außerdem mussten wir am Parkplatz in Glenfinnan feststellen, dass sich hier so ungefähr 90% aller Touris die in Schottland unterwegs sind gerade versammelt hatten. Das war uns zuviel Rummel. Wir zogen direkt vorbei und schauten uns lieber Loch Shiel und Loch Ailort an.
Dann ging es direkt auf den von Bea und Helle (Timetoride) empfohlenen Campingplatz Sunnyside Croft – der Platz ist wirklich eine Empfehlung wert. Super Sanitärgebäude, free WIFI auf dem ganzen Platz, direkter Zugang zum Meer und eine gute Ausgangsposition für die Fähre auf die Isle of Skye morgen. Apropos Fähre… da war noch was. Man sollte diese vorher buchen. Genau das versuchten wir aber die online Buchung brach immer wieder mit einem technischen Fehler ab.
Nun dann werden wir da morgen früh wohl mal anrufen. Zu Essen gabs noch Reis mit Blumenkohl und Paprika, bevor wir noch eine Fotorunde am Strand drehten. Im kuscheligen Zelt genossen wir die Ruhe hier auf dem Platz.

Schottland 2019 – Tag 5 – 190 km – Kilwinning

Wir hatten eine unruhige Nacht, es hat gestürmt und viel geregnet. Zweimal bin ich aufgewacht und habe die Abspannungen des Zeltes geprüft (na gut, ich hab es nur per Gehör getan…aber immerhin). Um kurz vor 7 Uhr waren wir beide wach. Anja ging duschen und ich baute fürs Frühstück auf. Direkt vor unserem Zelt, neben ein paar Sträuchern fielen sofort hunderte kleine Mücken über mich her. Also stellte ich Tisch und Stühle mitten auf dem Platz auf. Hier wehte ein wenig Wind und schon waren deutlich weniger Mücken da. Zum Frühstück gab es wieder Rühreier, Gurke, Brot und Brioche. Nachdem wir gut gesättigt waren, begannen wir zu packen. Wir wurden durch einen kurzen Regenschauer unterbrochen und fluchten weil nun alles wieder nass war. Aber auch das nahm ein Ende und so waren wir um 10:30 startklar.

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Unser Weg führte uns erstmal noch ein Stück gen Süden nach Port Logan. Eine kleine Hafenstadt mit einigen wenigen Booten die bei Ebbe auf dem Sand liegen. Wir schnappten uns die Kameras aus und gingen ein bisschen knipsen. Nach gut 30 Minuten packten wir wieder zusammen und machten uns auf den Weg in Richtung Norden. Es gab heute keine nennenswerten Pois, welche wir gezielt anfahren wollten. Wir ließen uns einfach so treiben und genossen die kleinen Straßen mit unzähligen Kurven. Und immer noch sind die Straßen zu den Äckern und Grundstücken mit Zäunen, Mauern oder einer Hecke begrenzt. Dies hat zur Folge, dass die Straßen oftmals zwischen Zweien dieser Begrenzungen verlaufen. Wenn man nun im Auto sitzt sieht man kilometerlang nur die Mauer an der man gerade entlangfährt, da sind wir auf dem Motorrad schon flexibler und haben einfach den schöneren Ausblick.

Außerdem ging mir heute ein Licht auf, was die Straßenbezeichnungen angeht. Es gibt A und B Straßen welche dann etweder durch 2,3 oder 4-stellige Zahlen ergänzt werden. A = Hauptstrassen, B= Nebenstraßen; je mehr Stellen die Zahl hat, desto kleiner die Straße -> z.B. B6365 einspurige Nebenstraße; A75 teilweise zweispurige Hauptverbindungsstrecke.
Wir drehten immer wieder ab von der Küste, um dann in einem Bogen doch wieder an selbige zu fahren. In Girvan machten wir am Hafen einen Fotostopp, nutzten gleich noch die öffentlichen Toiletten und legten noch einen Stopp an einem Fish & Chips Imbiss ein. Wir bestellen Double Fish & Chips with Garlic Mayo und bereuten, dass wir die „double“ Portion genommen haben. Die normale hätte locker gereicht. Aber was bezahlt ist, wird auch gegessen. Während wir im Imbiss saßen, begann es zu Regnen. Nach dem Essen starteten wir vorerst noch ohne Regenzeugs überzuziehen. Ein paar Kilometer weiter korrigierten wir das und warfen uns in Schale. So dick eingepackt machte das Fahren aber nur noch begrenzt Spass und der Regen wurde auch nicht weniger. Wir entschieden uns kurz vor Kilmarnock dazu, den Tag zu beenden und eine feste Unterkunft zu suchen.

In ganz Kilmarnock fand ich aber kein Bed and Breakfeast. Also stoppten wir kurz, um mit dem Smartphone auf Booking.com etwas zu suchen.
5 Minuten später hatten wir uns ein nettes Zimmer im Nethermains House in Kilwinning reserviert und fuhren auf direktem Weg dorthin.
Die Hausdame war sichtlich erfreut darüber, Motorradfahrer beherbergen zu dürfen, sie erzählte uns auch sogleich, dass sie in jüngeren Jahren mit dem Motorrad in ganz Europa unterwegs war. Wir nahmen ihren Tipp für eine gute Location zum Abendessen dankbar an und sie reservierte für uns einen Tisch im The Corner House.
Nach einem kurzen Fussmarsch waren wir um 19 Uhr dann dort und konnten uns fast nicht entscheiden was wir essen sollten. Als Vorspeise nahmen wir gemeinsam fritiertes Haggis. Diese schottische Spezialität sollte man mal probiert haben. Unser Fazit war einstimmig -> sehr lecker!!!
Anja entschied sich für Steakfleisch welches Gulasch-ähnlich zubereitet als Pie kam und ich blieb bei einem Burger mit Zwiebelringen und Pommes.

Nachdem wir dann mit MRS (Maximale Ranzen Spannung) ausgestattet den Rückweg gemeistert hatten, musste noch die Kette an Anjas Motorrad nachgespannt werden. Diese schien ihr Lebensende nun unerfreulich schnell zu erreichen. Hatten wir sie doch erst vor 1200km gespannt. Vielleicht hätten wir sie doch noch vor der Reise wechseln sollen.
Gut gesättigt begaben wir uns um kurz vor 22 Uhr ins Bett und freuten uns aufs hoffentlich bessere Wetter morgen.

Schottland 2019 – Tag 4 – 259 km – Sandhead Bay

Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßten uns, als wir um kurz vor 7 Uhr aus dem Zelt krabbelten. Jetzt galt es wieder einen Rhythmus zu finden. Frühstück machen und Sachen packen. Wir brutzelten uns Rühreier auf dem Kocher und tranken warmen Tee. Dann musste das ganze Zeugs wieder auf die Moppeds. Unsere Platznachbarn staunen nicht schlecht wie klein mancher Gegenstand (z.B. die Helinox Stühle) verpackbar ist. Schnell noch Zähne geputzt und dann waren wir um 10:30 Uhr auch schon startklar…. 3,5 Stunden für wach werden, Frühstück und packen… da muss noch bisschen Öl ins Getriebe.

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Wir fuhren auch heute wieder kleine und kleinste Straßen. Ich hab gestern ganz vergessen zu erwähnen, dass wir schon das erste „Castle“ gesehen haben. Die Eintritte für einen alten Steinhaufen sind ganz schön ordentlich und würden sich gewaltig aufsummieren wenn wir in alle alten Festungen oder Schlösser rein wollten. So werden wir die meisten wohl nur von außen bestaunen. Heute stand das Drumlanrig Castle als erster Poi auf dem Plan. Die Zufahrt zum Schloss ist schonmal imposant. Allerdings wurde uns auch gleich erklärt, dass das Gebäude heute geschlossen ist und nur die Gärten besichtigt werden können. Das schenkten wir uns und suchten uns lieber im Wegfahren noch einen anderen interessanten Blickwinkel aufs Gebäude.

Mit Dumfries hatten wir auch heute wieder eine größere Stadt zu durchqueren. Der Linksverkehr lief inzwischen schon viel besser, aber in Städten erforderte es immer noch 110% Aufmerksamkeit, um keinen Fehler zu machen. Wir fuhren an einer Bäckerei vorbei und dachten uns später, dass wir hätten halten sollen um zu gucken was es hier so an Auswahl gibt. Zu spät…
Der nächste Poi war Caerlaverock Castle, die Ruine einer ehemaligen Wasserburg. Vom Wasser sieht man nichts mehr und der Anblick vom Parkplatz aus regte uns nicht dazu an, Eintritt zu bezahlen und so ging es nach einem Müsliriegel gleich wieder weiter. Erstmal zurück nach Dumfries um uns dann wieder mit einem Schwenk an die Küste in Richtung Westen zu bewegen.
In New Abbey stoppten wir spontan an der Ruine der Sweetheart Abbey und nutzten den kostenlosen Zugang, um uns diese ein wenig anzugucken. Im Souvenirshop und Imbiss nebenan erstand ich zwei lokale Süßwaren… beim Biss in das erste Stück meinte ich, ein überdimensionales Aftereight mit Haferflocken im Mund zu haben… Gut ist was anderes… aber wenigstens war das zweite Teil (Chocolate & Fudge) nach unserem Geschmack. Im Weiteren Straßenverlauf habe ich bei der Planung wohl ein glückliches Händchen gehabt. Zahlreiche andere Motorradfahrer bestätigten, dass es sich wohl um eine sehr beliebte Strecke handeln muss. Kurve an Kurve fuhren wir uns in eine Art Rausch und nahmen fast nichts mehr neben der Strecke wahr.

In Newton Stewart tankten wir die Motorräder auf und deckten uns in einem Coop mit Lebensmitteln und Getränken für den Abend ein. Nun ging es noch ein Stück auf der A75, einer Mainroad, relativ zügig und gerade dahin, bis wir in der Sandhead Bay einen 5-Sterne Campingplatz (Sands of Luce) sahen, wo wir uns für die Nacht einquartierten. Man sollte sich den Platz aber vorher doch mal ansehen. Die 5 Sterne bezogen sich wohl eher auf die in schier unendlicher Anzahl vorhandenen Mobilehomes. Das „Wild-Camping“ Areal am letzten Ende des Platzes ist nicht sehr einladend. Aber wir waren hier in Sichtweite zum Meer, hörten das Rauschen der Brandung und wir waren komplett alleine!
Also doch nicht so schlecht wie auf den ersten Blick.

Nachdem wir uns einen Couscous Salat mit Thunfisch gemacht und vertilgt hatten, gingen wir noch eine Runde am Strand spazieren. Punktgenau als wir uns ins Zelt zurückzogen setzte der angekündigte Regen ein und uns wiegte das Trommeln der Tropfen auf der Zeltplane, gepaart mit dem Rauschen der Brandung in den Schlaf.

Schottland 2019 – Tag 1-3 – 665km, 21km, 254km – Amsterdam, Fähre, Moffat

Es geht mal wieder los. Dran geglaubt hab ich die letzten Wochen nicht immer. Hat uns doch meine 1000er ein bisschen Sorgen bereitet. Sämtliche Lager der Federbeinumlenkung hinten waren defekt, das Federbein selbst verliert Öl und bei den Reparaturarbeiten ging dann auch noch so einiges schief. Aber just in time wurde alles fertig bis auf das neue Wilbers Federbein, das wird erst nach dem Urlaub verbaut. Falls sich mal jemand überlegt die Nadellager der Federbeinumlenkung selbst zu wechseln… das ist die Nerven nicht wert! Die Lager haben den neuen Lagerinnenausziehern von Kuko standgehalten und erst eine völlige Zerstörung der Lagerschalen mit Hilfe des Dremels führte zum Erfolg!
Donnerstag der 20.06. ist in Bayern ein Feiertag was uns sehr zu Gute kam, da wir diesen und den Brückentag zum Urlaub addieren konnten und so etwas mehr Luft hatten. Ich hab dann spontan am Mittwoch auch noch frei bekommen, so dass ich in Ruhe schonmal alles zusammensuchen und die Bude in Ordnung bringen konnte, während Anja noch auf der Arbeit saß.

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Donnerstag früh um kurz nach 9 Uhr ging es dann los. Bis Würzburg über Land und dann ab auf die Autobahn nach Amsterdam. Langweilig ist das Gegurke ja schon. Aber was will man machen? Zwei Tage alleine schon für die Anfahrt zur Fähre opfern? Nein danke. Wir hatten uns über Booking.com eine Unterkunft in Laufreichweite zur Zaanse Schans gesucht. Ein historisches Freilichtmuseum welches durch die Grachten (Kanäle) und Windmühlen geprägt ist. Hier wollten wir ein wenig fotografieren und uns auf die Reise einstimmen. Unsere Unterkunft (Bed and Breakfast De mallemolen) war so ein richtiges „Tiny House“ ganze drei Räume gibt es in dem Gebäude. Zwei Gästezimmer und eine Gemeinschaftsküche. Wir teilten uns die Unterkunft mit einem anderen deutschen Pärchen. Den Abend verbrachten wir mit Essen gehen und fotografieren. Die Spiegelungen der Windmühlen und die Ruhige Stimmung hatten es nicht nur uns angetan. Man merkte auch sofort dass wir in Holland sind. Die Gruppe italienischer Fotografen neben uns chillte beim „knipsen“ bei einem Joint.

Den Wecker um 3:55 Uhr machten wir aus und beschlossen den Sonnenaufgang nicht zum Fotografieren zu nutzen. Wir sind schließlich im Urlaub. Dafür gab es dann noch ein bisschen lokale Schokolade auf dem Weg zur Fähre. Die Kakao Fabrik neben unserer Unterkunft hatte uns mit dem angenehmen Duft schon lange genug gequält. Um 12 Uhr kamen wir am Fährterminal an und reihten uns in die Wartenden ein. 13 Uhr Check-in und um kurz nach 14 Uhr begann das beladen. Bei DFDS Seaways bekommt man einen Satz Spanngurte pro Motorrad geschenkt, sprich man darf diese nach der Überfahrt behalten. Das hat gleichzeitig den Charme, dass man nagelneue Spanngurte bekommt und keine uralten, dreckigen benutzen muss. Die Moppeds waren schnell verzurrt und wir in der Kabine erstmal duschen. Dann ab aufs Deck und noch bisschen in der Sonne hocken bis wir ablegten. Sobald wir den Hafen verlassen hatten (kurz nach 18 Uhr) begaben wir uns wieder in die Kabine und machten uns endlich mal über ein wenig Routenplanung. Eine Stunde später fielen mir dann beim Lesen die Augen zu und Anja drehte nochmal eine Runde über Deck bevor auch sie früh zu Bett ging. Die Nacht verlief ruhig und wir wachten gut ausgeruht aber mit Rückenschmerzen (verfluchte Matratze auf der Fähre) um kurz nach 6 Uhr auf. Zum Frühstückbuffet waren wir dann die ersten und konnten die Ruhe vor dem großen Ansturm noch etwas genießen.
Im Vergleich mit der Mobyline Fähre vorletztes Jahr (Sardinien – 2 Stunden auf dem Gepäck im Treppenhaus sitzen!) war die DFDS Seaways genial organisiert. Es kam der Aufruf dass Deck 3 zu den Fahrzeugen soll und wir konnten direkt mit dem Gepäck durchgehen, aufpacken und die Fähre verlassen.

Jetzt begann das Abenteuer LINKSVERKEHR!!! Unglaublich was der Mensch doch für ein Gewohnheitstier ist. Die Fahrt durch Newcastle war die Hölle. Jeder Ablauf an einer Kreuzung ist so ganz anders! Man muss höllisch aufpassen was man tut und wo man hinfährt, da blieb nicht viel Zeit sich umzusehen. Noch schnell an einem ATM gestoppt und ein paar Pfund gezogen – ich kam mir vor wie ein Bankräuber – lauter kleine unsortierte Scheine. Sobald wir Newcastle hinter uns gelassen hatten wurde es einfacher mit dem Verkehr. Lediglich in Kurven gab es manchmal noch Schreckmomente wenn plötzlich auf der rechten Fahrbahn ein Fahrzeug entgegenkommt. Man selbst braucht einen Moment um zu begreifen, dass man ja nicht auf Kollisionskurs ist, da man links fährt.

Der erste Tag lieferte genau das Bild von Schottland was wir erwartet hatten. Grün, hügelig, Wiesen wechseln mit Wäldern, einsame große Landhäuser, viele Schafe und wenig Verkehr. Am Anfang noch viel gerade aus, im Verlauf des Tages immer kurvigere Strecken. Was uns auffiel, in Schottland ist alles entweder von einer Mauer oder einem Zaun umgeben. Das Anhalten auf den schmalen, oft nur einspurigen Sträßchen war schwierig und so machten wir nur wenige Fotostopps. Wir kamen schon an einigen „Löchern“ (Seen) vorbei und sahen immer wieder Leute beim Wildcampen. Das Wetter war super, auch wenn die Temperaturen relativ frisch waren. Wir kamen gefühlt etwas langsamer voran als wir gedacht hatten und so suchten wir uns gegen 16:30 in Moffat nach dem Tanken eine Einkaufsmöglichkeit und steuerten dann den großen Campingplatz an.

Hier fanden wir ein Plätzchen auf feinstem „englischen“ Rasen und schlossen sofort Freundschaft mit einem schottischen Pärchen, welches fasziniert war was man so alles auf einem Motorrad transportieren kann. „Lovely“ wird mein neues Lieblingswort. Überhaupt bin ich mal wieder begeistert von der „politeness“ der Nativespeaker hier. Apropos Politeness: Wir hatten heute auf einem Parkplatz ein Auto gesehen welches keinen Parkschein hatte. Überall auf der Welte würde man wohl einen Strafzettel bekommen oder gar abgeschleppt werden. Nicht so hier, es hing ein Hinweis am Fahrzeug:
„Reminder to pay for parking notice. Thank you for visiting Kielder Water & Forest Park, we hope you have enjoyed your time with us. We are sorry to notice that you haven’t paid your car parking fee and would aks that you purchase a parking ticket.“
Ich liebe diese Umgangsformen!!!

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Nachdem wir uns auf dem Kocher Nudeln mit Spargel, Champignons und Tomaten in einer Frischkäsesoße gebrutzelt hatten, ließen wir den Tag im Campingstuhl ausklingen und freuen uns schon morgen an die Westküste Schottlands zu kommen. Mal sehen ob wir dort auch wieder so einen netten Campground finden.

Balkantour 2018 – Tag 21 – 437 km – Daheim und Fazit

Der letzte Tag des Urlaubs steht an. Das Aufstehen ist zäh, aber das Frühstück entschädigt dafür. Das Gasthaus Jägerhof ist absolut ruhig am Rand von Mallnitz gelegen. Nur ab und an hört man mal einen Zug vorbeifahren. Wir lassen uns das Frühstück ganz in Ruhe schmecken und packen noch viel ruhiger unsere Sachen zusammen. Knapp 400km Bundesstraßen stehen heute an um nach Hause zu kommen.

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Aber bevor wir Gas geben können steht die Bahnverladung in Mallnitz an. Wir fahren pünktlich zum Bahnhof und dürfen als erste auf den Zug. Das Personal verzurrt die Motorräder während wir uns in den Waggon setzen. Nur wenige Minuten später fahren wir auf der anderen Bergseite in den Bahnhof in Böckstein ein und fahren die Motorräder wieder vom Zug. Bei Schneizlreuth überqueren wir die Grenze nach Deutschland und unsere Laune lässt immer mehr nach. Irgendwie geht es uns jedesmal gleich wenn wir von einer Reise nach Deutschland zurück kommen. Der Verkehr in der Heimat nervt! Man freut sich dass man endlich wieder 100km/h fahren darf und vom Fahrbahnzustand her auch könnte, aber der Verkehr in Deutschland ist einfach nur Krieg. Kurz vor Traunstein schauen wir uns beide an und entscheiden dass wir für den restlichen Heimweg die Autobahn nehmen. Hier kann man sich noch halbwegs in den Verkehrsfluss einordnen und mitschwimmen. Der restliche Weg ist dann unspektakulär.

Nach 5700km durch 13 Länder rollen wir wieder durchs Gartentor und werden von unserer Familie mit einem angeschürten Grill erwartet. Der Kopf ist wiedermal voll mit Eindrücken und wir haben einige tolle Leute kennengelernt. Unsere Meinungen über manche Länder wurden durch Wissen ersetzt und wir wurden einigemale echt überrascht. Alle Unterkünfte welche wir uns in der Regel mit 24 Stunden Vorlaufzeit über Booking.com gesucht hatten waren Klasse und wir können sie definitiv weiterempfehlen.

Hier noch eine Auflistung der Unterkünfte in der Reihenfolge in der wir sie besucht hatten:

Noch ein paar kurze Worte zur Reiseroute. Der Weg über Österreich nach Ungarn an den Balaton war für uns nur Anreise. Bis Österreich war uns die Strecke bereits bekannt. Der Plattensee ist in unseren Augen kein lohnenswertes Ziel. Der Weg vom Balaton nach Serbien rein ist auch noch relativ öde. Ab der Strecke an der Donau entlang in Serbien war es dann echt reizvoll! Die Vila Dunavski Raj ist un seine extra Empfehlung wert da Mina und Ihre Eltern sich hier unwahrscheinlich um ihre Gäste bemühen.  Serbien an der Donau entlang und dann weiter im östlichen Teil in Richtung Süden zu fahren war definitiv eine gute Entscheidung. Die Landschaft hier ist einfach der Hammer. Unser Abstecher in den Kosovo hat uns davon überzeugt wieder zu kommen! Hier müssen wir definitiv noch mehr Zeit verbringen. Mazedonien hat uns ebenfalls in seinen Bann ziehen können und auch hier gibt es eine besondere Empfehlung für das Hotel Korab Trnica. Perfekte Lage und super Essen! Griechenland werden wir wohl mal mit der Fähre angehen müssen um etwas mehr Zeit zu haben. Auf dieser Reise war hier unser Wendepunkt. Hier haben wir die einsamsten Strecken auf der Reise gefunden. Das Hotel Kristal in der nähe von Ksamil in Albanien war eine goldrichtige Wahl um einen Tag Pause zu machen. Ein kleiner Familienbetrieb der viel Wert auf Qualität legt und das etwas abseits vom Trubel in Ksamil. Die Streckenwahl um in den Norden Albaniens zu kommen würden wir evtl ein wenig anders machen. Der Weg nach Durres war etwas eintönig. Der Weg von Durres zum Komanstausee allerdings war erste Sahne uns wir würden ihn wieder exakt genau so fahren. Auch die Überfahrt über den Komansee empfehlen wir klar in dieser Richtung. Es war einfach entspannt vom Hotel zur Fähre in 20 Minuten zu fahren und dann den Rest des Tages in Shkodra zur Verfügung zu haben. Wenn man die Runde andersrum fährt und die Trageti Alpin als Fähre wählt. Dann kommt man erst so gegen 16 Uhr in Fierza an. Maxmoto war etwas früher im Jahr auf dieser Strecke unterwegs. Bei ihm fuhr die Trageti Alpin noch früh ab Komani und Nachmittags ab Fierza. Das Red Bricks in Shkodra ist ein Muss wenn man in dieser Stadt verweilt! Montenegro hat unsere Erinnerungen an 2015 perfekt aufgefrischt und den Drang geweckt wieder zu kommen. Vielleicht dach einmal mit leichteren Maschinen und noch ein wenig mehr Offroad 😉 Unser kurzer Abstecher nach Dubrovnik hätte nicht sein müssen, aber wenn man schonmal Jahrestag hat und die Frau Geburtstag hat dann muss es auch was besonderes sein und da war das Restaurant Horizont . Wir waren ja 2015 bereits ausführlich hier, aber dieser Kurzbesuch hat definitiv auch Spass gemacht. Der eigentliche Heimweg hat uns dann ein wenig ins Hinterland Kroatiens geführt, so dass wir Boris und Gordana im Apartment Ada kennenlernen durften. Die beiden sind alleine schon ein Grund hier mal wieder vorbeizufahren! Eine super Unterkunft! Die Tropfsteinhöhle in Postojna hat uns im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet. Es ist unglaublich was unsere Natur zu bieten hat. Den Mangart werden wir irgendwann auch noch bezwingen und der Rest des Weges war dann mehr oder weniger nur noch absitzen. Wir würden es zu 98% wieder so machen. Manche Plätze erfordern einfach mehr Zeit und Ruhe um sie intensiver zu erkunden.

Balkantour 2018 – Tag 20 – 287 km – Mallnitz

Das Frühstücksbuffet des Hotels hätte uns fast wieder in ein Fresskoma gestürzt. Wir haben super geschlafen, es ist nicht zu warm heute morgen, aber die Sonne scheint. Der blaue Himmel weckt die Lust zu fahren. Just in time um 10:00 Uhr checken wir aus und begeben uns auf den Weg zur Predjama Höhlenburg.

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Der Weg dorthin hat schon die ersten schönen Kurven für uns parat. An der Burg ist großes Geschrei angesagt. Eine Schulklasse und eine Kindergartengruppe wetteifern wer mehr Lärm machen kann. Wir suchen uns schnell zwei – drei schöne Blickwinkel und dann fahren wir wieder. Das ist uns zu Laut und hektisch hier.

Ein paar km geht es wieder zurück bevor wir abbiegen und uns wieder an Flüssen orientieren. Zuerst an der Idrijca entlang und später an der Soca. Slowenien ist uns gut bekannt und wir lassen es fliegen. Naja fast – einige Baustellen bremsen uns aus. Die Flusstäler sind einfach schön. Ich hab allerdings Probleme mit den Gedanken den Moment einzufangen. Immer wieder schweif ich ab und bin schon zu Hause und plane was die nächsten Tage passieren muss. Noch bin ich aber in Slowenien und sollte die Zeit hier genießen.

Wir fahren auf den Mangart zu. Inzwischen zum vierten mal wollen wir versuchen auf diesen Berg zu fahren. Das Wetter sieht gut aus und Mitte Juni sollte die Strasse auch frei von Schnee sein. Am Fusse des Mangart legen wir nochmal eine Pause ein und essen etwas. Als wir nach oben starten hat sich an der Kreuzung ein kleines Motorradtreffen eingefunden. Bestimmt 20 Motorräder sind hier versammelt. Wir fahren einfach durch und schlängeln uns langsam den Berg hoch. Die Straße ist eng und die Sicht bei der Bergauffahrt eingeschränkt. Der erste und der zweite Gang sind hier das höchste der Gefühle. Der Ausblick ist bereits auf dem Weg nach oben Atemberaubend. Die Haltemöglichkeiten halten sich allerdings in Grenzen.

Auf 1898 Meter Höhe ist dann Schluss. Die Strasse ist durch ein Schneefeld versperrt. Keine Chance weiterzukommen. Außerdem steht hier auch noch ein Sperrschild. Dieser Berg ist uns einfach nicht wohlgesonnen. Aber irgendwann kommen wir auch hier nochmal vorbei und werden ihn bezwingen. Wir genießen den Ausblick auf knapp 1900 Meter und machen ein paar Bilder,

Dann machen wir uns an den Rückweg. Bergab fährt sich die Straße viel angenehmer. Man kann die Kehren und den vor einem liegenden Weg viel besser einsehen und kommt deutlich flotter voran. Wieder unten angekommen biegen wir ab in Richtung Passo Predel. Land Nr. 13 steht kurz bevor. Italien schneiden wir aber nur kurz an um nach Österreich zu kommen. In Österreich legen wir dann nochmal eine Pause an einer Tankstelle ein. Ein bisschen Schokolade und eine Fanta versüßen uns die Planungspause. Wie weit fahren wir heute noch? Wo werden wir schlafen? Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit entschließen wir uns für eine Unterkunft vor der Tauernschleuse direkt in Mallnitz. Das Gasthaus Jägerhof hat noch Zimmer frei und wir reservieren uns über booking.com eines.

Wir überfahren noch einen kleineren Pass auf ca. 1100 Meter Höhe bevor wir uns wieder an einen Fluss halten. Die Drau hatte uns 2016 den Weg in die andere Richtung gezeigt als wir das Projekt Flachköpper gestartet hatten. Wir stoppen noch an einem Billa um uns mit Abendessen zu versorgen. Wir können einfach kein ganzes Menü mehr sehen. Heute bleibt es bei einem Brocken Käse, ein paar Tomaten und Semmeln dazu. Einfach aber gut. Das Gasthaus ist am Rand von Mallnitz absolut ruhig gelegen. Wir haben ein riesiges Zimmer mit Balkon und lassen es uns gut gehen. Bei unserer Vesper lassen wir den letzten Abend unserer Reise ausklingen und dümpeln noch ein wenig vor uns hin.

Balkantour 2018 – Tag 19 – 270 km – Postojna

Der Wecker reisst uns um 7 Uhr unsanft aus unseren Träumen. Es ist angenehm kühl was leider dazu geführt hat dass die gestern gewaschene Wäsche nicht trocken geworden ist. Dann muss ich das Zeugs halt feucht anziehen. Wir springen noch schnell unter die Dusche und sind pünktlich um 8 beim Frühstück. Boris und Gordana haben sich wieder ins Zeug gelegt. Diese Unterkunft (Apartment Ada) muss man definitiv weiterempfehlen. Boris verabschiedet uns herzlich und vor allem ehrlich.

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Wir fahren los in Richtung Velebit. Das Wetter ist durchwachsen, es ziehen viele dunkle Wolken und es ist sehr windig. Fast ein wenig frisch ist es heute. Im Hinterland ist weiterhin alles grün bewaldet und wir kommen auf der gut ausgebauten Straße zügig voran. Nach knapp 50 km legen wir einen Tankstopp ein und kaufen noch Wasser für die Trinkrucksäcke. Neben der Straße sehen wir auf einmal mehrere alte Flugzeuge. Das müssen wir uns etwas genauer ansehen.

Nachdem wir den Gebirgskamm überwunden haben der das Hinterland von der Küste trennt bekommen wir sehr deutlich die Bora zu spüren. Die kalte Luft im Hinterland kombiniert mit der warmen an der Küste sorgt für Fallwinde entlang der Gebirgszüge welche extrem böig sind und Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen können. Das Motorradfahren ist fast schon ein bisschen anstrengend bei diesen Bedingungen. Kurz nachdem wir die Küste erreicht haben machen wir halt an einer Bank mit schöner Aussicht. Wir Essen unsere Sachen vom Bäcker welche gestern Abend dank dem Essen von Gordana übrig geblieben sind. Danach noch ein kurzer Stopp an einer Tankstelle und schon geht es wieder gegen den Wind die Küstenstrasse entlang.

Der Weg durch Rijeka ist angenehmer als gedacht. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Die Temperaturen bewegen sich auch dank des Windes im angenehmen Bereich. Nach Rijeka geht es zügig zur Grenze wo wir einfach durchgewunken werden. Slowenien hatte es uns ja auch bereits auf früheren Reisen angetan. Dies war nicht ganz grundlos. Die Straßen sind kurvig und in einem guten Zustand. Die Landschaft lädt dazu ein den Blick schweifen zu lassen. Unser heutiges Ziel ist Postojna. Wir haben ein Hotel (Postojna Cave Rooms & Apartments Proteus) im Zentrum gebucht in welchem wir um 15:30 einchecken. Nachdem wir uns umgezogen haben gibt es noch einen kleinen Willkommensgruß in Form von Gebäck und hausgemachtem Eistee.

Wir laufen die gut 500 Meter zu der berühmten Tropfsteinhöhle und bezahlen den horrenden Eintrittspreis von 52 EUR für 2 Personen. Noch haben wir eigentlich keine Ahnung was uns dafür erwartet. Um 17 Uhr beginnt die Führung in Deutscher Sprache. Insgesamt sind in der deutschsprachigen Gruppe 8 Personen plus Höhlenführerin. Man wird mit einem Zug in die Höhle gefahren und dann beginnt der ca. 1,6 km lange Rundgang. Insgesamt dauert die Führung fast 2 Stunden. Wir lernen Begriffe wie Stalaktit, Stalakmit und Stalagnat und erfahren dass ein Stalaktit in ca. 10-40 Jahren nur EINEN Millimeter wächst. Die Führung ist kurzweilig und am Ende angelangt fühlen sich die 2 Stunden an wie 15 Minuten. Wir haben bereits mehrere Tropfsteinhöhlen besucht, aber keine war bisher so beeindruckend und groß wie die Höhle von Postojna. Ich glaube man könnte locker einen ganzen Tag mit dem Rundgang verbringen.

Zum Abschluss des Abends gönnen wir uns noch einen Döner. Wir wollen nicht schon wieder groß Essen gehen. Morgen wollen wir noch einen Abstecher zur Predjama Höhlenburg machen und dann mal wieder versuchen auf den Mangart zu fahren. Bisher hat uns immer das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.