Israel – Jerusalem – Tag 6 & 7

Unser Start in den ersten Tag in Jerusalem wurde noch besser, als wir bei Sam´s Bagels waren. Läuft ab wie bei uns Subways nur mit Bagels und Hammer-Auswahl.
Wir betraten die Altstadt durch das Jaffa-Tor und Tobis Vorstellung war dahin. Keine Menschen in Sandalen und langen Gewändern, kein Dreck und Staub, keine Eselskarren… Tja wir sind halt nicht mehr im 1. Jh.

Gleich rechts befindet sich die Davidszitadelle, man kann durch die Ruine streifen, die Museumsräume begutachten und auf den Aussichtsturm hinauf. Wir nutzten diese Gelegenheit um uns einen Überblick über die Altstadt von Jerusalem zu verschaffen.

Danach schlenderten wir durch das Armenische Viertel, hier ist es relativ ruhig. In die St. James Cathedral kann man leider nur mit Führung rein und so standen wir unverhofft schnell schon am Zionstor. Als wir noch am Beraten waren, ob wir gleich den Berg Zion noch mitnehmen wollen oder wieder in die Stadt gehen, quatschte uns einer dieser nervigen Taxifahrer an. Zuerst auf hebräisch, weil er Tobi für einen Landsmann hielt und dann auf Englisch und wild irgendwelche Ziele vorschlagend, wo er uns hinfahren könnte. Es dauerte ein wenig, bis wir ihm begreiflich machen konnten, dass wir genau da sind, wo wir hin wollten und gerade weder auf den Ölberg, noch nach Bethlehem gefahren werden wollten.

Mir taten die Füße weh, ich wollte mich setzen und ich wollte Baklava. Beides fanden wir in einer Art Selbstbedienungsbäckerei… Böser Fehler, mich mit einer Gebäckzange und einer Schüssel da allein rein zu lassen. Nachdem ich eskaliert bin und Unmengen Gebäck, Kekse und Baklava in mich gestopft hatte, hatte ich extrem gute Laune und es konnte weitergehen.

Wir waren mitten im Jüdischen Viertel und standen direkt am Eingang der Sefardischen Synagogen. Schon hatte Tobi ne Leihkippa am Kopf und es ging los. Die vier Synagogen sind miteinander verbunden, ursprünglich war es eine, wurde aber auf Grund der wachsenden Gemeinde immer wieder erweitert. So Synagogen sind eigentlich recht angenehm, sie vermitteln nicht so das Gefühl Flüstern zu müssen und andächtig das Haupt zu neigen, vielmehr fühlt man sich wie in einem Wohnzimmer. In die Ramban und Hurva Synagoge warfen wir nur einen kurzen Blick, wir wollten die Anwesenden nicht stören.

Dann waren wir am/auf/ im Cardo und dem umliegenden Basar. Die Nord-Süd-Verbindungsstraße aus dem römischen Jerusalem wurde freigelegt und restauriert. Wir irrten fast planlos durch die Stände, beim ersten Mal durchlaufen verliert man leicht die Orientierung, wo man sich eigentlich gerade befindet. Aus jedem noch so kleinen Raum wird irgendetwas verkauft, Ramsch für die Touris, Herrenanzüge, Farben/Lacke, Drogerieartikel, Unterwäsche, Gewürze, Fleisch, Süßes.

Ausversehen standen wir schon an den Sicherheitskontrollen zur Klagemauer und waren auch schnell durch. Wir trennten uns, Tobi mit Leihkippa auf die Männerseite, ich auf die Frauenseite. Das Bedürfnis mich selbst an diese Wand zu stellen, oder wie viele andere einen Zettel in die Steinritzen zu stecken und dabei ein Selfie zu machen kam bei mir nicht auf. Das ist weder mein Glaube, noch möchte ich jemanden stören, der sich hier zum Beten einfindet. Tobi kam mit ähnlichen Erfahrungen von der Männerseite. Wir schauten uns das ganze Treiben aus einiger Entfernung noch ein bisschen an, bevor wir quer durch die Altstadt zum Neuen Tor schlenderten. An Essenslokalitäten in der Nähe unseres Hotels mangelte es nicht und nachdem ich es nachmittags mit dem Baklava so übertrieben hatte, gönnten wir uns bei Mr. Green Salate zum Abendessen.

Der Mittwoch startete auf dem Machane Yehuda Bazar. Hier findet das normale Leben statt, die Leute erledigen hier ihre täglichen Einkäufe – Brot, Gemüse, Fisch, Nüsse, Obst.
Wir sammelten uns beim Durchschlendern unser Frühstück zusammen. 2 Pitas hier, Labaneh und irgendwelchen anderen Käse da, ein paar Falafel und einen frisch gepressten Orangensaft.

Danach wollten wir ins Stadtviertel Mea Shearim in dem die ultraorthodoxen Juden wohnen. Hier geht es definitiv anders zu, Fremde sieht man gar nicht, eigentlich alle sind mit Samthut, Bart, Schläfenlocken und schwarzem Mantel bekleidet, Frauen alle mit Rock und hochgeschlossen, die Kinder wie Orgelpfeifen aufgereiht im Schlepptau. Es ist relativ dreckig auf den Straßen und obwohl uns niemand angesprochen hat, lässt uns das Gefühl hier nur geduldet zu sein, auch schnell wieder weiterziehen.

Mit der Tram fahren wir zum Mount Herzl. Was in den Bussen funktioniert – nämlich die RavKav Card einfach zweimal zum Abbuchen des Fahrtpreises an den Kartenleser zu halten, funktioniert leider nicht in der Tram, jede Person braucht so eine RavKav oder aber man löst vorneweg an der Haltestelle ein Papierticket.

Unser Ziel am Mount Herzl: Yad Vashem – nationale israelische Gedenkstätte.

Der Eintritt ist frei, Spenden werden angenommen. Der Aufstieg der Nationalsozialisten, Verfolgung und Ermordung der Juden, bis hin zu Berichten von Überlebenden ist dokumentiert mit unzähligen Bildern, Briefen, Videos, Plakaten, Zeitungen, Kleidung, persönlichen Gegenständen. Die Ausstellung ist riesig. Nach drei Stunden waren wir wieder draußen und hatten bei weitem nicht alles angeschaut. Mein Kopf fühlte sich an wie ein Ballon kurz vor dem Platzen und ich wünschte, niemand würde mich mehr fragen wo ich herkomme. Unsere Generation kann nichts mehr dafür, was damals geschah, trotzdem fühlte ich mich elend und erschlagen.

Umso mehr war ich erstaunt und auch dankbar, dass sich jeder mit dem wir uns unterhalten hatten, gefreut hat, dass wir dieses Land besuchen, sich für uns interessiert hat und wir nie verurteilt wurden, weil wir aus Deutschland waren.

Wir beendeten diesen Tag früh und lagen nach Falafel und Schawarma vom Imbiss um 21 Uhr im Bett. Die Rucksäcke waren für den nächsten Tag schon gepackt und der Wecker auf 6 Uhr gestellt.

Israel – Tel Aviv – Tag 3 – 5

Am nächsten Tag war Shabbat, wir blieben lang im Bett und haben uns, um von A nach B zu kommen, mit den Leihstationen für Fahrräder auseinandergesetzt, es fahren nämlich keine Busse.. Gleich bei uns um die Ecke war so eine Verleihstation von Tel-O-Fun. Registrierung und Bezahlung läuft über Kreditkarte, man zahlt einen Tagespass, die erste halbe Stunde ist frei, dann wird halbstündig abgerechnet, bis man das Rad wieder in einer solcher Station abgibt.
Wir radelten die ersten 5 km am Strand entlang, hochmotiviert mit dem Blick auf unser verspätetes Frühstück im Benedicts, welches 24/7 offen hat.

Die Idee dort zu Essen hatten wir nicht allein. Wir warteten fast eine Stunde mit ca 20 anderen Leuten vor dem Laden auf einen Tisch. Drinnen geht es hektisch zu, aber das Frühstück entschädigt. Wir orderten Israeli-Breakfast, mit Eiern, Labaneh, Avocado, Thunfisch, Käse und Salat. Danach konnten wir es nicht sein lassen und bestellten Blaubeer-Pancakes…. Wahnsinns-Teile… was ich beim Bestellen und Essen noch nicht bedacht hatte: ich musste dann wieder auf ein Fahrrad aufsteigen… Wir nahmen uns erneut Fahrräder und radelten zum alten Hafen von Tel Aviv welcher jetzt neu mit Cafes, Bars und Kinderbespaßung angelegt wurde.

Am Fluss Yarkon angekommen zogen wir uns an diesem entlang in den Yarkon Park. Ganz Tel Aviv schien draußen, zu sein, beim Radfahren, Grillen, Slaklinen, Tretboot fahren, Geburtstag feiern, mit den Kindern in der Wiese liegen. Gefühlt war ganz Tel Aviv entweder am Strand oder in diesem Park.
Nach ich weiß nicht wie vielen Kilometern in diesem Park radelten wir den Rothschild-Boulevard wieder runter Richtung Jaffa. Am Strand hörten wir noch eine Weile ein paar Straßenmusikern zu, bevor wir uns bald in unser Apartment zurückzogen.

 

 

Eigentlich ist Sonntag… hier ist das aber schon wieder wie bei uns Montag. Die Geschäfte haben wieder offen, es geht wild zu auf den Straßen und wir waren entsprechend früh unterwegs.
Am Strand entlang ging es heute ins Old Yafo. Der kleine alte Stadtkern klebt am Hang und es geht Treppen rauf und runter, an vielen Galerien vorbei, bis wir an der ersten Kirche ankamen. Die St. Petrus Kirche ist relativ schmucklos und wir hielten uns nicht lange auf. Direkt gegenüber ist eine Freilichtbühne mit Blick auf das Meer und die Skyline von Tel Aviv.

Auf der anderen Seite des Hügels runter fanden wir unser Frühstück/Mittagessen im Fairouz Cafe: arabischer Kaffee mit Kardamom, frisch gepresster Orangensaft, Shakshuka, Labaneh und Hummus, dazu Salat, Pita und Oliven.
Nach diesem ausgiebigen Essen gaben wir irgendwann auch unseren Platz im Schatten auf und machten uns auf den Weg zum HaTachana – dem historischen Bahnhof von Tel Aviv. Die Gebäude sind renoviert und es finden sich Boutiquen und Cafes.

Um die typische Touri-Gegend auch mal zu verlassen haben wir uns in den Bus gesetzt und sind ins Viertel Neve Shaanan gefahren. Der zentrale Busbahnhof ist einfach hässlich, ein riesiger Betonbau, rot verklinkert, aber alles rußig, schwarz, dreckig. Als wir durch die Straßen liefen wurde uns bewusst, dass sich hier nicht allzu häufig Touristen herverlaufen, das Viertel ist größtenteils von Afrikanern bewohnt und entsprechend bunt ist auch das Bild, Obstläden, Friseure, Straßenküchen. Im Levinsky Park befindet sich eine Open Air Bibliothek, Kinder sitzen zum Basteln und Spielen zwischen den Büchern.
Die Sonnenuntergänge waren meist nicht sehenswert, da die Sonne im Dunst verschwand bevor sie auf dem Meer aufkam, aber die goldene und blaue Stunde hatte es in sich. Nachdem wir von unserem allzu üppigen Frühstück/Mittagessen noch zehren konnten,gab es zum Abendessen nur Hummus mit Ei, Kichererbsen und gebratenen Pilzen.

Bevor wir uns am Montag auf den Weg nach Jerusalem machten, schlenderten wir noch über den Flohmarkt, der sich direkt vor unserer Haustür befand. Teppiche, Batterien, Kettchen, Jeans, alte Telefone, Schuhe, Spachtel, Kronleuchter, Besteck und Geschirr bis hin zu XXX-DVDs – Zustand neu bis Müll – alles ist zu haben. Dazwischen sitzen ein paar ältere Herren und spielen Backgammon.

Um ca. 12 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Bus, mit dem Bus zur HaHagana Railway Station, mit der Bahn über den Flughafen mit Umsteigen nach Jerusalem und dann mit dem Bus zum Hotel. Den restlichen Weg irrten wir mehr oder weniger umher bis wir unser Hotel gefunden hatten. Unsere erste Runde war ein grobes Orientieren in der näheren Umgebung. Die Fußgängerzone sieht aus wie in jeder anderen Stadt auch, Essensläden, Imbisse, Schuh- und Klamottenläden, Souvenir-Shops und der Kippa-Man.

Israel – Tel Aviv – Tag 1 & 2

Unser diesjähriger Frühjahrstrip führte uns nach Israel. Jedem, dem wir von unserer Idee erzählten schaute uns ein bisschen fassungslos an “Da wollt ihr hin?” “Bei der aktuell unsicheren Lage?” “Muss das denn sein?” und ja, es musste sein! Ein paar Leute die bereits dort waren bestärkten uns, dass es dieses Land in sich hat und man auf der Stelle wieder hinwollen würde – sie sollten recht behalten.

Nachdem die Direktflüge ab Nürnberg über Germania nicht mehr möglich waren, starteten wir mit Swiss in Nürnberg über Zürich Richtung Israel. Unser erster Kontakt fand bereits am Gate in Zürich statt. Eine Gruppe von vielleicht 15 jüdischen Männern mit Gebetsteppich um die Schultern, Tefillin und Tora in der Hand beteten und wiegten sich in ihrem Singsang. Ein für uns fremdes Bild, aber mit der Aussicht, die nächsten Tage noch mehr von dieser Kultur und dem Leben dieser Religion zu sehen, musste ich hier schon immer wieder neugierig hinlinsen.

So eine Boing 777 hat schon was… Mit Filmen, Kissen und Decke und einem gar nicht mal knauserigen Personal hätte ich es da drin auch länger als 4 Stunden ausgehalten 🙂

In Israel am Flughafen steht man dann erst mal an der Passkontrolle… und da steht man lange… man kriegt nicht nur einfach seinen Stempel, nachdem der Pass gescannt wurde. Das Fragespiel welches uns aus Serbien schon ein bisschen bekannt ist folgte: Wer sind wir, wo wollen wir hin, warum sind wir in Israel, wie lange bleiben wir… Einen richtigen Stempel erhält man auch gar nicht mehr, da die Einreise in andere Länder wiederum problematisch werden kann, wenn im Pass israelische Stempel drin sind. Man bekommt einen Ausdruck, wann man eingereist ist und dieses Zettelchen muss man mit dem Pass bei sich lassen.

Als wir endlich unseren Koffer hatten und “drin” waren, machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Wir hatten geplant ohne Mietwagen durchzukommen und uns auf die Öffentlichen Verkehrsmittel zu verlassen. Ein Ticket bekamen wir nach Bezahlung mit Visa am Automaten und mit dem Ticket kommt man auch durch die Drehkreuze in den Bahnhof. Die Anzeigetafeln springen von hebräischer Schrift auf die von uns lesbaren lateinischen Buchstaben und es ist ein Klacks den richtigen Zug zu finden.
Nach guten 10 Minuten Fahrt waren wir in Tel Aviv am HaHagana Bahnhof, beflügelt von dieser unkomplizierten Zugfahrt stürmten wir auf die Straße und wollten zum Bus, dabei landeten wir auf dem Boden der Tatsachen. Die Zahlen sind im hebräischen genauso wie bei uns, alles andere jedoch ist hebräisch und bleibt es auch… wir haben also einen Abfahrtspunkt für unsere Busnummer gefunden, jedoch wussten wir nicht in welche Richtung der Bus fahren würde oder wann. Die Busfahrpläne waren für uns unmöglich zu verstehen.
Nachdem man im Bahnhof, am Gleis und im Zug überall freies WLAN hat, wurde Google Maps unser Freund und Helfer. Wir suchten uns eine Busnummer und stellten uns auf die richtige Straßenseite. Mit Google Maps konnten wir uns auch soweit orientieren, dass wir den Bus rechtzeitig wieder verließen, um ungefähr in der Nähe unserer Unterkunft zu landen. Wichtig für diese Vorgehensweise: Das Kartenmaterial muss offline zur Verfügung stehen, da sonst ein Internetzugang notwendig ist.

Die Bezahlung einer Busfahrt läuft eigentlich Bargeldlos. Der Busfahrer erklärte uns, dass wir eine sogenannte RavKav Card brauchen und diese mit Geld aufgeladen sein muss, wenn wir mit dem Bus fahren wollen. Wir können jedoch eine für uns beide benutzen und schon hatten wir so ein Ding, keine Ahnung wie viel wir jetzt dafür bezahlt hatten und ob noch Geld auf der Karte drauf war.

Wir bezogen unser Apartment im Zentrum von Tel Aviv – Jaffa und schnauften erst mal durch. Wir waren seit Verlassen des Flugzeuges knappe 4 Stunden unterwegs. Den Abend ließen wir mit einem kleinen Spaziergang zum Meer und Schawarma sowie Falafel ausklingen. Wir waren da und fühlten uns prompt wohl.

Der Freitag startete mit einer Busfahrt Richtung Carmelmarkt. Unsere RavKav haben wir mit 50 Schekel aufladen lassen, das geht in allen möglichen Kiosks oder manchen Drogeriemärkten. Wir stürzten uns direkt ins Getümmel. Auf dem Markt findet sich alles. Neben Obst und Gemüse, bekommt man Bettwäsche, Gewürze, Tee,Touri-Ramsch, Tücher, Unterwäsche, Fische, Fleisch, Brot, Töpfe, frisches Essen, Baklava und Halva, Nüsse, Blumen und viel frisch gepressten Saft. Ohne Sortierung reiht sich Verkäufer an Verkäufer, manch einer preist lautstark seine Ware an, aufdringlich wurde aber niemand.
Der Markt ist für alle Sinne eine Herausforderung, nach jedem zurückgelegten Meter sieht man wieder etwas neues, die Obst und Gemüsestände leuchten farbenfroh, die aufgetürmten Gewürze kitzeln in der Nase, der frisch gepresste Orangensaft will probiert werden, es riecht nach aufgeschnittenen Melonen und Falafel die im Fett backen. Mit einer ordentlichen Portion Baklava waren wir fast für den ganzen Tag satt und Tobi hatte Angst sein Magen würde dem Haufen Nüsse und Zucker niemals Herr werden.

Fast nahtlos schlenderten wir noch über eine Art Künstler-Markt, Getöpfertes, Fotografien, Schmuck, bemalte Holzbretter… Danach ging es in Richtung Rothschild-Boulevard: Schicke Hochhäuser aus Glas, zwischen den Fahrbahnen ein breit angelegter Fußgänger und Fahrradweg, dem man kilometerlang folgen kann.

Wir liefen und schauten Leuten beim Yoga auf dem bisschen Gras zu und liefen und sahen eine kleine Gruppe Artisten und liefen und sahen Kinderspielplätze und liefen und sahen Boule-Felder. Wir liefen viel und sahen noch viel mehr. Die Tel Aviver sind unglaublich aktiv. Das gleiche Bild bot sich uns, als wir uns wieder Richtung Strand zogen. Zum Baden sind im April die wenigsten im Wasser, die Liegestühle sind noch sauber gestapelt, aber überall sind Jogger, Fahrradfahrer, Beachvolleyballspieler oder Leute die sich einfach zum Chillen am Strand treffen, dazwischen Straßenmusiker aller Art.
Wir sahen dem bunten Treiben lang zu, bevor wir uns am Strand entlang auf den Rückweg machten.

Am Freitagabend hat hier jeder Strandabschnitt sein ganz eigenes Klientel, zuerst noch die Aktiven, dann ein Abschnitt wo sich allerlei Leute mit Trommeln zum gemeinsamen musizieren treffen, dann die muslimischen Familien beim BBQ mit Blick aufs Meer.

Abendessen fanden wir heute im Puaa. Als Vorspeise ließen wir uns leckeren Labaneh schmecken, danach ein Mousaka und Hackfleisch mit Minze auf Reis mit Nüssen und Joghurt… Sehr genial und wärmstens weiterzuempfehlen.

Wenn bei uns die Akkus leerer werden und wir uns nach unserem Apartment sehnen, geht es in dieser Stadt erst richtig los. Mit der Dämmerung stürmen die Leute regelrecht auf die Straßen und man ist von verschiedenen Düften umgeben, die frischgebackenen Falafel und Fleisch welches sich am Spieß dreht, Tabakrauch aus den Shisha-Bars und dazwischen immer ein bisschen Meeresbrise.

Ein Güldenes Oktoberwochenende im Karwendel

Der wunderschöne Herbst dieses Jahr lud uns ein noch einen kleinen Ausflug in die Berge zu machen. Zu dritt sollte es auf den Weg gehen um ein (neudeutsch) “Microadventure” zu erleben.

Am Freitag dem 5.10. fuhren Anja, meine Omi und ich, mit einem kleinen Stop in der Schaukäserei in Ettal, mit dem Auto per Bundesstrassen nach Klais und quartierten uns im Berghaus Alpenland ein. Super Ferienwohnungen die alle (bis auf eine Stufe) ebenerdig sind. Schnell das Gepäck ausgeladen und dann nochmal auf einen Sprung los zum 5 Minuten entfernten Geroldsee (Wagenbrüchsee). Hier kann man zum einen gut parken und nach den 4 Stunden sitzen im Auto noch einen kleinen Spaziergang einlegen. Anja und ich haben dabei das eine oder andere Foto gemacht während wir zu dritt den Sonnenuntergang und das Alpenglühen genossen.

Den Abend schlossen wir dann mit dem Käse welchen wir gekauft hatten und einigen Runden Rummykub ab. Der Samstag Morgen trotzte den Wettermeldungen und begrüsste uns mit Kaiserwetter. Während dem reichhaltigen Frühstück in der Ferienwohnung lugten wir immer wieder aus dem Fenster und freuten uns über den Ausblick auf die Berge.

Nach dem Frühstück packten wir die Fotos und fuhren nach Mittenwald zur Karwendelbergbahn um uns auf 2244m zu begeben.  Nachdem wir den Ausblick von der Bergstation genossen (dieser ist allerdings finde ich recht beschränkt) und die Ausstellung angeschaut hatten standen wir dann vor dem Rundweg, welcher uns einen Blick auf die andere Seite in Richtung Österreich ermöglichen sollte.
Schritt für Schritt und immer wieder die Aussicht genießend arbeiteten wir uns dann zum Blick nach Österreich hoch.

Es gibt Momente im Leben die sind einfach unbezahlbar und das ist wenn du einem lieben Menschen ins Gesicht schaust und ihn einfach nur Strahlen siehst! Als wir auf ca. 2300 Metern endlich über den Karwendel hinweg nach Österreich blickten war meine Omi glaube ich der glücklichste Mensch der Welt und Megastolz dass sie das nochmal geschafft hat. Sie hätte das niemals geglaubt nochmal in die Berge zu kommen geschweige denn auf diese Höhe!

Den Nachmittag beschlossen wir dann nach einem kurzen Stopp am Walchensee mit einer entspannten und ruhigen Schifffahrt auf dem Kochelsee, bevor wir noch in Block’s Post in Krün zum Abendessen gingen. Der Tag hat hungrig gemacht. Schweinshaxen waren genau das richtige für uns nach der “Besteigung” (Befahrung) des Karwendel.

Nach den Anstrengungen des Samstags wollten wir auf dem Heimweg noch ein bisschen Entspannung einbauen. In Ettal machten wir nochmals halt um eine kleine Runde durchs Kloster zu drehen und uns mit Käse für zuhause einzudecken. Danach ging es nach Bad Wörrishofen in die Therme und wir enstpannten die Beine im warmen Wasser. Gegen 18 Uhr am Sonntag waren wir dann mit vielen frischen Erinnerungen von unserem “Microadventure” wieder daheim

Balkantour 2018 – Tag 21 – 437 km – Daheim und Fazit

Der letzte Tag des Urlaubs steht an. Das Aufstehen ist zäh, aber das Frühstück entschädigt dafür. Das Gasthaus Jägerhof ist absolut ruhig am Rand von Mallnitz gelegen. Nur ab und an hört man mal einen Zug vorbeifahren. Wir lassen uns das Frühstück ganz in Ruhe schmecken und packen noch viel ruhiger unsere Sachen zusammen. Knapp 400km Bundesstraßen stehen heute an um nach Hause zu kommen.

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Aber bevor wir Gas geben können steht die Bahnverladung in Mallnitz an. Wir fahren pünktlich zum Bahnhof und dürfen als erste auf den Zug. Das Personal verzurrt die Motorräder während wir uns in den Waggon setzen. Nur wenige Minuten später fahren wir auf der anderen Bergseite in den Bahnhof in Böckstein ein und fahren die Motorräder wieder vom Zug. Bei Schneizlreuth überqueren wir die Grenze nach Deutschland und unsere Laune lässt immer mehr nach. Irgendwie geht es uns jedesmal gleich wenn wir von einer Reise nach Deutschland zurück kommen. Der Verkehr in der Heimat nervt! Man freut sich dass man endlich wieder 100km/h fahren darf und vom Fahrbahnzustand her auch könnte, aber der Verkehr in Deutschland ist einfach nur Krieg. Kurz vor Traunstein schauen wir uns beide an und entscheiden dass wir für den restlichen Heimweg die Autobahn nehmen. Hier kann man sich noch halbwegs in den Verkehrsfluss einordnen und mitschwimmen. Der restliche Weg ist dann unspektakulär.

Nach 5700km durch 13 Länder rollen wir wieder durchs Gartentor und werden von unserer Familie mit einem angeschürten Grill erwartet. Der Kopf ist wiedermal voll mit Eindrücken und wir haben einige tolle Leute kennengelernt. Unsere Meinungen über manche Länder wurden durch Wissen ersetzt und wir wurden einigemale echt überrascht. Alle Unterkünfte welche wir uns in der Regel mit 24 Stunden Vorlaufzeit über Booking.com gesucht hatten waren Klasse und wir können sie definitiv weiterempfehlen.

Hier noch eine Auflistung der Unterkünfte in der Reihenfolge in der wir sie besucht hatten:

Noch ein paar kurze Worte zur Reiseroute. Der Weg über Österreich nach Ungarn an den Balaton war für uns nur Anreise. Bis Österreich war uns die Strecke bereits bekannt. Der Plattensee ist in unseren Augen kein lohnenswertes Ziel. Der Weg vom Balaton nach Serbien rein ist auch noch relativ öde. Ab der Strecke an der Donau entlang in Serbien war es dann echt reizvoll! Die Vila Dunavski Raj ist un seine extra Empfehlung wert da Mina und Ihre Eltern sich hier unwahrscheinlich um ihre Gäste bemühen.  Serbien an der Donau entlang und dann weiter im östlichen Teil in Richtung Süden zu fahren war definitiv eine gute Entscheidung. Die Landschaft hier ist einfach der Hammer. Unser Abstecher in den Kosovo hat uns davon überzeugt wieder zu kommen! Hier müssen wir definitiv noch mehr Zeit verbringen. Mazedonien hat uns ebenfalls in seinen Bann ziehen können und auch hier gibt es eine besondere Empfehlung für das Hotel Korab Trnica. Perfekte Lage und super Essen! Griechenland werden wir wohl mal mit der Fähre angehen müssen um etwas mehr Zeit zu haben. Auf dieser Reise war hier unser Wendepunkt. Hier haben wir die einsamsten Strecken auf der Reise gefunden. Das Hotel Kristal in der nähe von Ksamil in Albanien war eine goldrichtige Wahl um einen Tag Pause zu machen. Ein kleiner Familienbetrieb der viel Wert auf Qualität legt und das etwas abseits vom Trubel in Ksamil. Die Streckenwahl um in den Norden Albaniens zu kommen würden wir evtl ein wenig anders machen. Der Weg nach Durres war etwas eintönig. Der Weg von Durres zum Komanstausee allerdings war erste Sahne uns wir würden ihn wieder exakt genau so fahren. Auch die Überfahrt über den Komansee empfehlen wir klar in dieser Richtung. Es war einfach entspannt vom Hotel zur Fähre in 20 Minuten zu fahren und dann den Rest des Tages in Shkodra zur Verfügung zu haben. Wenn man die Runde andersrum fährt und die Trageti Alpin als Fähre wählt. Dann kommt man erst so gegen 16 Uhr in Fierza an. Maxmoto war etwas früher im Jahr auf dieser Strecke unterwegs. Bei ihm fuhr die Trageti Alpin noch früh ab Komani und Nachmittags ab Fierza. Das Red Bricks in Shkodra ist ein Muss wenn man in dieser Stadt verweilt! Montenegro hat unsere Erinnerungen an 2015 perfekt aufgefrischt und den Drang geweckt wieder zu kommen. Vielleicht dach einmal mit leichteren Maschinen und noch ein wenig mehr Offroad 😉 Unser kurzer Abstecher nach Dubrovnik hätte nicht sein müssen, aber wenn man schonmal Jahrestag hat und die Frau Geburtstag hat dann muss es auch was besonderes sein und da war das Restaurant Horizont . Wir waren ja 2015 bereits ausführlich hier, aber dieser Kurzbesuch hat definitiv auch Spass gemacht. Der eigentliche Heimweg hat uns dann ein wenig ins Hinterland Kroatiens geführt, so dass wir Boris und Gordana im Apartment Ada kennenlernen durften. Die beiden sind alleine schon ein Grund hier mal wieder vorbeizufahren! Eine super Unterkunft! Die Tropfsteinhöhle in Postojna hat uns im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet. Es ist unglaublich was unsere Natur zu bieten hat. Den Mangart werden wir irgendwann auch noch bezwingen und der Rest des Weges war dann mehr oder weniger nur noch absitzen. Wir würden es zu 98% wieder so machen. Manche Plätze erfordern einfach mehr Zeit und Ruhe um sie intensiver zu erkunden.

Balkantour 2018 – Tag 20 – 287 km – Mallnitz

Das Frühstücksbuffet des Hotels hätte uns fast wieder in ein Fresskoma gestürzt. Wir haben super geschlafen, es ist nicht zu warm heute morgen, aber die Sonne scheint. Der blaue Himmel weckt die Lust zu fahren. Just in time um 10:00 Uhr checken wir aus und begeben uns auf den Weg zur Predjama Höhlenburg.

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Der Weg dorthin hat schon die ersten schönen Kurven für uns parat. An der Burg ist großes Geschrei angesagt. Eine Schulklasse und eine Kindergartengruppe wetteifern wer mehr Lärm machen kann. Wir suchen uns schnell zwei – drei schöne Blickwinkel und dann fahren wir wieder. Das ist uns zu Laut und hektisch hier.

Ein paar km geht es wieder zurück bevor wir abbiegen und uns wieder an Flüssen orientieren. Zuerst an der Idrijca entlang und später an der Soca. Slowenien ist uns gut bekannt und wir lassen es fliegen. Naja fast – einige Baustellen bremsen uns aus. Die Flusstäler sind einfach schön. Ich hab allerdings Probleme mit den Gedanken den Moment einzufangen. Immer wieder schweif ich ab und bin schon zu Hause und plane was die nächsten Tage passieren muss. Noch bin ich aber in Slowenien und sollte die Zeit hier genießen.

Wir fahren auf den Mangart zu. Inzwischen zum vierten mal wollen wir versuchen auf diesen Berg zu fahren. Das Wetter sieht gut aus und Mitte Juni sollte die Strasse auch frei von Schnee sein. Am Fusse des Mangart legen wir nochmal eine Pause ein und essen etwas. Als wir nach oben starten hat sich an der Kreuzung ein kleines Motorradtreffen eingefunden. Bestimmt 20 Motorräder sind hier versammelt. Wir fahren einfach durch und schlängeln uns langsam den Berg hoch. Die Straße ist eng und die Sicht bei der Bergauffahrt eingeschränkt. Der erste und der zweite Gang sind hier das höchste der Gefühle. Der Ausblick ist bereits auf dem Weg nach oben Atemberaubend. Die Haltemöglichkeiten halten sich allerdings in Grenzen.

Auf 1898 Meter Höhe ist dann Schluss. Die Strasse ist durch ein Schneefeld versperrt. Keine Chance weiterzukommen. Außerdem steht hier auch noch ein Sperrschild. Dieser Berg ist uns einfach nicht wohlgesonnen. Aber irgendwann kommen wir auch hier nochmal vorbei und werden ihn bezwingen. Wir genießen den Ausblick auf knapp 1900 Meter und machen ein paar Bilder,

Dann machen wir uns an den Rückweg. Bergab fährt sich die Straße viel angenehmer. Man kann die Kehren und den vor einem liegenden Weg viel besser einsehen und kommt deutlich flotter voran. Wieder unten angekommen biegen wir ab in Richtung Passo Predel. Land Nr. 13 steht kurz bevor. Italien schneiden wir aber nur kurz an um nach Österreich zu kommen. In Österreich legen wir dann nochmal eine Pause an einer Tankstelle ein. Ein bisschen Schokolade und eine Fanta versüßen uns die Planungspause. Wie weit fahren wir heute noch? Wo werden wir schlafen? Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit entschließen wir uns für eine Unterkunft vor der Tauernschleuse direkt in Mallnitz. Das Gasthaus Jägerhof hat noch Zimmer frei und wir reservieren uns über booking.com eines.

Wir überfahren noch einen kleineren Pass auf ca. 1100 Meter Höhe bevor wir uns wieder an einen Fluss halten. Die Drau hatte uns 2016 den Weg in die andere Richtung gezeigt als wir das Projekt Flachköpper gestartet hatten. Wir stoppen noch an einem Billa um uns mit Abendessen zu versorgen. Wir können einfach kein ganzes Menü mehr sehen. Heute bleibt es bei einem Brocken Käse, ein paar Tomaten und Semmeln dazu. Einfach aber gut. Das Gasthaus ist am Rand von Mallnitz absolut ruhig gelegen. Wir haben ein riesiges Zimmer mit Balkon und lassen es uns gut gehen. Bei unserer Vesper lassen wir den letzten Abend unserer Reise ausklingen und dümpeln noch ein wenig vor uns hin.

Balkantour 2018 – Tag 19 – 270 km – Postojna

Der Wecker reisst uns um 7 Uhr unsanft aus unseren Träumen. Es ist angenehm kühl was leider dazu geführt hat dass die gestern gewaschene Wäsche nicht trocken geworden ist. Dann muss ich das Zeugs halt feucht anziehen. Wir springen noch schnell unter die Dusche und sind pünktlich um 8 beim Frühstück. Boris und Gordana haben sich wieder ins Zeug gelegt. Diese Unterkunft (Apartment Ada) muss man definitiv weiterempfehlen. Boris verabschiedet uns herzlich und vor allem ehrlich.

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Wir fahren los in Richtung Velebit. Das Wetter ist durchwachsen, es ziehen viele dunkle Wolken und es ist sehr windig. Fast ein wenig frisch ist es heute. Im Hinterland ist weiterhin alles grün bewaldet und wir kommen auf der gut ausgebauten Straße zügig voran. Nach knapp 50 km legen wir einen Tankstopp ein und kaufen noch Wasser für die Trinkrucksäcke. Neben der Straße sehen wir auf einmal mehrere alte Flugzeuge. Das müssen wir uns etwas genauer ansehen.

Nachdem wir den Gebirgskamm überwunden haben der das Hinterland von der Küste trennt bekommen wir sehr deutlich die Bora zu spüren. Die kalte Luft im Hinterland kombiniert mit der warmen an der Küste sorgt für Fallwinde entlang der Gebirgszüge welche extrem böig sind und Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreichen können. Das Motorradfahren ist fast schon ein bisschen anstrengend bei diesen Bedingungen. Kurz nachdem wir die Küste erreicht haben machen wir halt an einer Bank mit schöner Aussicht. Wir Essen unsere Sachen vom Bäcker welche gestern Abend dank dem Essen von Gordana übrig geblieben sind. Danach noch ein kurzer Stopp an einer Tankstelle und schon geht es wieder gegen den Wind die Küstenstrasse entlang.

Der Weg durch Rijeka ist angenehmer als gedacht. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Die Temperaturen bewegen sich auch dank des Windes im angenehmen Bereich. Nach Rijeka geht es zügig zur Grenze wo wir einfach durchgewunken werden. Slowenien hatte es uns ja auch bereits auf früheren Reisen angetan. Dies war nicht ganz grundlos. Die Straßen sind kurvig und in einem guten Zustand. Die Landschaft lädt dazu ein den Blick schweifen zu lassen. Unser heutiges Ziel ist Postojna. Wir haben ein Hotel (Postojna Cave Rooms & Apartments Proteus) im Zentrum gebucht in welchem wir um 15:30 einchecken. Nachdem wir uns umgezogen haben gibt es noch einen kleinen Willkommensgruß in Form von Gebäck und hausgemachtem Eistee.

Wir laufen die gut 500 Meter zu der berühmten Tropfsteinhöhle und bezahlen den horrenden Eintrittspreis von 52 EUR für 2 Personen. Noch haben wir eigentlich keine Ahnung was uns dafür erwartet. Um 17 Uhr beginnt die Führung in Deutscher Sprache. Insgesamt sind in der deutschsprachigen Gruppe 8 Personen plus Höhlenführerin. Man wird mit einem Zug in die Höhle gefahren und dann beginnt der ca. 1,6 km lange Rundgang. Insgesamt dauert die Führung fast 2 Stunden. Wir lernen Begriffe wie Stalaktit, Stalakmit und Stalagnat und erfahren dass ein Stalaktit in ca. 10-40 Jahren nur EINEN Millimeter wächst. Die Führung ist kurzweilig und am Ende angelangt fühlen sich die 2 Stunden an wie 15 Minuten. Wir haben bereits mehrere Tropfsteinhöhlen besucht, aber keine war bisher so beeindruckend und groß wie die Höhle von Postojna. Ich glaube man könnte locker einen ganzen Tag mit dem Rundgang verbringen.

Zum Abschluss des Abends gönnen wir uns noch einen Döner. Wir wollen nicht schon wieder groß Essen gehen. Morgen wollen wir noch einen Abstecher zur Predjama Höhlenburg machen und dann mal wieder versuchen auf den Mangart zu fahren. Bisher hat uns immer das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Balkantour 2018 – Tag 18 – 348 km – Gradac

Da bei der Unterkunft kein Frühstück enthalten war brechen wir heute etwas früher auf. Es ist bewölkt und bei weitem nicht mehr so heiss wie gestern. Das Gewitter heute Nacht hat die ersehnte Abkühlung gebracht. Um 8:50 Uhr schieben wir die Motorräder aus der Garage und begeben uns noch zu einem Bäcker um etwas zu essen (natürlich Burek) für unterwegs mitzunehmen.

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Wir folgen bis Ploce der Küstenstrasse. Es ist angenehm zu fahren obwohl viel Verkehr ist. Der kurze Abstecher durch Bosnien Herzegowina ist ziemlich unspektakulär. Am ersten Grenzübergang schaut der Beamte wenigsten noch kurz den Reisepass an. Am zweiten werden wir direkt weitergewunken. Wozu setzt man dann überhaupt jemanden an die Grenze? Nachdem wir die Küste verlassen haben werden die Straßen erstmal wieder klein und kurvig. Wir fahren durch Weinfelder (Berge sind es nicht wirklich. Nennt man es dann Weinplantagen?) Die Wolken werden immer dunkler und vor uns braut sich was zusammen. Wir ziehen schonmal die Regenhauben über die Tankrucksäcke und machen unsere Klamotten dicht. Als dann zwei fette Blitze vor uns runtergehen und die Sintflut zu fallen beginnt drehen wir kurzentschlossen um und kehren in einem Cafe ein welches wir kurz davor passiert hatten. Wir trinken eine Cola und sitzen den Regen aus. Nicht ganz aber zumindest bis es nur noch ein tröpfeln ist.

Der weitere Tagesverlauf ist relativ unspektakulär. Die Straßen werden etwas größer und wir kommen flott voran. Die Landschaft ist hügelig bis bergig. Alles ist satt grün. Dank des zügigen vorankommens ist auch das fahren kurzweilig. Trotzdem merke ich heute das mir der Hintern vom sitzen weh tut. Ich glaube der Gegenverkehr amüsiert sich über meine Turnübungen auf dem Mopped. Die weiteren Unwetter streifen wir wenn dann nur kurz, so dass wir maximal ein paar Tropfen Regen abbekommen. Dank der Wolken und dem Regen ist es merklich heruntergekühlt was uns sehr entgegenkommt.

Unsere Unterkunft (Apartment Ada) finden wir heute erst auf den zweiten Anlauf und mit Hilfe der Handynavigation. Boris und Gordana haben ein mega schnuckeliges Grundstück. Sie halten selbst Schweine und Geflügel und versuchen sich weitestgehend selbst zu versorgen. Boris arbeitet als Fahrdienstleiter bei der kroatischen Bahn und Gordana bei Gericht. Aber die 4 Söhne sind entweder schon am studieren oder auf dem besten Weg dorthin und so müssen sie sich mit der Unterkunft etwas dazu verdienen. Sie bieten uns ein Abendessen an welches wir trotz unserer bereits gekauften Bureks annehmen. Gordana flitzt sofort in die Küche und fängt an zu werkeln. Die Bureks können wir auch morgen noch essen.

Auf Selbstgemachte Tomatensuppe mit Nudeln und Brot folgen Ofenkartoffeln, roter Krautsalat und panierte Geflügelschnitzel. In der Panade findet sich Sesam und das Essen ist einfach nur lecker! Wir bedanken uns nochmal und begeben uns in unsere Wohnung – Wir haben nicht nur ein Zimmer bekommen. Nein wir haben eine komplette Einliegerwohnung für uns zur Verfügung. Noch kurz den Laptop angeworfen und die Route für morgen klar gemacht. Dann geht es auch schon ab ins Bett.

Balkantour 2018 – Tag 17 – 268 km – Dubrovnik

Das Frühstück im Hotel Bambis hat sich seit 2015 nicht verändert. Man hat keine Chance es zu schaffen! Anja hat sich Bacon and Eggs geordert und ich mir ein Käse Sandwich. Was wir bekommen würde für eine Fussballmannschaft reichen. Als wir vor die Tür treten um die Motorräder wieder zu beladen trifft uns der Schlag – der Hitzeschlag – mit voller Wucht! Sofort sind wir klatschnass verschwitzt und das sollte sich heute auch nicht mehr ändern. Um 9:30 Uhr hat es hier schon 30 Grad. Das ist nicht gerade angenehm in Moppedklamotten.

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Wir starten erstmal in Richtung Skutarisee. Um in diese Richtung zu kommen müssen wir einmal quer durch Podgorica. Langsame Geschwindigkeit, stehende Luft und glühende Sonne. So bleibt uns Podgorica in Erinnerung. Wir schneiden den Skutari See nur kurz an, können dabei aber schon die Gewaltigkeit des Gewässers erahnen. Nach dem See schrauben wir uns ein bisschen in die Höhe und begeben uns auf ganz kleine Sträßchen. Der Ausblick von hier oben auf den See ist atemberaubend.

Wir zuckeln utzgemütlich in richtung Lovcen weiter und haben überhaupt keine Eile. Den Hausberg der Bucht von Kotor fahren wir von hinten her hoch und bezahlen brav unsere Gebühr um die letzten Meter bis zum Parkplatz des Gipfelrestaurants fahren zu dürfen. Oben am „Parkplatz“ ist die Hölle los. Wir stellen die Moppeds einfach mitten rein und drehen eine ganz kurze Runde mit der Kamera. Nach 3 Minuten sitzen wir wieder auf ohne auf den Gipfel gelaufen zu sein. Zum einen ist uns hier oben viel zu viel los und zum anderen sieht man die Bucht von Kotor eh nicht wegen tief hängender Wolken. Eigentlich ärgern wir uns ein bisschen dass wir die Gebühr bezahlt haben. Man hat bestimmt von der Straße welche nach Kotor hinab führt auch einen guten Blick auf die Bucht.

Wir können dies nur leider nicht eruieren. Die Straße ist nämlich gesperrt wegen Bauarbeiten. Das setzt mich nun ein wenig unter Stress da wir heute Abend eine Tischreservierung in Dubrovnik haben um unseren 12. Jahrestag und Anjas Geburtstag nachzufeiern. Ich plane kurz am Navi um – die R-1 soll uns nun nach Kotor bringen. Wir fahren also den Lovcen wieder auf dem Weg hinab welchen wir auch hochgekommen sind und biegen links ab um ihn zu umrunden. Aber auch das wird nichts. Erst ist die R-1 frisch geteert und in einem super Zustand. Dann steht ein Baustellen LKW quer und ein Mann erklärt uns dass die Strasse wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Wir haben ein Deja-vu.

Nun gut, dann den langen Weg an die Küste um den Lovcen südlich zu umfahren. Am Ende hat uns dieser Berg 3 Stunden gekostet und die Sträßchen rauf und runter waren zwar ganz nett, die Aussicht welche wir uns erwartet hatten gab es aber nicht. Als wir massiv verspätet an der Bucht ankommen entschließen wir uns nicht mehr wie geplant drum herum zu fahren sondern per Fähre abzukürzen. Die Fähren hier verkehren quasi im 5 Minuten Takt und so kostet uns das zumindest schonmal keine Zeit mehr.

Nach dem Übersetzen ist es heute nur noch ein absitzen der restlichen Kilometer nach Dubrovnik. Es ist immer noch unglaublich heiss und wir zerlaufen in unseren Klamotten. Ohne Trinkrucksäcke wäre das alles für uns mal wieder unvorstellbar. In Dubrovnik beziehen wir zügig unser Quartier (Outstanding view Guest house) und stellen die Motorräder in der Garage unter. Noch flott duschen und dann geht es schon die 320 Stufen hinab in die Stadt. Am Geldautomaten noch mit Kuna versorgt stehen wir just in time um 19:30 am Restaurant Horizont und nehmen den reservierten Tisch ein. Wir waren hier 2015 bereits zum Essen und es war so lecker dass wir uns kurzfristig entschieden haben unseren Feiertag um einen Abend zu verschieben und hier zu verbringen.

Das Horizont hat seine Tische auf kleinen Plattformen auf den Stufen die direkt zur Altstadt Dubrovniks führen und man hat einen wundervollen Ausblick beim Essen. Nach diesem schlendern wir noch eine Runde durch die Stadt und lauschen einigen Musikern die heute weit verstreut in den Gassen Ihre Künste darbieten. Als wir uns entschließen die 320 Stufen zu unserer Unterkunft wieder in Angriff zu nehmen beginnt es zu regnen was uns zuerst wie ein Segen vorkommt. In den engen Gassen den Berg hinauf steht allerdings die Luft und es wird richtig drückend. Als wir unser Zimmer erreicht haben sind wir heute zum zweiten mal klatschnass geschwitzt. Müde aber glücklich fallen wir ins Bett und schlafen ein.

Balkantour 2018 – Tag 16 – 248 km – Podgorica

War das eine Nacht! Das Red Bricks in Shkodra ist einfach der Hammer. Die Mitarbeiter bemüht ohne Ende. Die Zimmer riesig. Das Bett gigantisch groß und mega Matratzen. Die Minibar ist im Preis inkludiert. Ne große Dusche mit ordentlich Wasserdruck. Wir haben geschlafen wie Könige! Das Frühstück stand dem in nichts nach. Wir kamen daher nicht in die Pötte und trödelten ewig rum. Um 10:30 zuckelten wir dann endlich los. Aber erstmal nur zum Postamt. Wir brauchten noch Briefmarken für die Ansichtskarten. Danach drehten wir noch eine Runde im Kreisverkehr vor dem Hotel bevor wir noch Wasser kauften und tankten. Dann hatten wir Shkodra wieder verlassen.

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Jetzt wo wir langsam begannen den albanischen Verkehrsfluss, der für einen Deutschen wie Chaos aussieht, zu verstehen. Es befindet sich alles in einem stetigen Fluss. Langsam und manchmal sah es aus wie drängeln, aber es hat auch etwas mit Rücksichtnahme zu tun. Viel flüssiger als in Deutschland. Und keiner regt sich auf. Alles fügt sich ineinander wie langsam laufende Zahnräder.
Erstmal ging es noch ein Stück auf gut ausgebauter Straße SH1 in Richtung Podgorica dahin bevor wir nach rechts auf die SH20 abbogen. Garmin behauptet immer noch dass dies ein unbefestigter Weg ist. Wir können mit Sicherheit sagen dass es das nicht ist. Die Straße ist nagelneu perfekt ausgebaut! Die Italiener in den Dolomiten wären mal wieder neidisch. Die SH20 schraubt sich zügig in die Höhe und liefert perfekte Aussichtspunkte! Es kommen einem plötzlich überdurchschnittlich viele Motorräder entgegen. Wenn man dann die Passhöhe des Leqet e Hotit hinter sich hat folgt in der ersten Kehre abwärts ein Parkplatz mit Aussichtspunkten.

Wir trafen hier ein deutsches Pärchen mit zwei großen Hunden im Kleinbus. Irgendwie haben wir uns dann mit denen ewig unterhalten. Sie kamen vom Wandern aus Montenegro und waren hin und weg von dem Land. Jetzt ist für sie Albanien dran. Bei uns ist es genau umgekehrt. Während wir so dastanden kamen immer wieder Gruppen von Motorradfahrern. Vorrangig Italiener, diese scheinen Albanien schon länger für sich entdeckt zu haben. Sie kommen aber auch relativ unkompliziert mit der Fähre über Igoumenitsa ins Land. Die Temperaturen waren heute sehr hoch und wir schwitzten nur einmal, dafür aber heftig.

Nach der Abfahrt vom Pass legten wir gleich den nächsten Stopp an einem kleinen Cafe ein. Zwei eiskalte Cola gönnten wir uns von unseren letzten LEK. Während wir hier saßen durften wir zusehen wie Albaner mit Fischen handeln. In gefühlten 5 Minuten hat die Händlerin 7 frische Fische erschlagen, ausgenommen und gewaschen und verkauft. So langsam sollten wir mal weiter. Das Navi gibt als Ankunftszeit bereits 18 Uhr aus. Die Straße ist weiterhin perfekt aber wir lassen uns auch weiterhin Zeit. Es dauert trotzdem nicht mehr lange bis die Grenze in Sicht kommt. Bevor dies aber geschieht endet plötzlich die Straße. Den letzten km bis zur Grenze geht es über Schotter. Bei der Passkontrolle treffen wir wieder Motorradfahrer. Ein Deutscher der vor uns herfährt und drei Tschechen in Gegenrichtung auf alten Africa Twins mit TKC80 Bereifung die bedauern dass in Albanien immer mehr asphaltiert wird.

In Montenegro fühlen wir uns sofort wieder wohl. Die bewaldeten Hügel und Berge sind einfach schön. Am Fahrbahnrand verkaufen Kinder Walderdbeeren. Wenn ich denke wie lange man für so ein Schüsselchen pflücken muss. Wir gönnen uns eines und sind begeistert. Die drei Kids sind begeistert von uns und unseren Motorrädern. Dann geht es wieder in die Höhe. Serpentine um Serpentine schrauben wir uns hoch, überholen einen Radfahrer mit vollem Gepäck. Dann machen wir halt an einer Bergwiese. Es ist unglaublich wie viele verschiedene Blumen hier blühen. So sieht gesunde Natur aus. Der Radfahrer holt uns ein und entpuppt sich als Belgier. Wir halten einen kurzen Plausch während Anja die Blumenvielfalt fest hält. Nachdem wir über diesen Pass sind geht es weiter auf kleinen Straßen in Richtung Kolasin. Dort biegen wir auf die E-65 ab welche uns durch die Taraschlucht nach Podgorica führen wird.

Wir legen nochmal ein paar Stopps ein. Es ist einfach gigantisch. Dieses Land zieht uns immer wieder völlig in seinen Bann. Gestaffelte Hügelketten im Gegenlicht. Da ist er wieder der Bernd Römmeltsche Moment. „Und wenn du meinst dass du fertig bist mit fotografieren, dann bleib noch 5 Minuten, es wird sich rentieren“… so vergehen 5 Minuten um 5 Minuten. Irgendwann müssen wir uns losreißen.

Podgorica ist uns gleich wieder vertraut. Das Hotel Bambis kennen wir von unserer Tour 2015. Wir checken ein, planen noch den morgigen Tag und suchen uns was zu essen. Wir finden einen kleinen Pizzastraßenverkauf mit wenigen Sitzgelegenheiten und lassen uns hier nieder. Anja gönnt sich anlässlich ihres heutigen Geburtstages noch ein Stück Napoleon Torte nach der Pizza. Zurück im Hotel springen wir noch schnell unter die Dusche. Es war ein mega anstrengender Tag voller toller Eindrücke. Wir fallen glücklich ins Bett und schlafen wie erschlagen.